Nach dem Busdesaster gestern wollte ich heute total früh (also, für Ferien ;) ) aufstehen und zum Busunternehmen fahren. Tja. Gestern bin ich sogar relativ früh deshalb im Bett gewesen, nur dummerweise war ich einfach nicht so wirklich müde. Heute früh dafür umso mehr. Mein Schlafrhythmus ist leicht durcheinander... ich muss das wieder in den Griff kriegen, irgendwie. Naja, wobei sich das späestens beim LA-Trip selbst regeln dürfte. Auf die harte Tour.
Dementsprechend langsam war ich heute, aber es hätte noch alles perfekt geklappt, wenn die Seite, die mir immer aktuell erzählt, wann mein Bus kommt, mich nicht so veräppelt hätte. Die zehn Minuten, die da dranstanden vergingen nämlich in weitaus weniger Zeit, so dass ich nach kurzer Zeit sah, dass ich den Bus nie und nimmer erwischen würde. Gut, dann eben der nächste. Müsste ja auch noch reichen, ich plane ja immer mit total viel Puffer. Den Bus erwischte ich auch gerade so - obwohl ich noch einmal umdrehen musste, weil ich die Tasche für A. vergessen hatte. Bei ihr wollte ich nämlich noch vorher vorbei, ihr die Sachen bringen, die sie noch von Heilig Abend bei mir hatte und mir im Gegenzug mein Busticket audrucken lassen. Keine Ahnung ob ichs wirklich brauche, aber mit ists auf jeden Fall einfacher und unkomplizierter. Als ich aus der Tür trat war es neblig. Oh je, ich hatte schon fast vergessen, wie das ist, schlechtes Wetter zu haben, so schön war es in letzter Zeit. Doof. Aber gut, da kann man nichts ändern... Richtig doof ists nur für A.s Mutter und Schwester, welche gestern abend ankamen. Ihr erster Tag ist dann gleich mal eine richtige San Francisco-Stimmung... Übrigens habe ich erfahren, dass dieser schöne Dezember wirklich eine Ausnahme ist. Angeblich der dritttrockenste und -wärmste seit... ach, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall lange. Da hab ich wirklich Glück gehabt, wenn denn schon der Sommer Rekorde in Nebel und Niedrigtemperaturen hatte.
Ich war dann ein bisschen später bei A. als geplant, aber immer noch gut im Zeitplan. In Windeseile begrüßte ich ihre Familie, war mein Ticket ausgedruckt und ich wieder auf dem Weg in die Innenstadt. Unterwegs sah ich dann doch viel Sonne und freute mich schon, aber als ich in Downtown aus dem Tunnel kam war es wieder neblig. Na toll. Gut, ich war wohl wieder zu nah an der Küstennähe oder so...
Die Busstation war schnell gefunden und auch relativ leer. Ich trug mein Problem vor, und der Mann hinter derm Schalter meinte, das sei kein Problem, ich müsste aber 15 Dollar Buchungsänderung bezahlen. Das Datum zu ändern würde nichts kosten, aber ich wollte ja auch den Ausgangsort ändern... Na toll. Worfür kauft man dann Tickets, die man zurückgeben kann? Was hat denn das für einen Sinn? Ich fragte ihn dann nett, ob ich nicht einfach das Ticket zurückgeben und ein neues kaufen könnte? Ja, das ginge natürlich auch. Stimmt.
Oh man. Ich frage mich, ob der da wirklich nicht selber drauf kam oder für so etwas extra bezahlt wird. Wobei er mir eigentlich recht nett erschien. Also wurde mein Ticket umgebucht. Ich fahre mit dem gleichen Bus nur einen Tag später von Los Angeles ab und habe zusätzlich noch eine Verbindung nach LA. Für das gleiche Geld. Allerdings braucht das auch eine ganze Weile, anstatt der üblichen 45 Minuten wird das wohl mehr als zwei Stunden brauchen, denn ich muss zwischendurch sogar noch einmal umsteigen und habe beide Male 50 Minuten Puffer. Na, so verpasse ich die Busse wenigstens nicht, hoffentlich. Und ich kann ja im Bus schlafen, denn ich muss ziemlich früh aufstehen. Hoffentlich klappt das alles!
Wenn ich schon mal da bin, dachte ich mir, gehe ich auch ein bisschen durch die Läden. Nein, nicht einfach so, ich brauchte noch ein paar Sachen. Dummerweise kam ich zum ersten Mal an einem Spielzeug/Comicladen vorbei. Wieso war ich da vorher noch nie langgelaufen? Ich hielt mich aber zurück und kaufte nur ein dünnes Comicheft. Ich bin brav :) Im Ross dann besorgte ich noch letzte Geschenke, und ich denke, das waren jetzt wirklich alle. Juhu!
Danach ging ich noch zum Wallgreens. Ich befinde mich auf der Shopping-Zielgeraden und muss jetzt noch die Dinge kaufen, die ich auf jeden Fall mitnehmen wollte. Und beten, dass ich sie auch irgendwie rüberkriege... Im Wallgreens dann kaufte ich eine Tasche, eine dieser Städtetaschen, wo der Stadtname draufgeschrieben ist. Die kennt ihr ja sicher ;) Von meiner Heimatstadt habe ich die noch nicht, jetzt aber von San Francisco. Das sind Prioritäten... die Sache ist, dass ich mir denke, um die Tasche von meiner Heimatstadt zu kaufen hab ich ja noch Zeit. Hier ja nicht.
Unterwegs konnte ich nicht wiederstehen und betrat noch einen CD-Laden. Hier waren die Weihnachts-CDs um die Hälfte reduziert, und so kaufte ich ein paar für ein paar Cent, denn die waren auch gebraucht. Mal gucken, wenn ich Zeit hab höre ich sie an und schaue dann, welche ich mitnehme. Weil, dass alle ins Gepäck passen bezweifle ich stark. Vielleicht nehme ich auch nur die CDs mit. Mal sehen.
Ich aß zu Mittag, und dann fuhr ich Richtung Heim. Aber nicht direkt, denn unterwegs musste ich noch zur Post. Gestern abend lag nämlich eine Benachrichtgung vor meiner Türe, dass man mich leider nicht angetroffen hätte und ich mein Päckchen in der Post abholen solle. Pf. Ich war den ganzen Tag zu Hause... nur leider hatte der Postmensch diesmal wohl nur bei meinen Vermietern geklingelt und nicht bei mir. Ich frage mich warum, sonst machen sie das doch auch. Na gut, nicht ganz so tragisch, dann hole ich es mir eben selber ab. Man bin ich froh, dass mein Fructosin noch vor der LA-Reise gekommen ist. Jetzt brauche ich wirklich keine Angst zu haben, unterwegs zu verhungern. Zwar habe ich keine Lust, die teuren Kapseln einfach so zu verpulvern, aber lieber viel Geld ausgeben als zu verhungern. Eindeutig. Und besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ich wieder in Deutschland bin wird der Fructosinbedarf sowieso wieder zurückgefahren, da kann ich ja auch mehr und abwechslungsreicher essen. Während es in der Innen-Innenstadt nicht ganz so trüb gewesen war und man doch hin und wieder die Sonne hatte sehen können war es hier draußen wieder eisigkalt-neblig. Bäh. Ich fuhr zur Post, holte mein Päckchen-Brief und machte noch einen Abstecher zum Luckys für Lebensmittel, damit ich nicht noch unterwegs aussteigen und zum Trader Joes muss. Ich frage mich, wie ich das mit Brot für unseren Trip mache, irgendwann muss ich da noch einkaufen gehen... nur wann? Am Tag selber wird dafür wohl kaum Zeit sein, und ob die Läden Neujahr offen haben? Keine Ahnung.
Mittlerweile war ich, natürlich, müde und hungrig und freute mich, als ich zu Hause war. Erst Stunden später fiel mir ein, dass ich eigentlich zur Bücherei hatte gehen wollen. Hmpf. Dann halt morgen. Während ich also in der Küche stand und mein Mittag/Abendessen kochte klopfte es an der Tür, meine Vermieterin stand davor. Sie wollte die Schlüssel testen, weil sie ja das Zimmer vermieten wolle... Alles klar, kein Problem. Als ich dann eine halbe Stunde später in meinem Zimmer saß und gemütlich über Kopfhörer (der Sound ist einfach besser und man versteht mehr) nebenher eine Folge Gilmore Girls schaute hörte ich etwas draußen. Das war so laut, das
musste doch in der Küche sein! Tatsächlich, da standen meine beiden Vermieter und die Dame, die ich als erstes getroffen hatte, die Maklerin. Huch? Ähm. Okay... gut, vielleicht hatten sie geklopft, dass hatte ich dann sicher nicht gehört. Und ja, vielleicht hatte ich meine Vermieterin die halbe Stunde vor falsch verstanden, vielleicht hatte sie gesagt, dass sie kommen würden. Aber sofern letzteres nicht stimmt kann ersteres trotzdem nicht sein. So was müssen sie ausreichend vorher abklären, das ist auch im amerikanischen Recht so. Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, wie oft sie schon in meiner Wohnung waren, ohne dass ich es weiß. Zum Glück bin ich hier bald raus, denn das finde ich jetzt doch etwas unangenehm. Während wir da nämlich so standen kam sogar auch noch die Tochter und besah sie die Küche und die Sachen, die ich da mittlerweile ausgelagert habe (ich hab mein zukünftiges Handgepäck und die Waage da stehen, die Waage wegen dem Steinboden und das Handgepäck einfach, damits mir nicht im Weg ist) seelenruhig. Ähm... hallo, Privatsphäre, wo bist du? Naja, nach ein paar Minuten waren sie wieder weg und ich kehrte zu meinem PC zurück. Ich buchte ein neues Hotel in Anaheim, damit komme ich jetzt Hotelmäßig sogar um ein paar wenige Dollar besser raus, als wenn ich die ganze Zeit in LA geblieben wäre. Auch wenn ich jetzt vermutlich ein Taxi von Disneyland heimnehmen muss. Es hätte noch ein Hotel ziemlich nahe gegeben, welches in Frage gekommen wäre, aber das wäre fix gewesen und nicht absagbar. Und da genau liegt gerade mein Problem - ich will nichts festes buchen. Ich hab Angst, dass irgendwas schief geht, dabei frage ich mich selber: Was soll denn schiefgehen? Außer, dass ich so krank werde, dass ich nicht fahren kann, aber danach siehts momentan nicht aus. Und ich denke, selbst dann würde ich fahren, nachdem ich extra für diesen Trip hiergeblieben bin. Aber etwas in mir sträubt sich dagegen, jetzt feste Buchungen zu machen. Auch meine Tickets für Disneyland und für die Universal Studios wollte ich nicht buchen. Obwohl ich da auf jeden Fall hinwill, aber irgendwie habe ich Angst. Meine einzige Erklärung ist, dass mir die Sache mit Yosemite irgendwie noch in den Knochen hängt, aber selbst das klingt irgendwie bescheuert. Keine Ahnung, was mir mit los ist... Spätestens morgen sollte ich die Tickets aber buchen, denn wenn ich will, dass A. sie mir ausdruckt sollte ich das rechtzeitig tun und nicht auf den letzten Drücker.
Eine letzte Sache gilt es auch noch zu überlegen - wie komme ich von Los Angeles nach Anaheim (Disneyland)? Es gibt ein Shuttle, welches vom Flughafen abfährt und die Gäste sogar bis zum Hotel bringt. Das Problem: der Flughafen ist schon ein Stück draußen aus der Stadt, das kostet Zeit, da rauszufahren. Möglichkeit zwei: Zug. Das Problem: Ich bin in den Staaten noch nie Zug gefahren und weiß nicht, wie sehr ich mich darauf verlassen kann. Klingt komisch, aber ja, irgendwie hab ich Angst. Denn der Zug fährt am Wochenende auch nur zwei Mal am Tag. Was, wenn er an dem Tag plötzlich nicht fährt? Oder so? Preislich kommts wohl aufs gleiche, in etwa, denn während das Shuttle ein wenig teurer ist muss ich nach dem Zug unter Umständen noch kurz ein Taxi nehmen oder aber auf jeden Fall auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen um zu meinem Hotel zu kommen. Der Zug dauert vermutlich etwas kürzer, und eigentlich mag ich Zugfahren mehr als mit dem Bus. Mal sehen, für was ich mich entscheide... ich bin echt froh, wenn ich wieder in Deutschland bin und weiß, wie das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert. Echt!