Ich lief also um acht los (ja, das IST früh! ;) ) und kam gerade noch rechtzeitig am Treffpunkt an. Ich war nicht die Einzige, die müde und verschlafen war, irgendwie traf das auf alle Leute in dem Auto zu, mit welchem wir dann nach Norden raus aus San Francisco fuhren. Wir furhen eine Weile, nicht sonderlich weit, aber doch ein Stück, bis wir endlich am Zielort ankamen. Ein altes Gelände, womöglich Fabriken, und dahinter, bei einer Wiese, sahen wir dann die anderen. Pavillions und Brennöfen waren eindeutig.
Die Sonne schien, es war heiß, und ich bereute schon, mit meine lange, schwarze Jeans angezogen zu haben. Wir entdeckten ein paar scheue Delfine im Wasser, viel mehr als die Schnauze konnte man aber meistens nicht sehen. Trotzdem süß :) Wir breiteten unsere Decken auf dem Boden aus und genossen die Stille und die Sonne. Beziehungsweie, ersteres genoss anscheinend nur ich, denn schon bald wurde der Ruf nach Musik laut. Dabei war es doch so schön friedlich hier... Ich döste ein bisschen vor mich hin, gerne wäre ich eingeschlafen, aber das schaffte ich dann doch nicht.
Irgendwann bemalte ich meine Sachen für das "Raku", eine alte, japanische Brennart. Dabei wird der Ton direkt aus dem heißen Brennofen in eine Tonne mit Zeitungspapier gesteckt, welches dann auf Grund der Hitze Feuer fängt und das Tonstück mitsamt Farbe oxidieren lässt.
Dabei gibt es schöne Effekte auf dem Ton, angeblich. Ich entschied mich beide Male für weiß, wobei ich bei einem Stück noch ein bisschen rot hinzufügte. Passend zum Logo... ;)Langsam ging auch die Vorbereitung für das Pitfire in die heiße Phase. Holzschlangen wurden gebildet und die Scheite weitergereicht, das Loch war schon ausgegraben und die Töpfersachen fein säuberlich darin verstaut. Und irgendwann war es dann so weit, das Ganze wurde angezündet.



Wahnsinn, was für eine Hitze sich da plötzlich entwickelte! Unser Liegeplatz war relativ nah am Feuer, da ließ es sich jetzt kaum mehr aushalten. Irgendwann gab es auch Mittagessen - ein riesiges Barbecue mit Würstchen und Hamburgern. Total viel Zeug! Ich hatte mir meine eigenen Würstchen mit Brot mitgebracht, ich wollte da ja mal nix riskieren...
Danach hielt ich wieder eine Art Mittagsdösen. Ich genoss es total, hier den ganzen Tag kaum etwas zu tun. Ich weiß nicht, wann ich so was zuletzt getan habe. Den ganzen Tag nur in der Sonne herumliegen und nichts tun. Kein Computer, keine Hausaufgaben, kein Sightseeing, nicht mal ein Buch. Einfach nichts. Wobei ich das Buch dann doch akzeptiert hätte ;)
Bald war ich dann damit dran, meine Tonsachen zu brennen. Erst mal ab in den Ofen, so ungefähr eine halbe Stunde, und dann die Sache mit der Tonne. Hui, hatte ich da Respekt vor! Und wirklich, ich bekam mein Zeug kaum aus dem Ofen, weil die Hitze, die das Ding ausstrahlte, mich vollkommen überwältigte. Irgendwann schaffte ich es aber doch und war wahnsinnig stolz, dass ich nichts falsch gemacht hatte. So einfach ist das ja dann doch auch nicht... Als mein Zeug dann ganz fertig war und ich es aus der Tonne holen konnte war ich aber doch etwas enttäuscht. Anstatt weiß war es silberngrauschwarz, nicht so ansprechend. Ich erfuhr, dass ich es erst einmal waschen müsste und versuchte das dann auch. Wirklich helfen konnte das aber nicht, jetzt siehts fast noch schlimmer aus, eine Mischung aus allem. Mal sehen, ob ich da in den nächsten Wochen das Zeug noch sauber kriege, obs da irgendwelche Tricks gibt... die zwei Sachen gehörten zu dem Zeug, was ich in den ersten zwei Stunden gemacht habe, sind also nicht wirklich gut gearbeitet. Keine glatten Ebenen, das macht das Putzen natürlich noch mal viel schweiriger...


Wir mussten noch warten, bis alle aus unserem Auto fertig waren, was ziemlich lange dauerte. Irgendwann war die Sonne weg und Schatten und Kühle breiteten sich aus. Gegen halb fünf konnten wir dann endlich aufbrechen und fuhren zurück nach San Francisco.
Das war aber noch nicht das Ende meines Tages. Heute Abend um sieben wollte ich mir noch ein Volleyball-Match unserer Uni-Frauenmannschaft ansehen. Die Saison ist fast vorbei, und ich wollte doch noch das Erlebnis vom Unisport mitnehmen. Also muss das jetzt einfach mal sein, auch wenn der Tag so schön entspannend war, dass ich am liebsten gleich heim wäre... Mal davon abgesehen, dass mir irgendwie wieder schlecht war. Möglicherweise vor Hunger... Ich ließ mich also ein wenig früher rausschmeißen und ging zum goldenen M, wo ich mir nach meinen Nuggets doch noch Pommes holen musste, um halbwegs satt zu sein. Mist. Dabei wollte ich auf dieses FastFood-Zeug doch eigentlich weitesgehend verzichten. Die Zeit reichte aber einfach nicht, um noch heimzufahren, wie ich es eigentlich geplant gehabt hatte. Wir waren doch zu lange beim Pitfire gewesen...
Ich traf mich dann mit A., und gemeinsam liefen wir zur Sporthalle. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Cheerleader, Programm, Maskottchen, Kommentator, Fans, Ernsthaftigkeit, und sogar drei Kameras nebst Kommentator waren da, um das Ganze angeblich ins Fernsehen zu stellen. Vermutlich in irgendeiner Art drittem Programm, aber immerhin!






Wenn ich so was in den Serien oder in Filmen gesehen hatte habe ich das meistens als Übertreibung abgetan, aber nein, genau so ist es wirklich ;) Und das war Volleyball, noch nicht einmal eine Landessportart wie Basketball/Baseball/Football. Vor dem Spiel wurde auch brav die Nationalhymne gespielt, wie immer bei irgendwelchen offiziellen Anlässen.
Danach, so gegen neun, war mein Tag dann aber wirklich vorbei und ich machte mich auf den Weg nach Hause, wo ich feststellte, dass ich tatsächlich ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht bekommen hatte. Nicht viel, quasi "gesunde Farbe". Aber ja :D Und meine Arme sind ein bisschen brauner als heute früh. Juhu!


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