Sonntag, 30. Oktober 2011

Tag 84 (30.10.)

Tag 84. Wow. Wisst ihr, was das heißt? Das heißt, das ich es, bis auf eine Ausnahme von einem Tag, den ich hoffentlich noch irgendwann nachholen werde, tatsächlich geschafft habe, die Hälfte meiner Zeit hier täglich einen Tagebucheintrag zu schreiben. Ehrlich gesagt hätte ich das am Anfang nicht für möglich gehalten, da hatte ich das auch gar nicht vor... Ich dachte, ich mache das einfach mal so lange wie ich es schaffe. Und irgendwann war ich dann so weit, dass sich mein Sportlerinstinkt meldete - jetzt erst Recht. Und nun bin ich mittendrin in dem Schlamassel ;)
Das Ganze bedeutet, dass die Hälfte meiner Zeit hier aber auch vorbei ist. Das hätte ich anfangs ebenfalls nicht für möglich gehalten. Ja, die Zeit verging einerseits sehr langsam - aber andererseits auch sehr schnell. Wenn man daran denkt, was ich hier noch alles sehen will... ui. Ich werde vieles vermissen, wenn ich heimgehe - mein Müsli und das Chemiezeugs zum Beispiel ;) Aber auch wichtigere Dinge wie Personen - meine Klavierdozentin, B., meine Mitbewohnerin, um nur mal drei zu nennen. Auch das Töpfern macht mir riesigen Spaß, genauso wie der Uni- und der Frauenchor. Andererseits vermisse ich natürlich auch vieles aus Deutschland. Meine Familie und Freunde, das Essen, mein eigenes Zimmer, den Fernseher... ;) Mal sehen. Ich bin ja noch ein bisschen hier, ich kann noch genug finden, was ich in Deutschland dann vermissen werde :D Was gibts sonst noch zur Halbzeit zu berichten... ach ja. Die Parties. Als ich hierherkam hatte ich fest vor, mein Leben zu ändern. Fällt ja auch am einfachsten, wenn einen niemand hier kennt, nicht wahr? Dummerweise hatte ich nicht im mindesten die Kraft dafür. Anfangs die Probleme mit der Wohnung, dann der Unibeginn, und es nahm einfach kein Ende. Jeder Tag ist stressig, ich bin dankbar für jede Sekunde zu Hause. Parties, ausgehen, abfeiern? Klar, könnte ich machen, wenn ich dann Uni schwänzen würde und so... viele mögen jetzt sagen, dass ich das doch machen soll. Dummerweise fundieren viele Noten hier auf Anwesenheit, teilweise bis zu 60, 70 Prozent. Andauernd fehlen? Ist nicht. Manchmal ist man nach drei Mal fehlen schon durchgefallen. Mir fehlt einfach die Kraft, um auf den Putz zu hauen, und ich habe beschlossen, dass es mir das nicht wert ist. Ich bin immerhin im Urlaubssemester, da sollte ich nicht mit Burn-Out nach Hause fahren. Wäre ne schlechte Idee. Ich finde es ein bisschen schade, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe meine Prioritäten gesetzt - und so werden sie vermutlich auch bleiben. Womit wir beim Thema Zeit wären. Viel zu wenig. Für das alles hier. Ich hatte mir die Uni etwas stressfreier vorgestellt, dagegen ist zu Hause ja nichts. Man merkt, das üben ist meiner Meinung nach nicht wirklich in den Stundenplan eingeplant. Wenn ich mir vorstelle, noch jeden Tag mindestens vier Stunden zu üben... Puh. Keine Chance. Ich habe jetzt noch ein paar Wochen, um zumindest meine absoluten-muss-ich-sehen-Ziele zu besuchen. Ich hoffe, das kriege ich hin. Notfalls heißts eben Auto mieten und hin fahren. Kann ich ja jetzt :)
Was das Essen angeht, da habe ich doch viel mehr Probleme als ich gedacht hatte. Vorher hatte ich es verdrängt, dachte, es würde schon irgendwie gehen. Ja, irgendwie gehts schon. Aber glaubts mir, ich werde allen Mächten danken, wenn ich wieder in Deutschland bin und mehr als drei Gerichte essen kann. Das ist wirklich eine Sache, die ich gerne anders hätte. Andere Länder, andere Sitten, ja, klar, aber für mich ist das doch schon ein hartes Stück, hier keinen Mangel zu bekommen. Noch funktionierts, ich hoffe meine Reserven reichen bis zum Januar. Wird schon schief gehen :)
Ich habe außerdem schon viel zu viel eingekauft. Oh je, und das will alles mit nach Deutschland? Klar, es sind immer nur Kleinigkeiten, aber das häuft sich... ich bin wirklich gespannt, wie das aussieht, wenn ich dann mal Probepacke. Wie viel ich dann noch einkaufen darf. Denn das habe ich mir vorgenommen - ich warte bis zum Probepacken und kaufe dann noch richtig ein. Ich habe schon eine Liste angelegt an Zeug, was ich auf jeden Fall/unter Umständen haben möchte, und das wird dann abgeklappert. Beziehungsweise bestellt. Je nachdem, was Koffer und Geldbeutel dann noch hergeben. Man kommt ja nicht alle Tage in die USA...
Erinnert sich noch jemand an den Anfang, als ich schrieb, Shampoo und Co. seien hier so teuer? Also ich muss sagen, teuer ja, aber wenigstens ergiebig. Zumindest mein Shampoo und das Duschgel. Bei beiden werde ich wohl locker bis zum Ende mit einer Flasche durchkommen (und ja, ich dusche regelmäßig ;) ). Die Spülung wirds wohl nicht schaffen, eine Flasche ist schon leer, zwei weitere werde ich wohl noch brauchen. Aber das ist hoffentlich verkraftbar.
Auch mit meiner "Heimweh-Rate" bin ich zufrieden. Ja, ich habe immer wieder Heimweh, quasi leichtes Dauerheimweh. Aber damit kann ich leben, es ist okay, und ich habe hier trotzdem meinen Spaß. Ich hatte seit dem Heimwehzusammenbruch ganz am Anfang, als ich umgezogen bin, keine solche Attacke mehr, und das verwundert mich ja schon fast *auf ganz viel Holz klopf*. Da bin ich ja fast ein bisschen stolz drauf. Ich gebe zu, ich bin noch immer ein ganz klitzekleinesbisschen am daran denken, ob ich nicht umbuchen und zu Weihnachten heimfliegen soll. Aber ich hoffe, ich bleibe stark. Denn in den nächsten zehn Jahren komme ich hier nicht mehr her - wenn nicht sogar nie mehr. Da will ich ja ein bisschen was vom Land gesehen haben. Und es ist ja "nur" Weihnachten. Zweieinhalb Tage im Jahr. Das werde ich schon irgendwie verkraften müssen. Ich habe bisher auch "erst" drei Zettel aus meiner "Öffne-mich-wenns-dir-schlecht-geht-Box" meiner lieben Freunde gelesen - ebenfalls eine gute Rate, wie ich finde. Genug übrig für die Weihnachtszeit ;)
Ich denke, die Zeit wird jetzt außerdem schneller vergehen. Das ist doch meistens so - die erste Hälfte schleicht, die zweite rennt. Mal sehen, wie das jetzt aussehen wird. Denn auch wenn ich mich nach Hause sehne und am liebsten ins nächstbeste Flugzeug in Richtung Heimat steigen würde - ich genieße meine Zeit hier dennoch sehr. Ein ganz komisch zwiegespaltenes Gefühl. Es ist sehr schwer zu beschreiben...

Aber kommen wir zum heutigen Sonntag. Ausschlafen war angesagt, dann beschäftigte ich mich mal mit meinem Trip nach Los Angeles. Ich fand ein relativ günstiges Hotel, welches ich gleich mal buchte - ich kann bis einen Tag vorher zurücktreten. Das ist super, denn ich weiß ja wirklich nicht, ob ich definitiv fahre. Da will ja noch viel organisiert sein bis dahin.
Ich schaute auch mal nach einem Transport nach Disneyland, vom Flughafen kommt man da hin und zurück für 32 Dollar hin mit dem Bus. Nicht schlecht, für eine Fahrt von 45 Minuten in eine Richtung. Sieht also alles super aus - wäre da nicht das Problem, nach LA selbst kommen zu müssen. Das scheint mir momentan unmöglich und unbezahlbar. Flug kostet minimum 200 Dollar - Klar, Wochenende vor Thanksgiving. Busse konnte ich keine finden, was irgendwie seltsam ist, aber nun gut. Da muss ich noch mal schauen, aber das hat mich heute schon genug Zeit und Nerven gekostet. Nächstes Wochenende dann. Gut möglich, dass ich also doch noch ales absagen muss... wäre schon schade.
Es wurde dann ziemlich schnell Zeit zu gehen - Richtung Kino nämlich. Die drei Musketiere warteten! Ich wollte mich mit A. an der Uni treffen, erhielt jedoch eine sms, dass sie sich verspäten würde. Ich fuhr also schon mal voraus und kaufte die Tickets. Just in dem Moment als ich auf die Tickets wartete bekam ich eine sms von ihr, wo ich sei: "An der Kasse" schrieb ich zurück, und die Antwort: "Ich verspäte mich noch mehr, vielleicht sollte ich mein Ticket lieber selbst kaufen." Mist. Blöde öffentliche Verkehrsmittel hier. Hier hat man ja freie Platzwahl im Kino, prinzipiell kein Problem also, dass A. sich ihr Ticket selbst kauft. Wenn ich es nicht schon gerade bezahlt hätte. Ich ging also zurück zur Kasse und fragte nach, ob man es hinterlegen lassen könnte. Nein, das dürften sie nicht... auf meine Frage, ob sie das Ticket denn zurücknehmen dürften kam allerdings ein Ja. Ich finde letzteres ja viel umständlicher, aber nun gut, soll mir Recht sein... Ich gab die Karte also zurück und rief A. an, um sie über alles zu informieren. Es sah so aus, als würde sie es ganz knapp schaffen. Allerdings fror sie ziemlich, die Arme war gerade am krankwerden, so wies es aussah... sie bat mich, ihr einen Tee zu kaufen, was ich dann auch tat. Im Kino gibts nämlich einen Starbucks. IM Kino. Also vor dem Vorführräumen, aber im Gebäude, nur für Ticketinhaber zugänglich. Verrückt.
Ich begab mich inden Kinosaal, welcher verblüffend leer war - gerade einmal vier, fünf Leute saßen da. Allerdings natürlich auf den besten Plätzen. Ich setzte mich drei Mal um, bis ich einen Platz gefunden hatte, der mich zufriedenstellte (und der war auch wirklich nicht schlecht, wie ich dann während dem Film bemerkte). Pünktlich um 17:10 Uhr, also der Filmbeginnzeit, begann die Kinovorschau. Ich finde das super, hier läuft die Werbung schon, wenn man den Raum betritt, und zur richtigen Uhrzeit gibts nur Vorschau. Das Prinzip gefällt mir.
Ich wusste, dass vor diesem Film ein gewisser Trailer gezeigt werden sollte (nein, das war nicht der Grund, warum ich in den Film wollte, das wollte ich schon vor Monaten, bevor ich das mit dem Trailer wusste ;) ). Ich hoffte, dass sie ihn auch wirklich zeigen würden, und ja, wirklich, da kam er - der Trailer für Episode 1 in 3D. WUHU! Ich hatte ihn schon in klein auf dem Laptop gesehen, aber so in groß und wirklich in 3D - das ist schon was anderes. Hach, ich freue mich darauf. Ich weiß, viele verfluchen das Ganze, aber ich freue mich. Star Wars auf der Kinoleinwand, das kann nur gut werden. Punkt.
A. schaffte es tatsächlich, den Saal zwanzig Sekunden vor dem Filmstart zu betreten, das nenne ich Timing. Der Film an sich war, wenn man ihn unabhängig von Buch und Story betrachtet, eigentlich nicht schlecht. Einzig die Besetzung von Till Schweiger (ne, mal ehrlich, das konnte ich nicht ernst nehmen) und Orlando Bloom fand ich etwas misslungen. Bloom wirkte für mich eher wie ein halber Jack Sparrow, nicht wirklich passend. Hingegen fand ich Milla Jovovich im Gegensatz zu vielen Kritiken, die ich gelesen habe, gar nicht schlecht. So können die Meinungen auseinandergehen...
Wenn man den Film aber mit dem Buch vergleicht - nun ja, also da wären die Musketiere und dieverse andere Figuren, aber das war es dann auch schon. Teilweise handeln und benehmen sich die Figuren völlig anders als im Buch, Buckingham ist zum Beispiel völlig verzerrt. Ich weiß, dass das Ganze schon zig Mal verfilmt wurde, und neue Gedanken einzubringen finde ich nicht schlecht. Die Sache mit den Luftschiffen zum Beispiel. Aber naja. Man kann es auch übertreiben. Als "Verfilmung" also ein völliger, absoluter Reinfall, als Film aber durchaus ansehbar, gutes Popcornkino. Finde ich.
Nach dem Kino hatten wir Hunger, aber nicht sonderlich viel Zeit. Heute Abend war schließlich noch mein letztes Fußballmatch! Wir beschlossen, uns eine Pizza zu kaufen, auch wenn das ziemlich teuer war. Und wir mussten eine Weile warten. Aber es reichte zeitlich gerade so, und wir kamen rechtzeitig an der Unisporthalle an. Irgendwie tauchten mit der Zeit aber nicht gerade viele Leute auf, zur Anstoßzeit waren wir aber immerhin fünf. Reicht also gerade so zum spielen. Wir spielten in rot, was vollkommen perfekt war, denn ich hatte heute mein rotes VfB-Trikot an. In genau dem gleichen Farbton. Heißt: Ich musste keines der Leibchen überziehen, juche! Es machte viel Spaß zu spielen, war aber auch anstrengend, so ohne Auswecheln. Schade, dass es unser letztes Spiel war, hat mir jetzt am Ende doch sehr großen Spaß gemacht. Andererseits vielleicht auch gut, so sind meine Sonntage jetzt nicht mehr so sehr vom Sport dominiert. Und ich muss nicht nachts um zehn noch durch die Weltgeschichte traben. Hat alles seine Vor- und Nachteile :)

Tag 83 (29.10.)

Der heutige Tag begann schon mal gleich ziemlich schön, endlich telefonierte ich nämlich mal wieder mit meiner Schwester. Das gestaltet sich normalerweise nämlich als ziemlich schwierig, nachdem wir beide im absoluten Stress sind und dazu noch die Zeitverschiebung kommt. Aber Schulferien sei Dank atmet sie gerade minimal durch, und so konnten wir mal wieder ein bisschen plaudern.
Ich hatte beschlossen, heute noch einmal nach Downtown zu fahren. Gestern hatte es nicht mehr gereicht, die Handy-Umtausch-Sache anzuleiern, also dann eben heute. Ich schnappte mir also meine nagelneuen Schuhe und meine nagelneue Handtasche und zog bei schönstem Sommerwetter los. Ich fand die Filiale wegen des Umtausches sofort, erfuhr dann da allerdings, dass ich das neue Handy in frühstens drei Tagen abholen könnte, man müsse es bestellen. Sie würden mich dann anrufen. Na toll, hätte man mir das nicht früher sagen können? Dieses Gespräch hätte man doch sicher auch am Telefon führen können... Grr. Na gut. Dann muss ich nächste Woche eben noch mal her...
Als ich den Laden verließ fiel mir ein, dass ich mein Display ja noch gar keiner Überprüfung unterzogen hatte. Ich sah es mir also einmal genauer an, und richtig - zwei schöne Kratzer drin. Von mir sind die garantiert nicht, mein Handy ist immer geschützt in der Socke und ich selber gehe da nie mit Fingernägeln ran. Ich mag ja unordentlich sein, aber meine Displays schütze ich wie meinen Augapfel. Dass immer noch die Schutzfolie an meinem Laptop ist dürfte Beweis genug sein... ;)
Ich hatte noch ein paar Stunden Zeit, bis ich heute abend zu meiner Klavierlehrerin aufbrechen würde. Also betrat ich noch einmal den Halloweenshop und stellte mich tatsächlich an. Dauerte auch nur 25 Minuten....
Danach ging ich zum Ross, ich hatte nämlich fest vor, mir heute einen Koffer zu kaufen. Ich war ja nicht vollbepackt und hatte etwas Zeit. Dummerweise war die Schlange zur Kasse, als ich den Laden betrat, so lang wie nie zuvor, und sie ist sonst schon nicht gerade kurz. Ich schaute mir die Koffer dennoch an, und stellte fest, dass ich mich nicht entscheiden konnte zwischen zwei Größen. Sie waren ungefähr gleich schwer und sie kosteten gleich viel, der kleiner war wohl etwas bessere Qualität. Aber ich habe keine Ahnung, wie groß mein Koffer sein muss... ich beschloss also bis Dezember zu warten. Bis dahin weiß ich ungefähr, was in den Koffer muss und kann das besser einschätzen. Ich will Mitte Dezember ja eh schon mal Probepacken.
Also gings Richtung nach Hause. Unterwegs machte ich noch Halt, um etwas größer einzukaufen. Natürlich vergaß ich mal wieder, meine Gutscheine für mein Müsli einzulösen, verdammt. Das passiert mir andauernd... Genauso, wie ich in Deutschland immer vergesse, die Pfandcoupons abzugeben. Geht das nur mir so oder bin ich nicht die einzige Verschusselte?
Jetzt wollte ich aber schnell nach Hause, denn langsam taten mir meine Füße weh von den neuen Schuhen. Ich war ja auch schon eine Weile unterwegs... Mal abgesehen davon, dass ich jetzt nicht mehr viel Zeit hatte und mich bald auf den Weg zum Treffpunkt machen musste, damit unsere Fahrerin A. und mich aufgabeln konnte. Unsere Dozentin wohnt nämlich in Oakland, da fährt man dann eben doch am Besten mit dem Auto hin.
In den zwanzig Minuten zu Hause wollte ich schnell essen und eine e-Mail schreiben, dummerweise funktionierte aber das Internet mal wieder nicht. Und unsere Vermieter waren nicht zu Hause. Mist. Dann eben morgen... Ich futterte schnell was, dann brach ich wieder auf. Diesmal aber mit dem Bus... meine Füße haben heute schon genug ertragen. An der Uni, unserem Treffpunkt, wartete und wartete ich. Ziemlich bald tauchte A. auf, aber unsere Fahrerin ließ auf sich warten. Stau. Irgendwann kreuzte sie dann aber auf und wir fuhren also nach Oakland. Die Gegend, in der meine Dozentin wohnt, sieht eigentlich gar nicht schlecht aus. Nicht alles in Oakland ist also schlecht ;) Sie wohnt in einem wirklich sehr schönen Haus, und ich glaube, das liegt an zwei Sachen. Erstens, es ist hell. Und zweitens, alles ist ein bisschen breiter als üblich. So hat sie eine breite Vortreppe, eine breite Tür und auch im Haus selbst gibt es manchmal breitere Maße. Das macht irgendwie alles... größer. Muss ich mir merken. Sollte ich jemals mein eigenes Haus bauen lassen. ;)
Sie hatte alles schön Halloween-mäßig dekoriert, außen ein paar Lichter und dezente Deko, innen genauso. Gerade im richtigen Maß, nicht übertrieben, aber geschmackvoll. Richtig schön. Sie freute sich sehr über meinen Halloween-Kochlöffel, der passte sehr gut zu ihrem restlichen Halloween-Geschirr.
Leider war es etwas kühl bei ihr Zuhause, das war das einzige Problem. Und ich friere ja so leicht... Auch das Essen half nicht dabei, warm zu werden. Es gab Hühnchen mit Reis und Salat, für mich hatte sie sogar extra Hühnchen und Reis gekocht. So lieb! Dabei hatte ich ihr gesagt, dass mir reiner Reis vollkommen ausreicht.
Wir quatschten viel, und dann gab es noch Nachtisch - Geburtagskuchen. Wir waren übrigens "nur" fünf Klavierschüler, meine Dozentin und ihr Mann. Das mal so am Rande.
Geburtstagskuchen deshalb, weil eine am nächsten Tag Geburtstag haben sollte. Und hier kommt jetzt mal ein Einschub:

Geburtstag haben in Amerika
Diese Woche wurde ich damit gleich drei Mal konfrontiert. In Deutschland ist es ja so, zumindest in meiner Umgebung, dass man sich keinesfalls vor dem Geburtstag gratuliert. Am Tag selbst, am Tag danach, meinetwegen auch noch eine Woche später. Aber nicht davor. Nie. Irgendwo hab ich mal gehört, das bringe Unglück...
Hier allerdings ist das anders. Mittwoch erzählte uns unser Theater-Dozent beiläufig, dass er morgen Geburtstag habe. Am Ende der Stunde sangen wir ihm ein Ständchen - ich nur halbherzig, denn ich war irritiert. Vor dem Geburtstag? Hä? Nun gut.
Donnerstag beim Mittagessen fragte ich ein Mädel aus dem Chor, wie das denn hier so sei. Die Antwort: Man gratuliert an dem Tag, der am nächsten am Geburtstag dran ist. So ungefähr. Also wenn ich meine Freundin heute sehe, sie morgen Geburtstag hat und ich ihr erst in vier Tagen wieder über den Weg laufe, dann gratuliere ich ihr heute. Auch wenn sie erst morgen Geburtstag hat. So einfach ist das. Ich fand das ja ein wenig seltsam, aber gut. Im Chor nach dem Mittagessen erwähnte ein Mädel, dass sie morgen Geburtstag hätte, und einige gratulierten ihr prompt. Einen Tag zu früh. Hilfe! :D Das fühlt sich einfach nicht richtig an. Scheint aber hier wirklich Gang und Gebe zu sein. Da werde ich mich wohl arrangieren müssen!

Zurück zum Samstag. Wir wissen jetzt, das Mädchen hatte am nächsten Tag Geburtstag, wir saßen aber heute zusammen, also bekam sie heute von unserer Dozentin einen Geburtstagskuchen und wir sangen ihr "Happy Birthday". (Super übrigens, dass wir das in Deutschland auch machen, so gibts keine peinlichen Momente... :D )

Man beachte den ein bisschen erkennbaren Hexenteller unter dem Halloween-Kuchen

Der Kuchen roch wundervoll, und zum ersten Mal seit langem war ich wahnsinnig, wahnsinnig traurig, dass ich nichts essen konnte. Er roch so verdammt gut. Richtig gut. Und es war ziemlich schwer, daneben zu sitzen und einfach nichts zu essen. Und so zu tun, als wäre alles normal und gut.
Aber auch diese Minuten gingen vorbei und wir gingen zurück ins Wohnzimmer, wo auch das Klavier stand. Einer spielte etwas auf dem Klavier vor, dann war ich an der Reihe, da ich normalerweise nicht in den Vorspielstunden der Klavierklasse teilnehmen kann, weil ich da Unterricht habe. Dementsprechend keine Vorspielerfahrung habe ich, und meine Dozentin hatte wiederholt gefragt, ob ich nicht bei ihr... na gut. Letzten Endes spielte ich also. Nicht wirklich gut, aber ich war auch nicht eingespielt oder emotional vorbereitet. Wenigstens weiß ich jetzt, woran ich noch arbeiten muss.
Gegen elf fuhren wir dann nach Hause, was eine ganze Weile dauerte, denn in unserem fünf-Personen-Auto war ich die letzte, die heimgebracht wurde. Ich war wahnsinnig froh, im Auto etwas aufgewärmt worden zu sein, zu Hause brauchte es aber noch eine Weile, bis ich meine Jacke ausgezogen hatte. Aber irgendwann war mir dann doch warm genug, so dass ich in mein Bett schlüpfen konnte. Ohne Mantel.

Freitag, 28. Oktober 2011

Tag 82 (28.10.)

Hach, ist das schön, wenn man ausschlafen und trödeln darf :) Irgendwann raffte ich mich dann aber doch auf und fuhr nach Downtown zum Einkaufen. Vorher wollte ich aber noch in die Bücherei, mal schauen, ob ich Herr der Ringe 2 und 3 da auf DVD finde... ich kann die Trilogie ja jetzt nicht so in der Luft stehen lassen. Fast hätte ich meinen Ausstieg verpasst, weil ich doch unterwegs glatt vergessen hatte, dass ich zur Bücherei wollte. Beinahe wäre ich in die Innenstadt weitergefahren... Erschrocken stieg ich dann aber doch aus, nur um festzustellen, dass es eine Haltestelle zu früh war. Macht nichts, ist ja schönes Wetter, dann laufen wir die paar Blöcke eben. Mich verschlug es dann erst einmal zu den Hörbüchern, zu viele, um sie alle zu hören. In der Kinderabteilung gabs sogar einen Tisch mit allen möglichen Harry Potter-Medien; Bücher, Hörbücher und DVDs. Nur Filmmusik habe ich da nicht entdeckt... die muss ich vermutlich in der Medienabteilung suchen. Eigentlich eine gute Idee :D Während ich mich da ein bisschen umsah entdeckte ich auch ein Regal voll mit - ja, mit deutschen Büchern. Kinderbücher hauptsächlich natürlich. Klassiker wie "Grimms Märchen" (oder auch Märchen anderer Autoren), Bilderbücher für die Kleinsten (unter anderem "Fünfter sein"!), und auch Bücher wie zum Beispiel den "kleinen Wassermann". Ein Buch aber stach mir sofort ins Auge und ich griff zu - "Der Hobbit". Nun bin ich ja in den letzten Wochen ziemlich gereift, was die englische Sprache angeht, aber an Tolkien traue ich mich da doch noch irgendwie nicht ran. Den Hobbit habe ich irgendwann mit 15 oder so mal angefangen zu lesen, nach wenigen Seiten aber schon wieder aufgegeben. Nicht anders war es mir vorher mit dem "Herrn der Ringe" ergangen, Tom Bombadil hatte mich irgendwann fürchterlichst gelangweilt. Der zweite Versuch aber klappte damals einwandfrei und ich verschlang die Bücher. Mal sehen, ob mir das jetzt mit dem Hobbit beim zweiten Versuch auch gelingt. Ich hoffe doch mal sehr. Außerdem ists schön, mal wieder was auf deutsch zu lesen. Das hab ich schon ein bisschen vermisst, so die eigene Sprache...
Die DVDs, welche der Grund für den Büchereibesuch gewesen waren, waren natürlich nicht da, nun muss ich sie eben in meine Filiale bestellen... ich war nämlich in die Zentrale gefahren. Laut Computer hätten sie da sein sollen, aber man weiß ja durch C-3PO, traue nie einem fremden Compu... ähm Server.
Ich fuhr weiter nach Downtown. Direkt an der Bushaltestelle gab es einen Halloweenladen - speziell für Halloween, also Kostüme, Accessoires, Make-Up, Perrücken und so weiter. Ich war ja immer noch auf der Suche nach einem Diadem, also dachte ich mir, ich schaue da mal rein. Wow war da viel los! Und die Masse an Kostümen war ebenfalls beachtlich. Sooo teuer waren die auch gar nicht. Und als ich mich da so umsah bereute ich es fast ein wenig, mich nicht vorher intensiver mit der Kostümwahl auseinander gesetzt zu haben. Irgendwie bekam man da in diesem Laden richtig Lust darauf. Ich fing auch an zu verstehen, warum so viele Amerikaner Halloween so lieben... Die Auswahl an Kostümen war irgendwie anders als in Deutschland zu Fasching. Ein bisschen ausgefallener und breiter. Wenn auch der große Kritikpunkt die Kostüme für Frauen waren, die dann meistens doch auf die weiblichen Reize ausgelegt waren. Das fand ich weniger schön, nichtsdestotrotz konnte man, mit ein bisschen Augen öffnen, auch andere Kostüme finden. Oder sich eben einfach selber eines zusammenstellen. Die Auswahl an Kostümen für Jungs ist übrigens sehr dominant von einem Thema beherrscht gewesen:

Mein Diadem fand ich hier leider nicht, so was gabs nur für Kinder, und die passen meinem Dickkopf nicht wirklich. Dafür fiel mir aber etwas anderes ins Auge:

Wäre die Schlange nicht so ewig lang gewesen hätte ich mir wohl einen für Montag abend gekauft, so aber ließ ich das bleiben. Auf stundenlanges Anstehen hatte ich keine Lust und ich hatte ja noch ein bisschen was vor heute. Am 1.11., nach Halloween also, werden die Kostüme im Ausverkauf rausgeschleudert, schade, dass das ein Dienstag ist. Ansonsten hätte ich mir gerne was geholt, da gabs schon so ein, zwei Sachen, die ich vielleicht mitgenommen hätte. Aber Dienstags ist mein Uniplan voll, keine Zeit, um nach Downtown zu fahren. Und wer weiß außerdem, was bis dahin noch übrig ist...
Ich lief weiter, zur nächsten MetroPCS-Filiale. Mir reicht das Theater mit meinem Handy jetzt endgültig, wenn ich das Internet nutze schaltet es sich manchmal einfach aus. Außerdem ist die Displayuhr verschwunden. Obwohl sie da sein sollte. Ergo: Ich will es umtauschen. Ich war schon mal in einer Filiale, habe aber den Zettel mit der Adresse verloren, wo ich hinmuss. Also dachte ich mir, dass ich einfach noch mal in einer vorbeischaue und mir die Adresse noch mal geben lasse. Ich lief also rein und erläuterte mein Problem. Die junge Dame nahm sich mein Handy und begann, irgendwas rumzuwerkeln. An irgendwelchen Einstellungen. Keine Ahnung, was genau, das sah ich nicht. Ich sah aber ihre zentimeterlangen Fingernägel, die auf meinem Display herumkratzten. AH! Da hege und pflege ich das Ding, nur damit so eine Tussi mir das zerkratzt? Na, ich danke. Zum Glück will ich es ohnehin umtauschen. Ansonsten wäre ich wohl ausgeflippt... wenn das keine Kratzer gibt weiß ich auch nicht.
Sie gab mir mein Handy kurz darauf wieder und meinte, jetzt müsste es tun. Falls nicht soll ich es umtauschen - und sie gab mir die Adresse. Juhu ;) Ich frage mich wie sie darauf kommt, dass es jetzt funktionieren müsse, ich glaube, sie hatte nicht mal mein Problem richtig verstanden... ich bezweifle ihre Taten da dezent. Jetzt beging ich einen Fehler, denn ich meinte in einem Nebensatz, die Uhr sei ja auch weg. Und sie schnappte sie mein Handy erneut um meine Aussage zu überprüfen und wieder rumzuwerkeln. Herzinfarkt Nummer zwei. Und natürlich konnte sie die Uhr auch nicht wiederherstellen, ganz blöd bin ich ja auch nicht, das mal mit den Einstellungen zu versuchen. Immerhin, ich hatte die Adresse und verließ kurz darauf den Laden. Fluchtartig. Wer weiß, was sie mit ihren Nägeln noch alles angestellt hätte... ich vergaß, auf meinem Display nach Kratzern zu suchen. Ein Fehler...
Direkt neben MetroPCS war ein "Payless"-Schuhgeschäft. Ab gings, auf der Suche nach Halbstiefeln oder so etwas. Meine Sneaker haben nämlich den Geist aufgegeben, und irgendwie will ich keine neuen kaufen, wenn ohnehin unter Umständen bald so was wie Winter kommt. Nur dummerweise weiß ich das ja nicht, ich kenne mich mit dem Wetter hier ja nicht wirklich aus... naja. War ohnehin umsonst, denn ich fand keine warmen Schuhe ohne Absatz. Nur ein paar. Und das war hässlich. Warme Schuhe und Absatz, ich finde, das ist ein Wiederspruch in sich. Allerdings ist das in SF vielleicht wirklich nicht ganz so sinnlos wie in Deutschland, hier gibts ja keine Eisglätte oder Schnee. Dafür aber fand ich Ballerinas. Die hatte ich schon öfter gesehen, wollte sie aber nicht kaufen - ich bin hier ja nicht zum Schuhekaufen ;) Jetzt aber waren sie auf sieben Dollar heruntergesetzt, da griff ich zu. Außerdem gabs gerade eine Aktion, die zweite Sache im Laden gibts für den halben Preis. Ich fand eine schöne Handtasche für acht Dollar, und da ich mir ohnehin schon seit Wochen eine kaufen wollte, schon öfters gesucht und nie eine gefunden habe nahm ich auch die mit. Somit kosteten meine Schuhe dann gerade mal $ 3,50. Schuhe für 2,50 €, das ist nicht schlecht ;)
In diesem Laden hörte ich übrigens zwei Mal Deutsche reden. Einmal Eltern mit ihrer Tochter, wohl in meinem Alter, dann noch ein Mädel, welches wohl auch länger hier ist, zum Austausch oder so, keine Ahnung - meist sprach sie zumindest englisch. Und das mit starkem deutschen Akzent, so dass auch ich das hörte. Wirklich verrückt, diese Invasion hier ;)
Meine nächste Station war das Westfield Einkaufszentrum. Hier gabs noch mal einen Payless, in dem war ich aber wohl nur zwei Minuten. Nichts neues. Außerdem aber betrat ich noch "claire's". Wer weiß, vielleicht finde ich ja in der Filiale was... und wirklich. Hier wurde ich fündig. Das Diadem ist zwar nicht aus Metall sondern aus... Plastik?, aber es glitzert und funkelt und ist perfekt. Und ich kaufte auch noch Herzchenohrringe, die ziemlich gut zur Kette meiner Patentante passen müsste, hiermit ist mein Outfit für Montag also komplett. Juhu!
Bevor ich das Zentrum verließ entdeckte ich noch ein Küchengeschäft, "sur la table". Sah von außen etwas teuer aus, aber ich bin ja immer noch auf der Suche nach einer Waage für mein Obst... gucken kostet nicht, dachte ich mir. Drinnen stellte ich fest, dass der Laden eine gute Mischung aus teuer und bezahlbar war. Ich sah mich ein bisschen um und kaufte dann auch mal gleich ein Ausstecherle in Form der Vereinigten Staaten. Souvenier :D Küchenwaagen fand ich aber nicht, also fragte ich einfach mal nach. Sie hatten doch welche, und nicht nur das - sogar eine bezahlbare: Klick. Klar, zum Backen ist sie vielleicht nichts, für meine Zwecke aber ist sie perfekt. Und günstig. Was will man mehr? Backen kann ich hier ohne Rührgerät ohnehin nicht, und das werde ich mir wegen drei Monaten sicher nicht mehr anschaffen. Zusätzlich kaufte ich auch noch eine Art Kochlöffel für meine Klavierdozentin, zu der wir am Samstag eingeladen sind. Sie steht total auf Halloween, der passt also super:

Nach einem kurzen ungesunden Abstecher zum Essen (ich hatte ja kein Mittagessen gehabt...) trabte ich zur vorletzten Station, Ross. Ich hatte Hoffnung, hier noch Schuhe zu finden, wurde da aber leider enttäuscht. Mit leeren Händen verließ ich den Laden aber dennoch nicht. Mist. Aber die Geschirrtücher brauche ich, wenn E. auszieht habe ich nur noch eines, und das ist zu wenig. Dass da jetzt Tannenbäume drauf sind weil die Weihnachtszeit näher rückt... nun, man kann Nützliches doch mit dem Schönen verbinden, oder? Und sie waren sogar günstiger als normale. Was will man mehr. Die zwei Tops, die da in meine Tüte rutschten, na gut, die waren weniger notwendig. Aber total schön. Und zu dem Preis... Ich schaute auch mal nach Koffern und stellte fest, dass es schon ein bisschen weniger gab also noch vor Kurzem. Ich sollte mich wohl bald mal darum kümmern... es gibt zwar immer noch viele, aber auf die lange Bank schieben ist eher keine gute Idee. Ich brauche ja auf jeden Fall einen, also brauch ichs auch nicht rauszögern. Ich hab bisher nur nie Lust gehabt, den nach Hause zu transportieren, vollbepackt wie ich war... und da ich heute noch den Mantel kaufen wollte war das ebenfalls keine gute Idee.
In der Muni auf dem Weg zum H&M saß ich dann witzigerweise neben einem Mädchen, das im gleichen Buch schmökerte wie ich - nur auf englisch. "Der Hobbit" ist wohl in ;)
Im H&M dann stand ich vor der Auswahl an Wintermänteln. Habe ich sonst Probleme, überhaupt einen nach meinem Geschmack zu finden hatte ich jetzt das Gegenteil: Zu viele schöne Mäntel. Und viele eben um 50 % reduziert (warum VOR dem Winter? Keine Ahnung!). Ich sah sogar einen Mantel, der ziemlich in die Richtung meines Traummantels geht, allerdings war er etwas dünn und vor allem - er hatte keine Taschen! Schweren Herzens gab ich diesen also zurück und entschied mich für einen hellbraunen klassischen. Später dann entdeckte ich noch mal einen, aber da hatte ich mich schon entschieden. Und wer mich kennt weiß, ich treffe Entscheidungen nur sehr schwer, also beschloss ich, darüber nicht mehr nachzudenken und einfach mal bei dem zu bleiben. Punkt.
So endete also mein langer Einkaufstag, erfolgreich für mich, erfolglos für mein Bankkonto. Aber ja, die meisten Dinge habe ich wirklich gebraucht. Bis auf die Schuhe für 3,50 und die Tops. Aber naja, kleine Ausfälle gibt es wohl immer wieder ;)

Tag 81 (27.10.)

Mein Donnerstag begann wie immer mit unterrichten. Diese Schülerin macht mir wirklich Spaß, sie übt, ist engagiert und wir kommen gut voran. So macht unterrichten Sinn! :)
Im Chor heute gingen wir den auswendig-im-Schlaf-runtersingen-kann-Vivaldi durch. Allerdings wars heute etwas interessanter, denn teilweise gings an die Feinheiten. Da muss ich dann doch auch aufpassen, denn jeder "inszeniert" das ja anders. Frauenchor nach dem Mittagessen war wieder recht entspannend, und irgendwie hören wir da immer ein bisschen früher aus... verrückt. Na, mir solls Recht sein. Vor allem wenn ich um drei mein letztes Tennismatch habe. Ich hatte also ganz schön viel Zeit, um mich gemütlich dafür umzuziehen und war dann viel zu früh am Tennisplatz. Irgendjemand spielte da mit sich selbst Tennis, aber sonst war noch nicht viel los. Nach und nach trotteten ein paar Leute ein, aber noch niemand von meinem Team. Das änderte sich zum Glück dann aber doch, immerhin waren wir jetzt zu zweit. Da kann man ja schon mal antreten zum Match. Wir spielten uns gemeinsam ein, aber irgendwie tauchte sonst niemand mehr von unserem Team auf - und auch nicht vom Gegnerteam. Es sah tatsächlich so aus, als ob wir unsere ersten Punkte einfahren sollten. Ohne zu spielen. Schon ein bisschen Schade, an unserem letzten Spieltag... wir spielten dann wenigstens ein bisschen gemeinsam, und ich gewann mein erstes Spiel hier 4:1 ;) Kein offizielles, aber immerhin... Wir hörten schon nach einer halben Stunde auf, denn meine Partnerin meinte, dann kann sie noch vor dem Stau nach Hause fahren. Ist mir auch Recht, dann kann ich früher zur Post. Diesmal hoffentlich rechtzeitig, bevor sie zumacht! Gerade als wir unser Zeug zusammengepackt hatten kamen zwei aus dem gegnerischen Team. Keine Ahnung, was sie sich dabei dachten... aber ne, für eine halbe Stunde noch mal auspacken lohnt sich nicht wirklich. Ich ging mich also umziehen und holte mein Halloween-Kostüm aus dem Schließfach, welches A. gestern für mich bei einer Freundin eines Freundes ausgeliehen hatte. In der Tüte sah es etwas seltsam aus, Gardinenstoff, aber ich hoffte einfach mal, dass es ausgepackt tragbar aussehen würde.
Also trabte ich mit Kostüm in einer Riesentüte und meinem Tennisschläger im Rucksack zur Muni, wo ich es mir bequem machte und auf die Bahn wartete. Die eigentlich in ein paar Minuten kommen sollte. Aus den paar Minuten wurde dann eine halbe Stunde, typisch San Francisco. Ich machte mir schon Sorgen, dass die Post wieder zuhaben könnte, wenn ich ankomme, aber dank meines intelligenten Internethandys konnte ich die Öffnungszeiten abchecken und atmete auf. Puh! Na dann warte ich eben noch eine Weile...
Auf der Post gab ich dann endlich mal meinen wichtigen Brief auf und kaufte ein paar weitere Briefmarken. Davon brauche ich ja eine ganze Menge ;) Ich habe erst in etwa die Hälfte der Karten verschickt, die ich verschicken wollte, also muss ich mich mal langsam wieder ranhalten.
Eigentlich wollte ich sofort wieder zurückfahren, aber ich hatte keine Lust, auf mene Bahn zu warten, also schaute ich mal im Wallgreens vorbei. Da war ich schon seit zwei Wochen oder so nicht mehr drin, was man auch merkte - denn mittlerweile gabs ganz schön viel Halloweenzeug.

Ist ja schließlich auch in wenigen Tagen schon so weit. Ich hatte Lust, auch ein bisschen Deko zu kaufen, aber da ich alles mit Spinnen kategorisch ausschloss blieb nicht mehr viel übrig. Also kaufte ich ein paar gut riechende Duftkerzen, die ich aber vermutlich erst in der Adventszeit anzünden werden oder so... auf jeden Fall richen sie gut :D Und sind orange.
Weiter gings zum Einkaufszentrum. Ich brauchte noch ein paar Accessoires für mein Kostüm - ich hätte gerne ein Diadem... und nun dürfte es auch nicht mehr so schwer sein zu erraten, als was ich am Montag gehen will ;) Bevor ich aber im claire's vorbeischauen konnte lief ich an einem anderen Geschäft vorbei. Hot Topic. Keine Ahnung warum ich da bisher noch nicht drin war, aber jetzt reinzugehen war ein Fehler. Ein großer Fehler. Immerhin, ich bin stolz auf mich, ich kaufte nur ein T-Shirt. Hey, das ist eine Meisterleistung! Denn das war genau der Typ von Laden, in dem ich viel Geld ausgeben könnte, wenn ich es denn täte. Filmmerchandise und so. Viele T-Shirts. Zeug. AAAAAH!
Sie hatten gerade Ausverkauf, und ein Harry Potter-T-shirt zog mich magisch (ich weiß, der war schwach) an. Es kostete reduziert immer noch 18 Dollar oder so, aber es gefiel mir so gut, also sagte ich mir "Was soll's" und ging damit zur Kasse. Immerhin nur damit. Will ich nur mal noch mal erwähnt haben ;). An der Kasse aber traf mich dann die freudige Überraschung - noch mal 50 %! Okay, da standen überall Schilder von wegen "50 % auf ausgewählte Artikel", aber da war keine Bemerkung, wie man das "ausgewählt" denn nun erkennen können sollte. Ich vermute einfach, alles was schon reduziert war. Oder so. Jedenfalls bekam ich dann mein T-Shirt wirklich relativ günstig, dafür hat sichs dann doch noch gelohnt :)
Ich flüchtete aus dem Laden, mit dem besten Vorsatz, da nicht mehr allzu bald reinzugehen. Mal schauen, wie lange ich mich daran halte. Nächster Stop: claire's. Sie hatten Diademe, ja, aber die waren mir dann für ein paar Stunden tragen doch zu teuer. Ich dachte an die Preiskategorie 5, 6 Dollar, die hier kosteten aber mindestens das Doppelte. Ne, ohne mich. Da schaue ich dann lieber wo anders, ob ich noch was finde, oder lasse es ganz bleiben.
Einen letzten Stop machte ich noch in einem Papeterie-Geschäft auf der Suche nach einer Geburtstagskarte. Ich brauchte eine Weile, um unter der Masse eine passende ausfindig zu machen und lief dann damit zur Kasse. Nach dem Bezahlen fragte mich die nette Verkäuferin dann, ob ich denn den Vader-Christbaumschmuck schon gesehen hätte. Ähm, ne? Und ähm, wieso fragt sie mich das? Wobei ich letzteres natürlich nicht laut aussprach. Feuer und Flamme lief ich ihr dann aber natürlich hinter her und sie zeigte mir eine kleine Ecke mit ein paar Film-Anhängern.

Gezeigt hat sie die mir übrigens weil ich meinen Star Wars Vader Pulli anhatte. Was ich irgendwie vergessen hatte zu dem Zeitpunkt ;) Leider sind die Sachen ein bisschen teuer, aber ich denke, den Yoda werde ich mir zulegen. Obwohl die "Han shot first"-Szene natürlich auch cool wäre, aber die kostet dann gleich das Doppelte. Überhaupt, schon verrückt was hier alles an Schmuck aufgeboten wird. Aber ich finds cool. Schließlich hab ich ja früher auch immer die Holzspielzeug-Deko an den Baum gehängt.
Langsam war ich aber schon am Verhungern und außerdem erschöpft - schließlich trabte ich immer noch mit der Riesentüte und meinem Tennisschläger durch die Gegend. Es half aber alles nichts, es musste noch einer weitere Tüte hinzugefügt werden, ich brauchte mal wieder Milch. Ja, ich trinke wirklich wahnsinnig viel Milch hier. Alle paar Tage eine neue Packung, hilfe ;)
Endlich war ich dann aber zu Hause, mit vollem Gepäck, und ich denke, ich habe nichts unterwegs verloren. Zumindest ist mir bisher nichts aufgefallen, was fehlen würde. Trotz dem ganzen Zeug. Das ist doch schon mal ne Leistung.
Endlich Wochenende! :)

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Tag 80 (26.10.)

Langsam wirds wirklich eng mit dem Töpfern. Nur noch heute, und unter Umständen nächste Woche... in einer Woche muss nämlich alles luftgetrocknet sein um in den letzten Schub zum Brennen zu kommen. Da mein Projekt immer noch nicht fertig angemalt ist habe ich mich folglich entschlossen, die Arbeit an der Töpferscheibe bleiben zu lassen. Schade, ich hätts gerne mal versucht, aber die Zeit reicht einfach nicht. Allgemein macht mir Töpfern aber mittlerweile sehr großen Spaß, so dass ich versuchen werde, das in Deutschland fortzuführen. Und vielleicht komme ich da ja mal dazu. Irgendwelche Kurse irgendwo wirds doch hoffentlich geben :) Das poitive ist, dass ich dafür keinen neuen Beutel Ton mehr kaufen muss, vielleicht kauft mir jemand ja den verbliebenen Beutel auf meiner Karte ab ;) Das wären 10 gesparte Dollar. Und ich bin mit ganzen eineinhalb Beuteln Ton ausgekommen und hab sogar noch etwas übrig. Das nenne ich sparsame Schwäbin ;) Ich arbeitete also hart daran, dieses Teil endlich angemalt zu kriegen. Ich bin auf einem guten Weg, aber Montag muss alles fertig werden.
Ich stürmte dann wie der Blitz zum Mittagessen und gönnte mir danach ein paar Minuten Ruhe. Am Mittagessenstisch inmitten von hunderten Studenten, aber man will ja nicht wählerisch sein. Es war danach immer noch genügend Zeit um zu üben, bevor ich zum Theaterunterricht ging. Wir beendeten heute die erste Runde von Monologen/Szenen und endeten eineinhalb Stunden früher. Mal wieder. Hm. Naja, mir solls Recht sein. Nächste Woche starten wir dann mit dem zweiten Durchgang. Ich sollte gucken, dass ich meinen Text bis dahin nicht vergesse...
Ich genoss die Sonne - der späte Sommer ist meistens wirklich präsent. Tagsüber ists oft sehr, sehr warm wenn nicht sogar heiß, leider wirds nur abends, wenn die Sonne weg ist, ziemlich schnell ziemlich frisch. Das heißt, dass man auf jeden Fall immer mehrere Lagen mit sich herumschleppen muss. Gut, wenn man dann ein Schließfach hat, wo man das Zeug unterbringen kann :)
Ich hatte meinem Klavierschüler geschrieben, der dann tatsächlich früher auftauchte, und somit konnte ich eine halbe Stunde früher nach Hause. Juhu! Sogar noch im Hellen. Das kommt ja nun wirklich nicht so oft vor. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich dann noch zu Hause gemacht habe. Vermulich das gleiche wie immer, e-Mails beantworten, Blog schreiben, essen... und so ;)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Tag 79 (25.10.)

Heute früh hatte ich ja meinen Arzttermin. Pünktlich um 10:05 Uhr stand ich auf der Matte und wurde gleich mal zum Fieber- und Blutdruckmessen gebracht. Eine Arzthilfe wollte alle meine Allergien und Medikamente wissen - oh je. Funktionierte natürlich nicht so wirklich, also gab sie mir einen Zettel, wo ich zumindest mal die Allergien aufschreiben sollte. Das klappte schon besser. Ich wartete dann ein bisschen, bis die Ärztin auftauchte. Diese checkte erst mal genau alle meine Medikamente, bis ich das alles zusammen hatte... ;) Dann hörte sie mich ab. Anscheinend hörte sich alles gut an, nur ganz stinknormaler Husten also. Sie gab mir einen Wisch für irgendein Medikament mit, ich kapierte nicht ganz, für was das denn nun genau war, aber es kostete nur 3 Dollar, also dachte ich mir, ich hole es mir einfach mal direkt neben an in der Uniapotheke. Außerdem meinte sie, ich solle definitiv wiederkommen, wenn es in ein, zwei Wochen nicht besser geworden ist. Ich holte mir also das Medikament und war etwas irritiert, da stand irgendwas von "Antihistaminikum" drauf. Hm. Außerdem ist da Laktose drin. Doppel-Hm. Naja. Ich kanns ja noch ein, zwei Tage abwarten, und wenns nicht besser ist, nehm ich das Zeug eben. Jetzt hab ichs ja immerhin schon...
Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis zum Chor, die ich zum üben nutzte. Im Chor dann probten wir heute auf Grund der Abwesenheit unsere Dozenten ausschließlich in unseren Stimmen, was dazu führte, das ich die ganze Zeit am Klavier saß. Gut so, ich fühlte mich nicht wirklich in der Lage zu singen. Außerdem kenne ich das "Gloria" immer noch im Schlaf. Selbst im Tiefschlaf. Ich muss schon beim Singen aufpassen, nicht einzuschlafen ;) Gut also, dass meine Konzentration jetzt voll auf der Begleitung lag. Die einfache Stimme anfangs mitzuspielen war ja kein Problem, aber irgendwann kam der Wunsch nach der kompletten Begleitung auf... Uf. Viele wissen, wie mein vom-Blatt-Spiel ist, für die, die es nicht wissen: Es ist bei null. Selbst vier Semester Korrepetition und zwei Semester vom-Blatt-Spiel konnten mich da kaum verbessern. Hoffnungsloser Fall ;) Ich machte also viele Fehler, aber insgesamt, also für meine Fähigkeiten, war es, glaube ich, gar nicht sooo schlecht.
Nach dem Mittagessen hatten wir Frauenchor, heute auf Grund der Abwesenheit des Dozenten ein wenig kürzer als sonst. Danach quatschten ich noch ein bisschen mit einem Mädel, bis ich mich dann auf dem Weg zum ernsthaften Üben machte. Oder zumindest hatte ich das vor. Naja, ich übte auch ernsthaft. Trotzdem wars wieder mal frustrierend.
Über die Hälfte des Unterrichts ging dann für ein Gespräch mit meiner Klavierlehrerin über meine aktuelle Situation in Deutschland drauf, ich brauchte dringend ihren Rat und bekam diesen auch ausführlich. Ich bin so dankbar dafür, bei ihr gelandet zu sein, das tut wirklich gut.
Ich freute mich wahnsinnig, nach dem Unterricht eine sms zu bekommen, dass meine Schülerin heute nicht kommen würde - juhu! Mehr Zeit für mich.
Mittlerweile fror ich schon seit dem Frauenchor, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen. Ich lief also erst einmal in den bookstore, das war nämlich irgendwie der wärmste Ort in der Nähe, der mir einfiel. Nach ein paar Minuten aufwärmen holte ich mir was zu essen und machte es mir, eingepackt in meine Jacken und mit meinem Buch, bequem, bis es dann Zeit für Yoga war. Wirklich fit war ich heute nicht, ich fror immer noch unglaublich und machte mir schon Sorgen, jetzt doch noch irgendwie krank zu werden... obwohl ich das Gefühl hatte, heute schon ein bisschen weniger zu husten als gestern. Dummerweise musste ich gerade heute 15 Minuten auf den Bus warten, so ein Mist.
Irgendwann war ich aber dann doch zu Hause und machte mir eine schöne große Schüssel Reis, bevor ich dann, rekordverdächtigerweise, um elf im Bett lag. Manchmal muss das einfach sein ;)

Dienstag, 25. Oktober 2011

Tag 78 (24.10.)

Wie war das, heute soll nicht so anstrengend werden, hoffentlich? Begann ja schon mal super mit Verschlafen. War nicht ganz so tragisch, aber ich musste mich schon sputen, dass ich noch mein normales Frühstück essen konnte. Ab gings dann zum Töpfern! Heute bekamen wir erste Instruktionen für die Arbeit am... hm, na wie heißt das nun auf deutsch? An der Scheibe? Also an dem Ding, was sich dreht. Kennt sicher jeder ;) Klang einerseits sehr kompliziert, andererseits auch wieder nicht. Mal sehen, wie sich das in der Praxis dann ausweist, heute jedenfalls kam ich noch nicht dazu. Mittwoch dann. Ich hatte genug damit zu tun, mein Projekt anzumalen... Das dauert! Ich wünschte, ich hätte die einzelnen Teile angemalt bevor ich sie zusammengeklebt habe. Das war ein ganz großer Fehler. Aber daraus lernt man schließlich, nicht war?
Außerdem bekamen wir heute unsere Sachen vom Pitfire von Freitag zurück. Eine meiner Maracas konnte ich entdecken, auch wenn da leider der Griff vom Hauptteil abgefallen war... Muss jetzt geklebt werden. Wieder mehr Arbeit. Mist. Die andere aber war wie vom Erdboden verschluckt. Allerdings lagen da so viele Sachen in dem Raum, sehr gut möglich, dass ich sie einfach übersehen habe. Sieht ja doch irgendwie alles gleich aus nach so einem Pitfire... Witzigerweise fand ich aber etwas anderes in dem Stapel - mein Bügeleisen. Also mein modelliertes ;) Das sollte doch gar nicht gepitfired werden... Hm. Wer hatte das da denn bittschön reingesteckt? Im ersten Moment war ich geschockt, im zweiten dachte ich mir, was solls... Das blöde Bügeleisen ist ja sowieso mein "Stiefkind". Bloß weg damit ;) Immerhin muss ich es jetzt nicht mehr anmalen, hat doch was. Säubern und so, ja. Aber ich hoffe, das geht schneller.
Ich aß schnell zu Mittag, bevor ich dann zum Gesundheitszentrum aufbrach. Normalerweise
würde mich der Husten jetzt nicht so sehr stören, aber wie gestern erwähnt - ich will es keinesfalls bis zum Antibiotika bringen. Und da es wahrscheinlich ist, dass ich mich bei E. angesteckt habe wollte ich das lieber mal abklären. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig... Ich zog also eine Nummer und wartete darauf, dass ich drankommen würde. Ich hoffte ja inständig, dass ich nicht allzulange brauchen würde, in weniger als eineinhalb Stunden hatte ich wieder Unterricht. Ich wartete zwanzig Minuten, dann wurde ich aufgerufen. Nur um mir mitzuteilen, dass sie heute keinen Termin mehr freihätten und ich morgen kommen soll - dann immerhin mit Termin. Na toll. Das hätten sie mir aber auch gleich sagen können... Ich bekam einen Termin morgen früh um zehn. Immerhin komme ich dann gleich dran und muss nicht mehr warten. Hat ja auch was!
Jetzt hatte ich plötzlich so viel Zeit - und absolut keine Lust, zum Üben zu gehen. Na gut, dachte ich mir, dann eben Computerraum. Darf auch mal sein. Finde ich. Ich musste sowieso hoch, weil ich noch meinen Spickzettel mit dem Liedtext für heute Abend ausdrucken musste, dann bleibe ich da eben ein bisschen länger, dachte ich mir. Was ich dann auch tat.
Ein bisschen übte ich dann tatsächlich noch. So zwanzig Minuten oder so... besser als gar nicht. Immerhin. Dann wurde es aber auch schon Zeit für Theater. Ui, so ein bisschen nervös wurde ich schon langsam... nicht wegen dem Spielen, eigentlich nur wegen dem blöden Text. Das war das, was mich verunsicherte... hoffentlich konnte ich mir alles merken!
Als ich den Raum betrat war es stockdunkel - und es stank. Bestialisch. Keine Ahnung nach was, aber es war fürchterlich. Farbe? Auf jeden Fall sehr chemisch. Glücklicherweise empfand das auch unser Dozent so, der dann kurzerhand unseren Unterricht in einen anderen Raum verlegte, das "kleine Theater". Das kleine Theater ist dann doch größer als das Theater, in dem wir normalerweise Unterricht haben. Immerhin hat es sogar eine richtige Bühne. Na toll, ausgerechnet wenn ich mit meinem Zeug dran bin... musste das sein? Das machte das Ganze irgendwie ernster.
Zuerst kamen noch die Nachzügler von den Monologen dran, dann waren die Szenen an der Reihe. Wir meldeten uns gleich als erste, bloß weg damit! Das zumindest war meine Denkweise dahiner. Mein Herz klopfte bis zum Hals als ich da auf der Bühne stand, viel mehr als bei all meinen Auftritten für die Junge Oper zusammen. Verrückt. Aber da war ich vermutlich minimal text- und spielsicherer. Wir starteten mit unserer Szene, es lief gar nicht so schlecht. Fand ich zumindest. Ich war ziemlich drin in der Rolle, und die Chemie zwischen uns beiden stimmte. Gerade als ich zu einem Satz kam, der mir partout nicht einfallen wollte, unterbrach uns unser Dozent - wir seien zu leise. Man verstehe uns kaum, bitte lauter sprechen! Wir starteten noch einmal von vorne, dieses Mal bemüht, laut zu sprechen. Das ist verdammt noch mal nicht einfach, wenn man sich eigentlich aufs Spielen und auf den Text konzentrieren will. Drei Sachen gleichzeitig krieg ich nicht hin, also hatte ich stark das Gefühl, dass das Spielen litt. Es war nicht mehr so intensiv wie noch beim ersten Mal oder in den Proben. Außerdem auch ein bisschen fies, schließlich war das Theater hier ja viel größer als unser normaler Probenraum... aber damit muss man eben umgehen können, nicht wahr? ;) Während unser Dozent gesprochen hatte, hatte ich kaum zugehört und nur über meinen nächsten Satz nachgegrübelt, der mir dann, kurz bevor wir neu starteten, zum Glück auch einfiel. Puh! Auch andere Sätze entfielen mir, das konnte ich aber immer sehr gekonnt durch Pausen überspielen. Gekonnt deswegen weil es wohl wirklich keiner gemerkt hatte. DAS kann ich also gut :D
Wir kamen ohne weitere große Fehler bis zum Schluss. Wenigstens etwas ;) Kritikpunkt war dann wirklich viel die Lautstärke, außerdem noch ein paar Kleinigkeiten, die auch ich bemängele - meine Stimme zum Beispiel hat zu wenig Farbe. Daran muss ich noch arbeiten. Ein bisschen stolz war ich ja darauf, dass keiner mir vorwarf, zu undeutlich oder unverständlich gesprochen
zu haben. Im Gegensatz zu meinem amerikansichen Partner ;) Und das war sicher keine Scheu, denn andere Internationale wurden darauf auch schon freundlich hingewiesen. Wenigstens etwas :) In ein, zwei Wochen oder so wiederholen wir die Szene dann noch mal, dann gibts dafür Noten. Vor allem eben auch für die Entwicklung und so. Das heißt für mich: Schön laut sprechen üben! Ich sollte lieber singen, ich glaube, da bin ich lauter...
Den Rest der Stunde verbrachte ich dabei, den anderen zuzusehen, da waren teils echt tolle Sachen dabei. Szenen bei denen ich überhaupt nichts zu bemängeln hätte (im Gegensatz zu unserem Dozenten zwar, aber ich fands klasse...). Schon krass, wie talentiert manche sind!
Ich war kurz vorm Verhungern nach dem Unterricht, also ging ich kurz eine wirklich kleine Kleinigkeit essen, bevor ich mich zum Gospelchor aufmachte. Zwei Stunden, einfach nur hinter mich bringen! ;)
Wir sangen uns nicht wirklich ein, zumindest nicht für meinen Geschmack, und das mochte mein durch den Husten gereizter Hals überhaupt nicht - er fing an, mir weh zu tun. Also bewegte ich die meiste Zeit der zwei Stunden nur meinen Mund, ohne zu singen. Schließlich will ich da nichts riskieren... Dieses Mal hatte ich bei den "Sectionals" mehr Glück und bekam einen Part, der nicht so schwer war. Fand ich zumindest, und unsere Gruppe machte es auch nicht schlecht. Wir bekamen dann auch noch unsere T-Shirts ausgeteilt - und von wegen, nehmt lieber ne Nummer größer. Das sind ja Zelte. Ich hab mich für Medium entschieden, hätte ich doch mal lieber ein Small genommen. Mal schauen, vielleicht schmeiße ich sie in den Trockner, bevor ich sie anziehe... da hab ich aber etwas Angst um den Aufdruck. Mal schaun. Aber so sind sie echt definitiv viel zu groß.
Viel zu spät begannen wir mit den Auditions für das Solo bei unserem Konzert, kurz vor Ende des Unterrichts, so dass wieder schön überzogen wurde. Hierbei darf jeder vorsingen, der möchte, und dann stimmt der gesamte Chor darüber ab, wer ein Solo singen darf. Finde ich eine sehr faire Sache, gibt irgendwie mehr Gemeinschaft und es kommt kein Neid oder keine "Der mag die nur mehr!"-Einstellung auf. Ich hörte mir noch die ersten vier, fünf an, bevor ich dann, zehn Minuten nach Unterrichtsende, den Raum verließ. Ich hatte keine Lust mir alle zwanzig anzuhören, der Tag war lange genug gewesen. Und ich musste mal wieder, wie jeden Montag, einkaufen.
Zu Hause hatte ich nicht mehr viel Zeit, um viel zu tun, es flogte das Übliche wie essen und ausruhen. Und Facebook checken. Und e-Mails sowieso. Und so... ja. Morgen wird dann schon etwas entspannter, trotz dem Arzttermin um 10. Meine Woche ist wirklich total absteigend, beginnend mit dem Hammer am Montag bis hin zum freien Freitag. Eigentlich gar nicht so doof.

Montag, 24. Oktober 2011

Tips für neue Austauschstudenten in SF

A.und ich haben festgestellt, dass es doch ein paar Dinge gibt, die wir heute anders machen würden. Oder über die wir froh waren, es genau so gemacht zu haben. Die Liste sollte rein theoretisch ergänzt werden... mal sehen, ob das auch praktisch passiert. Das alles beruht natürlich auf unseren Erfahrungen und alle Angaben ind ohne Gewähr ;)
  • Anfangs sehr viel Geld bereithalten! Im ersten Monat braucht man vermutlich gute 2000 $ durch Kaution, erste Miete, Unibücher etc
  • Bei Wohnungssuche lohnt sich definitiv eine Monatskarte für die Öffentlichen Verkehrsmittel
  • Eher warme als dünne Kleidung mitnehmen - auch Mütze, Handschuhe und Schal, braucht man u.U. schon im August
  • Wer sich anfangs nicht mit der Handysuche auseinandersetzen will - für den Anfang tuts auch das billigste Prepaid Handy zB von At&T für 5 $, später kann man sich ja ein anderes holen, für die Wohnungssuche ist ein Handy definitiv sehr wichtig
  • Kosmetikartikel, wenn Platz im Koffer ist, aus Deutschland mitbringen - es ist einfach zu teuer hier... Außerdem kostet es Zeit und Nerven, etwas passendes zu finden
  • Die Student-ID sofort holen, wenn man da ist - dann muss man nämlich nicht anstehen, außerdem kann sie auch ganz nützlich sein
  • Am Besten kleine Shampooflaschen aus D mitnehmen, das ist gut für den Anfang, denn da hat man echt keinen Nerv für so was. Und unter Umständen später praktisch für Reisen
  • An Geschirr braucht man wirklich nicht mehr als 2 pro Ding, mehr verleitete einen nur zum Aufschieben des Abspülens... besorgen u.a. im Ross, Target oder Ikea. Bei Besteck lohnt sich allerdings ein komplettes Set.
  • Bloß keine (oder eben kaum) Klamotten mitnehmen, die man nicht in den Trockner tun kann! Die meisten Wohnungen haben kaum Möglichkeiten die Wäsche aufzuhängen, meistens wird alles im Trockner getrocknet. Geht auch viel schneller, für die Zeit wird man noch dankbar sein...
  • Und allgemein: Nehmt nicht so viele Klamotten mit. Ich hab viel zu viel Zeug mitgenommen, die Hälfte hab ich nie angezogen. Dafür hab ich Zeug vermisst was ich zu Hause gelassen habe - man trifft es also sowieso nicht richtig. Aber vor allem wenn du weißt, dass du hier Kleidung kaufen willst - lass das Meiste zu Hause. Du wirst dafür noch dankbar sein, sobald es ans Packen für den Rückflug geht, glaube mir.
  • Unbedingt an eine Umhängetasche oder einen Rucksack denken, besonders wenn man anfangs auf Wohnungssuche ist ist man lang und viel unterwegs
  • Früh hier her kommen und alles organisieren - Wohnung, Bank, Handy, Führerschein (!). Später wird alles viel zu knapp, wenn möglich lieber 3-4 Wochen vor der Orientation-Week hier sein, sobald es das Visum erlaubt. Dann kann man unter Umständen auch noch ein bisschen reisen. Ich bereue es wahnsinnig, erst eine Woche vorher gekommen zu sein.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Tag 77 (23.10.)

Ha. Ausschlafen. Ohne Stress. Wunderbar :)
Immerhin bis halb elf hats gereicht, nicht so lange, wie ich es mir gewünscht hätte, aber länger als erwartet. Tat das gut!
Überhaupt, der ganze Tag tat unheimlich gut. Ich hatte nämlich, bis auf Fußball am Abend, nichts außerhalb meiner Wohnung vor. Halleluja! Endlich mal wieder! Ich nutzte die Zeit um ein wenig zu faulenzen und um viiiiel an meinem Blog zu arbeiten. Ja, das ist mittlerweile ja wirklich Arbeit ;) Irgendwann nachmittags hatte ich dann die Muße, schon vor Wochen gekaufte Chicken McNuggets auszuprobieren. Die waren gar nicht so schlecht... und halbwegs vertragen hab ich sie auch. Unter Umständen werden die wieder gekauft. Mal sehen.
Unser Ofen allerdings hat ja immer mal wieder seine Macken. Er raucht wahnsinnig, und wir haben keine Ahnung, wieso... Ich habe, bevor ich ihn angemacht habe, alle Krümel und allen zumindest oberflächlichen Schmutz entsorgt, nichtsdestotrotz ging mal wieder der Rauchmelder an, als ich meine Nuggets nach dem Aufwärmen in den Ofen legte. Ich versuchte, diesen ekelhaft durchdringenden Ton so schnell wie möglich auszumachen und sprang hoch, um auf den Knopf zu drücken. Ich traf den Knopf - und irgendwie hatte der Rauchmelder beschlossen, mich liebzuhaben, denn er wollte sich nicht mehr von mir trennen. Soll heißen: Er flog mir entgegen. Ich fing ihn geschickt auf, nichts passierte - dachte ich. Eine Minute später, nachdem ich das Ding perplex zur Seite gelegt hatte (wo er übrigens noch tagelang herumfliegen sollte...) stellte ich fest, dass mir mein Handballen ziemlich weh tat. Ziemlich ziemlich weh. Das Ding hatte ziemlich ungünstig einen Knochen getroffen. Autsch. Na gut, mit Ausfällen muss man rechnen. Immerhin gabs danach leckere Nuggets.
Den restlichen Tag verbrachte ich wieder mit Schreiben und, haltet euch gut fest, aufräumen. Tatsache, ich hab endlich mein Zimmer aufgeräumt... das war ja schon seit mindestens zwei Wochen untragbar. Jetzt muss ich mich wenigstens nicht mehr schämen, sollte mich spontan jemand besuchen kommen. Und ich konnte endlich ein Foto von meinem mittlerweile kompletten, eingerichteten, belebten Zimmer machen. Vorher hatte ja noch mein "Tisch" gefehlt. Eine weitere Aufgabe, die vor meinem Abflug erledigt werden muss, kann somit also abgehakt werden. Yeah.
Übrigens huste ich noch immer. *hust hust* Mittlerweile seit... hm... mindestens Donnerstag vor einer Woche. Gestern fing ich dann doch mal lieber an, GeloMyrtol zu nehmen, da es bei E. genauso angefangen hat und sie dann eine Bronchitis davongetragen hatte... keine gute Idee. Im äußersten Falle Antibiotika nehmen? Steht außer Frage bei mir. Das mache ich nur wenn ich im Koma liege. Oder so ;) Also hoffe ich einfach mal, dass das bald vorbeigeht. Ist ja auch nur der Husten, kein Schnupfen oder so... nicht mal Halsweh. Bisher. *auf Holz klopf*
Bevor ich mich auf den Weg zum Fußball machte lernte ich dann doch noch ein bisschen was für morgen. Muss ja auch mal sein... Schließlich bin ich morgen an der Reihe, gemeinsam mit meinem Partner unsere Szene im Theaterunterricht darzustellen. Und da sind noch zwei Sätze, die mir partout nicht in den Kopf wollen. Außerdem wurde angekündigt, dass morgen im Gospelchor wie letzte Woche wieder "Sectionals" sein sollten, inklusive einem neuen Song. Die alten lernte ich nicht, aber zumindest den neuen sollte ich mir wenigstens mal anhören. Und vielleicht die ersten Zeilen lernen oder so... wobei meine Motivation da mittlerweile einfach total gesunken ist, nachdem da immer so leere Drohungen kommen und über die Hälfte ihr Zeug ohnehin nicht lernt. Da hab ich keine Lust dazu, meine hier wirklich sehr kostbare Zeit darauf zu verwenden, nur dass wir das dann im Unterricht machen. Aber wenigstens ein bisschen, so Alibi-mäßig ;)
Um viertel vor neun (!) gings dann ab zur Uni. Man man, ganz schön spät... Ich war die erste von unserem Team, war aber auch relativ früh da. Dummerweise waren bis 21:15, Anstoßzeit, immer noch erst vier Leute da. Normal spielen wir zu fünft... Wir wagten es, dennoch zu spielen. So gerannt bin ich schon lange nicht mehr! Es war ein wenig frustrierend, denn die Gegner hatten natürlich viel mehr Platz als wir und konnten uns spielend ausspielen. Einmal erkämpfte ich mir sogar den Ball - nur war ich davon so baff, dass ich dann, als ich plötzlich halbwegs frei vor dem Tor stand, einfach abzog ohne zu zielen. Ich schoß den Torwart zwar nicht ab, aber sonderlich schwer war der Ball nicht zu halten.
Viele Torchancen hatten wir nicht, und das sah man dann auch am Ergebnis. Ein nicht besonders ruhmvolles 0:12 hatte es gegeben - aber immerhin haben wir 30 Minuten lang unser Bestes gegeben. Mehr kann man ja irgendwie nicht erwarten, oder?
Als ich dann zu Hause war machte ich nicht mehr viel - Kunststück, war ja schon spät ;) Ab ins Bett und hoffen, dass der morgige Tag nicht allzu anstrengend wird.

Samstag, 22. Oktober 2011

Tag 76 (22.10.)

Endlich mal wieder länger schlafen! War aber irgendwie immer noch zu kurz, denn mein Wecker musste mich morgens um halb elf brutal aus dem Schlaf reißen. Menno. Aber wir wollen ja mal nicht meckern, denn heute gings zum lang ersehnten Herr der Ringe-Konzert, live-Orchester mit Film. Mit deutschem Orchester, wie passend ;) Ich aß eine große Portion Müsli zum Frühstück, denn das Konzert war um zwei, was immer wahnsinnig unpassend für das nicht stattfindende Mittagessen ist. Dann machte ich mich, laut Internet, pünktlich auf den Weg zu meinem Bus, aber dieses Mal hatte das Internet mich veräppelt. Denn der Bus kam und kam nicht. Ich wartete eine Viertelstunde, bis er endlich kam. Zum Glück kam ich immer noch gerade pünktlich an unserem Treffpunkt an, wo J. schon auf mich wartete. Wir mussten noch auf M. warten, welche bis 12 arbeiten musste, und wenn der Treffpunkt um 12:15 Uhr ist ist das ganz schön knapp ;) Aber ich dachte mir, lieber früher als später treffen, man weiß ja nie, was passiert. Wie man an meinem nicht kommenden Bus schön gesehen hat...
Fünf bis zehn Minuten später war M. dann da und wir stiegen hinab in die Tiefen der "Bart", einer Art S-Bahn, die eben für die ein bisschen weiteren Strecken verantwortlich ist. Wir fuhren eine halbe Stunde nach Oakland, und jetzt verstand ich, warum man mir von Oakland abgeraten hatte, da alleine hinzugehen. Sah schon ein bisschen trostlos aus die Gegend, und man sah kaum Leute auf der Straße... Also alleine wöllte ich da nicht unbedingt unterwegs sein. Wir waren schon ganz schön aufgeregt, und endlich kamen wir dann auch an. Von der Station sahen wir zuerst nur ein Football- (oder Baseball-?)Stadion und dachten schon, dass das Konzert da wäre, aber wir folgten einfach mal der Masse der Leute, welche uns zu einer kleineren Halle hinter dem Stadion führte.

Stadion

Konzerthalle

Die war zwar nicht unbedingt klein, aber kleiner. Und überdacht. Irgendwie besser geeignet für ein Konzert... wir hatten Hunger, allerdings konnten wir nirgendwo etwas zu essen entdecken. Hmpf. Also stellten wir uns in der Schlange an, welche darauf wartete, in die Halle eingelassen zu werden. Wir warteten bis halb zwei, dann ging es endlich los. Zum Glück waren wir so früh dagewesen, daher standen wir relativ weit vorne und mussten nicht so lange warten. Aus Lautsprechern tönte, dass man nichts zu essen, zu trinken oder Rucksacke in die Halle mitnehmen durfte. Uh oh... ich hatte ja meinen Rucksack dabei. Das ist schon doof, dass das nirgendwo auf den Tickets steht... Mein Essen aus dem Rucksack konnte ich ja problemlos abgeben, aber gleich den ganzen Rucksack? Hm. Ich hab eben keine Handtasche, also musste mein Rucksack herhalten... Wie alle anderen ihre Tasche öffnete ich auch meinen Rucksack, als ich mich dem Security-Typen näherte. Und blickte ihn ganz lieb, nett und unschuldig an, als er mir seinen scharfen, sekundenlangen Blick zuwarf. Und Tatsache, es funktionierte, ich kam durch. Inklusive meines Essens und meines Trinkens (was ich aber dann in der Konzerthalle nicht nutzte). Manchmal hilft es doch, unschuldig und jung auszusehen... und ein Mädchen zu sein.
Innen war noch nicht so viel los, wir liefen in Richtung unserer Plätze und wurden dann angehalten. Tickettausch! Erst hinterher kapierte ich (weil alles so schnell ging), dass der obere Rang, in dem wir eigentlich gesessen wären, wegen zu wenig Zuschauern gar nicht erst geöffnet wurde. Also wurden wir "upgegradet" und bekamen bessere Plätze, im unteren Teil der Arena und damit natürlich ein bisschen näher am Geschehen. Ich war froh, nicht die teureren Tickets gekauft zu haben, das hätte mich jetzt geärgert ;) Vor unserem neuen Block gab es dann auch tatsächlich was zum Essen zu kaufen. So was kenne ich nicht unbedingt von Konzerten sondern eher von Kino und Sportveranstaltungen, aber ein bisschen Kino war das Ganze hier ja auch. Es gab Pizza, Tacos, Popcorn und ähnliches. Das Trinken aber war sauteuer, 6 Dollar 50 für einen halben Liter Wasser. Ne, da verzichte ich dankend... das war ja teurer als ein Stück Pizza! Ich hatte ein bisschen Hunger, hatte aber auch Angst, dass ich mir mit Essen das Konzert versauen könnte. Also ließ ich es lieber bleiben, und während die anderen anstanden suchte ich die Toilette auf. Zum Glück, denn so entdeckte ich, dass ein bisschen weiter den Gang runter verschiedene Original-Gegenstände aus den Filmen ausgestellt waren. Total cool :)


Stich



Ich knipste ein bisschen herum und lief noch etwas weiter, wo sie Programmhefte verkauften. Ich hätte mir gerne eines gekauft, aber 25 Dollar fand ich dann doch etwas zu viel. Ja, es war schön gemacht und so, aber trotzdem. 15 hätte ich gezahlt, vielleicht, ganz vielleicht auch 20. Aber nicht mehr. Ich lief wieder zurück zu den anderen in den Konzertsaal. Die Halle war wirklich riesig, eine Art Sportarena eben. Und unsere Plätze waren sagenhaft. Besser ging es nur auf den Plätzen direkt am Orchester... wir saßen direkt mit Blick auf die Leinwand, ohne Kopfverdrehen oder so. Perfekt. Unsere vorherigen Plätze wären nämlich am Rand gewesen! Da war die Macht wirklich mit uns.

Mit deutscher Pünktlichkeit ( ;) ) begann das Konzert um zwei. Obwohl vermutlich die Hälfte der wirklich wenigen Konzertbesucher (wenn man es mit der Größe der Halle vergleicht) noch gar nicht ihre Plätze eingenommen hatten. Noch eine halbe Stunde später trudelten die Letzten ein. Keine Ahnung, ob das an mangelnder Planung der Organisatoren oder an den Leuten selbst gelegen hat. Die Musik selbst war ziemlich laut. Man hatte das Orchester per Lautsprecher verstärkt, was sehr schade war, da so nicht der Originalsound ertönte sondern eben wieder elektronisch. Das führte dazu, dass es manchmal in den Ohren wehtat, wenn die Blechbläser forte spielten. Ansonsten war aber alles super. Der Film lief mit englischem Untertitel, da natürlich die Musik nicht so perfekt abgestimmt werden konnte, dass man alle Dialoge immer verstand. Für mich war das natürlich sehr praktisch :D Ich kenne den Film ja sehr gut, trotzdem aber nett, wenn man genau die Worte weiß, die sie sprechen. Das Orchester war wirklich gut und genau. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Musik schon gehört habe, es waren aber sicher mehr als hundert Mal. Viel mehr. Dementsprechend kenne ich viele Stücke sehr, sehr genau, Note für Note. Und trotzdem enttäuschte das Orchester mich nicht. Fast alles war perfekt, nur ganz, ganz selten gab es kleine Abweichungen. Oft vergaß man auch völlig, dass da gerade live ein Orchester spielte, so gut machten sie es. Und ich habe keine Ahnung wie der Dirigent es schaffte, alles so perfekt auf den Film zu timen... da muss ja jedes Tempo exakt stimmen! Gibts da irgendeinen Trick 17, auf den ich noch nicht gekommen bin?
Witzig fand ich auch die Akzente (oder Dialekte... ich weiß nie, was was ist *ups*) der Schauspieler. Ich habe den Film zwar schon mal auf Englisch gesehen, aber habs wohl wieder vergessen... fast jeder sprach irgendwie anders. Keine Ahnung, ob das in diesem Film besonders ist oder ob das immer, in jedem so ist und mir das auf Deutsch nur nie auffällt. In den Serien ists auf jeden Fall nicht so ;)
Mein Magen begann, mich allerdings richtig zu quälen. Er hatte Hunger. Keine Chance, dass ich bis nach dem Konzert mit Essen warten konnte, da musste jetzt was rein. Ich vermutete stark, dass es eine Pause geben würde und ahnte auch schon, wo sie den Schnitt machen würden - am theatralischsten und sinnvollsten ist es natürlich bei der Verkündung der Ringgemeinschaft, und so war es dann letztendlich auch. Ich schnappte mir meinen Geldbeutel, sagte den anderen beiden Bescheid und flitzte nach draußen. Ich hatte keine Ahnung, wie lange die Pause sein würde, und ich wollte nichts verpassen. Tat ich dann auch wirklich nicht, denn ich kam ziemlich gleich an die Reihe, während sich hinter mir schon langsam eine Schlange bildete. Mit einem Stück Pizza ging ich zurück zu unseren Plätzen. Man war die gut! Die war die ganzen Kapseln, die ich dafür schlucken musste, echt wert.
Nach 15-20 Minuten begann dann Hälfte zwei. Endlich kam auch der Jungenchor, der bisher erst einmal singen durfte, auch ein bisschen mehr zum Einsatz. Es war total schön und viel zu schnell vorbei, einerseits, andererseits konnte ich auch nicht mehr sitzen. Hätte ich das gekonnt wäre ich aber liebend gern noch für potentielle Teile zwei und drei dageblieben. Trotz der Lautstärkte hat es total Spaß gemacht, tolles Orchester, super Film, was will man mehr? Auch der Abspann wurde glücklicherweise weiter vertont, wäre ja auch anders irgendwie seltsam gewesen... trotzdem verließen viele Leute, wie im Kino, schon den Saal. Im Kino finde ich das schon doof, aber hier war das ja wirklich ein Unding. Schließlich mühte sich da vorne weiterhin ein Orchester nebst Solisten ab. Sie verpassten aber wirklich was, denn der Junge, der das letzte Stück nach "May it be" sang, war grandios. Hätte ich nicht gewusst, dass er nicht das Original ist, ich hätte darauf gewettet. Ich habe keine Ahnung wie alt er war, aber da er noch keinen Stimmwechsel hatte auf jeden Fall nicht allzu alt ;) Und singen konnte er fantastisch. Das gab eine richtige Gänsehaut... Das ganze Konzert hatte am Ende, inklusive Pause, dreieinhalb Stunden gedauert. Vielleicht war die Pause doch etwas länger gewesen ;) Keine Ahnung.
Wir verließen glücklich den Saal und sahen uns noch ein wenig die Ausstellungsstücke an, die hatte bisher ja nur ich gesehen. Und wer sprach mich da plötzlich von der Seite an? Jemand von den Star Wars Leuten, die ich vor ein paar Wochen gertroffen hatte! Ich wusste, dass die zwei hier sein würden, aber dass man sich dann so über den Weg läuft ist schon witzig. Wir redeten aber nicht viel, denn das Gedränge war groß und ich wollte M. und J. nicht verlieren. Wir besahen uns die Ausstellungsstücke noch ein wenig, dann machten wir uns auf den Weg nach draußen. Wem liefen wir da wieder über den Weg? Tatsache, den Star Wars-Leuten. Witzig, witzig... dieses Mal quatschten wir noch ein wenig, bis unsere Wege sich nach ein paar hundert Metern trennten. Die beiden waren nämlich mit dem Auto da. Interessanterweise haben sie den Rucksack von einem der beiden übrigens nicht durchgewunken, er musste ihn irgendwo deponieren... Glück gehabt ;)
Wir liefen zurück zur "Bart", und unterwegs begegnete uns ein dubioser T-Shirt-Verkäufer mit Shirts vom Konzert. Mir war in dem Fall aber egal, ob und wie dubios der sein könnte, ich griff zu und ergatterte mir dann eben dieses Andenken, wenn schon kein Programmheft... das war weniger als halb so teuer. Und sieht gut aus. Was will man mehr?
Auf dem Rückweg quatschten wir viel, den anderen schien es auch richtig gefallen zu haben. Man, da war ich schon etwas erleichtert, ich hatte Angst, dass die es vielleicht voll doof finden würden und ich dann schuld bin, weil ich sie ja quasi erst darauf gebracht habe :D Aber uns allen hats richtig Spaß gemacht, die 40 Dollar haben sich da doch wirklich gelohnt!
Um sieben war ich dann zu Hause, viel gemacht habe ich nicht mehr. Die Zeit verging wie im Flug mit Essen, Blog schreiben und... ja, was eigentlich noch? So genau weiß ich das auch nicht mehr. Aber sie verging auf jeden Fall wie im Flug ;) Und ich freue mich darauf, morgen endlich mal wieder auszuschlafen. So lange ich will, beziehungsweise, so lange mich meine Vermieter, die Sonne und mein Körper mich lassen... und dann zu Hause bleiben. Bis Abends zum Fußball. Das wird toll! :)

Tag 75 (21.10.)

Das ist nicht fair, an einem freien Freitag so früh aufstehen zu müssen. Das bringt meinen ganzen Wochenablauf durcheinander! Aber was sein muss muss sein.
Ich lief also um acht los (ja, das IST früh! ;) ) und kam gerade noch rechtzeitig am Treffpunkt an. Ich war nicht die Einzige, die müde und verschlafen war, irgendwie traf das auf alle Leute in dem Auto zu, mit welchem wir dann nach Norden raus aus San Francisco fuhren. Wir furhen eine Weile, nicht sonderlich weit, aber doch ein Stück, bis wir endlich am Zielort ankamen. Ein altes Gelände, womöglich Fabriken, und dahinter, bei einer Wiese, sahen wir dann die anderen. Pavillions und Brennöfen waren eindeutig.

Die Sonne schien, es war heiß, und ich bereute schon, mit meine lange, schwarze Jeans angezogen zu haben. Wir entdeckten ein paar scheue Delfine im Wasser, viel mehr als die Schnauze konnte man aber meistens nicht sehen. Trotzdem süß :) Wir breiteten unsere Decken auf dem Boden aus und genossen die Stille und die Sonne. Beziehungsweie, ersteres genoss anscheinend nur ich, denn schon bald wurde der Ruf nach Musik laut. Dabei war es doch so schön friedlich hier... Ich döste ein bisschen vor mich hin, gerne wäre ich eingeschlafen, aber das schaffte ich dann doch nicht.

Irgendwann bemalte ich meine Sachen für das "Raku", eine alte, japanische Brennart. Dabei wird der Ton direkt aus dem heißen Brennofen in eine Tonne mit Zeitungspapier gesteckt, welches dann auf Grund der Hitze Feuer fängt und das Tonstück mitsamt Farbe oxidieren lässt.

Dabei gibt es schöne Effekte auf dem Ton, angeblich. Ich entschied mich beide Male für weiß, wobei ich bei einem Stück noch ein bisschen rot hinzufügte. Passend zum Logo... ;)
Langsam ging auch die Vorbereitung für das Pitfire in die heiße Phase. Holzschlangen wurden gebildet und die Scheite weitergereicht, das Loch war schon ausgegraben und die Töpfersachen fein säuberlich darin verstaut. Und irgendwann war es dann so weit, das Ganze wurde angezündet.




Chronologie eines Pitfire

Wahnsinn, was für eine Hitze sich da plötzlich entwickelte! Unser Liegeplatz war relativ nah am Feuer, da ließ es sich jetzt kaum mehr aushalten. Irgendwann gab es auch Mittagessen - ein riesiges Barbecue mit Würstchen und Hamburgern. Total viel Zeug! Ich hatte mir meine eigenen Würstchen mit Brot mitgebracht, ich wollte da ja mal nix riskieren...
Danach hielt ich wieder eine Art Mittagsdösen. Ich genoss es total, hier den ganzen Tag kaum etwas zu tun. Ich weiß nicht, wann ich so was zuletzt getan habe. Den ganzen Tag nur in der Sonne herumliegen und nichts tun. Kein Computer, keine Hausaufgaben, kein Sightseeing, nicht mal ein Buch. Einfach nichts. Wobei ich das Buch dann doch akzeptiert hätte ;)
Bald war ich dann damit dran, meine Tonsachen zu brennen. Erst mal ab in den Ofen, so ungefähr eine halbe Stunde, und dann die Sache mit der Tonne. Hui, hatte ich da Respekt vor! Und wirklich, ich bekam mein Zeug kaum aus dem Ofen, weil die Hitze, die das Ding ausstrahlte, mich vollkommen überwältigte. Irgendwann schaffte ich es aber doch und war wahnsinnig stolz, dass ich nichts falsch gemacht hatte. So einfach ist das ja dann doch auch nicht... Als mein Zeug dann ganz fertig war und ich es aus der Tonne holen konnte war ich aber doch etwas enttäuscht. Anstatt weiß war es silberngrauschwarz, nicht so ansprechend. Ich erfuhr, dass ich es erst einmal waschen müsste und versuchte das dann auch. Wirklich helfen konnte das aber nicht, jetzt siehts fast noch schlimmer aus, eine Mischung aus allem. Mal sehen, ob ich da in den nächsten Wochen das Zeug noch sauber kriege, obs da irgendwelche Tricks gibt... die zwei Sachen gehörten zu dem Zeug, was ich in den ersten zwei Stunden gemacht habe, sind also nicht wirklich gut gearbeitet. Keine glatten Ebenen, das macht das Putzen natürlich noch mal viel schweiriger...


Chronologie meiner zwei Töpferarbeiten

Wir mussten noch warten, bis alle aus unserem Auto fertig waren, was ziemlich lange dauerte. Irgendwann war die Sonne weg und Schatten und Kühle breiteten sich aus. Gegen halb fünf konnten wir dann endlich aufbrechen und fuhren zurück nach San Francisco.
Das war aber noch nicht das Ende meines Tages. Heute Abend um sieben wollte ich mir noch ein Volleyball-Match unserer Uni-Frauenmannschaft ansehen. Die Saison ist fast vorbei, und ich wollte doch noch das Erlebnis vom Unisport mitnehmen. Also muss das jetzt einfach mal sein, auch wenn der Tag so schön entspannend war, dass ich am liebsten gleich heim wäre... Mal davon abgesehen, dass mir irgendwie wieder schlecht war. Möglicherweise vor Hunger... Ich ließ mich also ein wenig früher rausschmeißen und ging zum goldenen M, wo ich mir nach meinen Nuggets doch noch Pommes holen musste, um halbwegs satt zu sein. Mist. Dabei wollte ich auf dieses FastFood-Zeug doch eigentlich weitesgehend verzichten. Die Zeit reichte aber einfach nicht, um noch heimzufahren, wie ich es eigentlich geplant gehabt hatte. Wir waren doch zu lange beim Pitfire gewesen...
Ich traf mich dann mit A., und gemeinsam liefen wir zur Sporthalle. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Cheerleader, Programm, Maskottchen, Kommentator, Fans, Ernsthaftigkeit, und sogar drei Kameras nebst Kommentator waren da, um das Ganze angeblich ins Fernsehen zu stellen. Vermutlich in irgendeiner Art drittem Programm, aber immerhin!









Wenn ich so was in den Serien oder in Filmen gesehen hatte habe ich das meistens als Übertreibung abgetan, aber nein, genau so ist es wirklich ;) Und das war Volleyball, noch nicht einmal eine Landessportart wie Basketball/Baseball/Football. Vor dem Spiel wurde auch brav die Nationalhymne gespielt, wie immer bei irgendwelchen offiziellen Anlässen.
Es machte Spaß, da zuzuschauen. Den ersten Satz verloren "unsere" Mädels gaaaanz knapp, die nächsten drei gewannen sie dann aber, so dass der Abend als siegreich verbucht werden kann. Auch wenn A. und ich beim letzten Satz langsam müde wurden ;)
Danach, so gegen neun, war mein Tag dann aber wirklich vorbei und ich machte mich auf den Weg nach Hause, wo ich feststellte, dass ich tatsächlich ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht bekommen hatte. Nicht viel, quasi "gesunde Farbe". Aber ja :D Und meine Arme sind ein bisschen brauner als heute früh. Juhu!