Tja, da stand ich nun an der Bushaltestelle, mitsamt meinem dicken Reisekoffer als erster Umzugsfuhre, und wartete. Und weil ich ja jetzt so ein tolles Spielzeug habe, schaute ich natürlich nach, wann mein nächster Bus kommen sollte - erst in 20 Minuten! Mist. Hatte ihn wohl gerade verpasst... nach einem kurzen Anruf zu A., die im Netz nach Alternativverbindungen suchte, nahm ich dann doch die Muni. Entgegen meinen Befürchtungen reichte mir die Zeit sogar wirklich, mich noch ins "Restaurant" zu setzen, um meine Nuggets zu verzehren, bis ich mich auf den weiteren Weg in meine Wohnung machen musste. Denn um eins musste ich schließlich vor Ort sein, um auf die Möbel zu warten. Fünf vor eins, fast pünktlich also, stand ich dann vor der Haustür. Und stand da auch noch eine ganze Weile, denn unter den fünf Schlüsseln, die ich beim Vertragunterzeichnen bekommen hatte, war nur einer, der passte, und der wollte gefunden werden! Das dauerte erst einmal. Schließlich stand ich dann vor meiner Wohnungstür - und kam einfach nicht rein. Egal, welchen Schlüssel ich ausprobierte. Es war verhext! Ich war schon völlig am verzweifeln, ging alle Schlüssel noch ein drittes Mal durch. Das Problem: Hier in den USA haben viele Türen zwei Schlösser. Dummerweise wusste ich nicht, welche abgeschlossen waren und welche nicht. Und in welcher Kombination sich die Tür schließlich öffnen würde... Und, wie ich dann irgendwann beim sicher vierten Versuch herausfand - man muss den Schlüssel hier bei meiner Wohnung links rum drehen, nicht rechts. Tja, das muss man auch erst mal kapieren :D
Erleichtert schob ich meinen Koffer in mein bisher leeres Zimmer und begann, ihn auszupacken. Denn den leeren Koffer wollte ich wieder mitnehmen, um die Ikea-Einkäufe darin wieder transportieren zu können. Irgendwann war der Koffer leer, der Inhalt schön sortiert auf dem Boden (mit der Schutzhülle vom Rucksack drunter) und ich stand da. Was nun? Die Möbelpacker waren immer noch nicht aufgekreuzt. Nun gut - also den Laptop angeschmissen, in der Hoffnung, dass es irgendein Internet gibt, und wenn nicht, na dann wird sich der Blog freuen, mal wieder gepflegt zu werden ;) Aus dem Blog wurde erst einmal nichts, denn es gab tatsächlich ungesichertes Internet - mein Internet nämlich, dass ich in Zukunft nutzen werde. Na gut... kann man nix machen. Ich erledigte ein paar Dinge, die mal wieder liegen geblieben waren und chattete endlich mal mit meiner Freundin. Zwischendurch kam auch meine Mitbewohenrin nach Hause - E. Sie zeigte mir noch ein paar Dinge, unter anderem, wo der Staubsauger steht - denn den Boden wollte ich doch zumindest vor dem Einzug etwas saugen ;) Außerdem bot sie mir an, all ihre Küchenutensilien nebst Mikrowelle mitzubenutzen. Das ist für manche selbstverständlich, für andere aber nicht, also war ich ihr dankbar. Vor allem, weil mein Zeug noch bei B. herumsteht.
Und ich wartete weiter auf die Möbelpacker. Mittlerweile waren sie schon bei A. gewesen, die sich jetzt auf den Weg zu mir gemacht hatte, um gemeinsam die Möbel aufzubauen. Ein wenig machte ich es mir auf dem Kücheninternetn Sofa gemütlich, um endlich mal auf meinem neuen Kindle ein Buch zu lesen (während draußen die Kinder meiner Vermieter Basketball spielten - wow, war das laut, andauernd "platsch platsch" vom Ball auf den Boden. Das wird lustig ;) ). Weit kam ich nicht, denn nach ungefähr 15 Minuten klingelte endlich das Handy. Die Möbel sind da, juhu! Ratz-fatz waren die ausgeladen und die Möbelpacker wieder weg. Und ich schnappte mir einfach mal das erste Paket und begann, das Zeug zusammenzupuzzlen. Den Stuhl hatte ich fast fertig, dann auch noch das halbe Bett, bis ich schließlich ohne Schraubenschlüssel nicht mehr weiterkommen würde, also wartete ich weiter auf A. Als diese dann kam bauten wir weiter. Das Bett war ziemlich leicht und kein Problem, auch die metallene Kommode (eigentlich ein Schreibtischunterschrank) ließ sich recht leicht zusammenbauen.
Problematisch war nur meine Kommode. Und zwar wirklich problematisch. Diese verdammten Schrauben wollten einfach nicht so wie wir ;) Das ging so weit, dass wir schließlich davon absahen, die letzten Plastikteile anzubringen, die die Schublade eigentlich daran hindern soll, herauszufallen. Was solls, muss ich halt beim aufziehen etwas achtgeben.
Schon ziemlich erschöpft machten wir uns auf den Weg zu A.s Zimmer. Da warteten schließlich auch noch ein Bett und eine Kommode auf uns! Zum Glück hatten wir mit dem Bett schon etwas Erfahrung, so dass das mit nur wenig Problemen funktionierte. Nur die Kommode war wieder fies zu uns, auch wenn es eine andere war, wie die, die ich bestellt hatte. Kommoden scheinen uns nicht zu mögen ;) Zwischendurch machte ich noch einen Abstecher in den Organic Food-Laden bei A. um die Ecke, um Brot für den nächsten Tag zu kaufen - und schon mal einen kleinen Reisvorrat für mein Zimmer zuzulegen. Als die Kommode schließlich stand war ich mit meinen Nerven ziemlich am Ende, die Hände taten weh, es war spät, ich wollte noch Haare waschen (was bei mir naturgemäß etwas länger dauert) und hatte außerdem riesigen Hunger. Und dann kam der Bus auch noch erst in 15 Minuten - so ein Mist!
"Daheim" schließlich hüpfte ich schnell unters Wasser, schnappte mir die Portion Reis von gestern und fuhr den Laptop dann schließlich ziemlich bald herunter. Dennoch war es sicher schon nach 12 Uhr, als wir endlich das Licht ausmachten. Ziemlich spät dafür, dass wir am nächsten Tag um 6:30 Uhr aufstehen wollten, um rechtzeitig beim ersten Tag der Orientationweek zu sein! Aber Zeit ist etwas, das hier einfach Mangelware ist, und langsam kommt es einem wirklich vor wie mit den grauen Männern bei Momo. Ich wäre nicht überrascht, wenn hier bald ein wenig Zigarrenrauch meinen Kopf benebeln würde ;)
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