Mittwoch, 30. November 2011

Tag 114 (29.11.)

Ich finde, ich hab das mit meinem Stundenplan gar nicht so schlecht gemacht. Immerhin habe ich Dienstags und Donnerstags erst um elf Uni, so dass ich da ein bisschen ausschlafen kann. Ich habe keine Ahnung, wie ich das machen würde, wenn ich wie A. jeden morgen um 9 oder 10 da sein müsste... Puh.
Im Chor läuft gerade der Endspurt. In weniger als zwei Wochen haben wir unser Konzert, und das Gloria steht noch nicht wirklich. Es hatte geheißen, wir sollen in den Ferien hart arbeiten und alle Noten sicher können, damit wir musikalisch arbeiten können. Habe ich, ehrlich gesagt, nicht gemacht, aber aus dem einen einfachen Grund: Ich kann alle Noten schon sicher. Ich brauch das nicht mehr üben. Wirklich. Ich kann das Werk immer noch im Schlaf, vollkommen. Das Einzige Problem welches ich habe, ist die andere Aussprache, eben italienisches Latein und kein deutsches. Und eben das musikalische, aber das arbeiten wir ja zusammen.
Dementsprechend ist es vielleicht ein bisschen anmaßend von mir, sich über meine Kommilitonen zu beschweren. Aber ja, das was ich schlimm finde ist nicht, dass kaum einer sich vorbereitet hat - das kann ich als faule Studentin ja sehr gut verstehen :D Was mich ärgert ist, dass die falschen Sachen immer und immer wieder falsch gesungen werden. Herrje... das merke ich doch, wenn ich falsch singe! Und kringele mir das ein. Und wenn ich beim nächsten Mal wieder falsch singe dann kringele ich mir das noch fetter ein. Und halte mich beim dritten Mal in dem Part zurück und höre zu, wie es denn richtig klingen soll. Oder so. DAS ist es, was ich nicht verstehen kann... mir wäre das ehrlich gesagt ziemlich peinlich, wenn ich andauernd den gleichen Fehler machen würde. Fehler machen ist menschlich, und oh mein Gott, ich mache hunderte. Nicht unbedingt in dem Werk, aber sonst überall :D Aber ja... man sollte halt so sensibel sein und merken, wenn man einen Fehler macht. Damit es nicht das ganze Werk auseinanderhaut.
Nach dem Mittagessen hatten wir Frauenchor. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber - verdammt, das werde ich vermissen. Und ja, ich gebe zu - ich hatte, wie alle anderen, mich hierfür nicht vorbereitet. Wie gesagt, faule Studentin... Ehrlich gesagt hatte ich es vergessen. Eine Entschuldigung ist das aber nicht, das weiß ich selber. Und ja, ich schäme mich dafür. Und ja, für nächstes Mal bereite ich mich vor.
Es war aber nicht ganz so schlimm. Auch wenn unser Chorleiter darüber natürlich nicht erfreut war, dass das Ganze nicht so klappte wie er wollte - er riss uns nicht die Köpfe ab. Oder erstach uns mit dem Dirigentenstab. Oder so. Dummerweise bekam ich ziemlich stechendes Kopfweh - keine Ahnung wieso und aus welchem Grund. Es hielt zum Glück nur zwei, drei Stunden an. Vielleicht noch irgendwelche Nachwirkungen von der Erkältung. Die ist ja immer noch nicht ganz weg, mein Schnupfen hält sich sehr hartnäckig. Obwohl er seit gestern bedeutend besser ist und ich eigentlich dachte, er wäre verschwunden. Aber denkste.
Nach dem Chor übte ich mal wieder, war ja irgendwo nötig... Schließlich hab ich in zwei Wochen meine Prüfung! Das gestaltete sich aber irgendwie als schwierig, denn ich war todmüde und gleichzeitig nervte dieses Kopfweh wahnsinnig. Das ließ dann zum Glück im Laufe meines Unterrichtes nach, so dass ich den noch einmal richtig nutzen konnte. Schließlich war das meine vorletzte Klavierstunde hier :( Das werde ich ebenfalls richtig vermissen. Das hier war richtig guter und aufbauender Unterricht - und ich habe momentan noch gar keine Angst vor der Prüfung, ich fühle mich sehr gut vorbereitet. Wenn man bedenkt, dass mir für meine Abschlussprüfung nächstes Jahr dann nur noch zwei Sätze Mozart fehlen - super. Wenn jetzt indem kommenden halben Jahr zurück in Deutschland mein Stil nicht komplett umgeworfen wird und meine deutsche Lehrerin/mein deutscher Lehrer, wer auch immer, nicht meint, dass das alles katastrophal ist, was ich hier gelernt habe - dann werde ich hoffentlich halbwegs beruhigt in meinen Abschluss gehen können. Ich selbst bin zwar zum Beispiel mit meinem Liszt momentan überhaupt nicht zufrieden, meine Lehrerin allerdings schon - und sie meinte, ich solle ihr einfach vertrauen, sie mache das schon seit ein paar Jahren. Na gut. Dann versuche ich das einfach mal.
Ich wartete dann wieder mal auf meine Dienstagsschülerin, die zum dritten Mal hintereinander nicht auftauchte. Ohne sich abzumelden. Ganz toll... wenn sie kein Bock mehr hat, dann sollte sie mir das doch zumindest vorher sagen. Na gut, dafür ging ich etwas früher mein zweites Mittagessen/erstes Abendessen essen. Ich hatte mittags nicht so viel gegessen, ich war noch nicht so hungrig gewesen. Dafür jetzt umso mehr. Ich traf A., die auch gerade gegessen hatte, und kurze Zeit später waren an unserem Tisch noch vier weitere Personen versammelt. Die Themen waren jetzt nicht so interessant, so dass ich mich, ehrlich gesagt, etwas langweilte, da ich nicht wirklich mitreden konnte. Aber es wurde ohnehin bald Zeit, zu meiner allerletzten Yogastunde aufzubrechen. Allerletzte deshalb, da ich nächste Woche, zu der tatsächlich letzten Stunde, nicht gehen kann, denn da haben wir Orchesterprobe mit dem Chor. Schade... Heute damit also meine erste letzte Unterrichtsstunde hier. Das heißt eindeutig, meine Tage sind gezählt. Netterweise hatte sich in meiner allerletzten Stunde jemand anderes meinen angestammten Platz geschnappt. Ja, niemand hat hier reservierte Plätze oder so, aber mittlerweile hat doch eigentlich jeder seinen Stammplatz... Menno.
Ich war wieder einmal ziemlich müde, aber ich schlief nicht ein. Zumindest nicht richtig. Immerhin machten wir heute keine "Moon Pose" - die kann ich nicht leiden. Und wir machten heute erste richtig fortgechrittene Übungen - die ich natürlich nicht auf die Reihe brachte. Zwar versagte ich nicht völlig, aber wirklich funktionieren wollten die Positionen nicht. Ich bin anscheinend absolut untalentiert für Yoga. Was aber nicht heißt, dass ich das nicht doch weiterhin probieren möchte, wenn die Zeit in Deutschland dafür ausreichen wird. Neben meinem Studium, Aufnahmeprüfungen, arbeiten und meinen Plänen, mit Töpfern und Fitnessstudio anzufangen. Wha.
Am Ende durften wir dann noch Bewertungsbögen für den Kurs ausfüllen - hm ja. Die Fragen haben irgendwie oftmals gar nicht so sehr zu einem Yogakurs gepasst, kein Wunder, waren ja allgemein gehalten für alle möglichen Kurse. Aber na gut, wenn sie das wollen... von mir aus.
Ich fuhr nach Hause. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich deprimierte Laune. Kommt hin und wieder mal vor, schätze ich ;) Der Tag war eben lang gewesen, trotz des Ausschlafens, und das Kopfweh hatte nicht gerade zur Launensteigerung beigetragen. Daheim gönnte ich mir dann Frustpizza - also keine richtige Pizza natürlich, aber mein Gebilde aus Pita, Ketchup, Schinken und Käse. Mit richtig schön viel Fruktosin und Laktrase. Aber was sein muss muss sein!
Beim üblichen Eltern-Telefonat dann sprachen wir noch einmal über meinen Plan, im Februar und März bei meinem Vater in der Firma zu arbeiten und entschieden uns schlussendlich dafür, dass ich mich gar nicht erst bewerben würde. Gründe gibt es dafür mehrere. Wegen meiner Finger will ich vor meinem Abschluss nicht gerade an schweren Maschinen arbeiten, was die Stellenanzahl reduziert. Außerdem aber habe ich, wenn ich mich denn bewerbe, was ich vorhabe, im Februar unter Umständen Aufnahmeprüfungen. Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass ich momentan ziemlich ausgebrannt bin. Nicht Burn-out-mäßig, aber einfach erschöpft. Dieses Semester hier war/ist schon ziemlich anstrengend, und ich hatte seit April keine Ferien mehr (die Tage zwischen meinem Semester in Deutschland und dem Abflug hier her zählen kaum, da ich da nicht wirklich Zeit zum erholen hatte sondern nur mit den Planungen für den Abflug beschäftigt war). Davor habe ich Diplomarbeit geschrieben und nebenher war da noch diese Opernsache - also ja, ich sehne mich nach ein paar Tagen Ruhe. Wenn möglich auch nach ein paar mehr. Und unter Umständen finde ich ja eine kleine Stelle in meinem Berufsfeld, so ein, zwei Tage die Woche. Das wäre super. Träumen darf man ja mal. Klar, damit habe ich bei meinen Eltern dann doch länger Schulden als geplant, aber kann halbwegs erholt in mein letztes Semester gehen. Das ist Luxus, den sich nicht viele leisten können, das weiß ich, und dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte einen guten Abschluss hinlegen - wäre doch arg doof, wenn bisher die Noten gar nicht so schlecht gewesen sind und der Abschluss total in die Hose geht (wobei das trotzdem immer passieren kann, bei meiner Nervosität bei Bühnenauftritten - egal, wie erholt und ausgeruht und vorbereitet ich vorher war). Aber damit ist jetzt zumindest mal auch der Gedanke, dass ich ja noch eine Bewerbung schreiben muss, erst mal vom Tisch. Natürlich wartet da noch die Bewerbung für die Schauspielschule, aber ja... die kann erst mal warten. Bis mein Semester in 15 Tagen hier beendet ist. Dann sehen wir mal weiter.

Dienstag, 29. November 2011

Tag 113 (28.11.)

Der gestrige Abend endete noch mit einem Schocker. Ich lag schon brav lesend im Bett, als mein Blick von etwas anderem abgelenkt wurde. Nun bin ich ja durch die Ameisen-Geschichte ziemlich geschädigt und reagiere bei der kleinsten Bewegung - sei es ein Staubkorn, eine Lichtreflexion oder ein Fussel. In 99 % aller Fälle ist da nichts, und ich bin mal wieder von meiner Schreckhaftigkeit angenervt. Gestern aber - krabbelte eine Ameise auf meinem Buch herum. Während ich las. Das nennt man mal Dreistigkeit! Diese musste die gute leider mit ihrem Leben bezahlen, auch wenn es mir immer noch weh tut... aber ich mag mein Zimmer einfach für mich alleine und nicht mit hunderten anderen Lebewesen teilen. Zumindest nicht, so lange ich es weiß. Ich durchforstete mein ganzes Zimmer, was sich auf Grund des minimalen Chaos etwas schwierig herausstellte. Ich konnte aber keine weitere Seele entdecken und schlief dann irgendwann zwischen Beunruhigung und Ruhe ein.
Heute aber war wieder Uni, nach einer Woche Pause. Man glaubt gar nicht, wie schnell man sich an diese Pause gewöhnt. Der einzige Trost ist, dass es nur noch 15 Tage sind. Was gleichzeitig aber auch sehr traurig macht, schließlich habe ich nur ein Semester hier... dieses zwiegespaltene Gefühl ist echt eine miese Sache!
Im Töpfern heute konnte ich mein Projekt frisch aus dem Ofen bewundern. Bewundern passt hier aber vermutlich eher weniger, denn es kam ganz und gar nicht wie erwartet heraus. Das weiß war braun, und zu den schon vor dem zweiten Brennvorgang vorhandenen Rissen waren noch ein, zwei hinzugekommen. Ich hatte jetzt die Wahl - so lassen oder mit weiß noch einmal übermalen und hoffen, dass es nicht vollends reißt. Ich wählte Letzteres und hoffe einfach mal das Beste. Drückt mir die Daumen!
Außerdem bemalte ich mein letztes Teil und versuchte, meine beiden Stücke vom Raku vom Schmutz zu befreien. Das war wirklich nicht einfach, wenn es auch mit Sandpapier wesentlich einfacher war als mit den bloßen Händen. An manchen Stellen geht der Schmutz aber einfach nicht ab - naja. Damit werde ich wohl leben müssen. Sieht aber auf jeden Fall schon mal viel besser aus als vorher!
Nach dem Mittagessen (wie habe ich mein eintöniges immer gleiches Mittagessen doch vermisst - Achtung, Sarkasmus) ging ich in die Eingangshalle des Studentenzentrums (gleich nebenan ist die Mensa...). Dort waren nämlich heute, keine Ahnung wieso, jede Menge Verkaufsstände aufgebaut. Hauptsächlich gabs da traditionalle Produkte zu kaufen, Ponchos, Mützen, Schmuck. Ich weiß nicht, wieso die da waren, aber ich fands toll, denn ich brauche langsam eine neue Mütze. Eine warme Mütze. Die auch meine Ohren schützt, wenn ich jetzt dann bald auf meinen Mantel umsteige. Ich hatte schon am Black Friday danach Ausschau gehalten, aber keine passende gefunden. Hier jetzt aber fand ich eine. Sie ist mir zwar etwas zu groß, aber - irgendwie sind mir, trotz meines Dickkopfes, irgendwie immer fast alle Mützen zu groß. Bin ich also schon gewöhnt. Wenigstens ist sie richtig schön warm, und darauf kommt es an. Ich war kurz davor sie in schwarz-weiß zu kaufen, entschied mich dann am Ende dann aber doch für dunkelgrün-dunkelgelb. Keine Ahnung wieso, aber die passte irgendwie besser zu meinem rot-gelben Schal. Hört sich seltsam an, ist aber so. Oder ich habe mal wieder Geschmacksverirrungen, das ist auch gut möglich...
Um eins setzte ich mich in das dritte und letzte Klavierkonzert unserer Klavierklasse. Irgendwie fand ichs dieses Mal nicht so toll, es riss mich vieles nicht vom Hocker. Naja. Irgendwie zeigt das doch auch, dass ich Fortschritte mache und nicht mehr von allem und jedem absolut begeistert und beeindruckt bin und mich wie der kleine schlechte Pianist von nebenan fühle. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen doof. Hm. Aber in diese Richtung sollte ich jetzt, vor meinem Abschluss, doch auch mal langsam gehen.
Im Anschluss ging ich zu meinem Theaterunterricht. Ich hatte ja fest vorgehabt, heute meinen Monolog zu sprechen, um es hinter mir zu haben. Aber ja, die Heinzelmännchen blieben leider aus, also war das Ding immer noch nicht perfekt in meinem Kopf. Irgendwie vergaß unser Dozent, glaube ich, dass er gesagt hatte, dass wir pflichtmäßig erst am Mittwoch antreten müssen... aber egal, denn außer vier mutigen/fleißigen MitstreiterInnen war noch niemand fertig. Auch gut! Daher machten wir mal wieder früher Schluss. Verstehe ich irgendwie nicht ganz, man könnte die Zeit ja für Übungen oder so nutzen, aber okay... Ja, er sagt uns, dass wir in dieser Zeit mit unseren Partnern üben sollen. Aber mal ehrlich, das macht doch kaum jemand. Und vor allem nicht eineinhalb Stunden. Mein Partner und ich spielten jeweils einmal unseren Monolog vor und gaben uns dann Tips - das wars. Viel mehr konnten wir gar nicht tun...
Ich freute mich dann darüber, es mir im Computerraum gemütlich zu machen. Ist doch auch mal ganz nett. Ein bisschen gute Energie tanken, bevor es aufgeht zum wöchentlichen Ich-reiße-mich-zusammen-und-schreie-niemanden-an-Unterricht: Gospelchor.
Und ja, es war wieder einmal eine Katastrophe. Ich fasse mich kurz. Oder versuche es zumindest. Es begann damit, dass ich von meiner Kommilitonin erfuhr, dass wir Sonntag Abend ein Konzert haben würden. Diesen Sonntag Abend. In Oakland. Wer sich nicht erinnert: Oakland liegt nördlich von San Francisco, da, wo ich beim Herr der Ringe Konzert war. Da, wo man mir von abgeraten hat, alleine hinzufahren. Was ich dann, als ich dort war, auch verstanden habe. Und das Abends? Ne, danke. Außerdem habe ich da einfach besseres zu tun - und sei es nur, entspannen. Im Stundenplan stehen zwei Pflicht-Konzerte, an denen ich auch gedenke, teil zu nehmen, ich erfülle meine Pflichten. Aber nicht mehr. Da reicht mir das von letztem Male... Woher meine Kommilitonin das überhaupt wusste? Wir hatten eine e-Mail bekommen. Ich mal wieder nicht. Ich habe keine Ahnung woran das liegt, das ist jetzt schon das zweite Mal - alle anderen kommen aber immer an. Auch die vom Gospelchor. Und ich hab sie wirklich nicht bekommen, ich schwöre... Ich beschloss, abzusagen. Egal aus welchem Grund. Um nicht völlig zu lügen beschloss ich nach den zwei Stunden Unterricht auf die Halbwahrheit zu setzen - ich hätte schon einen Ausflug geplant. Stimmt auch irgendwie. Ich wollte Sonntag mal zum Weihnachtsmarkt, den es hier angeblich geben soll. Und der ist schon ein Stückchen weg. Ist fast ein Ausflug...
Der restliche Unterricht verlief - naja. Wie immer. Vorwürfe, keine Entschuldigungen bei Fehlern des Dozenten, falsche Ansagen. Ich bin von klein auf erzogen worden, immer das zu tun, was der Dirigent macht, und wenn er was völlig falsches macht. Egal. Man folgt dem Dirigenten, sonst gibt es ein einziges Chaos. Sogar unser Chorleiter hier hat das immer wieder gesagt... ich gebe zu, ich habe die Songs nicht so gut gelernt wie ich hätte sollen. Aber ich weiß auch, dass ich mich auf meine Reaktionen und meinen Instinkt verlassen kann. Wenn dann der Dirigent nicht weiß, was er tut und ich ihm blind folge ist das in meinen Augen (ha, ha) nicht mein Problem. Ich habe immer exakt das getan, was er dirigiert hat. Eigentlich sollte man dafür Lob bekommen und keinen Generalanschiss...
Seis drum. Noch eine Probe vor dem Konzert, dann das Konzert selber (auf dass ich mich, trotz allem, versuche zu freuen, vielleicht wird das Konzert selbst ja wenigstens nicht so schlecht?) und dann unter Umständen danach noch eine Probe. Keine Ahnung, ob der Unterricht da stattfinden wird, macht ja nicht so viel Sinn. Ich vermute aber stark, dass da was sein wird. Kann mir aber egal sein - wenn ich absolut keine Lust habe gehe ich einfach nicht hin und schwänze damit meinen ersten Unterricht hier in San Francisco. Und auch meine allerletzte Unistunde. Denn mit dem Montagabend endet mein Semester. Ich hab ja noch kein einziges Mal gefehlt, von dem her könnte ich mir das leisten. Und eine eins kriege ich vermutlich ohnehin nicht, also was soll's.
Ich redete nach dem Chor also mit ihm, gemeinsam mit meiner Kommilitonin. Und jetzt muss ich was zugeben: Er reagierte ganz anders, als ich erwartet hatte, nämlich verständnisvoll. Okay, ich wäre beim letzten Konzert dagewesen, und ich habe die Mail ja so spät bekommen - seinetwegen ists in Ordnung, wenn ich nicht komme. Ganz einfach. Ohne Stress. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Auch meine Kommilitonin hatte kaum Probleme, und das, obwohl sie schon die erlaubten zwei Male in den Proben gefehlt hat. Sie sagte ihm irgendwas von einem anderen Konzert (war glaube ich auch die halbe Wahrheit, nur ich glaube, sie MUSS da nicht unbedingt hin) und fragte, ob sie dann durch den Kurs fallen würde. Er meinte, sie solle sich darum keine Gedanken machen, das sei in Ordnung, sie solls nur nicht weitererzählen. DAS nenne ich mal menschlich. Und nett. Und sowieso. Und es bestätigt sich, was ich die ganze Zeit von diesem Herrn denke: Er ist grundsätzlich ein ganz anständiger Typ, vermutlich sogar ein richtig Netter. Aber: Er kann nicht unterrichten. Und er hat wahnsinnige Angst, unseren Respekt zu verlieren. Den er bei mir aber dadurch schon längst verloren hat. Sehr blöd das Ganze, aber man kann ja nichts dran machen.
Ich machte danach noch meinen traditionellen Montags-Milch-Brot-Wasser-Einkauf und fuhr nach Hause. Da wartete dann tatsächlich ein Brief von meiner anderen Oma auf mich. Unabhängig voneinander hatten beide meine Omas bei meiner Mama fast gleichzeitig um meine Adresse gebeten - ich hab einfach tolle Omas :) Der Brief war total lieb, und bei lagen auch noch 24 nummerierte Aufkleber. Hm, mal schauen was ich damit mache. Vielleicht alle auf ein Tonkartonstück kleben, nach und nach... mal sehen.
Der Tag endete dann wieder mit einem Schocker, womit ich meinen Eintrag dann, passend zum Anfang, schließen werde. Na? Ihr wissts schon? Richtig - Ameisen. Ich meine, ja, sie waren nie wirklich weg, denn im Bad rund um die Badewanne krochen sie immer wieder herum. Da stören sie mich aber nicht ganz so sehr als wenn sie in der Küche oder meinem Zimmer sind. Nur im Bad, damit könnte ich leben. Dummerweise sie aber nicht. E. klopfte irgendwann abends bei mir an und informierte mich, dass sie soeben wieder ind er Küche eine ganze Menge Ameisen entdeckt und gesprüht hatte. Glücklicherweise nicht bei unserem Essen sondern nur auf dem Boden... aber das ist doch um einiges näher sowohl an meinen Lebensmitteln als auch an meinem Zimmer als das Bad. Hmpf. Na toll. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Sonntag, 27. November 2011

Tag 112 (27.11.)

Moment mal. Wie war das gewesen - ich dachte mein Schnupfen befände sich auf dem Rückzug?!? Der dachte sich wohl, jetzt da die Halsschmerzen langsam nachlassen, könne er sich wieder zurückmelden? Ganz toll. Daher war die Nacht nun nicht wirklich sonderlich erholsam, ich führe meine seltsam verwirrenden Träume und das häufige Aufwachen einfach mal auf starke Atemprobleme zurück. Ist irgendwie das Naheliegenste.
Morgens war meine Nase dann wieder ganz zu. Super. Und jedes Mal, wenn ich schneuze, habe ich Angst, meine Mitbewohnerin und ihren Freund zu wecken, die Wände sind hier nämlich nicht die dicksten. Vermutlich weckte ich sie troz aller Vorsicht auch, aber was will man machen?
Heute war also der erste Advent. Ofiziellerweise. Auch wenn wir gestern in der Kirche schon das neue Kirchenjahr begonnen und eine Kerze angezündet hatten. Ich machte, ehrlich gesagt, heute nicht viel mehr als meinen Blog wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Was aber irgendwo auch schon Arbeit genug war... nebenher versuchte ich meinen Monolog für morgen zu lernen. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mich morgen schon freiwillig zu melden, denn ich habe das gerne hinter mir. Aber das werde ich kaum schaffen bei dem derzeitigen Stand von vier Auswendig-Zeilen. Außer über Nacht kommen irgendwelche kleinen Heinzelmännchen und pflanzen mir das Wissen ins Gehirn. Schön wärs. Ich sollte weniger Sci-Fi-Romane lesen. Auch für den Gospelchor ging ich ein wenig über die Lieder, es soll mir ja keiner nachsagen, ich hätte über die Ferien GAR nichts gemacht. Und schließlich haben wir vor dem Konzert nur noch zwei Proben... Und ich noch keine einzige Karte für das Konzert verkauft. Na das kann ja heiter werden.
Aus einer Laune heraus wollte ich auf der Internetseite von Lufthansa herausfinden, ob sich mal wieder was an meinem Flug geändert hatte. Das geschah ja andauernd... nein, alles beim Alten. Ich fand allerdings heraus, dass mein Flugzeug dieses Mal eine Stufe kleiner sein würde als der riesige Vogel mit dem ich hier her gekommen bin. Schade ;) Auch fand ich heraus, das man online seine Sitzplatzreservierung verändern kann. Jaaaha, das wissen vermutlich so gut wie alle auf diesem Planeten außer mir. Egal, ich änderte meine Reservierung also schon wieder, dieses Mal aber konnte ich eben selber sehen, wo ich sitzen würde. Ich hoffe, meine Wahl war weise, aber das werde ich erst in gut zwei Monaten wissen.
Das wars eigentlich auch schon von heute. Nicht viel... außer dem Versuch, endgültig gesund zu werden. Aber ich glaube, darauf kann ich noch ein wenig warten. Mist.
Irgendwie habe ich keine Lust, morgen in die Uni zu gehen. Ich hab mich so an dieses schöne Leben gewöhnt, in dem ich tun und lassen kann, was ich möchte. Hach, wie habe ich das vermisst! Aber es sind ja nur noch zwei Wochen und ein Montag, die werde ich wohl hoffentlich noch rumkriegen. Und dann habe ich erst mal (abgesehen von einer Prüfung) mehr als drei Monate frei. Wahnsinn! Okay, vermutlich werden es keine drei Monate werden da ich doch versuchen möchte ein bisschen zu arbeiten. Aber alleine die Vorstellung... Wow.

Samstag, 26. November 2011

Tag 111 (26.11.)

Ich stand heute rechtzeitig auf um vor der Nachmittagskirche noch zum Safeway fahren zu können. Dort hatten sie zwar keine wirklichen Tannenzweige wie ich sie für einen Adventskranz gewöhnt bin, aber doch immerhin "Immergrün" - ich habe keine Ahnung wie diese Teile heißen, aber auf dem Foto können das Botaniker sicher besser bestimmen als ich ;) Auch meine Würstchen konnte ich finden und so fuhr ich erfolgreich wieder nach Hause.
Dort machte ich mich gleich mal daran, meinen "Adventskranz" zu basteln, und ich fidne, dieses improvisierte Gebilde sieht gar nicht so schlecht aus. Immerhin gibt es ein bisschen Weihnachtsfeeling, und das ist schließlich alles, was ich will! Meine Kommode wurde so also zum Weihnachtstisch umgebaut, ein bisschen Heimat hier in den Staaten.

Um vier machte ich mich auf den Weg zur Kirche. Ich wäre gerne lieber morgen, am ersten Advent gegangen, aber ich wollte mich ja mit der Dame treffen, zu der ich mich an Weihnachten ja ein bisschen selber eingeladen habe. Wenn ich das richtig verstanden hatte beim Telefonat dann ministriert sie Samstags immer...
Die Kirche war doch schon schön geschmückt, mit Tannenkränzen überall und einem kleinen Weihnachtsbaum im Eingangsbereich. Was mich dann doch erstaunte und erfreute war ein Adventskranz, ebenfalls im Eingangsbereich - mit vier Kerzen! Diese Tradition scheint es in den Staaten also doch auch zu geben, auch wenn sie nicht so verbreitet zu sein scheint.
Nach dem Gottesdienst sprach ich kurz mit der Dame, und ja, wirklich, es war die, von der ich es vermutet hatte. Sie scheint mir sehr nett zu sein, ungefähr 65 vielleicht. Wir werden gemeinsam mit ihr, ihrer Schwester und einem weiteren Ehepaar aus der Kirche feiern, die Frau singt immer die Lieder vor. Ich finde, sie singt sehr schön... Außerdem meinte sie, dass sich vielleicht noch der Pfarrer dazugesellt und alles sehr locker sein würde. Gefeiert würde am 25. Mittags/Nachmittags. Na, Tatsache, dann muss ich wirklich schauen, was ich an Heiligabend so mache... Alleine zu Hause sitzen möchte ich da nämlich eigentlich nicht.
Nach dem Gottesdienst waren wir noch gebeten worden, eine Karte vom Weihnachtsbaum am Ausgang mitzunehmen, wer denn möchte. Auf den Karten stehen Dinge, die man besorgen kann und dann unter den Baum legt, bis zum dritten Advent. So eine Art lokales "Weihnachten im Schuhkarton" eben, und da ich dieses Jahr zu Ersterem auf Grund von Zeitproblemen nicht kam werde ich mich eben hier beteiligen. Vor allem um Kleidung wird gebeten.
Den Abend wollte ich eigentlich mit Blogschreiben verbringen, dummerweise verbrannte ich mich beim Herstellen meines späten-Mittag-frühen-Abendessen am Ofen. Ganz toll. Damit war mein Zeigefinger außer Gefecht gesetzt und an Schreiben war nicht zu denken. Mist... aber ich hab ja noch den morgigen Tag, um alles aufzuholen. Da muss ich mich dann aber wirklich ranhalten!

Freitag, 25. November 2011

Tag 110 (25.11.)

Nach ein bisschen ausschlafen und der Erkenntnis, dass der blöde Schnupfen jetzt wohl anscheinend auf dem Rückzug wäre beschloss ich, mich nach dem Mittagessen wirklich in das Getümmel des Schwarzen Freitags zu stürzen. Zwar hatte ich wahnsinnig stechende Halsschmerzen - aber hoffte einfach, dass die vergehen würden. Vorher rief ich noch meine Schwester an, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, dann aber machte ich mich bereit für den Einkaufsrummel
Gegen eins zog ich also los, nur um fünf Minuten später festzustellen, dass ich mein Handy daheim hatte liegen lassen. Kurz war ich versucht, einfach weiterzugehen - man wirds ja wohl mal einen Tag ohne Handy aushalten? Dann fiel mir aber ein, dass da auch meine Monatskarte dabei lag, nix also mit einfach weiterlaufen. Ich drehte um und machte mich dann zum zweiten Mal endgültig auf den Weg. Erste Station war die Bücherei auf dem Weg zur Innenstadt, wo ich meine DVD und ein paar CDs einwarf. Für die letzten paar hundert Meter dachte ich, ich nehme den Bus, anstatt noch einmal zur U-Bahn runterzulaufen. Wegen einer Station... Der Bus kam nämlich auch gerade und ich stieg ein. Die Fahrt war allerdings kurz, gerade einmal eine Busstation. Und dann gings nicht weiter. Wir standen für fünf Minuten oder so, dann brummelte der Busfahrer irgendwas in den Lautsprecher und wir stiegen alle aus. Die Ursache war bald gefunden: Ein Unfall. Glaube ich zumindest, man sah nichts außer einem Polizei- und einem Krankenwagen mitten auf der Fahrbahn, daher vermute ich das jetzt einfach mal. Ich lief also die restliche Strecke, und gerade als ich am Zielpunkt ankam fuhren an mir lauter aufgestaute Busse und Straßenbahnen vorbei. Egal, ich bin ja nicht faul, nicht wahr?
Erste Station war die Bank - zum Einkaufen braucht man schließlich Geld. Direkt daneben ist eine große Filiale eines "Forever 21", das ist ja quasi der hiesige H&M. H&M gibts zwar auch, aber Forever 21 ist doch irgendwie mehr ... "in". Im ersten Moment, als ich den Laden betrat, war es knüppeldicke voll - nach den ersten Metern aber lichtete sich das Ganze. Es war zwar immer noch voll, aber es war akzeptabel voll, vor allem in den beiden oberen Etagen. Ich würde sagen, es war wie in meiner Heimatstadt an einem Samstag in einem H&M. Noch nicht einmal wie in der Weihnachtszeit. Selbst an der Umkleidekabine und an der Kasse musste ich nicht jeweils länger als fünf Minuten warten.
Im H&M erstand ich ein Beatles-Shirt für ein paar Dollar - die Angebote waren teils ja schon nicht schlecht. Eigentlich gab es das nur noch in 32 (gibts diese Größe in Deutschland überhaupt?), kurz vor der Kasse fand ich aber zum Glück eine 34, welche dann zu Hause auch prima passte. Das mit den Größen ist echt verrückt, manchmal passt einem 34 super und mal ist eine 38 zu eng... können die sich mal einigen?
Außerdem sah ich im H&M noch eine Jacke, die ich mir wahnsinnig gerne schon vor ein paar Wochen gekauft hätte - für 50 Dollar war mir das aber weitaus zu viel. Heute kostete sie aber weniger als die Hälfte. Das war schon eine große Versuchung, allerdings gab es sie nur noch in Größe 32 und 40. Und diesmal passte mir beides nicht, das wusste ich schon ohne eine Anprobe. Na gut, dann eben nicht. Das Schicksal hat entschieden ;)

Weihnachtsbaum am Union Square

Nächste Station war Macys - ich musste ja noch ein Kleid zurückgeben. Im nächsten Wallgreens dann kaufte ich die letzte Kerze, die mir für meinen Adventskranz fehlte. Jetzt habe ich vier, juhu! Fehlen nur noch Tannenzweige. Dann kann ich loslegen und mir was improvisiertes zusammenschustern.
Letzte Station war das Westfieldcenter - und hier der Spielzeugladen. Ihr wisst ja, ich bin einfach noch ein kleines Kind... Verwundert war ich allerdings davon, dass die Hälfte des Ladens plötzlich von Büchern besiedelt war. Huch? Ich habe nicht wirklich kapiert, weshalb... Wirklich was besonderes gab es hier aber nicht, also machte ich mich auf den Heimweg. Welcher, um aus dem Center rauszukommen, an einem H&M vorbeiführt. Ihr ahnt es schon, nicht wahr?
Schon vom Schaufenster aus konnte ich Jacken und Mäntel sehen, und naja. Ich dachte mir, ich nehme die Jacke mit und frage meine Mutter, was sie von ihr hält.... ich kann sie ja dann immer noch zurückbringen. Was ich, wie ich mich kenne, eh nicht machen werde... aber naja. Und ja, ich weiß, langsam werden meine Koffer wirklich voll. Ich hab schon fast Alpträume von der Vorstellung, mein ganzes Zeug nach Hause zu schaffen... keine Ahnung, wie das gehen soll. Wirklich nicht. Wie soll ich nur mit zwei Koffern und einem Rucksack auskommen? Das sind sicher nicht mehr als 60 kg... Hui. Und dabei wollte ich im Dezember noch ein bisschen was kaufen, ich hab da noch eine ziemlich lange Liste rumfliegen... von der ich zwar nie im Leben alles kaufen werde, ich bin ja kein Millionär, aber ein bisschen was wäre schon nett. Wisst ihr eigentlich, wie günstig manche Sachen, vor allem CDs, hier sind?
Naja, danach ging ich wirklich nach Hause. Zumindest so halbwegs, denn ich hatte vor, unterwegs noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Netterweise standen wir sicher zehn Minuten an der Haltestelle vorher herum, und keiner wusste, wieso. Irgendwie hatte ich es heute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln! Im Safeway dann versuchte ich in der Blumenabteilung ein paar Tannenzweige aufzutreiben, die Dame berichtete mir aber, das bereits alle ausverkauft seien. Hmpf. Ich solle es nächste Woche noch einmal probieren... bäh. Da ist doch der erste Advent schon vorbei! Nachdem aber auch meine Würstchen nirgendwo aufzufinden waren war mir klar, dass ich es morgen einfach mal im anderen Safeway probieren würde.
In der Bahn stellte ich fest, dass mein MP3-Player die ganze Zeit gelaufen war - wunderbar, denn jetzt war der Akku fast leer. Er hielt noch bis einige Minuten vor der Tür, immerhin. Aber schon ärgerlich, da ich ihn eigentlich ausgemacht hatte um auf dem Heimweg entspannt Musik hören zu können. Anscheinend sollte ich das mit dem ausmachen aber noch mal üben.
Rückblickend lässt sich sagen, ich hab mir das Chaos bei einem "Black Friday" größer vorgestellt. Vielleicht ist es nachts größer, vielleicht war dieses Jahr ausnahmsweise nicht so viel los - oder ich bin aus Deutschland einfach schlimmeres Chaos gewöhnt. Ich tippe auf Letzteres, denn wenn ich jetzt mal so darüber nachdenke war hier vor den Umkleiden eigentlich bisher fast nie eine Schlange (mal abgesehen vom Ross). So was kenne ich aus meiner Heimatstadt eigentlich nicht.
Zu Hause dann erwartete mich eine Überrschung - eine Adventskarte von meiner Oma. Total lieb, ich mag es doch so, Post zu bekommen, und hier erst Recht - ich kriege hier ja nicht einmal Rechnungen ;) Dann freut man sich über eine so liebe Karte natürlich doppelt so viel.
Eigentlich hatte ich ja auch noch Briefpapier kaufen wollen, um meiner Freundin zu antworten, deren Brief ich ebenfalls vor ein paar Tagen erhalten habe - hatte aber keines gefunden. Dann muss ich eben auf ordinärem Papier antworten, bleibt mir wohl nichts anderes übrig.

Donnerstag, 24. November 2011

Tag 109 (24.11.)

Thanksgiving! Das vermutlich wichtigste Fest neben Weihnachten hier, wenn nicht sogar wichtiger.
Heute schlief ich erst einmal ein bisschen aus - was ein Fehler war, denn ich frühstückte und aß Mittagessen innerhalb von zwei Stunden. Somit brachte ich bei letzterem kaum etwas runter. Ganz schlecht. Dabei wollte ich doch gerüstet sein, ich hab doch keine Ahnung, wie viel ich da beim großen Essen essen kann. Denn das ist Thanksgiving im Großen und Ganzen: Essen mit Familie und/oder Freunden.
Ich hatte keine Ahnung, wie festlich das heutige Essen sein würde, also zog ich mich halbwegs festlich an - mein neues Wollkleid über Jeans und hübsche Ohrringe. Wie sich herausstellte war ich damit fast ein bisschen overdressed, die meisten kamen mit Alltagsklamotten. Aber lieber so rum als andersrum, nicht wahr? Außerdem zog ich heute zum ersten Mal meinen neuen Mantel an, denn es war schon ziemlich kalt draußen und meine Fleecejacke passte nicht ganz zu meinem Outfit.
Ich ging ein wenig früher los, denn ich wollte noch beim Wallgreens vorbei. Meine Lippen brauchen wegen des Schnupfens ein bisschen Pflege, und außerdem wollte ich noch mein Gastgeschenk vervollständigen. Ich hatte mir ja aus Deutschland eine Packung bester Spätzle mitgenommen, um sie irgendwann mal jemandem zu schenken. Original Deutsch ;) Jetzt zu Thanksgiving war es dann so weit, ich finde, das passt recht gut, oder? Allerdings wollte ich nicht nur mit einer Packung Spätzle auf tauchen, das fand ich irgendwie zu wenig. Einen Wein oder Pralinen oder so sollten da noch dazu. Ich hatte zuerst eine Tafel Schokolade von Lindt in der Hand (ja, das gibts hier auch!), fand dann aber eine Tafel Werthers passender gefunden, da direkt aus Deutschland. Lindt ist ja aus der Schweiz... Und die sah auch edel aus. Außerdem kaufte ich mir den allerersten Lippenbalsam in meinem Leben (ja, Tatsache, ich benutze so was wie Labello nie, brauch ich nicht...). Eigentlich wollte ich ja irgendeine lindernde Salbe, um die auch für meine Nase verwenden zu können (außen, versteht sich) - aber ich blickte da nicht so ganz durch, was ich da jetzt kaufen könnte. Das gleiche Problem hatte ich ja auch schon bei meinem Zeh gehabt, als der angeknackst gewesen war. Beziehungsweise immer noch ist, denn manchmal tut er noch weh und ich wünschte, ich könnte irgendwas draufschmieren. Aber ich hab nichts wirklich passendes gefunden. Entweder es gibt hier so was nicht oder aber ich blicke da nicht durch. Ich tippe ja auf Letzteres. Scheint mir irgendwie naheliegender.
Ich nahm wieder die Bart. Und nutzte die Gelegenheit, einmal von den Kränen am Hafen Fotos zu machen und zum anderen ein Video von der Bart. Ich finde es so faszinierend, dass sie quasi kein Vorderteil hat...
Wofür die wohl Inspiration waren?



Einfuhr einer "Bart"

Es hatte gehießen, ich solle so gegen halb vier da sein, und ich war überpünktlich - zwanzig nach drei kam meine Bahn am Zielbahnhof an. Ich rief also meine Klavierlehrerin wie abgemacht an und ihr Mann kam, um mich abzuholen. Während wir dann unangenehm schweigend im Auto saßen (wobei ich glaube, dass es nur mir unangenehm war) kam ein Anruf - und wir drehten wieder um, um noch jemanden vom Bahnhof abzuholen. Es war faszinierend. Ich glaube, wir waren sicher länger als fünf Minuten unterwegs gewesen, aber innerhalb von 30 Sekunden waren wir wieder am Bahnhof. Keine Ahnung, wie das funktioniert hatte... Wir gabelten also die zwei Chinesinnen auf und fuhren diesmal endgültig zum Hause meiner Lehrerin.
Noch war kaum jemand da, nur drei weitere Studenten und zwei Herren, die ich nicht kannte. Ich machte es mir im Sessel am stilechten Kaminfeuer gemütlich - ja, das Kaminfeuer war echt, wenn allerdings auch mit Gas betrieben. Also nur halb echt ;) Ich wusste nicht, wann es das Essen geben sollte, aber jetzt noch nicht, das war klar. Denn ich wusste, es würden noch mehr Leute kommen. Die kamen auch, und mit ihnen mein Hunger. Ich wusste, dass ich es bereuen würde, das Meiste vom Reis wieder in den Kühlschrank zurückgestellt zu haben... Aber jetzt blieb mir nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass das Essen nicht allzu lange auf sich warten lassen würde. Bald überkam mich auch eine starke Müdigkeit und ich war kurz davor, in meinem behaglichen Sessel einzunicken. Ich kannte ja niemanden, daher hielten sich die Gespräche, die ich führte, in Grenzen.
Gegen viertel vor sechs war es dann so weit, das Essen war aufgetragen. Mittlerweile waren etwa 20-25 Leute da - nicht wenige also. Meine Dozentin hatte mir von der Tradition erzählt, dass jeder vor dem Essen, wer möchte, erwähnen würde, wofür er dieses Jahr dankbar war - aber dieses Jahr ging das wohl unter. Denn als ich mir was zu essen nahm waren viele schon am mampfen. Es gab zwei Sorten von Fleisch - Truthahn und Schwein. Dazu den traditionellen Kartoffelbrei und Cranberrysoße. Außerdem noch ganz viel buntes Zeug wie Gemüse, das ich aber gleich mal ausblendete. Keine Ahnung, was es da so gab, ehrlich gesagt. Zusätzlich gab es noch Maccaroni mit Käse - ich glaube, das ist hier mittlerweile auch eine Art Tradition. Die Amerikaner lieben Maccaroni mit Käse, und daher gibt es das vermutlich fast überall bei Thanksgiving.
Ich nahm mir vom Fleisch, Karotoffelbrei und etwas Fleischsoße, damit es nicht so trocken wäre. Und stopfte mich dann mit Laktrase und Fructosin voll. Am Haupttisch war kein Platz mehr, also nahm ich am Tisch in der Wohnküche Platz, gegenüber von den zwei Chinesinnen, welche wir vom Bahnhof abgeholt hatten. Ich unterhielt mich mit ihnen während des Essens ganz gut, sie waren nett und offen. Und trotz der Tatsache, dass ich während meinem Studium wahnsinnig vielen Asiaten begegnet bin erfuhr ich heute doch zum ersten Mal ein bisschen mehr aus erster Hand über ihre Kultur. Das war ganz schön spannend... Vor allem, nachdem die beiden schon fast vier Jahre in den USA leben und daher schon ein paar westliche Züge angenommen haben.
Das Essen war nicht schlecht, irgendwie war es natürlich schön, mal wieder was "gscheides" zu essen, allen voran leckeren Kartoffelbrei. Ein bisschen mehr Salz hätte es aber sich besser gemacht - aber lieber so rum als andersrum. Ganz ehrlich. Es schmeckte trotzdem gut und ich wurde satt. Zum Nachtisch gab es mehrere Kuchen und einen Flan - der dann, traditionallerweise, flambiert wurde. Ich nahm mir davon natürlich nichts, das Essen alleine war schon Risiko genug gewesen.
Die beiden Mädels gingen so gegen Viertel vor acht, und ich dachte mir, ich gehe einfach mal mit. Erstens musste dann der Ehemann meiner Lehrerin nicht zwei Mal zum Bahnhof fahren und zweitens... naja, ich war müde. Und das war eine gute Gelegenheit zu gehen, da war ich nicht alleine. Wir unterhielten uns auf dem Rückweg noch so gut es der Lärm in der Bahn zuließ, und dann fuhr ich alleine weiter. Gegen neun war ich dann zu Hause - und irgendwann wurde mir schlecht. Richtig schlecht, so als hätte ich Ei gegessen. Ich frage mich aber, wo das drin gewesen sein soll... aber man weiß ja nie. Naja, ich überstand den Abend in dem ich einfach ins Bett ging. Und mir mal eine Papiertüte neben das Bett stellte, nur zur Sicherheit (Anmerkung: aber ich brauchte sie nicht. Nur mal so zur Beruhigung ;) ).
Mal sehen, was ich morgen machen werde. Der Tag nach Thanksgiving ist hier traditionell ein großer Einkaufstag, viele Läden öffnen schon ziemlich früh, manche sogar schon um Mitternacht. Überall gibt es besondere "Black Friday" (schwarzer Freitag)-Angebote - so heißt der Tag nach Thanksgiving nämlich. Ich habe erzählt bekommen, dass hier dann die Hölle los sein soll, ich stelle mir das so ein bisschen vor wie der Schlussverkauf früher bei uns. Mal schauen, ob ich mich da reinstürze oder einfach mal nur zu Hause bleibe. Eigentlich hätte ich nämlich ganz schön viel zu tun hier... allerdings fiel mir heute auf, dass eine meiner DVDs aus der Bücherei fällig sind, das Hause werde ich also auf jeden Fall verlassen müssen.
Mal gucken.

Tag 108 (23.11.)

Wahnsinn, es ist schon Mittwoch - und mein Blog verwaist immer noch. Ich komme einfach zu nix, und das trotz Ferien! Meine Güte. Dabei wollte ich in den Ferien doch richtig schön aufholen... Aber es sind ja nur noch zwei Wochen Uni, das sollte ich doch irgendwie noch packen. Ich kann doch auf der Ziellinie nicht aufgeben!
Außerdem bin ich immer noch krank. So ein Mist... aber war ja klar. Ich werde in Ferien ja grundsätzlich krank. Der Ausflug heute wird aber trotzdem nicht abgesagt - da habe ich mich schon so drauf gefreut, und meine Tage hier sind ja gezählt. Außerdem wollte ich meine Ferien hier ja richtig schön gestalten, wenn ich schon nicht in L.A. bin - was macht da schon eine blöde Erkältung.
Um kurz nach zwölf wurde ich abgeholt. Der Himmel war dunkel, aber es regnete (noch?) nicht. Man muss ja damit zufrieden sein was man kriegt, also war ich nur dankbar für die Trockenheit. Los gings über die Golden Gate Bridge und den Freeway, und ich war echt froh, nicht selber hinter dem Steuer zu sitzen. Ich werde schön vermeiden, wenn möglich, hier Auto zu fahren. Mittlerweile ist meine Fahrpraxis schon drei Monate her, und natürlich ist das fahren hier ein bisschen anders als in Deutschland.



Schon bald, nach 45 Minuten, waren wir auf der Lucas Valley Road. Ich knipste was das Zeug hielt, ein Straßenschild nach dem anderen. Zwei Mal parkten wir auch am Rand, um ein bisschen durch die Gegend zu knipsen.
Die erste Station war Lucasfilm Animation.

Wir machten ein paar Fotos vor dem Tor und fuhren weiter, zum Eingang der Skywalker Ranch. Zumindest vermuteten wir das, ganz sicher konnten wir nicht sein. Aber es sah ziemlich danach aus, mit all den Überwachungskameras... Allerdings stand das Tor offen. Ein offenes Tor.... uh oh. Ganz schlecht.

Sorry... ausm fahrenden Auto raus ist das nicht so leicht. Man kann sich denken, wo das war...

ICH hab ja viel zu viel Schiss so was zu machen, aber in dem Moment war ich nur Beifahrer. Ohne die Möglichkeit in das Geschehen einzugreifen... Unterwegs entdeckte ich übrigens noch eine Sicherheitskamera, die hinter einem Baum versteckt war... also ja, sah doch ziemlich nach dem richtigen Ort des Geschehens aus.
Wir fuhren weiter - nach diesem Ereignis wollten wir noch die "Skywalker Road" finden. Wir fuhren und fuhren, stellten aber fest, dass wir wohl schon zu weit waren. Auch auf dem Rückweg konnten wir nichts entdecken - auf den Gedanken, dass die Skywalker Road die Straße war, die zur Ranch führte und damit am offenen Tor begann kamen wir natürlich nicht, erst einen Tag später. Schlaubergerle, wir...
Wir waren also wieder auf dem Rückweg. Bei Lucasfilm Animation hielten wir noch einmal an um ein paar weitere Fotos zu machen. Die Gegend sah wirklich sehr schön aus, fast so wie das Auenland. Wenn denn die Sonne mehr scheinen würde.

Dreifache Sicherheitsvorkehrungen am Zaun um "Lucasfilm Animation"

Ein Radfahrer empfohl uns einen Wanderweg, und nach kurzer Überlegung beschlossen wir, das auch mal zu versuchen. Wir hatten ja nix zu verlieren, und vielleicht würde es von da oben einen guten Blick auf die Gebäude geben?
Wir wanderten also durch das Auenland und bestiegen dann einen Hügel.

War anstrengender als wir gedacht hatten... Und da breitete sich dann ein Anwesen unter uns aus, mit See.

Lake Ewok, wie wir vermuteten. Wir hofften, das würde die besagte Ranch sein und knipsten was das Zeug hielt. Ganz sicher sein konnten wir uns natürlich nicht, und ich fand es ein wenig seltsam, dass die Ranch so nah an der Straße und so leicht zu beobrachten sei. Aber wir hofften das Beste... Hinterher fanden wir heraus, dass es tatsächlich "nur" das Lucasfilm Animation Gebäude gewesen war, "Rock Ranch" genannt, nach dem großen Felsen, der an der Straße stand.
Auch wenn wir die wahre Ranch nicht gesehen hatten, dieser Ausflug hat sich dennoch total gelohnt. Es war spaßig gewesen ein bisschen Schatzsuche zu spielen und Vermutungen anzustellen, und ich hatte trotz der Kälte richtig gute Laune. So was erlebt man ja nicht alle Tage!
Langsam bekamen wir aber Hunger - schließlich war es mittlerweile schon nach drei und wir hatten nichts zu Mittag gehabt. Wir machten uns also auf den Rückweg. Dummerweise nahmen wir nach der Golden Gate Bridge die falsche Abzweigung - beziehungsweise verpassten sie einfach. Die Macht wollte wohl, dass wir noch einmal zum Digital Arts Center fahren, wo die Yoda Statue stand... was wir aber nicht machten. Hingegen sahen wir uns den "Palace of the Fine Arts" genauer an, da war ich bisher nämlich noch nicht gewesen. Waren ziemlich viele Leute unterwegs, lag wohl daran, dass morgen Thanksgiving ist...


Dann endlich aber machten wir uns auf den endgültigen Heimweg. Durch die falsche Abzweigung gerieten wir zwar in den Brückenfeierabendverkehr da wir noch einmal in Richtung Golden Gate fahren mussten, aber na gut.
Wir beschlossen, in Stonestown was zu essen zu besorgen, das Einkaufszentrum bei mir um die Ecke. Außer bei McDonalds hatte ich da zwar noch nie gegessen, aber ich wusste, dass es einige Imbissstände gab. Da sollten wir beide was zu essen finden... Was wir auch taten. Ich Pizza, er Asiatisch. Perfekt. Und ja, das essen tat richtig gut nach dem langen Ausflugstrip.
Noch eine Sache stand auf dem Plan, bevor der Tag vorbei sein würde: Der Rohschnitt von Empire strikes back: Revisited. Ich bin hier tatsächlich an einen der Insider geraten und damit eine der ersten auf diesem Planeten, die diesen Schnitt zu Gesicht bekam. Aber, alles streng geheim, und ich werde mich hüten, das Vertrauen zu missbrauchen und zu verraten, was die Jungs da geändert und geschnitten haben. Vor allem da ohnehin noch nicht alles fertig ist... Aber ja, es machte Spaß, sich mal wieder "Empire" anzusehen. Vor allem, dass ich es schon seit Ewigkeiten nicht auf Englisch gesehen habe, wenn überhaupt - denn ich kann mich nicht daran erinnern. Die Originalstimmen sind ja so lustig :D Nur Chewie und R2 klingen gleich. Woran das nur liegt. Um die Trilogie komplett zu machen müsste ich mir jetzt eigentlich bald noch "Jedi" ausleihen. Kann ja nicht angehen, dass das so in der Luft hängt. Allerdings fehlen mir Herr der Ringe 2 und 3 auch noch, von dem her...
Den späteren Abend verbrachte ich dann damit, mich ein bisschen auszukurieren. Ich frage mich langsam wie lange die blöde Erkältung noch anhält. Die müsste doch langsam mal besser werden? Und damit, nachzurecherchieren, wo wir denn jetzt eigentlich gewesen waren... Internet ist so toll :)

Mittwoch, 23. November 2011

Tag 107 (22.11.)

Schluss mit der faulen Haut, auf gehts zurück in die Welt.
Erst mal machte ich mich auf den Weg in die Uni. Ich wollte noch meine Essensliste ausdrucken. Tja - wunderbarerweise hatte der PC-Raum geschlossen. Naja, nicht wirklich geschlossen, jemand saß drin und die Tür war offen, aber als ich reinkam hieß es, es sei zu. Na toll. Ich will doch eigentlich nur was ausdrucken... Ich hatte also die Wahl. Entweder den Raum am anderen Ende des Campus' aufsuchen, etwa 10-15 Minuten entfernt, oder aber hoffen dass ich am Flughafen ein Copycenter oder ein Internetcafé finde. Ich entschied mich für Ersteres, das schien mir die sicherste Variante und machte mich auf den Weg. Dieser Raum, bzw Saal, voller Computer war geöffnet - zum Glück! Ich druckte als meine Liste aus und wollte mit dem Bus zurückfahren, der fuhr mir aber netterweise vor der Nase weg. Ich danke auch... Ich lief also um den Campus herum zur Bushaltestelle beim Einkaufszentrum, wo ich dann auch gleich den richtigen Bus zur "Bart" nehmen konnte (keine Ahnung ob ich das schon mal erklärt habe, aber die "Bart" ist quasi das Schnellbahnsystem hier. So ähnlich wie die S-Bahn, die fährt also weniger Stationen an und dafür weiter). Fast eine Stunde hatte ich wegen diesem blöden geschlossenen Computerraum jetzt verloren, aber gut. Es hatte eben so sein sollen. Ich war ja nicht im Stress, richtig? Ferien!
Eine weitere Stunde später war ich dann auch am Flughafen. Mit einer süßen Schwebebahn fuhr ich dann auch zum richtigen Teil des Flughafens, wo ich mich erst einmal orientierte. Es war gar nicht so viel los, und ja, ein bisschen Heimweh bekam ich bei den ganzen Flugzeugen schon... ist irgendwo natürlich, denke ich. Aber nein, heute war es noch nicht an mir, nach Hause zu fliegen. Irgendwie auch richtig so. Auch wenn ich mich nach Zuhause sehne - ich bin noch nicht bereit dafür.
Eine sehr nette Dame am Schalter beantwortete mir dann geduldig meine vielen Fragen. Das Essensproblem nahm sie sehr ernst und trug das alles in meine Daten ein - ich bin ja mal gespannt, ob das jetzt besser funktionieren wird auf dem Rückflug. Außerdem änderte ich meine Sitzplatreservierung auf einen Gangplatz und fragte nach, ob mein zweites Gepäckstück was kosten würde. Ja, würde es. Also hatte ich auf dem Hinflug wirklich Glück gehabt, dass mein zweites Stück umsonst gewesen war... Die Macht ist mit mir! Natürlich wird das auf dem Rückweg jetzt umso teurer, wenn ich drei Stücke mitnehme. Das dritte Stück ist nämlich vier Mal so teuer wie das zweite... Aber da muss ich jetzt wohl durch.
Kaum hatte ich mich bei der Dame bedankt und mich auf den Rückweg gemacht fiel mir noch meine letzte Frage ein. Ich hatte ja fragen wollen was eine Umbuchung kostet! Also wieder zurück, dieses Mal zu einem anderen Schalter. Würde ich zum Beispiel eine Woche früher fliegen würde ich 100 Euro zahlen - nicht unbedingt so viel. Und wäre mein zweites Gepäckstück umsonst gewesen hätte ich mir das vielleicht überlegt. Aber so... nein. Dann warte ich doch lieber eine Woche.
Danach hatte ich eigentlich zum Bankautomaten gehen wollen - hatte das aber völlig vergessen. Wie ich dann später herausfand.
Ich fuhr eine Station zurück zu einem Einkaufszentrum. Ich wusste, dass es dort einen "Barnes & Noble" gab, einen großen Bücher- und Zeitschriftenladen. Dort wollte ich mal nach dem amerikansichen Star Wars Magazin suchen. Zumindest ein Mal möchte ich das in meinem Leben doch gelesen haben, und in Deutschland kann man das ja nicht beziehen. Weil wir unser eigenes haben. Jaja...
Dort angekommen aß ich erst mal was und schaute mich dann im Hallmarks um. Da kaufte ich einen kleinen Chirstbaumanhänger vom letzten Jahr, der ist sehr klassisch, fast schon deutsch. Und da vom letzten Jahr war er um 50 % reduziert. Da kann ich ihn mir leisten... Danach dann schaute ich nach dem Magazin und fand es auch tatsächlich. Juhu! Dem ersten Blick nach zu urteilen unterscheidet es sich wirklich kaum von unserem deutschen, außer dass es eben auf englisch ist... aber ja, ich wollts doch wenigstens mal ausprobieren, und wo ich schon mal auf dem Weg bin... In diesem Laden begrüßte mich übrigens gleich am Eingang ein Tisch voller Star Wars Produkte. Teils kannte ich sie schon, teils waren sie neu für mich, und über ein Buch (Jedi Path) war ich dann doch erfreut, das mal in Händen halten zu dürfen, bevor ich es mir zulege. Und ja, hach - hier ist doch alles (zumindest was Merchandise und Bücher angeht) irgendwie günstiger als in Deutschland. Frustrierend. Direkt dahinter gab es auch einen Harry Potter Tisch, da gab es aber weniger interessante Sachen zu bewundern.
Mein vorletztes Ziel war "Target". Dummerweise hatte ich, wie gesagt, vergessen zum Bankautomaten zu gehen, und auf meinem amerikanischen Konto hatte ich kein Geld mehr. Es blieb mir also nichts anderes übrig als mit meinem verbliebenen Bargeld zu zahlen, was jetzt nicht so sonderlich viel war. Es reichte für ein stark reduziertes Oberteil, eine Flasche Wasser und Dekoration für meinen improvisierten Adventskranz. Vielleicht auch gut so, Geld gespart ;)
Und schließlich brauchte ich ja auch noch Geld für die Heimfahrt, für die "Bart" gilt nämlich mein Monatsticket nicht. Aber das haute alles ganz gut hin...
Einen kleinen Abstecher machte ich am Ende dann noch zur Bank und zu Trader Joes. Zur Bank um das Konto aufzuladen, zum Trader Joes um... naja. Das übliche.
Zu Hause war ich dann richtig müde und K.O., der Schnupfen hatte wieder voll zugeschlagen. Na das würde ja heiter werden morgen... Morgen? Ja, morgen! Morgen ist er da, der heißersehnte Ausflug zur Skywalker Ranch, Sitz der geheimnisvollen Arbeit von Lucasfilm und ähnlichem. Hui. Na da bin ich mal gespannt was wir so zu sehen bekommen... ich habe einen von der örtlichen Star Wars Gruppe in dieses Abenteuer reingequatscht, jetzt fahren wir mit seinem Auto rüber. Er kennt sich hier definitiv besser aus als ich alleine, außerdem ists schwer von sich alleine gute Fotos zu machen. Zahlt sich also nur aus für mich ;) Mal abgesehen davon, dass es zu zweit einfach viiiiel mehr Spaß macht.
Ich hoffe, dass morgen alles klappt und ich ein weiteres Ausflugsziel von meiner Liste streichen kann.

Montag, 21. November 2011

Tag 106 (21.11.)

Heute machte ich nicht viel. Ich hatte beschlossen, mich nach diesem anstrengenden Wochenende (ob mans glaubt oder nicht, so was schlaucht wirklich ;) )auszuruhen und heute einfach mal zu Hause zu bleiben. Und mich auszukurieren.
Das tat ich dann auch. Ausschlafen, mit zu Hause telefonieren und ausruhen. Gut, irgendwann machte ich auch mal meine Wäsche und versuchte mich daran, meinen Blog aufzuholen, aber der Tag verging viel zu schnell. Ehrlich. So sehr ich mich auch anstrengte etwas zu erledigen, plötzlich war es schon abends. Wie im Flug...
Ach ja, eine e-Mail bekam ich heute noch - wir lassen das im Chor mit dem russischen Text. Finde ich am klügsten so... Dann doch lieber auf das musikalische konzentrieren. Und einen Brief hab ich heute auch bekommen! Voll lieb, von einer Freundin aus Deutschland. Hach, ich liebe es, Briefe zu kriegen. Ich hab ihn leider erst am Abend entdeckt, sonst hätte ich gleich heute noch geantwortet... aber ich hab ja noch ein bisschen Ferien, da sollte das drin sein. Hoffe ich doch mal.
Krank bin ich immer noch, vor allem Schnupfen und Ohrendruck habe ich jetzt. Das Kopfweh ist weitesgehend zurückgegangen, Halsweh nur noch mittelmäßig. Aber dieser Schnupfen... Gna!
Außerdem bereitete ich heute abend noch alles für morgen vor. Ich will ja zum Flughafen fahren und ein paar Sachen nachfragen, vor allem aber die Sache mit dem Essen für den Rückflug regeln. Damit ich da nicht so verhungere wie auf dem Hinflug... Mal sehen, vielleicht nehme ich mir einfach ein ganzes Päckchen Würstchen mit oder so :D Zur Sicherheit. Aber bis dahin ist ja noch eine Weile hin... zum Glück einerseits, andererseits schade. Hach, ich bin ja so zwiegespalten! Mein Ticket liegt auf jeden Fall bereit, so wie zwei, drei andere Kleinigkeiten. Ich hoffe, dass ich morgen fit genug bin, denn noch mal einen Tag zu Hause rumsitzen, dafür sind mir meine freien Tage momentan noch zu schade. Dafür hab ich hier noch genug zu tun, zu sehen und zu erledigen.
Das wars dann auch schon von heute - ja, viel gabs heute wirklich nicht zu erzählen. Im Gegensatz zu gestern... Übrigens wurde gestern die 3000-Klick-Grenze bei meinem Blog geknackt. Ich frage mich wirklich manchmal, wer hier so mitliest - sind das nur meine Großeltern und Eltern und die ein, zwei Freunde, von denen ich das weiß oder ist das noch jemand? Die Kommentarfunktion darf übrigens wirklich genutzt werden ;)

Tag 105 (20.11.)

Nicht einfach, über den heutigen Tag zu schreiben. Einerseits ist eigentlich nichts passiert, abgesehen davon, dass ich natürlich im Kino war. Andererseits war es ein wunderschöner Tag den ich keinesfalls missen oder vergessen möchte. Bloß nicht.
Erst mal - es war so klar. Schon gestern beim Filmschauen hatte ich mir gedacht, dass ich nachts jetzt bloß nicht von den ganzen Spinnen träumen sollte... und ich dachte auch nicht, dass das passieren würde, denn ich habe gestern so viel "Ferngesehen", da sollten diesen zehn Spinnenminuten nicht ins Gewicht fallen.
Fielen sie dann aber doch. Mist. Allerdings wars nicht so katastrophal wie ich andererseits befürchtet hatte. Also kein wirklich schlimmer Alptraum. Das Aufwachen und die Erinnerung daran war fast schlimmer.
Ich war wahnsinnig müde morgens, aber es ging mir seltsamerweise ein bisschen besser. Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass mir die Nacht vollends zusetzen würde, aber zum Glück war dem nicht so. Ich ging gerade noch rechtzeitig los um die Bahn um eine ähnliche Uhrzeit wie gestern zu kriegen - später als gestern wollte ich wirklich nicht kommen. Das war gerade richtig so gewesen. Ich kaufte mir mein Ticket und wollte mich in die Schlange anstellen. Zum Glück hielt ich meine Augen offen während ich da vorbeilief, denn da waren sie, die zwei von der Star Wars Gruppe, die ich schon getroffen hatte. Im vollen Harry Potter Schuloutfit, sie als Gryffindor, er als Slytherin. Hach.. ein bisschen neidisch wird man da schon. Aber man kann ja nicht alles haben, nicht wahr? Also muss es bei mir eben erst einmal bei Schal und T-Shirt bleiben. Heute war der Tag auch nicht ganz so schön wie gestern, um nicht zu sagen, er war grau. Es hatte geregnet, als ich aus dem Haus gerannt war (mit Regenschirm rennen ist bei starkem Wind echt nicht einfach), jetzt hatte es aber wenigstens aufgehört. Man sah aber, wirklich schön würde der Tag nicht werden. Wir warteten auf den Einlass, und als es dann so weit war betraten wir das Kino. Wir wurden mit den gleichen Liedern empfangen wie gestern - angeführt von "O Fortuna". Passend. Und ich fragte mich immer noch, wie das Lied heißt welches ich gestern aufgenommen habe und woher ich das kenne... Schnell ergatterten wir unsere Plätze. Diesmal viel weiter vorne als gestern und in der Mitte. Ich ließ den beiden die Auswahl, ich wollte mich da nicht wirklich einmischen. Für meinen Geschmack aber war das ein bisschen zu weit vorne, vor allem in einem Kino wie diesem, wo die Leinwand höher ist als die Sitze. Ich betete, dass sich niemand vor mich setzen würde... dieses Mal würde ich nicht so schön auf die Plätze wechseln können. Aber wie sich herausstellte waren das auch wirklich sehr gute Plätze, bis auf den letzten Film saß niemand vor meiner Nase. Juhu! Das Kino wirkte in etwa genauso voll wie gestern, nur dass heute wirklich kaum Kinder da waren. Ein paar tauchten aber dennoch auf. An der Schlange vor der Damentoilette konnte man übrigens feststellen: Es waren doch mehr Leute da als gestern. Und die Schlange wurde mit jedem Film länger...
Was mich richtig nervte war mein Niesen und mein Schnupfen. Ich glaube ich habe selten an einem Tag so viel geniest wie heute! Meine armen Nachbarn im Kino taten mir ja schon etwas Leid. Aber gut, da müssen sie durch, das ist Kino...
In Film sechs, also der zweite heute, dann geschah es. Genau bei der Szene in der Harrys Todestrank positiv getestet wird - blieb der der Film hängen, Standbild. Und dann war es ganz weg. Großes Aufstöhnen im Auditorium! Harrys Zaubertrank war stark genug, um unseren Film zu töten... Wir hofften ja, dass das Problem, was auch immer es war, schnell behoben sein würde, aber nein. Fünf bis zehn Minuten später dann startete der Film wieder - allerdings gute ebenfalls fünf bis zehn Minuten später als er eigentlich sollte. Wieder großes Geschrei, dann aber kehrte schnell Ruhe ein - wenn wir schon was verpasst hatten wollten wir wenigstens den Rest sehen. Zwei Minuten später wieder stop und schwarze Leinwand. Der nächste Versuch dann saß, eine Minute später, bevor das Bild das erste Mal ausgefallen war. Besser als gar nichts! Und schon gings weiter im Programm. Das Problem: wir waren jetzt im Zeitplan hinterher. Als wir in die Pause gingen hatten wir nur noch 15 Minuten von den 30 übrig, nicht so sonderlich viel. Ich hatte ja wieder Brot und Würstchen dabei, meine beiden Mitgucker gingen sich bei einem kleinen Laden Sandwiches holen. Was anderes blieb einem in der kurzen Zeit nicht wirklich übrig. Draußen war es mittlerweile wirklich kalt geworden, zum Glück regnete es aber nicht. Anfangs. Nach fünf Minuten schon änderte sich das aber, zum Glück waren wir da schon auf dem Rückweg.
Mittlerweile war das Kino voll. Und mit voll meine ich voll! Sie hatten jetzt sogar den oberen Balkon geöffnet, um alle Leute unterbringen zu können. Kaum ein Platz der nicht belegt war - außer der vor mir. Ha! Am Eingang gabs jetzt auch 3D-Brillen. Huch? Das hatte ich entweder übersehen oder es war nirgendwo gestanden. Ach menno... eigentlich hatte ich mich drauf gefreut, den 7.2er endlich mal in 2D zu sehen. Dann halt wieder nicht.
Glücklicherweise hatten wie Kleinigkeiten auf unseren Plätzen zurückgelassen, so dass diese noch frei waren. Gerade als ich mich hinsetzen wollte hörte ich hinter mir meinen Namen - huch? Saß ein paar Reihen hinter mir doch tatsächlich ein Mädel aus meinem Theaterkurs. Sie war aber eben erst gekommen, für die letzten zwei Filme. So wie ziemlich viele hier.
Die ersten zwei Filme waren ziemlich schnell vergangen. Um einiges schneller als gestern. Dagegen zog sich jetzt 7.1 doch ganz schön. Dabei mag ich diesen Film eigentlich, diese Einsamkeit und Ödnis... die trifft das Buch ziemlich gut, finde ich. Interessanterweise wurde im Abspann von 7.1 Rothenburg ob der Tauber erwähnt - bitte? Filmaufnahmen in Deutschland? Das war mir neu. Zu Hause nachrecherchiert fand ich dann heraus dass sie tatsächlich bei uns gedreht hatten - für eine Szene, die im Buch auch in Deutschland spielt, nämlich die, in der Voldemort Gregorovitch aufsucht. Wahnsinn, für eine halbe Sekunde Filmzeit, nämlich die Kamerafahrt und den Blick aus dem Fenster, waren sie tatsächlich nach Deutschland geflogen! Unfassbar.
Nach 7.1 wars dann auch so weit - das Kino war knüppeldicke voll. Sogar vor und neben mir saß nun jeweils einer - mist. Vor diesem letzten Teil trat jetzt auch noch mal der Orgelspieler von gestern auf und begann mit dem Harry Potter-Thema - voll cool :)

7.2, der letzte und achte Film der Reihe begann dann auch schließlich. Ich habe den Film schon drei Mal im Kino gesehen (ich wollte einfach mit verschiedenen Leuten rein...), und das ist noch gar nicht so lange her. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann war der Film im Kino, Juni oder Juli? Naja, also in etwa ein halbes Jahr, nicht mehr. Daher ja, ich erinnere mich noch sehr gut an ziemlich viele Dinge aus dem Film. Andererseits kommt es mir vor wie aus einem anderen Leben, dass ich ihn gesehen habe. Zu dem Zeitpunkt war ich an der Oper, ich war in Deutschland, ich machte meine Abschlussprüfungen, ich plante meinen USA-Trip. Wahnsinn. Ist das erst vor einem halben Jahr gewesen?
Der Typ vor mir nahm mir zum Glück nicht die ganze Sicht, ich weiß nicht, wie er das aushielt, aber er lag den ganzen Film hindurch mehr in seinem Sitz als zu sitzen. Also hatte ich immer noch eine super Sicht auf die Leindwand, da war die Macht wirklich mit mir gewesen. Super Sicht auf die Leinwand - leider aber mit schlechtem 3D. Ich weiß nicht, was da los war, ich habe keine Ahnung, wie diese Technick funktioniert, aber die linke Hälfte der Leinwand war immer wieder leicht doppelt zu sehen. Rechts war alles in Ordnung, nur links nicht. Und da auch nicht immer, aber oft genug. Zum Glück habe ich den Film schon so oft gesehen, ansonsten wäre das echt sehr ärgerlich gewesen. Auch so war es sehr nervig, aber na gut. Wieder, man kann nicht alles haben. Die Stimmung war mittlerweile auf dem Höhepunkt angekommen - war sie vorher einfach nur richtig fantastisch gut gewesen (so macht Kino Spaß, ich glaube ich habe bei Harry Potter noch nie so viel gelacht wie heute!) so schlug sie jetzt fast ein bisschen um. Waren wohl zu viele Leute da...

Bevor ich mit meinem Tagesbericht weiterfahre noch mal kurz meine Beobachtungen der ganzen Filme. Wen Harry Potter nicht interessiert der lese einfach ziiiiemlich weiter unten nach dem nächsten großen Absatz weiter ;)
Wie gesagt, wenn man alles hintereinander sieht fallen einem plötzlich Dinge auf, die man vorher nie gesehen hat. Oder sie fallen einem wieder auf und man ärgert sich zum x-ten Male darüber... Erst mal: Ich liebe die unterschiedlichen Akzente/Dialekte. Ich habe Harry Potter ja zum fast ersten Mal auf englisch gesehen, bisher hatte ich nur 7.2 im Original schauen dürfen/können/wollen. Dieses Mal konnte ich mich natürlich viel stärker auf die Sprache konzentrieren, hatte ja Zeit... und ja, es war faszinierend.
Auffallend war die Kleidung. Ron und Hermine wurden fast immer in irgendwelche Streifenpullis gesteckt - quer, versteht sich. Harry bekam die einfarbigen Kaputzenpullis, allerdings hatte auch er hin und wieder das Vergnügen, ein paar Streifen tragen zu dürfen. Allerdings nicht so sonderlich oft. Wer Vögel mag sollte jetzt besser weghören, denn Achtung - in fast jedem Harry Potter werden Vögel umgebracht. Ich weiß nicht, ob das schon hinreichend bekannt ist, ob das Absicht war oder Zufall - aber Teil drei zumindest fiel es mir auf. Hier wird ein Vogel von der peitschenden Weide erwischt. In Teil vier hetzt Hermine ihre Zaubervögel auf Ron, welche an der Wand zerschellen. In Teil fünf kann Umbridge einen Papiervogel nicht ausstehen und zerstört ihn, während in Teil sechs ein Vögelchen für Malfoys Versuche mit dem Kabinett sein Leben lassen muss. Teil sieben dann natürlich der prominenteste Todesfall - Hedwig. Wie gesagt, erst ab Teil drei achtete ich da drauf - wenn jemandem noch was in Teil eins oder zwei auffiel, nur her mit den Informationen :D
Gestern war mir übrigens noch was aufgefallen, was ich vergessen hatte zu erwähnen. Die haben doch tatsächlich ziemlich viel rumgeschnitten am zweiten Teil, um eine niedrigere FSK-Freigabe zu kriegen. Das hatte ich so gar nicht gewusst... eine Szene kam mir nämlich so gar nicht bekannt vor, und das googelte ich zu Hause natürlich gleich mal. Tatsache - in der deutschen Version ist diese rausgeflogen. Dabei habe ich nun wirklich keinen Schimmer, was daran so gruselig gewesen sein soll. Dass verschiedene Kamerafahren und einzelne Sekunden fehlten fiel mir zwar auch auf, das tat ich aber damit ab, dass ich den Film eben zwei Jahre nicht mehr gesehen habe und mich nicht gut erinnern konnte. Diese ganze Szene aber, die war doch schon sehr auffällig... echt schade.
Teil drei wartete mir einer besonders blöden Streichung auf, die mir bisher noch nie aufgefallen war, die aber echt... bescheuert ist. Ohne die Bücher ist man da ja wirklich verloren. Und zwar wird andauernd davon berichtet, dass Lily und James ihr Vertrauen in den falschen gesetzt hatten und dass sie verraten wurden - aber wie es letztendlich dann wirklich gewesen war, dass Pettigrew sie verraten hatte weil er zum Geheimnisbewahrer geworden war, das wird nie erwähnt. Mag sein, dass man sich das zusammenreimen kann, irgendwie, aber ich finde doch schon, dass das ein essentieller Teil der Geschichte ist. Da streicht man doch lieber Hermines Faustschlag oder so aus der Story, das ist weniger wichtig...
In Teil fünf störte mich besonders eines - Nevilles Name auf der Prophezeiung. Mag sein, dass ich mich irre, schließlich habe ich die Bücher zuletzt vor eineinhalb Jahren gelesen (ist das schon wieder so lange her?). Aber stand da nicht Harry Potter oder Neville Longbottom? Seltsam, dass hier sogar Neville (!) zu Harry sagt, dass da sein Name draufsteht. Die ganze Storyline wurde wohl gestrichen, okay, damit muss man leben, aber ich finde es schon arg böse, dass dann ausgerechnet Neville die Prophezeiung entdecken muss.
Zum ersten Mal fiel mir übrigens der Schauspielerwechsel von Dumbledore auf. So direkt hintereinander ist das dann doch auffällig, bisher hatte ich sie eigentlich immer recht ähnlich gefunden. Aber nein... stimmt ja gar nicht.
Tja, und dann natürlich noch der siebte Teil. Der wegen der Schlachtänderung meiner Meinung nach einige Folgefehler mit sich gebracht hat, aber über die gröbsten bin ich immer noch nicht hinweg. Malfoy kann sich nach Hogwarts hineinapparieren? Oder sah das einfach nur so aus oder ich habe nicht richtig aufgepasst? Und falls der Schutz aufgehoben ist - verdammt, wieso apparieren sich die drei dann nicht runter zum Bootshaus anstatt Gefahr zu laufen, jede Sekunde einen Fluch abzubekommen? Harry erwähnt außerdem, ich glaube gegenüber McGonagall, dass sie den letzten Horcrux hier im Schloss suchen. Moment mal, den letzten? Meiner Rechnung nach war das erst Nummer fünf, und Harry weiß in dem Moment laut Film noch nichts von Nagini. Da fehlt also noch einer...
Etwas absurd finde ich ja die Szene in der Harry aus den Armen Hagrids springt. Ja, er versucht Nagini zu erwischen - aber nein, mal ehrlich, wir wissen doch mittlerweile, dass man einen Horcrux nicht so einfach töten kann. Was also bezweckt er damit? Mir ist klar, dass man hier den Übergang von der Buch- in die Filmstory schreiben musste, aber das war doch arg holprig. Ich weiß zwar nicht, wie es besser gegangen wäre, aber das bestätigt mich nur in meiner Meinung, nichts zu verändern, ohne vorher gründlich darüber nachzudenken, wieso. Und nein, das hätte nicht gemusst. Meiner Meinung nach. Das Buch war da schon eine ziemlich gute Vorlage ab dem Zeitpunkt. Das zieht nämlich noch den nächsten Fehler nach sich - Neville verspürt anscheinend irgendeinen Drang, Nagini umzubringen - aber wieso eigentlich? Ja, man kann wieder davon ausgehen, das ihm offscreen irgendjemand gesagt hat, dass er das tun soll - aber wann? Er steht auf aus seiner Ohnmacht und zieht mit dem Schwert auf seinen Feldzug los. Einfach so. Hatte er eine Vision oder so? Aber moment, das war ja Harry...
Nichtsdestotrotz - das Gesamtkonzept stimmte an diesem Wochenende so gut wie nie zuvor. Die Filme griffen ineinander über und versprühten ein tolles Klima. Zum ersten Mal fielen mir diese vermaledeiten Hände und Arme von Daniel Radcliffe kaum auf, und das will das heißen! Sonst finde ich die immer so verdammt störend, wie zwei Äste an einem Baum... Überhaupt, so nacheinander gesehen fand ich die Schauspieler wirklich gut. Man sieht eine Entwicklung sowohl der Charaktere als auch der Schauspieler dahinter. Wirklich faszinierend.
Ach ja, was mir bisher auch nie aufgefallen war (da heißts jetzt aber wirklich Schande über mich, das war wohl weltweit bekannt): Der Schauspieler von Crabbe tauchte in Teil sieben plötzlich nicht mehr auf. Wegen Drogenbesitzes hatten sie ihn nicht erneut verpflichtet und durch einen anderen Schauspieler und wohl auch eine andere Figur ersetzt, das fiel mir aber heute zum ersten Mal auf. Ja, manchmal bin ich blind ;)
Ich empfand dieses Mal alles viel emotionaler als sonst - irgendwo auch kein Wunder, wenn einem da sieben Jahre in zwei Tage gequetscht werden.

Und ich muss sagen - ich bin ein bisschen stolz auf mich, auch wenn es ja nicht direkt mein Verdienst war. Aber das hier war der eindeutige Beweis dafür, dass ich um einiges besser englisch verstehe als noch im Sommer. Als ich da nämlich im 7.2 war konnte ich der Handlung zwar problemlos folgen, verstand aber doch nicht wirklich alle Dialoge. Nur, weil ich den Film schon zwei Mal vorher gesehen hatte hatte ich kein Problem und wusste, um was es ging. Aber manchmal hatte ich doch Verständnisprobleme. Gestern und heute aber - kaum eine Spur davon. Sicher, ich habe nicht 100 prozentig alles verstanden. Dafür bin ich noch nicht gut genug. Aber es waren sicher mindestens 95 Prozent - und ich finde, das ist doch schon eine ziemlich gute Leistung. Also zumindest meinem Englisch hat dieser Auslandsaufenthalt ganz sicher gutgetan, hier ist der Beweis.
Und schneller als gewollt war das Ganze dann auch vorbei. Mist. Um 22:18 Uhr war der Film dann vorbei, und während der Abspann lief stürmten alle unterschiedlich schnell zum Ausgang. Wir verließen den Saal gemütlich nach der ersten Welle. Ich wäre gerne noch bis zum Schluss geblieben, aber das wäre dann doch arg unhöflich gewesen. Auch weil man mir angeboten hatte, mich nach Hause zu fahren, was ich dann doch gerne annahm. Sicher, ich war schon öfters nach zehn Uhr abends alleine draußen unterwegs, aber man muss das Schicksal ja nicht herausfordern, wenn es da andere Möglichkeiten gibt.
Das Wochenende war ein richtig guter Ersatz für die Convention in L.A. gewesen. Ja, ich bin immer noch ein bisschen traurig, dass ich nicht dagewesen bin, aber naja. Man kann eben nicht alles haben die Dritte ;)
Ich fühlte mich danach richtig high. So muss man sich fühlen, wenn man Drogen nimmt oder so... Zumindest stelle ich mir das so vor. Richtig gut. Und auch wenn ich K.O. war, dennoch kraftgeladen. Ja, ich weiß, Wiederspruch in sich. Trotzdem fühlte ich mich so. Die zwei Tage waren einfach richtig toll gewesen und hatten total Spaß gemacht. Ich war ziemlich traurig, dass das Ganze jetzt "schon" vorbei war... Ich weiß, dass das viele vermutlich jetzt nicht nachvollziehen werden können. Aber ich war schon immer jemand, der in andere Geschichten und Welten tief einsinken konnte. Schon als kleines Kind las ich stundenlang Bücher - nicht, weil mir das jemand vorschrieb, sondern weil mich die Geschichten, die fremden Personen und die anderen Welten so faszinierten. Weil ich absinken wollte in eine andere Dimension und Wirklichkeit. Und dieser Wunsch ist eben bis heute geblieben und manifestiert sich eben weiterhin in Büchern, aber mittlerweile auch Filmen oder Serien. Ja, ich kann da richtig tief eintauchen. Und nein, ich weiß nicht, ob das immer so gut ist. Aber es ist, wie es ist, und so lange ich nicht beginne, diverse Realitäten zu verwechseln ist ja alles noch gut :D Auch wenn es, zugegebenermaßen, schwer war, wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden. Aber ich glaube, das kann jeder ein bisschen nachvollziehen, der schon einmal stundenlang gelesen hat, auf Conventions gewesen ist oder sich eine Filmreihe hintereinander angesehen hat. Und wenn nicht... Da habt ihr was verpasst. Ehrlich.
Das war also der Grund, warum ich dieses Wochenende nicht vergessen möchte. Es war so wunderbar intensiv, ja, fast wie eine Droge. Eine Geschichtendroge, also ganz das, wonach ich süchtig bin. Ich wünschte, ich könnte noch mal...
Hey, ich weiß, dass ich manchmal verrückt bin. Das müsst ihr mir nicht noch so offen sagen :D

Sonntag, 20. November 2011

Tag 104 (19.11.)

Heute war der Tag. Harry Potter Marathon! Weee.
Um elf ging ich los, eine Stunde vor Start. Etwa eine halbe Stunde würde ich zum Kino brauchen. Unterwegs machte ich mir die üblichen Sorgen, werde ich viel zu früh sein? Oder zu spät? Beide Sorgen waren natürlich umsonst. Als ich ankam war da zwar schon eine lange Schlange, aber das waren vermutlich nicht mehr als 30 Leute. Ich besorgte mir mein Ticket (für das ich erst zum Bankautomaten musste, da das alte Kino hier nur Bargeld nimmt) und stellte mich also ebenfalls hinten an. Schon bald wurden wir eingelassen und ich betrat das schöne, alte Kino aus den Zwanzigern. Und so sah es auch aus. Das ist wirklich ein Kino, in dem man ein ganzes Wochenende verbringen möchte! Super schön und gemütlich. Gut, die Sitze könnten etwas gemütlicher, weil vor allem länger am Rücken sein. Aber das nimmt man für diese Atmosphäre dann auf sich.




Ich fand mir einen Platz im hinteren mittleren Bereich, ganz am Rand - ich wollte schließlich niemanden stören, sollte ich irgendwann mal rausmüssen oder so. Ich mags einfach mehr am Rand zu sitzen. Es war wirklich ein guter Platz, wie sich im Laufe des ganzen Tages herausstellen sollte. Zwar wechselten die Personen vor mir immer wieder, aber ich konnte immer einen Platz weiter nach rechts rutschen, falls sich jemand direkt vor mich setzte. Nur einmal saß vor mir eine Gruppe von drei Personen - war aber kein Problem, denn zwei davon waren Kinder. Wenn vor einem ein Kopf war war schon ein bisschen was vom Film versperrt, so aber konnte ich immer hin und herrutschen. Perfekt! Und ich hatte Platz, rechts oder links meine Füße auszustrecken. Ist nötig, wenn man elf Stunden im Kino sitzt.
Ein paar Leute kamen kostümiert als Hogwartsschüler, das machte richtig Spaß so. Das Kino war immer so halb bis zwei Drittel gefüllt - gut gefüllt also, wenn auch nicht knüppelvoll. Erstaunlicherweise waren sehr, sehr viele Eltern mit Kindern anwesend und sehr viele Senioren. Kaum Leute in meinem Alter! Gut, die ersten zwei Filme kann man sich unter Umständen auch mit Kindern noch ansehen, wobei ich die teils schon etwas arg jung fand. Also unter zehn würde ich die Filme nicht unbedingt sehen lassen... Na gut. Sind ja aber nicht meine :)
Aber ich, ich bekam Kopf- und Halsweh. Langsam und schleichend, aber schon beim zweiten Film machte ich mir Sorgen, wie ich diesen Tag, geschweige denn den morgigen, durchstehen sollte. Dabei wollte ich das doch so sehr! Also beschloss ich, einfach durchzuhalten. Mehr kann man ja auch nicht machen, aber dann sollte das doch klappen... Gut, während Teil zwei ruhte ich eine ganze Weile meine Augen aus, während der ganzen Spinnenszenen vor allem am Ende. Huh. Das war echt gruselig, so auf der großen Leinwand. Schrecklich. Und ja, ich ruhte wirklich nur meine Augen aus und schlief nicht. Mal ausnahmsweise. Aber diese fünf bis zehn Minuten halfen meinem Kopf wirklich sehr um ein bisschen zu entspannen und zu regenerieren. Glaubt man gar nicht....
Wenn man diese Filme so am Stück sieht fallen einem doch Dinge auf, die einem sonst nicht so auffallen. Und wenn man die Filme dann auch noch im Original sieht macht das noch einmal einen Unterschied. Nach Teil eins konnte ich zumindest sehr gut verstehen, weshalb die drei Hauptdarsteller gecastet worden waren, sie waren wirklich nicht schlecht! Erneut fiel mir auf, wie sehr die Musik in Teil eins der von Star Wars Teil eins glich, gleiches mit zwei und zwei. Jaja, Komponisten und ihre Lieblinge...
Auch wenn ich alleine war, das Ganze machte mir trotz Krankheit riesengroßen Spaß, auch wenn es sich irgendwie zog. Vielleicht gerade weil ich alleine war... Ich gebe zu, ich sah mir die ersten beiden Filme ohne den Abspann an, da ich die Zeit für einen Badezimmergang nutzte und nach dem zweiten einfach nicht wusste, wie lang diese halbe Stunde Zeit reichen würde. Schade zwar, hätte die Abspänne gerne gesehen, aber ich dachte mir lieber die verpassen als den Anfang vom nächsten Film...
Nach zwei Filmen gab es dann die halbe Stunde Pause, die ich damit nutzte nach draußen zu gehen und Luft zu schnappen. Ich hatte mir Würstchen und Brot mitgebracht, da ich keine Ahnung hatte, was es hier in der Umgebung so an Essen gab. Das Risiko war mir dann doch irgendwie auch zu groß, ich wollte diesen Tag ja genießen! Am Ausgang gab es einen Stempel, um ja auch die richtigen Leute wieder einzulassen. Ich machte einen kleinen Spaziergang und kam an einem Wallgreens vorbei. Da mir ja immer noch drei Kerzen für meinen Adventskranz fehlen beschloss ich, da mal reinzuschauen. Und wirklich, ich konnte zwei Kerzen ergattern. Fehlt nur noch eine! :)
Ich ging dann nach zwanzig Minuten zurück ins Kino, wo ich mir meinen alten Platz zurückergatterte. Der war zum Glück noch frei, gut, die meisten Leute waren auch noch nicht von der Pause zurück. Während ich da also saß und wartete - fing doch tatsächlich vorne an die Orgel hochzufahren und jemand spielte darauf. DAS hat Stil, sage ich euch! Bis die Pause zu Ende war wurden wir also gut unterhalten.

Es folgte Teil drei - der, auf den ich heute irgendwie am wenigsten Lust hatte. Ich weiß, die meisten Leute finden den am Besten von allen, aber naja... für mich hat er irgendwie recht wenig Spaß. Keine Ahnung wieso. Bin wohl nicht wie alle anderen... Man merkte, die Schauspieler betraten hier langsam die Pubertät. Und ich meine die Schauspieler, nicht die Charaktere. Zwischen zwei und drei lag doch ein großer Unterschied im Aussehen... Und es witzig zu sehen, wie Harry Haare immer länger wurden, bis sie dann in Teil vier schon richtig Mädchenhaft lang waren. Ich überlege, ob sie das deshalb gemacht haben um sie nach vier radikal zu kürzen um ihn richtig schon schnell altern zu lassen... damit eben alles ernsthafter wird? Auch faszinierend war Cedric Diggory. Ihr wisst schon... Edward. Dass sein erster Auftritt in diesem Film darin bestand von einem Baum runterzuspringen machte die Assoziazion irgendwie... deutlicher, was auch der ganze Kinosaal mit unterdrücktem Gelächter honorierte. Dass er ausgerechnet auf einem Friedhof dann ums Leben kam. Naja. Ihr wisst, was ich meine.
Auf englisch wirkte alles viel, viel natürlicher. Ich kann die Leute langsam verstehen die meinen, man müsse sich alles im Original ansehen... es ist wahrscheinlich so, egal wie gut Synchronsprecher sind, es sind eben nur Synchronsprecher und wissen nicht hundertprozentig, wie genau ein Schauspieler das jetzt gemeint hat. Das kann fast immer nur schlechter werden... leider. Oder es lag daran, dass ich alles hintereinander gesehen habe. Oder keine Ahnung... war auf jeden Fall sehr toll!
Gegen Ende wurde es dann mit dem Sitzen schon recht anstrengend. Irgendwann nach zehn Stunden ist dann auch mal gut. Das Publikum wechselte übrigens durch - waren, wie gesagt, morgens noch viele Kinder dagewesen sah man davon jetzt eher weniger (aber immer noch genug um sich zu fragen, was die Eltern sich dabei denken). Dafür waren immer mehr erwachsenere Leute gekommen, und auch allgemein war das Kino immer voller.
Nach Teil vier blieb ich noch sitzen, bis der Abspann gelaufen war - ich hatte nämlich nachgeschaut und wusste, dass meine Bahn erst in zwanzig Minuten kommen würde. Also konnte ich mir den Abspann noch in Ruhe mit der anderen letzten verbleibenden Person zu Ende ansehen. Dass in Teil vier keine Drachen zu Schaden gekommen sind hatte ich bisher noch gar nicht gewusst... oder wieder vergessen. Auch für den Song ganz am Ende hatte es sich doch gelohnt, noch sitzen zu bleiben.
Um viertel nach elf, 11 Stunden und 15 Minuten nach dem Beginn von Teil 1, verließ ich dann endgültig für heute das Kino. Wow. Dank meiner Krankheit war das schon anstrengend gewesen, aber dennoch hatte es wahnsinnigen Spaß gemacht und ich freute mich schon auf morgen. Da müsste ich schon unfähig sein aus dem Bett zu steigen, damit ich ich die zweite Hälfte verpasse! Und ja, 12 Dollar für einen ganzen Tag Kino fand ich übrigens auch ziemlich günstig. Drei Dollar pro Film, wenn man sich alle angesehen hatte - das ist unschlagbar. Und das dann noch mit riesiger Leinwand, gutem Sound und super Atmosphäre. A propos Atmosphäre, die war nicht nur wegen des schönen Kinos super. Ich weiß nicht obs an der besonderen Marathon-Stimmung lag oder daran, dass viele Fans da waren - oder dass Amerikaner einfach anders drauf sind als Deutsche. Es herrschte allgemein eine gute Stimmung, es wurde viel gelacht und damit das Kinoerlebnis doch noch ein bisschen gesteigert. So macht Kino Spaß!
Um kurz vor Mitternacht war ich dann zu Hause. Müde und erschöpft und nur mit dem Gedanken, gleich ins Bett zu gehen. Um Kraft für morgen zu tanken. Man glaubt es kaum, auch herumsitzen kann anstrengend sein ;) Also ja, ich bin froh, dass es die Nacht Pause gibt. Einen Marathon ganz ohne Schlafpause würde ich nicht durchstehen. Das macht ja dann irgendwann auch keinen Sinn wenn man nur noch dagegen kämpft, nicht einzuschlafen... oder aber schläft und dadurch was verpasst. Ne, dann doch lieber diesen kontrollierten Marathon-Modus. Das ist perfekt.
Ich bin gespannt, ob ich morgen zwei aus der Star Wars-Fantruppe treffe, angeblich gehen sie morgen auch ins Kino. Facebook ist doch manchmal zu etwas nütze.
Ich freu mich auf morgen. Und gehe, wie gesagt, auf alle Fälle. Kann ja nicht angehen, dass ich mir das wegen blödem Schnupfen mies machen lasse... ne ne. Auch wenn ich Teil 7.2 im letzten halben Jahr schon drei Mal gesehen habe, egal. Ich freue mich trotzdem.


Oh, hab ganz vergessen noch das Video einzufügen... :) Ach ja, und wer das Lied kennt, welches gespielt wird möge mir das doch bitte verraten. Ich kenns. Aber ich komm nicht drauf. Und das stört mich sehr :D