Dienstag, 9. August 2011

Tag 1 (08.08.)

So, hier mal ein hoffentlich nicht allzu langer Bericht von meiner Ankunft hier - gerade habe ich etwas Zeit, mal schauen, wie lange das so bleibt.
Der Aufbruch morgens ging dann doch plötzlich ganz schnell. Als ich in meinem Flieger saß bekam ich dann auch die erste leichte Panik vor dem Fliegen - zum Glück nicht vorher. Der Pilot war aber von der ganz lockeren Art und heiterte uns mit ein paar Sprüchen auf, unter anderem fragte er nach, ob jemand wissen wollte, wie das Flugzeug funktioniert - wir hätten ja Zeit. Zeit deshalb, weil mein Flug eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde wegen des Zeitfensters in Frankfurt. Über Frankfurt kamen wir in eine Regenwolke (oder wohl eher mehrere), das war schon ein wenig Gewackel - und mir war am Ende ziemlich schlecht. Ich betete also, dass das beim nächsten Flug anders sein würde! Ehrlich gesagt war der Fensterplatz zwar wunderschön zum rausschauen (wenn man mal was gesehen hat - wahnsinn, wie viele Bäume es um die Städte herum gibt! Und ich konnte wogar Fernsehturm, Stadion und Bahnhof von oben sehen, in Frankfurt habe ich auch das Stadion entdeckt.), aber ich freute mich doch auch auf den Gangplatz im nächsten Flieger.

Kann man erkennen, wie der Vogel heißt? ;)

Der würde weniger "gequetscht" sein. So war es dann auch, ich hatte wohl einen der besten Plätze im ganzen Flieger. Im vorderen Bereich, am Gang, hinter mir nur Wand. Und nah an Toilette und Küche, was sich noch als geschickt heraussstellen sollte. Denn, wie nicht anders zu erwarten, gab es nichts zu essen für mich an Bord. Die hatten irgendwie Fruktoseintoleranz mit Vegetarismus verwechselt, denn mein erstes Menü bestand aus Obstsalat, Salat und Kartoffeln mit Tofu (warum Tofu, wenn Fleisch geht?), allerdings mit Tomatensoße überzogen. Die Kartoffeln und das Tofu hätte ich ja ohne die Soße riskiert, so aber... nun ja. Zum Glück fand sich ein Glas Frankfurter Würstchen, von dem ich dann drei Stück mit Brötchen verputzen durfte. Wie zu Hause also ;)
Mein zweites Menü war dann Reis mit Gemüse, wieder Obstsalat und Salat. Nun gut, wenigstens den Reis aß ich, in dem Gemüse lag nämlich wieder verdächtig viel Tomate. Das musste nicht sein... Zum Glück hatte ich noch Brötchen mitgenommen und konnte daran ein bisschen knabbern. Würstchen gab es nämlich keine mehr, weil die restlichen nach dem Essen weggeschmissen werden mussten. Eine Vorschrift. Tolle Vorschrift...
Gegen Ende des Fluges kam aber dann einer der Stewarde auf mich zu, fragte nach meinen Daten - und überreichte mir dann einen 25 Euro - Lufthansa Gutschein, einzulösen an Bord für Duty-Free-Waren oder aus dem Katalog. Na das nenne ich mal Kulanz - auch wenn der mir kaum was bringt, weil die meisten Dinge teurer sind. Da werde ich mich aber auf dem Rückweg ein wenig damit beschäftigen. Und notfalls eben was draufzahlen, ein, zwei tolle Sachen gabs da nämlich schon... Ein paar von der Crew entschuldigten sich auch noch öfters bei mir, und das positive ist - auch sie hatten gemerkt, dass da was nicht stimmen kann, ich meine - Obstsalat für eine Fruktoseintolerante... :D
Auf dem Flug beschäftigte ich mich mit Fernsehen - Thor, Kung Fu Panda 2, Scrubs, Glee, Shaun das Schaf und The Mentalist - ich hatte ja viel Zeit... zum schlafen kam ich kaum, insgesamt wohl nur 1,5 Stunden. Und nach der Hälfte der Flugzeit hatte ich das Ganze auch schon satt und wollte wieder auf den Boden. Manchmal aber vergaß ich sogar, in einem Flieger zu sitzen, so ruhig war der Flug. Zum Glück :)
Die Landung war super (wie beim ersten Flug - irgendwie hatte ich Landungen schlimmer in Erinnerung), und als ich dann endlich Amerikanischen Boden betrat fühlte ich mich ganz gut - endlich raus aus dem Flieger und dann endlich angekommen!
Angst hatte ich ja noch davor, dass sie mich aus irgendeinem Grund nicht einreisen lassen würden, aber bei der Visakontrolle ging alles glatt. Ich musste sogar "nur" ~20 Minuten warten, weil ich mich nach dem Aussteigen so beeilt hatte - die Leute nach mir warteten sicher mindestens eine Stunde, wenn nicht sogar mehr. Glück gehabt! Genauso wie am Gepäckband, denn oh Wunder, beide Gepäckstücke da! Der Koffer kam ziemlich schnell, auf den Rucksack musste ich etwas warten. Dann gings also raus aus dem Bereich, wo meine Mitbewohnerin schon auf mich wartete. Das erste Foto auf amerikanischem Boden - klick! - und schon gings ab zur Bahn, um zum Hostel zu fahren. Das wir dann irgendwie nicht fanden. Mehreres Nachfragen bei Passanten war ergebnislos, bis in einem Café ein wahnsinnig freundlicher Amerikaner (der fließend Deutsch sprach - wow!) einfach sein Handy zückte, im Hostel anrief und nachfragte. Ohne ihn hätten wir wohl noch ewig gesucht, denn das Hostel war in einer Mini-Seitenstraße. Und gerade nicht bezugsfertig, wir sollten später wieder kommen. Das Gepäck durfte ich in einem Raum abstellen (der zwar abschließbar, aber für jeden, der dort Gepäck hatte, zugänglich war - irgendwie war mir das nicht geheuer, aber was sollten wir sonst tun?) und sollte später wieder kommen. Also zogen wir los - um ein Bankkonto zu eröffnen. Ja, kaum zwei Stunden in SF und schon ein Bankkonto ;) Aber Zeit ist Geld! Danach konnte ich immer noch nicht in mein Zimmer, also zogen wir noch einmal los, um das Zimmer anzuschauen. Leider haben wir uns ziemlich mit den öffentlichen vertan, so dass wir 45 Minuten zu spät kamen. Das Zimmer war gerade vergeben worden... Ich konnte auch nicht anrufen, weil ich noch kein Geld auf meinem Handy hatte. Tja, Pech, nennt man das wohl. Das Zimmer wäre sehr schön gewesen, die restliche Wohnung - naja, okay. Der Vermieter war einerseits sehr nett, andererseits nervte er mich ziemlich damit, indem er die Vorzüge seiner Wohnung pries - und das, obwohl das Zimmer schon vergeben war? So nach dem Motto "schau, was du verpasst hast!". Dabei hatte ich ihm erklärt, weshalb wir zu spät waren.
Ehrlich gesagt war ich danach ziemlich niedergeschlagen, ich war seit Stunden wach und alles geplante hatte nicht funktioniert. Aber wer weiß, wofür das gut war? Ich machte mich also allein auf den Rückweg zum Hostel, machte unterwegs Halt am Bankautomaten und checkte in mein 6-Bett-Zimmer ein. Ich war so fertig (körperlich wie psychisch), dass ich einfach nur noch schlafen wollte - die Leute in meinem Zimmer allerdings noch nicht. Irgendwann beruhigte sich die Situation aber, und ich brachte die Nacht unruhig und mit vielen Aufwachern hinter mich.

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