Dienstag, 27. Dezember 2011

Tag 142 (27.12.)

Mein Vormittag verging schnell und ruhig. Gegen drei brach ich dann in die Innenstadt auf. Erster Halt war an der Bücherei, und da ich nicht weiß, ob ich jemals wieder die Hauptzentrale betreten werde machte ich mal ein paar Fotos. Danach hatte ich solchen Hunger, dass ich doch ein bisschen was essen musste. Hmpf. Wollte ich gar nicht... Ich wollte mich nämlich heute Abend mit einem Mädel und ihrem Freund treffen, welche ich aus einem Forum kenne. Sie ist gerade, nach ein paar Monaten in Colorado, auf Durchreise, quasi, und da dachten wir uns, wir könnten uns mal treffen. Am anderen Ende der Welt ;) Wir hatten uns beim In-n-out-Burger verabredet, ihr wisst schon, dem supertollen Burgerladen, in dem ich seit Jahren meinen ersten Burger gegessen habe. Die mit dem netten Service. Eigentlich wollte ich ja dann da quasi erst essen, aber mein Magen machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Dann machte ich mich auf zum Fishermans Wharf. Da ist nämlich der Burgerladen... ich hatte aber noch Zeit, also lief ich auf der Suche nach den letzten Mitbringseln noch ein wenig herum. Irgendwie fand ich aber alles blöd, also kaufte ich letztendlich nur ein paar Bleistifte. In ganz bunt und glitzerig, für Kinder ;) Natürlich war ich dann viel zu früh beim In-n-out, wie immer. Gegen einen Baum gelehnt stand ich dann da und wartete auf die zwei. Und beobachtete die Masse an Leuten, die da so vorbeizog. Ich weiß auch nicht warum, aber heute war die Hölle los. Vermutlich die Nach-Weihnachts-Touristen und -Einkäufer. Ich hatte vorher ein Foto von F. gesehen, und außerdem hatte sie mir geschrieben, dass sie auf Grund ihrer Zehenschuhe sowieso unverkennbar sein würde. Witzigerweise brachte mich das dazu, andauernd auf die Schuhe von allen Leuten zu gucken (und das, obwohl ich ein Foto gesehen hatte. Verrückt). Darauf achte ich ja sonst nicht so... schon interessant, was die anderen Leute so tragen.
Pünktlich tauchten die zwei dann auch auf, und ich erkannte sie, auch ohne auf die Schuhe geguckt zu haben. Auch wenn der Sicherheitsblick dann trotzdem noch kam. Im In-n-out war alles völlig überfüllt, irgendwann konnten wir dann aber einen Zweiertisch ergattern. F. saß bei ihrem Freund auf dem Schoß, alles palletti. Unser Gespräch wurde andauernd von einem Herrn neben uns gestört, der sich entweder langweilte, betrunken war oder nicht ganz richtig im Kopf. Oder alles zusammen. Keine Ahnung. Jedenfalls nervte er ziemlich, glücklicherweise verschwand er dann irgendwann. Er nervte übrigens so sehr, dass der Tisch neben uns (obwohl ein Vierer) meistens recht schnell wieder frei war. Und er sich daraufhin wieder uns zuwandte. Mist.
Wir unterhielten uns gut, dafür, dass wir uns in Wirklichkeit gerade erst einmal seit wenigen Minuten kannten. Beide waren sehr nett, und als sie dann losmussten um ihre Bus zu erwischen kam ich mit. Und stellte fest, dass ich mit dem auch fahren kann. Sehr gut. Für beide ging nämlich wenige Stunden später noch der Flug nach Hause, mit ein paar Tagen Zwischenstopp in New York. Nicht schlecht :) F. übrigens empfahl mir die "Lost Campers", hier kriegt man ziemlich günstig Vans vermietet, die man auch zum Übernachten nutzen kann. Ohne Aufschlag für unter-25-jährige. Das nenn ich mal toll. Ich selber kann das leider nicht mehr nutzen, aber ja vielleicht mal jemand anderes. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter!
Natürlich kam der Linienbus, denn wir brauchten, ganz San Francisco-like eine ganze Weile nicht, irgendwann aber saßen wir drin und unterhielten uns noch die letzten Minuten. Plötzlich gings dann aber ganz schnell, und weg waren beide. Ich drückte ihnen noch die Daumen, dass sie sowohl ihr Shuttle als auch ihren Flug gut erwischen würden. Oder besser, kreuzte die Finger. Daumen drücken macht man hier ja nicht.
Ich fuhr weiter, ging unterwegs noch einkaufen und durfte dann 15 Minuten auf meine nächste Bahn warten. Mist. Ich war mittlerweile todmüde, und auf der Rückfahrt schlief ich dann auch tatsächlich ein. DAS ist mir noch nie passiert. Ein bisschen dösen, ja, aber richtig einschlafen - nein.
Ein bisschen Sorgen macht mir noch das Busticket, welches ich für die Rückfahrt von Los Angeles buchen muss. Ich kann die Seite mit meinem PC ja nicht richtig aufrufen, und A. hat kein Internet momentan. Ganz tolle Kombination. Ich muss mir aber langsam was einfallen lassen, denn irgendwann die nächsten Tage wirds teurer werden. Hm. Ich hoffe, mir fällt bald etwas ein...
Zu Hause dann sah ich, dass ich noch einen Brief bekommen hatte - Mamas Weihnachtskarte. Sie hatte die Karte am gleichen Tag losgeschickt wie meine Oma, und die Karte war schon an Heiligabend angekommen. Da sieht man mal, wie verrückt unterschiedlich die Lieferzeiten sein können, auch wenn beide etwas am gleichen Tag aus der gleichen Stadt losschicken. Auch wenns vermutlich nicht der gleiche Briefkasten gewesen sein wird. Ganz vermutlich. Wobei, bei den wenigen Briefkästen heutzutage... ;) Das führte dazu, dass nun ganze sieben Weihnachtskarten auf meiner Weihnachtskommode stehen. Eine ganze Menge! So viel kriege ich sonst nie. Hat doch auch Vorteile, im Ausland zu sein.

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