Im Töpfern heute verbrachte ich wieder meine Zeit mit anmalen. Ich habe keine Ahnung, wie ich so in der Zeit liege... aber es sind nur noch drei Wochen, glaube ich, und bis dahin muss ich mit allem fertig sein. Mal sehen, vielleicht muss ich doch mal außerhalb der Unterrichtszeit kommen. Bisher konnte ich mich ja davor drücken weil ich alles so fertigbekommen habe. Aber jetzt muss es vielleicht sein... vor allem, weil ich heute schon wieder eine halbe Stunde früher gehen musste.
Ich aß in Superman-Tempo zu Mittag und eilte dann zum Konzertraum - wo noch niemand war. Hmpf. Na da hätte ich mir auch fünf Minuten mehr Zeit zum essen nehmen können, mist. Wie dem auch sei, ein paar Minuten später kam meine Dozentin und ich konnte zum ersten Mal am Konzertfülgel spielen. Ich mochte den Flügel auf Anhieb - ich liebe Steinways einfach. Es will mir nicht zu fällig jemand einen zu Weihnachten... nein? Schade. Dabei sind die doch sooo günstig... *hust*
Das Einspielen funktionierte also ganz gut, ich fühlte mich gar nicht so schlecht. Danach zog ich mich konzertgemäß um, ich trug mein schwarzes Chorkleid. Das lohnt sich jetzt richtig, sich das zugelegt zu haben. Und es gefällt mir auch echt gut, das Geld habe ich also gut angelegt. Auch wenns teurer war als ich ursprünglich wollte. Aber lieber so und ich trage es gerne, als Kleidung die nur noch im Schrank hängt... Danach gab es nur noch eines: warten. Und warten. Ach ja, und frieren... denn es war richtig kalt. Normalerweise spiele ich gerne in kurzen Ärmeln oder ganz ohne, weil ich immer so schnell schwitze mit Bühnenlicht und sowieso, aber dieses Mal war ich richtig dankbar für die Dreiviertelärmel meines Kleides und die Wahl einer Strumpfhose. Nachdem sich alle eingespielt hatten tauchte der Tonmeister auf und präparierte den Flügel: richtige Position im Raum zu den Mikros und Mikros rein in den Flügel. Wow. Auf Nachfrage, dass er das so genau machen und die Mikros sogar in den Flügel legen würde (nicht von mir) meinte er: "Klar, wenn ihr euch für die Graduateschool (also weiterführende Uni) bewerben wollt braucht ihr doch die bestmöglichen Aufnahmen! Außer ihr macht Fehler, aber dann wisst ihr, was ihr noch üben müsst." Krasse Sache. In Deutschland werden unsere Konzerte nie vom Tonmeister aufgenommen. Zumindest weiß ich davon nichts. Und das sollte ich nach sieben Semestern eigentlich... Ich drückte ihm also meinen CD-Rohling in die Hand, so dass er meine Aufnahme brennen könne. Er guckte mich an und meinte, dass er ja eigentlich nur noch USB-Sticks benutzen würde (hätte ich das gewusst hätte ich keinen Rohling kaufen müssen...), aber das gehe schon in Ordnung. Puh. Glück gehabt.
Kurz vor dem Konzert, bevor wir hinter die Bühne gingen, wünschte uns unsere Klavierlehrerin mit ihrem Feenzauberstab allen noch persönlich Glück - ach, ich mag sie einfach. Sie passt perfekt zu mir!
Wir warteten dann hinter der Bühne. Irgendwie ist hier alles ein bisschen feierlicher als zu Hause, finde ich. Kann aber auch nur ein blödes Gefühl sein. Ich war erst als vorletzte dran, also hatte ich noch eine ganze Weile Zeit zu frieren und mich verrückt zu machen. Irgendwann aber war es dann so weit, und immerhin stolperte ich nicht in meinen ungewohnten Schuhen. Es klappte gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Ich traf den Charakter, glaube ich, ganz gut, auch wenn ich ein paar blöde Fehler einbaute. Wie immer eben. Irgendwie. Einmal, beim vorletzten Akkord des ersten Stückes, rutschte ich ganz blöd mit meinen Schuhen vom Pedal ab, aber zu hören war das eigentlich kaum. Höchstens zu sehen. Aber man ist ja Profi und tut so als wäre nichts gewesen ;) Ansonsten geschah nichts spektakuläres, ich war einfach nur froh, es halbwegs gut hinter mich gebracht zu haben. Und es machte sogar ein kleines bisschen Spaß.
Nach dem Konzert machte ich mir keinen Stress, obwohl ich fünf Minuten später meinen nächsten Unterricht hatte. Aber man spielt nicht alle Tage in San Francisco in einem Vorspiel, und da muss man ja nicht sofort weiterhetzen. Außerdem hatte ich meinem Dozenten Bescheid gesagt. Ich unterhielt mich also noch ein wenig mit meiner Dozentin, B. und A., bevor ich mich dann umziehen und zum Unterricht ging. Ich war schon ein wenig erschöpft, aber viel Zeit zum ausruhen hatte ich nicht. Fünfzehn Minuten später saß ich nämlich vorne und spielte meinen Dialog mit meinem Partner vor. Es klappte ganz gut, nicht so super wie letzten Mittwoch, aber das ist ja oft so, dass die Probe besser ist. Außerdem hatten wir, im Gegensatz zu Mittwoch, heute ja auch nur einen Versuch. Ich war einfach nur froh, als alles vorbei war und ich mich den Rest der Unterrichtsstunde ausruhen konnte. Zwei mal Adrenalin am Tag ist einfach schon genug. Dementsprechend müde wurde ich auch langsam... Wir durften heute wieder eine Stunde früher gehen, da ein paar, die heute vorspielen sollten, nicht vorbereitet waren. Soll mir Recht sein... ich lief also in den Comupterraum um den Spickzettel für den Gospelchor heute abend auszudrucken, meinen alten hatte ich nämlich zu Hause nicht gefunden. Und ich nahm mir die Zeit, um noch mal was zu essen. In Ruhe. Wobei ich schon fast am Einschlafen war, das war heute einfach ein bisschen viel gewesen.
Letztendlich musste ich mich dann auf den Weg zum Chor machen. Nur noch fünf Mal. Dann hab ichs hinter mir ;) Heute nervte mal wieder alles, es bringt aber nichts, das alles hier zu beschreiben. Einfach aussitzen und durchkommen. Kurz vor Ende der Stunde fiel mir dann auch wieder ein, wo ich meinen Spickzettel hatte - in meinem Rucksack. Da hatte ich ihn reingesteckt um ihn heute bloß nicht zu vergessen. Dumm, wenn man dann diese Tatsache vergisst. Aber nun gut, dann hab ich jetzt eben zwei. Außerdem bekam ich fürchterliche Kopfschmerzen - das war schon fast nicht mehr auszuhalten. Aber ja, klar - wieder, kein Wunder nach so einem Tag. Ich war also nur heilfrüh als es pünktlich zum Unterrichtsende hieß, dass unser Chorleiter uns heute etwas früher gehen lassen würde (womit bewiesen wäre: Er hat andere Zeiten im Kopf als auf dem offiziellen Stundenplan stehen oder er hat wirklich keinen Sinn für die Uhr), um die Sache mit den Tickets und T-Shirts fürs Konzert noch zu regeln. Ich machte mich aus dem Staub und fuhr, wie mittlerweile jeden Montag, einkaufen und danach nach Hause. Um mich etwas auszuruhen. Schließlich hatte ich keine Lust, diese Kopfschmerzen die ganze Zeit zu haben. Bin ja noch ein bisschen hier, aber so viel Zeit ist das nicht mehr...
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