Mittwoch, 3. August 2011

Zimmersuche per Internet

Vielleicht habe ich schon ein Zimmer. Zumindest, wenn alles gut läuft und keine Missverständnisse herrschen. Es handelt sich um ein Zimmer in einer Studenten-WG, 700$ (inkl. Internet und Waschküche und gerade so in meinem Budget), möbliert, 10 Minuten von der Uni entfernt (angeblich) und, angeblich, groß. Fast perfekt also ;) Ich schreibe mit einem Herrn jetzt seit meiner letzten Kontaktmail-verschick-Wut, es ist bisher sehr unverbindlich. Er meint, er möchte nicht verlangen, dass jemand einen Vertrag unterschreibt oder Geld zahlt, ohne die Wohnung oder Vermieter gesehen zu haben - sehr nett. Ich soll einfach vorbeischauen, wenn ich dann in den USA bin. So weit so gut - solche Mails hatte ich ja schon ein paar Mal. Diesmal klang es aber ein bisschen anders.
Das Zimmer wird zum 14. August frei - ein deutsches Mädchen zieht aus. Wie passend ;) Für mich natürlich etwas spät, aber besser spät als gar kein Zimmer. Als ich schrieb, dass ich bis dahin im Hostel unterkommen würde, meinte mein Kontakt sofort, dass sei doch nicht nötig - ich könne im Garagenzimmer schlafen, der Bewohner sei grad außer Landes.
Entweder das ist alles total unverbindlich und er rechnet gar nicht damit, dass ich überhaupt aufkreuze - oder ich bin wirklich die Einzige, mit der er schreibt, und ich habe gute Chancen, das Zimmer zu kriegen. Das wäre soooo toll!
Das Hostel werde ich trotzdem noch gebucht lassen, sicher ist sicher. Zur Not muss ich eben zahlen, aber das ist besser, als am Ende dann unter der Brücke zu schlafen - auch wenn die Golden Gate so berühmt ist.
Meine Mitbewohnerin fliegt ja schon drei Tage früher (so sie denn ihr Visum mittlerweile hat), vielleicht schafft sie es ja auch, da mal vorbeizuschauen. Und wenn nicht habe ich dann halt eine Überraschung. Irgendwie wirds schon werden ;)

Noch ein paar angehängte Tips zur Zimmersuche: Ich habe bisher nur auf craigslist.org gesucht. Da habe ich dann gewisse Kriterien zwecks Wohnort eingegeben und gesucht. Man hat schnell raus, alle Preise über dem gesuchten zu ignorieren, alternativ kann man auch umgekehrt alle Bezirke außer den gesuchten im Hirn ausblenden. Alle, die dann in mein Beuteschema trafen (in meinem persönlichen Fall waren das 700$ maximum, Bezirke bevorzugt Sunset und ingleside), wurden angeklickt und auf neue Kriterien gescannt:
  • Ist der Preis schon komplett oder kommen noch NK hinzu?
  • Ist das Zimmer für mich alleine oder muss ich es teilen?
  • Wie weit ist das Zimmer von der Uni entfernt?
  • Wie ist der Ruf des Bezirks?
  • Ist es möbliert?
  • Ist es "420friendly"? (Wenn du mit Marihuana experimentieren willst, dann bitte ;))
  • Ab wann ist das Zimmer frei?
  • Für wie lange muss man das Zimmer mindestens beziehen?
  • Sind beide Geschlechter erwünscht oder nur eines?
  • Gibt es Zahlungen wie Kaution o.ä.?
  • Passen eventuelle Wünsche der Vermieter auf mich (Beispiel: Werden leise Mieter gesucht sollte man nicht viele Parties feiern)?
  • Und die Luxusfrage: Gibts eine Waschmaschine?
Wenn alle Fragen im grünen Bereich liegen (außer letzterer vielleicht ;) ) habe ich eine Mail verschickt. Ich hatte eine 0815-Mail, die ich dann gegebenenfalls an die Wohnungsanzeige angepasst habe. Gab es zum Beispiel keine Fotos habe ich danach gefragt. Die Seite speicherte ich mir in meinen Favoriten, um sie später wieder zu finden.
Beim ersten Mal hatte ich plötzlich ein Problem - ich bekam Antworten, hatte natürlich aber keine Ahnung, auf welche Wohnungsanzeige die sich bezogen. Also - entweder direkt im Betreff den Link schreiben, oder aber, wenn man das vergessen hat, hoffen, dass der Empfänger die eigene Mail angehängt hatte und da noch die vergebene Mailadresse von craigslist drinsteht. Die kann man dann in eine beliebige Suchmaschine eingeben und findet so im Normalfall die Wohnungsanzeige. Kompliziert, mir fiel aber nichts besseres ein ;)
Auch würde ich empfehlen, in der Mail dazuzuschreiben, dass Deutschland sich in Europa befindet. Ich weiß nicht, ob diverse Antworten, ich solle doch einfach mal morgen vorbeikommen, auf mangelnder Lese- oder Erdkundefähigkeit zurückzuführen sind - aber sicher ist sicher.
Viele Antworten bekam ich nie zurück - ich würde sagen, in etwa ein Sechstel hat mir geantwortet. So überschlagen ;) Davon war die Hälfte dann auch noch sinnlos (siehe oben). Insgesamt habe ich wohl mittlerweile um die 60 Anfragen verschickt, genau kann ich das aber nicht sagen.

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das klappt. Wie gesagt, es wäre so toll...

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