Freitag, 27. Januar 2012

Die wichtigste Station einer Reise...

...ist die Letzte.
Das habe ich irgendwann im letzten halben Jahr auf einem Werbeplakat gelesen, ich weiß noch nicht einmal mehr, für was für ein Produkt. Aber dieser Satz hat sich in mein Hirn eingebrannt, weil er mir einfach so wahr vorkam.
Das letzte halbe Jahr war toll. Auch wenn ich immer mal wieder ganz schöne Durchhänger hatte, auch wenn ich manchmal einfach nur heim wollte. Alles in allem war es toll, und ich bin heilfroh, dass ich es getan habe. Ich hatte wunderbaren Klavierunterricht, habe meine Englischkenntnisse um einiges verbessert, tolle neue Leute und eine neue Kultur kennengelernt und für meine eigene Persönlichkeit wahnsinnig viel gelernt. Und das sind sicher nur ein paar Punkte, die mir einfach gerade in den Sinn kommen.
Eigentlich wollte ich mich nur mal kurz melden. Mittlerweile bin ich sechs Tage wieder zu Hause - nach dem turbulenten Rückflug fast ein Wunder. Zumindest meiner Ansicht nach, ich dachte so einige Male, dass ich den Erdboden nie wieder sehen würde. Höchstens als Fleck. Daheim zu sein ist merkwürdig. Es fühlt sich beinahe so an, als sei ich nie weggewesen. Wären da nicht die Fotos und das (immer noch) unausgepackte Gepäck, man könnte denken, das alles war nur ein Traum. Als ich am ersten Abend im Bett lag, mit dem gleichen Schlafanzug wie vor einem halben Jahr, der gleichen Bettwäsche (keine Sorge, alles gewaschen ;) ), duftend nach dem Duschgel von "damals", welches ich ein halbes Jahr nicht benutzt habe - es kam mir alles so unwirklich vor. War ich wirklich weggewesen?
Und ja, ich bin froh, wieder daheim zu sein. Und es sind die Kleinigkeiten, an denen ich feststelle, dass ich doch eine Weile weg war. Wie funktioniert noch mal unsere Mikrowelle? Wo ist mein Wintermantel, wo meine Unterrichtsmaterialien? Warum ist der Duschstrahl so verdammt angenehm stark? Wie viel muss ich jetzt an der Kasse bezahlen - ist das wirklich nur der Preis, der auf dem Produkt steht? Außerdem schmecken die Brötchen so wahnsinnig lecker, und der Fernseher ist unglaublich scharf. Ich weiß morgens vor lauter Kleidung nicht, was ich anziehen soll und habe ich plötzlich wieder meine eigene kleine Privatbibliothek zur Auswahl. Und das Kuscheln auf dem Sofa war noch nie so schön...
Ja, es ist toll daheim. Und dennoch, es gibt immer wieder ein paar Dinge, die ich auch vermisse. Allen voran natürlich die Leute, die ich in den USA zurückgelassen habe. Und viele klitzekleine Kleinigkeiten, die mir irgendwie gerade nicht einfallen.
Ja, ein bisschen hat mich hier dann auch der Kulturschock getroffen. Hätte ich echt nicht gedacht, so sehr wie ich mich darauf gefreut habe, wieder heimzukommen. Und richtig stark wars/ists auch gar nicht, sicher spielte der Jetlag da auch eine große Rolle. Aber es gibt dann doch Momente, in denen ich mich seltsam fühle, vor allem, wenn ich alleine und unbeschäftigt bin. Ich kann dieses Gefühl auch gar nicht richtig beschreiben - es ist einfach seltsam. Aber ich denke, es wird in den nächsten Tagen vergehen, und ich habe ja weiß Gott auch genug zu tun. Bewerbungen schreiben, zum Beispiel. Und mich um mein letztes Studiensemester kümmern. Und wie gesagt - da oben stehen noch drei Gepäckstücke, die schon tausend Mal durchwühlt, aber noch nicht ausgepackt worden sind. Dafür wirds langsam mal Zeit.
Und ja, die noch fehlenden Artikel werden noch folgen. Irgendwann in den nächsten Wochen. Ganz sicher. Denn jetzt bleiben mir ja wirklich nur noch die Erinnerungen...

Donnerstag, 12. Januar 2012

Home, sweet home

Nein, in Deutschland bin ich noch nicht angekommen. Aber in meinem momentanen Zuhause. Vor einer halben Stunde wurde mein Backpacking-Trip beendet, als ich endlich wieder meine Wohnung in Frisco betrat. Am Ende war ich dann doch sehr froh...
Ich wollte mich nur mal zurückmelden. Ich lebe noch, mir gehts gut, der Ausflug war toll und ich bin froh, dass ich meinen Aufenthalt hier deshalb um einen Monat verlängert habe. Blogposts dazu werden hoffentlich die nächsten Tage folgen, jeder Tag hat brav eine Stichwortliste bekommen. Das muss "nur noch" ausformuliert werden. Allerdings habe ich die letzten zehn Tage hier auch noch einiges zu erledigen, so dass es gut sein kann, dass ich einen Teil erst schreibe, wenn ich wieder in Deutschland bin. Was kaum zu glauben ist... Freitag in einer Woche sitze ich um diese Zeit im Flieger in der Luft. Wahnsinn.

Samstag, 31. Dezember 2011

Rutscht schön, aber fallt nicht hin

Kurz und schmerzlos.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Silvester, einen guten Rutsch ins neue Jahr (wie gesagt, aber ohne fallen, bitte) und dann auch kommende schöne 12 Monate.
Feiert schön, wie auch immer ihr Silvester und das neue Jahr feiern wollt (oder eben gar nicht, auch das ist durchaus legitim, da hätte ich selber fast Lust drauf...). Kommt gut nach Hause, wenn ihr wo unterwegs seid und habt einfach Spaß.
Man liest sich dann nächstes Jahr...

Freitag, 30. Dezember 2011

Update

21.12. bis 26.12. sind hiermit nachgetragen, ich befinde mich auf der Zielgeraden... wenn nur das Fotos-aussuchen und -bearbeiten nicht immer so lange dauern würde. Ich hoffe stark, dass ich bis zu meinem Trip nach Los Angeles alles nachgetragen habe, sonst kriege ich ein Problem :D Aber das wird schon. Hab ja noch zweieinhalb Tage.

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So, jetzt hat's auch für den Rest gereicht. Puh, ich muss das neue Jahr also nur mit einem Haufen an Geldschulden und keinen Blogschulden beginnen. Glück gehabt! ;) Ich hoffe, dass ich die kommenden zwei Tage noch pünktlich poste, bevor es dann aufgeht zur großen zehntägigen Los Angeles/Anaheim-Tour. Ich hab da zwar vermutlich fast überall Internet, aber in den ersten Tagen ist unser Plan vollgestopft ohne Ende, da werde ich garantiert nichts schreiben, mir aber hoffentlich ein paar Notizen machen. Gegen Ende habe ich vielleicht wieder etwas Luft und kann dann mit dem Aufholen anfangen, aber wer weiß. Gut möglich, dass ihr bis zum 12. oder 13. Januar warten müsst, bevor wieder ein Lebenszeichen von mir kommt. Außer ihr schaut auf twitter vorbei, da werde ich mich sicher alle paar Tage mal melden. Zumindest bis zum 9. Januar, danach hab ich mein tolles Internethandy nicht mehr... Ich habe aber fest vor, diese zehn Tage ebenfalls zu dokumentieren und hoffe stark, dass das klappt, ich werde mein Bestes geben. Wäre doch gelacht, jetzt wo's nur noch drei Wochen sind...

Tag 145 (30.12.)

Heute hatte ich allerhand vor, daher wars nichts mit ausschlafen. Also zumindest nicht richtig. Noch im Halbschlaf beschloss ich, gleich mal die Tickets für Disneyland und Universal Studios zu buchen, noch bevor ich mir klarmachen kann, dass ich da ja Angst vor habe. Morgens bin ich eben noch gut in der Selbstveräppelung, was auch ein Grund dafür ist, dass ich Konzerte und Wettbewerbe morgens schon immer viiiiel angenehmer fand als abends. Denn morgens ist mir noch gar nicht so klar, dass ich da oben auf einer Bühne stehe und mir lauter Leute zuhören, abends dann aber doch, und mit jeder Stunde die am Tag verstreicht wird mir das klarer und entsprechend nervöser werde ich, so dass ich abends ein einziges Nervenbündel bin. Ich muss mal gucken ob ich unser Prüfungsamt irgendwie bestechen kann... Haha, guter Witz.
Auch das Busunternehmen für das Shuttle zwischen LA und Anaheim schrieb ich gleich mal, obgleich mit wenig Hoffnung, an, ob man da denn das Ticket auch irgendwie am Bus lösen kann. Die Antwort kam prompt und wie vermutet - nein. Hmpf. Blöd. Dennoch werde ich mich wohl für den Zug entscheiden. Das wird schon nicht schief gehen, warum sollte es, wenn der Fahrplan so im Internet steht? Vielleicht kann ich irgendwann vorher mal da vorbeigehen und mich noch vergewissern. Mal sehen.
Ich telefonierte ein bisschen mit daheim, dann packte ich meinen Koffer fertig. Den würde ich nämlich heute noch zu B.s Sohn bringen, der ihn mit nach Deutschland nimmt. Zwar muss ich da die Gebühren für einen zweiten Koffer zahlen, die sind aber selbst bei seiner Fluggesellschaft um einiges weniger als die Gebühren für einen dritten bei mir. Ich hoffe nur, dass alles gut geht. Ich wäre gern selbst zum Flughafen mitgegangen, aber das geht schlecht, denn er fliegt heim während ich in LA bin. Doof. So packte und wog ich den Koffer, und bei 22.8 kg dachte ich mir, jetzt ist gut. Wer weiß, wie genau meine Waage ist und wie penibel die Leute bei seiner Gesellschaft. Ich hoffe jetzt nur inbrünstig, dass ich nicht irgendetwas brauche, was da drin ist. Oder dass irgendwas schief läuft. So wie immer, ich Angsthase und Pessimist. Damit sollte ich echt mal aufhören, ich weiß.
Ich brachte den Blog hier ein bisschen auf Vordermann (jetzt fehlen nur noch sagenhafte vier Tage, wow!) und machte mich dann im wieder nebligen San Francisco auf den Weg. Der Koffer war wirklich schwer. Uf. Und ich musste auch noch einen Umweg zur Uni machen, denn ich hatte nicht so viel Bargeld da, um den Transport des Koffers zu bezahlen, also ab zum Bankautomaten. Trotz der Tatsache, dass ich mich nicht eilte und ein paar Pausen machte war ich nach dem 25-30-minütigen Marsch doch recht verschwitzt und ein bisschen außer Atem. Aber trotzdem war es einfacher, als ich gedacht hatte. Ich hatte immer noch diesen wirklich erschöpfenden, nervenaufreibenden Marsch mit meinem Trekkingrucksack und dem Koffer von meinem Hostel zu B.s damaligem Haus im Kopf. DAS war hart. Danach war ich wirklich fertig.
Bis auf einen kippelnden Koffer war die Busfahrt dann auch ganz angenehm. Anstatt dort auszusteigen wie immer fuhr ich ein bisschen weiter und mit einem anderen Bus auf einer anderen Route wieder zurück - so musste ich weitaus weniger laufen. Vor allem, weil ich nicht mehr wusste, ob es bergauf oder bergab gehen würde. Bergauf mit dem 23-kg-Teil wäre schon happig gewesen. So kam ich dann aber gut beim Haus von B.s Freund an, Koffer und ich waren beide noch heil. Juhu!
Ich unterhielt mich ein wenig mit B.s Sohn und klärte dann auch alles. Zum Beispiel, dass ich weder Essen noch Alkohol noch Waffen oder Drogen in den Koffer gepackt hatte. Natürlich vergaß ich völlig mit ihm zu klären, wie die Übergabe dann am Flughafen mit meinen Eltern laufen sollte, aber wir sehen uns Neujahr ja noch einmal. Wo ich ihm dann auch noch eine Dose Fructosin in die Hand drücken werde, das wollte ich nämlich eigentlich auch einpacken, habs aber vergessen... Beide Dosen brauch ich hier nämlich definitiv nicht mehr. Außerdem übergab ich ihm das Geld, den Kofferschlüssel und eine Tafel Schokolade. Klar, das ist nicht wirklich ein großer Dank für den Dienst, den er mir erweist, aber... besser als gar nichts. Danach lud ich dann auch noch B. und ihren Freund zum essen ein, wenn ich aus LA zurückbin. Damit sie sich schon mal Gedanken macht, wo wir hingehen sollen, ich kenne mich ja zu wenig aus und überhaupt ist das mit dem veganen Essen ja sowieso ein bisschen komplizierter.
Ich machte mich dann wieder auf den Weg nach Hause, und dauernd dachte ich, ich hätte was vergessen. Weil der Koffer eben nicht mehr da war. Es ist außerdem schon ein komisches Gefühl, das ein Teil meiner Sachen jetzt schon nach Hause fliegt. Und ich hoffe stark, dass ich den Rest auch noch irgendwie unterbringe. Bitte bitte bitte...
Ich hatte zwar schon riesigen Hunger, aber heute wollte ich wirklich noch zur Bücherei, nachdem ich das gestern schon vergessen hatte. Vielleicht sogar gut, denn heute waren fast alle Sachen da, die ich noch angefragt hatte. Wann ich das alles lesen/gucken/hören will? He, ich hab noch ein paar Tage, wenn ich zurückkomme. Das wird schon irgendwie. Und nachdem ich jetzt mit "Legacy" schon mal angefangen habe bring ich es auch zu Ende. Auch wenn ich die Reihe nicht so wirklich leiden kann, das ist mir zu sehr aus den Fingern gesogen. Alleine die Darstellung der Jedi ist ja ein Witz, aber gut. Lassen wir das.
Jetzt fuhr ich aber wirklich nach Hause und war stolz auf mich - einiges schon erledigt. Ich schmiss noch eine Waschmaschine an und erledigt ein paar Kleinigkeiten auf meiner Liste, so dass am Abend nur noch zwei Dinge draufstanden - packen und Blogschreiben. Und wie ihr seht, bin ich bei letzterem auch fleißig dabei.
Nebenbei schaute ich mal wieder Gilmore Girls, wo ich gerade eine Folge aus der dritten Staffel drinhatte. In dieser wird der Song "99 Luftballons" gespielt, und irgendwie war ich bisher davon ausgegangen, dass im Original hier die englische Version gespielt wird. Wird sie ja gar nicht... witzig :D Und mir fiel auf, dass ich völlig vergessen habe, Fotos von meinen Weihnachtsgeschenken zu machen. Das muss ich dringend noch nachholen, hoffentlich vergess ich das nicht. Und das Packen auch nicht. Und sowieso, es ist ja noch so viel zu tun, so viel zu bedenken... Die O.C.-Tour will auch noch gebucht sein. Oh je, und dabei wollte ich doch heute ein bisschen früher ins Bett...

Tag 144 (29.11.)

Nach dem Busdesaster gestern wollte ich heute total früh (also, für Ferien ;) ) aufstehen und zum Busunternehmen fahren. Tja. Gestern bin ich sogar relativ früh deshalb im Bett gewesen, nur dummerweise war ich einfach nicht so wirklich müde. Heute früh dafür umso mehr. Mein Schlafrhythmus ist leicht durcheinander... ich muss das wieder in den Griff kriegen, irgendwie. Naja, wobei sich das späestens beim LA-Trip selbst regeln dürfte. Auf die harte Tour.
Dementsprechend langsam war ich heute, aber es hätte noch alles perfekt geklappt, wenn die Seite, die mir immer aktuell erzählt, wann mein Bus kommt, mich nicht so veräppelt hätte. Die zehn Minuten, die da dranstanden vergingen nämlich in weitaus weniger Zeit, so dass ich nach kurzer Zeit sah, dass ich den Bus nie und nimmer erwischen würde. Gut, dann eben der nächste. Müsste ja auch noch reichen, ich plane ja immer mit total viel Puffer. Den Bus erwischte ich auch gerade so - obwohl ich noch einmal umdrehen musste, weil ich die Tasche für A. vergessen hatte. Bei ihr wollte ich nämlich noch vorher vorbei, ihr die Sachen bringen, die sie noch von Heilig Abend bei mir hatte und mir im Gegenzug mein Busticket audrucken lassen. Keine Ahnung ob ichs wirklich brauche, aber mit ists auf jeden Fall einfacher und unkomplizierter. Als ich aus der Tür trat war es neblig. Oh je, ich hatte schon fast vergessen, wie das ist, schlechtes Wetter zu haben, so schön war es in letzter Zeit. Doof. Aber gut, da kann man nichts ändern... Richtig doof ists nur für A.s Mutter und Schwester, welche gestern abend ankamen. Ihr erster Tag ist dann gleich mal eine richtige San Francisco-Stimmung... Übrigens habe ich erfahren, dass dieser schöne Dezember wirklich eine Ausnahme ist. Angeblich der dritttrockenste und -wärmste seit... ach, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall lange. Da hab ich wirklich Glück gehabt, wenn denn schon der Sommer Rekorde in Nebel und Niedrigtemperaturen hatte.
Ich war dann ein bisschen später bei A. als geplant, aber immer noch gut im Zeitplan. In Windeseile begrüßte ich ihre Familie, war mein Ticket ausgedruckt und ich wieder auf dem Weg in die Innenstadt. Unterwegs sah ich dann doch viel Sonne und freute mich schon, aber als ich in Downtown aus dem Tunnel kam war es wieder neblig. Na toll. Gut, ich war wohl wieder zu nah an der Küstennähe oder so...
Die Busstation war schnell gefunden und auch relativ leer. Ich trug mein Problem vor, und der Mann hinter derm Schalter meinte, das sei kein Problem, ich müsste aber 15 Dollar Buchungsänderung bezahlen. Das Datum zu ändern würde nichts kosten, aber ich wollte ja auch den Ausgangsort ändern... Na toll. Worfür kauft man dann Tickets, die man zurückgeben kann? Was hat denn das für einen Sinn? Ich fragte ihn dann nett, ob ich nicht einfach das Ticket zurückgeben und ein neues kaufen könnte? Ja, das ginge natürlich auch. Stimmt.
Oh man. Ich frage mich, ob der da wirklich nicht selber drauf kam oder für so etwas extra bezahlt wird. Wobei er mir eigentlich recht nett erschien. Also wurde mein Ticket umgebucht. Ich fahre mit dem gleichen Bus nur einen Tag später von Los Angeles ab und habe zusätzlich noch eine Verbindung nach LA. Für das gleiche Geld. Allerdings braucht das auch eine ganze Weile, anstatt der üblichen 45 Minuten wird das wohl mehr als zwei Stunden brauchen, denn ich muss zwischendurch sogar noch einmal umsteigen und habe beide Male 50 Minuten Puffer. Na, so verpasse ich die Busse wenigstens nicht, hoffentlich. Und ich kann ja im Bus schlafen, denn ich muss ziemlich früh aufstehen. Hoffentlich klappt das alles!
Wenn ich schon mal da bin, dachte ich mir, gehe ich auch ein bisschen durch die Läden. Nein, nicht einfach so, ich brauchte noch ein paar Sachen. Dummerweise kam ich zum ersten Mal an einem Spielzeug/Comicladen vorbei. Wieso war ich da vorher noch nie langgelaufen? Ich hielt mich aber zurück und kaufte nur ein dünnes Comicheft. Ich bin brav :) Im Ross dann besorgte ich noch letzte Geschenke, und ich denke, das waren jetzt wirklich alle. Juhu!
Danach ging ich noch zum Wallgreens. Ich befinde mich auf der Shopping-Zielgeraden und muss jetzt noch die Dinge kaufen, die ich auf jeden Fall mitnehmen wollte. Und beten, dass ich sie auch irgendwie rüberkriege... Im Wallgreens dann kaufte ich eine Tasche, eine dieser Städtetaschen, wo der Stadtname draufgeschrieben ist. Die kennt ihr ja sicher ;) Von meiner Heimatstadt habe ich die noch nicht, jetzt aber von San Francisco. Das sind Prioritäten... die Sache ist, dass ich mir denke, um die Tasche von meiner Heimatstadt zu kaufen hab ich ja noch Zeit. Hier ja nicht.
Unterwegs konnte ich nicht wiederstehen und betrat noch einen CD-Laden. Hier waren die Weihnachts-CDs um die Hälfte reduziert, und so kaufte ich ein paar für ein paar Cent, denn die waren auch gebraucht. Mal gucken, wenn ich Zeit hab höre ich sie an und schaue dann, welche ich mitnehme. Weil, dass alle ins Gepäck passen bezweifle ich stark. Vielleicht nehme ich auch nur die CDs mit. Mal sehen.
Ich aß zu Mittag, und dann fuhr ich Richtung Heim. Aber nicht direkt, denn unterwegs musste ich noch zur Post. Gestern abend lag nämlich eine Benachrichtgung vor meiner Türe, dass man mich leider nicht angetroffen hätte und ich mein Päckchen in der Post abholen solle. Pf. Ich war den ganzen Tag zu Hause... nur leider hatte der Postmensch diesmal wohl nur bei meinen Vermietern geklingelt und nicht bei mir. Ich frage mich warum, sonst machen sie das doch auch. Na gut, nicht ganz so tragisch, dann hole ich es mir eben selber ab. Man bin ich froh, dass mein Fructosin noch vor der LA-Reise gekommen ist. Jetzt brauche ich wirklich keine Angst zu haben, unterwegs zu verhungern. Zwar habe ich keine Lust, die teuren Kapseln einfach so zu verpulvern, aber lieber viel Geld ausgeben als zu verhungern. Eindeutig. Und besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ich wieder in Deutschland bin wird der Fructosinbedarf sowieso wieder zurückgefahren, da kann ich ja auch mehr und abwechslungsreicher essen. Während es in der Innen-Innenstadt nicht ganz so trüb gewesen war und man doch hin und wieder die Sonne hatte sehen können war es hier draußen wieder eisigkalt-neblig. Bäh. Ich fuhr zur Post, holte mein Päckchen-Brief und machte noch einen Abstecher zum Luckys für Lebensmittel, damit ich nicht noch unterwegs aussteigen und zum Trader Joes muss. Ich frage mich, wie ich das mit Brot für unseren Trip mache, irgendwann muss ich da noch einkaufen gehen... nur wann? Am Tag selber wird dafür wohl kaum Zeit sein, und ob die Läden Neujahr offen haben? Keine Ahnung.
Mittlerweile war ich, natürlich, müde und hungrig und freute mich, als ich zu Hause war. Erst Stunden später fiel mir ein, dass ich eigentlich zur Bücherei hatte gehen wollen. Hmpf. Dann halt morgen. Während ich also in der Küche stand und mein Mittag/Abendessen kochte klopfte es an der Tür, meine Vermieterin stand davor. Sie wollte die Schlüssel testen, weil sie ja das Zimmer vermieten wolle... Alles klar, kein Problem. Als ich dann eine halbe Stunde später in meinem Zimmer saß und gemütlich über Kopfhörer (der Sound ist einfach besser und man versteht mehr) nebenher eine Folge Gilmore Girls schaute hörte ich etwas draußen. Das war so laut, das musste doch in der Küche sein! Tatsächlich, da standen meine beiden Vermieter und die Dame, die ich als erstes getroffen hatte, die Maklerin. Huch? Ähm. Okay... gut, vielleicht hatten sie geklopft, dass hatte ich dann sicher nicht gehört. Und ja, vielleicht hatte ich meine Vermieterin die halbe Stunde vor falsch verstanden, vielleicht hatte sie gesagt, dass sie kommen würden. Aber sofern letzteres nicht stimmt kann ersteres trotzdem nicht sein. So was müssen sie ausreichend vorher abklären, das ist auch im amerikanischen Recht so. Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, wie oft sie schon in meiner Wohnung waren, ohne dass ich es weiß. Zum Glück bin ich hier bald raus, denn das finde ich jetzt doch etwas unangenehm. Während wir da nämlich so standen kam sogar auch noch die Tochter und besah sie die Küche und die Sachen, die ich da mittlerweile ausgelagert habe (ich hab mein zukünftiges Handgepäck und die Waage da stehen, die Waage wegen dem Steinboden und das Handgepäck einfach, damits mir nicht im Weg ist) seelenruhig. Ähm... hallo, Privatsphäre, wo bist du? Naja, nach ein paar Minuten waren sie wieder weg und ich kehrte zu meinem PC zurück. Ich buchte ein neues Hotel in Anaheim, damit komme ich jetzt Hotelmäßig sogar um ein paar wenige Dollar besser raus, als wenn ich die ganze Zeit in LA geblieben wäre. Auch wenn ich jetzt vermutlich ein Taxi von Disneyland heimnehmen muss. Es hätte noch ein Hotel ziemlich nahe gegeben, welches in Frage gekommen wäre, aber das wäre fix gewesen und nicht absagbar. Und da genau liegt gerade mein Problem - ich will nichts festes buchen. Ich hab Angst, dass irgendwas schief geht, dabei frage ich mich selber: Was soll denn schiefgehen? Außer, dass ich so krank werde, dass ich nicht fahren kann, aber danach siehts momentan nicht aus. Und ich denke, selbst dann würde ich fahren, nachdem ich extra für diesen Trip hiergeblieben bin. Aber etwas in mir sträubt sich dagegen, jetzt feste Buchungen zu machen. Auch meine Tickets für Disneyland und für die Universal Studios wollte ich nicht buchen. Obwohl ich da auf jeden Fall hinwill, aber irgendwie habe ich Angst. Meine einzige Erklärung ist, dass mir die Sache mit Yosemite irgendwie noch in den Knochen hängt, aber selbst das klingt irgendwie bescheuert. Keine Ahnung, was mir mit los ist... Spätestens morgen sollte ich die Tickets aber buchen, denn wenn ich will, dass A. sie mir ausdruckt sollte ich das rechtzeitig tun und nicht auf den letzten Drücker.
Eine letzte Sache gilt es auch noch zu überlegen - wie komme ich von Los Angeles nach Anaheim (Disneyland)? Es gibt ein Shuttle, welches vom Flughafen abfährt und die Gäste sogar bis zum Hotel bringt. Das Problem: der Flughafen ist schon ein Stück draußen aus der Stadt, das kostet Zeit, da rauszufahren. Möglichkeit zwei: Zug. Das Problem: Ich bin in den Staaten noch nie Zug gefahren und weiß nicht, wie sehr ich mich darauf verlassen kann. Klingt komisch, aber ja, irgendwie hab ich Angst. Denn der Zug fährt am Wochenende auch nur zwei Mal am Tag. Was, wenn er an dem Tag plötzlich nicht fährt? Oder so? Preislich kommts wohl aufs gleiche, in etwa, denn während das Shuttle ein wenig teurer ist muss ich nach dem Zug unter Umständen noch kurz ein Taxi nehmen oder aber auf jeden Fall auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen um zu meinem Hotel zu kommen. Der Zug dauert vermutlich etwas kürzer, und eigentlich mag ich Zugfahren mehr als mit dem Bus. Mal sehen, für was ich mich entscheide... ich bin echt froh, wenn ich wieder in Deutschland bin und weiß, wie das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert. Echt!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Tag 143 (28.12.)

Mein Wecker war irgendwie genauso faul wie ich heute. Er weckte mich nämlich nicht, was zur Folge hatte, dass ich bis halb eins (!) schlief. Au weia. Mein Schlafrhythmus ist damit endgültig hinüber... Mist. Das muss ich irgendwie wieder hinbiegen.
Ich kam heute mittag auf die glorreiche Idee, dass ja mein Vater unter Umständen mein Busticket buchen kann. Wenn ich das versuche kommt immer eine Fehlermeldung... tollerweise trat die auch bei meinem Vater auf. So wurde dann mein Bruder kurzerhand herangezogen und erledigte das gemeinsam mit mir. Ich fühlte mich ziemlich gut, als das erledigt war, auch wenn jetzt feststand: Es gibt kein zurück. Das wird jetzt durchgezogen. Unheimlich. Ich hoffe, ich habe mich auch für den richtigen Tag entschieden. Allerdings habe ich extra ein erstattungsfähiges, teureres Ticket gekauft. Ich brauche Absicherung, sonst fühle ich mich schlecht ;) Jetzt brauche ich "nur" noch die Tickets für Disneyland, die Universal Studios und den Bus, der mich nach Disneyland bringen soll. Dachte ich. Denn als ich mich da gerade so wahnsinnig gut fühlte traf mich der Schlag - ich bin doch echt doof. Warum übernachte ich nicht auf bei Disneyland, anstatt an einem Tag von LA da hin und wieder zurück zu fahren? Da geht doch sicher auch ein Bus von da aus. Oh man. Mist. Was nun?
Scheint so, als ob ich morgen doch noch zum Busticketcenter fahren muss und das ganze Theater mit der Ticketbuchung über Deutschland völlig umsonst war. Mist, das wollte ich doch vermeiden. Na gut, dann hab ich wenigstens was zu tun. Ehrlich gesagt zog mich die Geschichte aber doch etwas runter, keine Ahnung wieso. Vielleicht, weil ich dachte, dass jetzt alles geklärt ist und ich muss mit dem Planen noch mal anfangen? Ich hab darauf keine Lust mehr, wirklich nicht... klingt vielleicht albern, aber mir reichts. Darauf freue ich mich echt - keine Planungen mehr. Juhu! Lag vielleicht aber auch daran, dass ich gerne mit jemandem über meine Gedanken und Ideen gesprochen hätte, und niemand da war. Natürlich nicht, war ja mitten in der Nacht in Deutschland. Aber das wird schon irgendwie, hoffe ich. Ein paar Folgen Gilmore Girls zogen mich da aus dem Schlamm schon wieder raus. Auuuuußerdem hat meine Idee den tollen Vorteil, dass ich, wenn ich einen Tag länger bleibe, eine Bustour nach Orange County inklusive Newport Beach machen kann. 7 Stunden, 60 Dollar. Nicht so super teuer, wie ich finde, und da wollte ich eigentlich schon mal hin... Von dem her, eigentlich war das eine tolle Idee. Nur, dass ich jetzt alles umschmeißen muss ist blöd. Aber morgen bin ich schlauer und weiß dann hoffentlich, dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle. Bitte. Bitte...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Tag 142 (27.12.)

Mein Vormittag verging schnell und ruhig. Gegen drei brach ich dann in die Innenstadt auf. Erster Halt war an der Bücherei, und da ich nicht weiß, ob ich jemals wieder die Hauptzentrale betreten werde machte ich mal ein paar Fotos. Danach hatte ich solchen Hunger, dass ich doch ein bisschen was essen musste. Hmpf. Wollte ich gar nicht... Ich wollte mich nämlich heute Abend mit einem Mädel und ihrem Freund treffen, welche ich aus einem Forum kenne. Sie ist gerade, nach ein paar Monaten in Colorado, auf Durchreise, quasi, und da dachten wir uns, wir könnten uns mal treffen. Am anderen Ende der Welt ;) Wir hatten uns beim In-n-out-Burger verabredet, ihr wisst schon, dem supertollen Burgerladen, in dem ich seit Jahren meinen ersten Burger gegessen habe. Die mit dem netten Service. Eigentlich wollte ich ja dann da quasi erst essen, aber mein Magen machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Dann machte ich mich auf zum Fishermans Wharf. Da ist nämlich der Burgerladen... ich hatte aber noch Zeit, also lief ich auf der Suche nach den letzten Mitbringseln noch ein wenig herum. Irgendwie fand ich aber alles blöd, also kaufte ich letztendlich nur ein paar Bleistifte. In ganz bunt und glitzerig, für Kinder ;) Natürlich war ich dann viel zu früh beim In-n-out, wie immer. Gegen einen Baum gelehnt stand ich dann da und wartete auf die zwei. Und beobachtete die Masse an Leuten, die da so vorbeizog. Ich weiß auch nicht warum, aber heute war die Hölle los. Vermutlich die Nach-Weihnachts-Touristen und -Einkäufer. Ich hatte vorher ein Foto von F. gesehen, und außerdem hatte sie mir geschrieben, dass sie auf Grund ihrer Zehenschuhe sowieso unverkennbar sein würde. Witzigerweise brachte mich das dazu, andauernd auf die Schuhe von allen Leuten zu gucken (und das, obwohl ich ein Foto gesehen hatte. Verrückt). Darauf achte ich ja sonst nicht so... schon interessant, was die anderen Leute so tragen.
Pünktlich tauchten die zwei dann auch auf, und ich erkannte sie, auch ohne auf die Schuhe geguckt zu haben. Auch wenn der Sicherheitsblick dann trotzdem noch kam. Im In-n-out war alles völlig überfüllt, irgendwann konnten wir dann aber einen Zweiertisch ergattern. F. saß bei ihrem Freund auf dem Schoß, alles palletti. Unser Gespräch wurde andauernd von einem Herrn neben uns gestört, der sich entweder langweilte, betrunken war oder nicht ganz richtig im Kopf. Oder alles zusammen. Keine Ahnung. Jedenfalls nervte er ziemlich, glücklicherweise verschwand er dann irgendwann. Er nervte übrigens so sehr, dass der Tisch neben uns (obwohl ein Vierer) meistens recht schnell wieder frei war. Und er sich daraufhin wieder uns zuwandte. Mist.
Wir unterhielten uns gut, dafür, dass wir uns in Wirklichkeit gerade erst einmal seit wenigen Minuten kannten. Beide waren sehr nett, und als sie dann losmussten um ihre Bus zu erwischen kam ich mit. Und stellte fest, dass ich mit dem auch fahren kann. Sehr gut. Für beide ging nämlich wenige Stunden später noch der Flug nach Hause, mit ein paar Tagen Zwischenstopp in New York. Nicht schlecht :) F. übrigens empfahl mir die "Lost Campers", hier kriegt man ziemlich günstig Vans vermietet, die man auch zum Übernachten nutzen kann. Ohne Aufschlag für unter-25-jährige. Das nenn ich mal toll. Ich selber kann das leider nicht mehr nutzen, aber ja vielleicht mal jemand anderes. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter!
Natürlich kam der Linienbus, denn wir brauchten, ganz San Francisco-like eine ganze Weile nicht, irgendwann aber saßen wir drin und unterhielten uns noch die letzten Minuten. Plötzlich gings dann aber ganz schnell, und weg waren beide. Ich drückte ihnen noch die Daumen, dass sie sowohl ihr Shuttle als auch ihren Flug gut erwischen würden. Oder besser, kreuzte die Finger. Daumen drücken macht man hier ja nicht.
Ich fuhr weiter, ging unterwegs noch einkaufen und durfte dann 15 Minuten auf meine nächste Bahn warten. Mist. Ich war mittlerweile todmüde, und auf der Rückfahrt schlief ich dann auch tatsächlich ein. DAS ist mir noch nie passiert. Ein bisschen dösen, ja, aber richtig einschlafen - nein.
Ein bisschen Sorgen macht mir noch das Busticket, welches ich für die Rückfahrt von Los Angeles buchen muss. Ich kann die Seite mit meinem PC ja nicht richtig aufrufen, und A. hat kein Internet momentan. Ganz tolle Kombination. Ich muss mir aber langsam was einfallen lassen, denn irgendwann die nächsten Tage wirds teurer werden. Hm. Ich hoffe, mir fällt bald etwas ein...
Zu Hause dann sah ich, dass ich noch einen Brief bekommen hatte - Mamas Weihnachtskarte. Sie hatte die Karte am gleichen Tag losgeschickt wie meine Oma, und die Karte war schon an Heiligabend angekommen. Da sieht man mal, wie verrückt unterschiedlich die Lieferzeiten sein können, auch wenn beide etwas am gleichen Tag aus der gleichen Stadt losschicken. Auch wenns vermutlich nicht der gleiche Briefkasten gewesen sein wird. Ganz vermutlich. Wobei, bei den wenigen Briefkästen heutzutage... ;) Das führte dazu, dass nun ganze sieben Weihnachtskarten auf meiner Weihnachtskommode stehen. Eine ganze Menge! So viel kriege ich sonst nie. Hat doch auch Vorteile, im Ausland zu sein.