Samstag, 27. August 2011

Tag 19 (26.08.)

Heute früh wollte ich mich nach dem Weckerklingen eigentlich gleich wieder ins Bett legen. Mein Kopf tat weh und der Hals stand dem in nichts nach. Das ist doch echt Mist, hier jetzt gleich krank zu werden! Immerhin biss ich die Zähne zusammen und machte weiter - zu Hause bleiben war keine Option. Ich musste dringend üben, außerdem gabs heute ein Konzert in der Uni und Nachmittags stand der Spaziergang mit B. auf dem Plan! Nein, aufgeben und zu Hause rumgammeln? No chance.
Also machte ich mich fertig und telefonierte noch ein wenig mit Deutschland. Was sich da alles in den letzten zwei Wochen geändert hat! Umzüge, Hauskäufe, Krankheiten im engen Kreis - die Tatsache, dass nun eine Solaranlage auf unserem Dach liegt ist da wirklich noch das geringste der Veränderungen. Wenn das so weitergeht ist alles komplett anders, wenn ich wieder da bin.
Schon bald musste ich mich aber auf den Weg in die Uni machen. Ich wollte ja noch vor dem Konzert ein bisschen üben! Zuerst stattete ich aber unserer Ansprechpartnerin an der Uni einen Besuch ab. Ich wollte sichergehen, dass es von der amerikanischen Seite keine Probleme geben würde, sollte ich wirklich drei Chöre belegen. Nicht, dass da hinterher wieder irgendwas rauskommt... die Erfahrung jetzt hat mir gereicht. Bevor ich mit ihr reden konnte musste ich aber erst ihr Büro finden und damit das zugehörige Haus. Ich lief einmal komplett um das Gebäude herum, denn erst nach der Hälfte hatte ich kapiert, dass es ja das Gesuchte ist. Mist ;) Immerhin entdeckte ich so den Campuseigenen Subway und ein Noodlehouse - irgendwas asiatisches. Beim Gespräch kam dann raus, dass alles okay ist, ich darf gerne drei Chöre belegen. Ich frage mich nur, wie das mit der Notengebung dann funktioniert... kriegt man da dann echt eine Note für? Ich werds ja nächste Woche hoffentlich erfahren.
Schließlich kam ich tatsächlich noch zum üben. Nicht so viel wie ich eigentlich wollte, aber immerhin ein bisschen was... Da aber sowohl A. als auch ich schon am verhungern waren aßen wir mal ausnahmsweise ziemlich früh zu Mittag, sogar vor 12 Uhr. Hui! Dementsprechend pünktlich tauchten wir dann auch vor dem Saal auf, hinter dessen Türen das Konzert stattfinden sollte. Es war ein Preisträgerkonzert mit drei Pianisten von einem Wettbewerb, den unsere neue Lehrerin organisiert. Sie war es auch gewesen, die uns immer wieder darauf hingewiesen hatte. Ich finde es total faszinierend, dass so ein Konzert mittags um eins (!) stattfindet. Ich meine, ich fands total angenehm, ich mag es nicht so sehr, abends dann noch mal aus dem Haus zu gehen und irgendwohin zu dackeln. Faszinierend-seltsam finde ich es trotzdem ;)
Schon im Konzert merkte ich dann aber, wie meine Kopfschmerzen zunahmen. Die meiste Zeit hielt ich die Augen geschlossen. Nach einer Stunde war das wirklich großartige Konzert vorbei - und ich ging wieder üben. Brav wie ich bin ;) Nur leider war das keine besonders produktive Zeit. Ich versuchte mein Bestes, aber schmerzende Nackenmuskulatur, Kopfschmerzen und Kratzen im Hals sorgten dafür, dass meine magere Konzentration nicht wirkliche Höchstleistungen hervorbrachte. Die halbe Zeit verbrachte ich liegend auf der Holzbank vor dem Klavier, in der Hoffnung, irgendwas in meinem Rücken oder am Nacken würde sich wieder einrenken und mir würde es besser gehen. Schließlich gab ich auf - so hatte das alles keinen Wert. Den Spaziergang konnte ich mich wohl abschminken, jetzt war eher angesagt, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen. In einem solchen Zustand sind drei Chöre nämlich keine wirklich gute Idee ;) Also wartete ich im Flur, bis A. aus ihrem ersten Kammermusiktreffen kam und überbrachte ihr die Hiobsbotschaft. Sie machte sich dann auf den Weg zu B., ich fuhr nach Hause. Wo ich tatsächlich etwas schlief, mich ausruhte, Medikamente nahm (zum Glück hab ich mir was mitgenommen!) und versuchte, mich zu entspannen. Besonders jetzt fiel mir der wahnsinnige Lärm von meinen Vermietern auf. Sie haben ja zwei Kinder - und das hört man meistens. Ziemlich sogar ;) Die rennen und schreien teilweise im Haus rum, dass einem hören uns sehen vergeht! Zum Glück sind sie nachts leise (sie müssen schließlich irgendwann schlafen...), und tagsüber stört mich das eigentlich nicht. Zumindest nicht, solange ich nicht lernen muss! Aber ich werde ja vermutlich nicht so viel lernen müssen, wenn mein Plan aufgeht. Drückt mir die Daumen!
Später als ich wollte, früher als normalerweise lag ich dann schließlich im Bett, in der Hoffnung, dass ein wenig Schlaf das Schlimmste beseitigen würde.

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