Ich schlief heute mal wieder aus. Wer hätt's gedacht. Wirklich ausgeschlafen fühlte ich mich nach den neuneinhalb Stunden zwar nicht, aber sei's drum - eigentlich sollte es reichen. Ich verbrachte den restlichen (kurzen) Vormittag mit Fernsehen, Blogschreiben (ja, ich hole auf!) und mit Gesprächen mit meiner Freundin. Beim Fernsehen hatte ich heute ein tolles Aha-Erlebnis - ich habe meinen allerersten englischen Wortwitz verstanden! Ja, auf deutsch ist er nicht witzig, und man muss es natürlich in der Szene sehen um lachen zu können, aber ich hab mich fast nicht mehr gekriegt. Einfach, weil mir das selber schon einmal passiert ist.
Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das während meines Berichts über den Yosemite-Ausflug schon erwähnt habe, falls ja, verzeiht mir meine Wiederholung, falls nein - gut.
Also. In der Schule lernt man, wenn das englische Alphabet durchgenommen wird, dass der Buchstabe "Z" fast wie im deutschen ausgesprochen wird, nur mit einem Stimmhaften S. Also "Sed". Ungefähr. In Amerika aber, haben wir festgestellt, kapiert das keiner. Niemand sagt das, und ja, ich sags noch mal - sie verstehen es meistens auch nicht. Amerikaner sagen nämlich "Si", also mit stimmhaftem S - fast so wie zum "C": "Si" mit stimmlosem S. Ich hoffe, man versteht, was ich erklären will. In Yosemite hatten wir uns nämlich darüber unterhalten, und daher weiß ich das nun ganz genau.
In meiner Serie nun (ich habe mir aus Spaß Stargate Atlantis ausgeliehen) sprach eine Person von einem "ZPM" und sagte eben alle Buchstaben einzeln: "Set Pi Äm". Selbstverständlich verstand der Amerikaner nur Bahnhof und fragte den anderen Amerikaner in der Szene, was das denn sei - und dieser antwortete: "Si Pi Äm, he is Canadian (er ist Kanadier)". Aha, auch Kanadier, nicht nur Engländer sprechen das also so aus, und ja, da besteht ja eine gewisse Rivalität zwischen Amerikanern und Kanadiern.
Ich weiß, wirklich witzig ist das hier beschrieben nun nicht. Es soll eigentlich aber nur eines sagen - ich habe einen Wortwitz verstanden und sogar kapiert, wieso! Hach. Ich bin ja schon ein bisschen stolz auf mich, noch vor drei Monaten wäre das unmöglich gewesen. Und ja, das ist eine Sache, die unmöglich zu übersetzen ist, im Deutschen wiederholt der Amerikaner das Wort nämlich einfach nur und sagt "er nuschelt manchmal". Wer weiß - vielleicht werde ich jetzt auch noch zu den "bloß nicht die Übersetzung schauen, das ist ganz schlimm und verliert jeden Wortwitz, schaut das Original!"-Leuten? Wobei ich es schon genießen werde, mal wieder was auf deutsch fernzusehen. Da ists nämlich viel einfacher, was nebenbei zu machen.
Kurz vor vier machte ich mich fertig für die Kirche. Morgen kann ich ja nicht, also wollte ich heute mit dem Pfarrer reden, und die Samstagsmesse ist hier um vier. Seltsame Zeit... aber gut. Ich wollte also gerade ins Bad, als ich feststellen musste, dass E. gerade duschte. Mist. Aaaaber - nicht ganz so schlimm, denn in beiden amerikanischen Kirchen, in denen ich bisher war, ist eine Toilette vorhanden. Klar, nicht direkt im großen Saal, aber direkt um die Ecke im Flur oder so. Jedenfalls IM Gebäude und man verpasst auch nicht viel von der Messe. Finde ich eine super Einrichtung, bei uns in meiner Heimatkirche muss man erst mal einen halben Spaziergang machen und verpasst eine ganze Menge. Und im Winter ist das auch immer ganz bescheiden durch den ganzen Schnee und die Kälte zu stapfen. Nene, da lobe ich mir dieses System doch.
Also ich aus der Tür trat fiel mein Blick auf mein Päckchen - juhu! Meine Amazonbestellung ist da! Und außerdem noch die Wahlunterlagen für die Volksabstimmung. Puh, hab ja schon angefangen mir Sorgen zu machen. Die muss ich morgen unbedingt gleich zur Post bringen und hoffen, dass sie rechtzeitig ankommen. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann die Abstimmung ist. Aber wird schon schiefgehen.
Die Kirche war heute mindestens genauso gefüllt wie Sonntags, wenn nicht sogar mehr. Witzig, bei uns ist Samstagabend viel weniger los. Vielleicht war das aber auch Zufall, wer weiß?
Nach dem Gottesdienst sprach ich den Pfarrer noch einmal an und wartete, bis er alle Leute verabschiedet hat. Auch eine Sitte, die mir gefällt - der Pfarrer zieht mit seinen Ministranten nach hinten, also zum Haupteingang, aus und bleibt dann dort um jeden zu verabschieden, der das möchte. Oder um ein paar kurze Worte zu wechseln. Funktioniert bei uns irgendwie nicht so, mag aber auch an unserer Gemeinde liegen. Ich wartete also in der Kirche und nutzte die Zeit, um ein paar Fotos zu machen. Sind leider ohne Blitz, ich wollte keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Aber besser als gar nichts.

Ich redete dann kurz mit dem Pfarrer, der mein Anliegen sofort erriet (noch bevor ich es komplett ausgesprochen hatte, irgendwie fehlten mir plötzlich die Worte). Er ließ mich Name und Telefonnummer aufschreiben und versprach, mich zu kontaktieren - oder, dass eine Gastfamilie mich kontaktieren würde. Zum Schluss gabs sogar noch eine kleine Umarmung - ich glaube, er hat gespürt, wie sehr mir das Ganze am Herzen liegt und wie wichtig mir das ist. Ich bin ganz zuversichtlich, dass da was draus entsteht!Den restlichen Abend verbrachte ich dann wie zuvor - fernsehen, Blog schreiben und ein kleines bisschen Monologe suchen. Damit komme ich aber irgendwie einfach nicht weiter. Und ja, nicht zu fassen - außer dem einen Samstag vor einigen Wochen, den ich einfach noch nicht hinbekommen habe, bin ich jetzt tatsächlich wieder aktuell. Kaum zu glauben! Dabei war ich schon fast eine Woche in Rückstand mit meinem Blog und hatte schon Angst, aufgeben zu müssen. So aber siehts doch ganz gut aus - vielleicht schaffe ich tatsächlich, alles durchzuhalten. Drückt mir die Daumen ;)
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