Eigentlich wollte ich die Zeit vormittags nutzen, um einkaufen zu gehen. Das kostet vor allem bei mir natürlich seine Zeit, ich wollte mal in Ruhe nachschauen, was die amerikanischen Läden denn so zu bieten haben. Und ob ich etwas anderes essen könnte außer Reis oder Nuggets... Dummerweise vertrödelte ich die Zeit ziemlich, so dass ich irgendwann nicht nur keine Zeit mehr zum einkaufen hatte, sondern auch fast keine Zeit, wie geplant zum goldenen M zu gehen, um dort Mittag zu essen. Hinzu kam auch noch, dass ich meinen kleinen Handgepäckskoffer mitnehmen wollte, da A. und ich geplant hatten, nach der Uni zu Ross zu fahren, um dort Geschirr zu kaufen. Und das lässt sich am Besten so transportieren. Den hatte ich aber vergessen... Also huschte ich noch einmal zurück, führte noch einmal den Kampf gegen die Tür (welcher Schlüssel passt noch einmal wo? Ich muss sie mir unbedingt irgendwie markieren...), schnappte mir den Koffer und wutschte los. Mittlerweile war es schon recht spät, und jetzt war die Zeit zum Mittagessen definitiv abgelaufen. Allerdings... da gibt es doch etwas, das nennt sich Mensa. Wieso war ich da nciht früher drauf gekommen? ;) Ich bediente mich in der Mensa also am gleichen Essen wie gestern, ohne den Umweg über die Stonestown Galerie inklusive McD blieb mir auch genug Zeit, um noch in Ruhe zu essen. Diesmal mit einer Lactrasekapsel weniger, man ist ja mutig...
Danach schrieb ich mich wieder ein und betrat das McKenna Theatre. Heute stand als erstes eine Visa-Information auf dem Plan. Was dürfen wir? Was dürfen wir nicht? Welche Rechte und Pflichten haben wir? Im Großen und Ganzen lief es darauf hinaus, dass unsere einzige Pflicht eigentlich ist, uns hier unseren Hintern aufzureißen und ordentlich was zu lernen. Na wenns weiter nichts ist, damit kann ich leben. ;) Im Anschluss zeigt uns der IEEC (International Education Exchange Council, grob gesagt, der Club der Internationalen), was unsere Pflichten hier wären und was für Möglichkeiten sich dadurch ergeben. Der IEEC ist verpflichtend für alle international Studierende. Jeder muss hier eine Aufgabe übernehmen, von einmal wöchentlich Flyer verteilen über einmal wöchentlich bloggen bis hin zu Ausflüge organisieren oder Talentspezifische Dinge. Natürlich sind nicht nur wir Internationale Teil des Clubs sondern auch jede/r Studierende der SFSU, der beitreten möchte. Nur wir haben das quasi automatisch durch unsere Anwesenheit gemacht ;) Ich finde es etwas blöd, dass man das vorher nicht wusste - ich mache solche Dinge sehr gerne, aber irgendwie finde ich, man wurde da etwas überrumpelt damit. Nun gut. Ich werde mich wohl für mehrere Dinge eintragen, mal sehen, für was sie mich auswählen. Vielleicht unterhalte ich mich einmal wöchentlich mit meinem Tandempartner auf deutsch, oder vielleicht gebe ich sogar interessierten Klavierunterricht. Mal schauen :)
Als letztes erfuhren wir noch, wie wir in den USA arbeiten können. Auf dem Campus natürlich, das war den meisten wohl schon klar, aber es gibt auch Ausnahmefälle, in denen wir Offcampus arbeiten dürfen. Allerdings will man in diese Fälle gar nicht rutschen, das wäre nämlich zum Beispiel, wenn der Förderer (in meinem Fall meine Eltern) Pleite geht und mich nicht mehr unterstützen kann. Das wäre schlecht.
Nach den Panels wollten wir uns unsere ID abholen, stellten aber fest, dass es auch in den USA Öffnungszeiten geben kann ;) Die ID kriegt man nur von 10-14 Uhr, also mussten wir wieder umdrehen, nachdem es schon halb vier war.
Macht nix - gehen wir eben Shoppen ;) Da ich definitiv vorhatte, heute abend mein Zimmer zu dekorieren (es ist zwar fertig eingeräumt, aber meine Poster und Fotos hängen noch nicht), wollte ich mir auch einen Wimpel der SFSU zulegen, um ihn an die Wand zu hängen. Schritt eins, das einkaufen, klappte dann auch schon mal ganz gut... Außerdem schaute ich noch, was es hier so an Headsets gab, meines ist ja beim Hinflug kaputtgegangen :( Das günstigste kostete 15 $ - mal sehen, vielleicht kriege ich ja noch ein billigeres...
Nach dem kleinen Shoppen gings auf zum großen Shoppen. Auf zu Ross! Davor allerdings machten wir noch einmal Halt, denn wir brauchten beide dringend etwas in den Magen. Gut, dass ich mittags nicht beim goldenen M gewesen war, zwei Mal am Tag hätte ich das nicht gebraucht. Vor dem Ross gingen wir noch in einen Safeways, wir brauchten beide noch ein paar Kleinigkeiten. Ich zum Beispiel wollte nach Lebensmitteln schauen - laktosefreier Käse wäre super, weißer Pfeffer, und vielleicht auch mal in der Shopeigenen Apotheke nach Dairy Care nachfragen, ein Produkt bei Laktoseintoleranz, bei dem man jeden Tag zwei oder vier Kapseln einschmeißt und dann Laktose genießen darf. Gibts leider nur in den USA...
Tja, da stand ich dann vor den Regalen. Laktosefreier Käse - Fehlanzeige. Milch war immerhin da, aber Käse? Nö. Sojakäse, ja. Aber normaler Kuhmilchkäse ohne Laktose? Nicht zu kriegen. Ich kaufte einen Käse von einer Marke, die auch laktosefreie Milch da hatte, in der Hoffnung, dass dieser es vielleicht auch ist, immerhin standen auch Enzyme auf der Inhaltsangabe... die Hoffnung ist nicht groß, aber sie stirbt trotzdem zuletzt. Der weiße Pfeffer machte es nicht einfacher. Es gab mehrere Sorten Pfeffer, vor allem schwarzen, aber auch Zitronenpfeffer und so was. Nur keinen weißen! Die einzige Packung, die ich fand, war von einer teureren Gewürzmarke und kostete dann unschlagbare 12 $. Nett, gell... ich habe einfach mal verzichtet. In der Apotheke war ich genauso erfolgreich. Von Dairy Care hatte noch niemals jemand etwas gehört, ich danke dann auch... Die wenigen Sachen in meinem Korb kosteten dann auch schon wieder viel zu viel. Ich muss sagen, ich hatte nicht mir solch enorm teuren Preisen gerechnet! Sicher, Safeways ist nicht der günstigste Laden. Das habe ich schon gehört. Nur irgendwie habe ich die günstigen dann noch nicht gefunden, weil überall kostet das Zeug nicht weniger. Hygieneartikel sind hier so teuer dass ich wirklich bereue, mir nicht genügend Zeug aus Deutschland importiert zu haben. Ich betone noch einmal - mit Preiserhöhungen habe ich ja gerechnet, aber das ist einfach zu krass. Andererseits, es ist ja nicht überall so. Ich denke, was mich am Meisten wundert, ist, dass die Billigmarken fehlen. Teure Produkte gibt es ja auch bei uns, aber meistens gibt es irgendeine Billigalternative. Die scheint es hier irgendwie nicht zu geben, die Wurst oder der Käse kosten irgendwie immer gleich.
Sei's drum, dann halt nicht. Im Ross sieht es bei den Preisen dann schon ganz anders aus. Das Geschirrset, welches A. und ich eigentlich wollten, hatte leider zerbrochene Teile, also wählten wir anstattdessen ein einfaches schwarzes aus. Auch okay... Ich kaufte außerdem noch eine schöne Schachtel für meine Haarutensilien und zehn weitere Kleiderbügel - die sind hier echt nötig! Ich hänge ja normal nie so viel auf, aber hier hat man im Schrank eigentlich fast nur die Kleiderstange und keine Regalfächer.
Nirgendwo allerdings fand ich Headsets, und A., die unbedingt einen Fön braucht, und ich begannen uns zu fragen, wo man hier denn Elektroartikel kauft. Im Radio Shack hatte ich es versucht, Headset - Fehlanzeige. Hier musste es doch auch etwas geben wie MediaMarkt oder Saturn bei uns? Das ließ sich aber erst einmal nicht herausfinden, und da wir beide müde und erschöpft waren, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Ich in meines, sie zu B. . Ich versuchte mein Glück unterwegs noch in der Stonestown Galerie, einem Einkaufscenter (aber eher der gehobeneren Klasse), aber auch hier - keine Headsets. Einen letzten Versuch, laktosefreien Käse zu ergattern, machte ich dann abends im Trader Joe's. Käse fand ich nicht, dafür aber - zuckerfreies Brot! Juhu! Das ist viel näher an mir als Other Avenues, so dass ich im Zweifelsfall nicht verhungern muss. Außerdem erstand ich noch eine riesige Packung Reis. Kann nie schaden...
Mittlerweile war es schon sehr dunkel geworden. Überall hing der Nebel, es war sehr dießig - schon irgendwie unheimlich. Zum Glück habe ich es von der Busstation nicht weit zu meiner Wohnung... dort machte ich es mir erst einmal am Laptop bequem und aß etwas - natürlich Reis ;) Daran, das Zimmer zu dekorieren, war nicht mehr zu denken, es war schon wieder viel zu spät geworden. Das würde bis morgen warten müssen. Ich sprang noch unter die Dusche - zum ersten Mal in dieser Wohnung - und stellte fest: Ich vermisse meine deutsche Dusche ;) Das Prinzip "Dusche" ist hier nämlich ebenfalls anders. Man kann den Wasserstrahl nicht verändern, der bleibt die ganze Zeit gleichmäßig stark (oder auch schwach...). Veränderbar ist nur die Temperatur oder der Winkel, in dem das Wasser plätschert. Meine Dusche ist immerhin beschriftet mit Gradanzeigen, und nach dem ersten Schock, wie ich denn mit bis zu 120 Grad warmem Wasser duschen sollte stellte ich das Ganze mal auf 90 - denn natürlich wird hier in Fahrenheit und nicht in Celsius gemessen ;) 90 war immer noch zu viel, ich glaube, 80 wird ganz in Ordnung sein. Eigentlich ist an dem Prinzip nichts auszusetzen, aber der Wasserstrahl war mir hier einfach viel zu schwach. Das dauert ja ewig, bis man abgeduscht ist... *seufz* Nun denn.
Irgendwann gab es dann auch noch ein wenig Kontakt zu E. . Sie wollte nämlich ein Gurkenglas öffnen, dieses aber hatte beschlossen, dass seine Tage noch nicht gezählt waren und blieb hartnäckig zu. All unsere Versuche halfen nichts, auch ein Anruf bei A., die Expertin im Öffnen wiederspenstiger Gläser, war ergebnislos. Erst nach dem vereinten Kombinieren mehrerer Tips - Glas unter warmes Wasser halten (E.s Idee), Glas auf den Kopf stellen (A.s Tip) und mit dem Messer versuchten, zwischen Glas und Deckel ein Luftloch zu erzeugen (Das habe ich immerhin schon aufgeschnappt) - erst da klappte das Ganze. Nach sicher 10-15 Minuten Kampf gab das Gurkenglas auf. Juhu!
Nach einem sehr erschöpfenden Tag fiel ich dann wieder später als gewollt ins Bett - diesmal ohne Heizungslärm. Ich habe mit E. geredet, ich glaube zwar, dass sie sie regelmäßig anmachen will, aber erst mal wirds wohl bei unregelmäßigen Aktivitäten bleiben. Bis wir uns mehr angenähert haben und offen über alles reden können. In der Hoffnung, die Sonne morgen wieder sehen zu können und dass die Nacht besser werden würde als die letzte fand ich schließlich meine Ruhe.

Nur, dass man sich den Nebel mal vorstellen kann... so wunderschön wie auf dem zweiten Bild ist es in meinem Stadtteil irgendwie so gut wie nie. So schlimm wie auf dem ersten ist zwar auch zum Glück nicht Tagesordnung, aber es geht doch eher in diese Richtung als in die, dass man die Sonne zu Gesicht bekommt... Beide Fotos zeigen in etwa die gleiche Aussicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen