Kurz und schmerzlos.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Silvester, einen guten Rutsch ins neue Jahr (wie gesagt, aber ohne fallen, bitte) und dann auch kommende schöne 12 Monate.
Feiert schön, wie auch immer ihr Silvester und das neue Jahr feiern wollt (oder eben gar nicht, auch das ist durchaus legitim, da hätte ich selber fast Lust drauf...). Kommt gut nach Hause, wenn ihr wo unterwegs seid und habt einfach Spaß.
Man liest sich dann nächstes Jahr...
Samstag, 31. Dezember 2011
Freitag, 30. Dezember 2011
Update
21.12. bis 26.12. sind hiermit nachgetragen, ich befinde mich auf der Zielgeraden... wenn nur das Fotos-aussuchen und -bearbeiten nicht immer so lange dauern würde. Ich hoffe stark, dass ich bis zu meinem Trip nach Los Angeles alles nachgetragen habe, sonst kriege ich ein Problem :D Aber das wird schon. Hab ja noch zweieinhalb Tage.
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So, jetzt hat's auch für den Rest gereicht. Puh, ich muss das neue Jahr also nur mit einem Haufen an Geldschulden und keinen Blogschulden beginnen. Glück gehabt! ;) Ich hoffe, dass ich die kommenden zwei Tage noch pünktlich poste, bevor es dann aufgeht zur großen zehntägigen Los Angeles/Anaheim-Tour. Ich hab da zwar vermutlich fast überall Internet, aber in den ersten Tagen ist unser Plan vollgestopft ohne Ende, da werde ich garantiert nichts schreiben, mir aber hoffentlich ein paar Notizen machen. Gegen Ende habe ich vielleicht wieder etwas Luft und kann dann mit dem Aufholen anfangen, aber wer weiß. Gut möglich, dass ihr bis zum 12. oder 13. Januar warten müsst, bevor wieder ein Lebenszeichen von mir kommt. Außer ihr schaut auf twitter vorbei, da werde ich mich sicher alle paar Tage mal melden. Zumindest bis zum 9. Januar, danach hab ich mein tolles Internethandy nicht mehr... Ich habe aber fest vor, diese zehn Tage ebenfalls zu dokumentieren und hoffe stark, dass das klappt, ich werde mein Bestes geben. Wäre doch gelacht, jetzt wo's nur noch drei Wochen sind...
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So, jetzt hat's auch für den Rest gereicht. Puh, ich muss das neue Jahr also nur mit einem Haufen an Geldschulden und keinen Blogschulden beginnen. Glück gehabt! ;) Ich hoffe, dass ich die kommenden zwei Tage noch pünktlich poste, bevor es dann aufgeht zur großen zehntägigen Los Angeles/Anaheim-Tour. Ich hab da zwar vermutlich fast überall Internet, aber in den ersten Tagen ist unser Plan vollgestopft ohne Ende, da werde ich garantiert nichts schreiben, mir aber hoffentlich ein paar Notizen machen. Gegen Ende habe ich vielleicht wieder etwas Luft und kann dann mit dem Aufholen anfangen, aber wer weiß. Gut möglich, dass ihr bis zum 12. oder 13. Januar warten müsst, bevor wieder ein Lebenszeichen von mir kommt. Außer ihr schaut auf twitter vorbei, da werde ich mich sicher alle paar Tage mal melden. Zumindest bis zum 9. Januar, danach hab ich mein tolles Internethandy nicht mehr... Ich habe aber fest vor, diese zehn Tage ebenfalls zu dokumentieren und hoffe stark, dass das klappt, ich werde mein Bestes geben. Wäre doch gelacht, jetzt wo's nur noch drei Wochen sind...
Tag 145 (30.12.)
Heute hatte ich allerhand vor, daher wars nichts mit ausschlafen. Also zumindest nicht richtig. Noch im Halbschlaf beschloss ich, gleich mal die Tickets für Disneyland und Universal Studios zu buchen, noch bevor ich mir klarmachen kann, dass ich da ja Angst vor habe. Morgens bin ich eben noch gut in der Selbstveräppelung, was auch ein Grund dafür ist, dass ich Konzerte und Wettbewerbe morgens schon immer viiiiel angenehmer fand als abends. Denn morgens ist mir noch gar nicht so klar, dass ich da oben auf einer Bühne stehe und mir lauter Leute zuhören, abends dann aber doch, und mit jeder Stunde die am Tag verstreicht wird mir das klarer und entsprechend nervöser werde ich, so dass ich abends ein einziges Nervenbündel bin. Ich muss mal gucken ob ich unser Prüfungsamt irgendwie bestechen kann... Haha, guter Witz.
Auch das Busunternehmen für das Shuttle zwischen LA und Anaheim schrieb ich gleich mal, obgleich mit wenig Hoffnung, an, ob man da denn das Ticket auch irgendwie am Bus lösen kann. Die Antwort kam prompt und wie vermutet - nein. Hmpf. Blöd. Dennoch werde ich mich wohl für den Zug entscheiden. Das wird schon nicht schief gehen, warum sollte es, wenn der Fahrplan so im Internet steht? Vielleicht kann ich irgendwann vorher mal da vorbeigehen und mich noch vergewissern. Mal sehen.
Ich telefonierte ein bisschen mit daheim, dann packte ich meinen Koffer fertig. Den würde ich nämlich heute noch zu B.s Sohn bringen, der ihn mit nach Deutschland nimmt. Zwar muss ich da die Gebühren für einen zweiten Koffer zahlen, die sind aber selbst bei seiner Fluggesellschaft um einiges weniger als die Gebühren für einen dritten bei mir. Ich hoffe nur, dass alles gut geht. Ich wäre gern selbst zum Flughafen mitgegangen, aber das geht schlecht, denn er fliegt heim während ich in LA bin. Doof. So packte und wog ich den Koffer, und bei 22.8 kg dachte ich mir, jetzt ist gut. Wer weiß, wie genau meine Waage ist und wie penibel die Leute bei seiner Gesellschaft. Ich hoffe jetzt nur inbrünstig, dass ich nicht irgendetwas brauche, was da drin ist. Oder dass irgendwas schief läuft. So wie immer, ich Angsthase und Pessimist. Damit sollte ich echt mal aufhören, ich weiß.
Ich brachte den Blog hier ein bisschen auf Vordermann (jetzt fehlen nur noch sagenhafte vier Tage, wow!) und machte mich dann im wieder nebligen San Francisco auf den Weg. Der Koffer war wirklich schwer. Uf. Und ich musste auch noch einen Umweg zur Uni machen, denn ich hatte nicht so viel Bargeld da, um den Transport des Koffers zu bezahlen, also ab zum Bankautomaten. Trotz der Tatsache, dass ich mich nicht eilte und ein paar Pausen machte war ich nach dem 25-30-minütigen Marsch doch recht verschwitzt und ein bisschen außer Atem. Aber trotzdem war es einfacher, als ich gedacht hatte. Ich hatte immer noch diesen wirklich erschöpfenden, nervenaufreibenden Marsch mit meinem Trekkingrucksack und dem Koffer von meinem Hostel zu B.s damaligem Haus im Kopf. DAS war hart. Danach war ich wirklich fertig.
Bis auf einen kippelnden Koffer war die Busfahrt dann auch ganz angenehm. Anstatt dort auszusteigen wie immer fuhr ich ein bisschen weiter und mit einem anderen Bus auf einer anderen Route wieder zurück - so musste ich weitaus weniger laufen. Vor allem, weil ich nicht mehr wusste, ob es bergauf oder bergab gehen würde. Bergauf mit dem 23-kg-Teil wäre schon happig gewesen. So kam ich dann aber gut beim Haus von B.s Freund an, Koffer und ich waren beide noch heil. Juhu!
Ich unterhielt mich ein wenig mit B.s Sohn und klärte dann auch alles. Zum Beispiel, dass ich weder Essen noch Alkohol noch Waffen oder Drogen in den Koffer gepackt hatte. Natürlich vergaß ich völlig mit ihm zu klären, wie die Übergabe dann am Flughafen mit meinen Eltern laufen sollte, aber wir sehen uns Neujahr ja noch einmal. Wo ich ihm dann auch noch eine Dose Fructosin in die Hand drücken werde, das wollte ich nämlich eigentlich auch einpacken, habs aber vergessen... Beide Dosen brauch ich hier nämlich definitiv nicht mehr. Außerdem übergab ich ihm das Geld, den Kofferschlüssel und eine Tafel Schokolade. Klar, das ist nicht wirklich ein großer Dank für den Dienst, den er mir erweist, aber... besser als gar nichts. Danach lud ich dann auch noch B. und ihren Freund zum essen ein, wenn ich aus LA zurückbin. Damit sie sich schon mal Gedanken macht, wo wir hingehen sollen, ich kenne mich ja zu wenig aus und überhaupt ist das mit dem veganen Essen ja sowieso ein bisschen komplizierter.
Ich machte mich dann wieder auf den Weg nach Hause, und dauernd dachte ich, ich hätte was vergessen. Weil der Koffer eben nicht mehr da war. Es ist außerdem schon ein komisches Gefühl, das ein Teil meiner Sachen jetzt schon nach Hause fliegt. Und ich hoffe stark, dass ich den Rest auch noch irgendwie unterbringe. Bitte bitte bitte...
Ich hatte zwar schon riesigen Hunger, aber heute wollte ich wirklich noch zur Bücherei, nachdem ich das gestern schon vergessen hatte. Vielleicht sogar gut, denn heute waren fast alle Sachen da, die ich noch angefragt hatte. Wann ich das alles lesen/gucken/hören will? He, ich hab noch ein paar Tage, wenn ich zurückkomme. Das wird schon irgendwie. Und nachdem ich jetzt mit "Legacy" schon mal angefangen habe bring ich es auch zu Ende. Auch wenn ich die Reihe nicht so wirklich leiden kann, das ist mir zu sehr aus den Fingern gesogen. Alleine die Darstellung der Jedi ist ja ein Witz, aber gut. Lassen wir das.
Jetzt fuhr ich aber wirklich nach Hause und war stolz auf mich - einiges schon erledigt. Ich schmiss noch eine Waschmaschine an und erledigt ein paar Kleinigkeiten auf meiner Liste, so dass am Abend nur noch zwei Dinge draufstanden - packen und Blogschreiben. Und wie ihr seht, bin ich bei letzterem auch fleißig dabei.
Nebenbei schaute ich mal wieder Gilmore Girls, wo ich gerade eine Folge aus der dritten Staffel drinhatte. In dieser wird der Song "99 Luftballons" gespielt, und irgendwie war ich bisher davon ausgegangen, dass im Original hier die englische Version gespielt wird. Wird sie ja gar nicht... witzig :D Und mir fiel auf, dass ich völlig vergessen habe, Fotos von meinen Weihnachtsgeschenken zu machen. Das muss ich dringend noch nachholen, hoffentlich vergess ich das nicht. Und das Packen auch nicht. Und sowieso, es ist ja noch so viel zu tun, so viel zu bedenken... Die O.C.-Tour will auch noch gebucht sein. Oh je, und dabei wollte ich doch heute ein bisschen früher ins Bett...
Auch das Busunternehmen für das Shuttle zwischen LA und Anaheim schrieb ich gleich mal, obgleich mit wenig Hoffnung, an, ob man da denn das Ticket auch irgendwie am Bus lösen kann. Die Antwort kam prompt und wie vermutet - nein. Hmpf. Blöd. Dennoch werde ich mich wohl für den Zug entscheiden. Das wird schon nicht schief gehen, warum sollte es, wenn der Fahrplan so im Internet steht? Vielleicht kann ich irgendwann vorher mal da vorbeigehen und mich noch vergewissern. Mal sehen.
Ich telefonierte ein bisschen mit daheim, dann packte ich meinen Koffer fertig. Den würde ich nämlich heute noch zu B.s Sohn bringen, der ihn mit nach Deutschland nimmt. Zwar muss ich da die Gebühren für einen zweiten Koffer zahlen, die sind aber selbst bei seiner Fluggesellschaft um einiges weniger als die Gebühren für einen dritten bei mir. Ich hoffe nur, dass alles gut geht. Ich wäre gern selbst zum Flughafen mitgegangen, aber das geht schlecht, denn er fliegt heim während ich in LA bin. Doof. So packte und wog ich den Koffer, und bei 22.8 kg dachte ich mir, jetzt ist gut. Wer weiß, wie genau meine Waage ist und wie penibel die Leute bei seiner Gesellschaft. Ich hoffe jetzt nur inbrünstig, dass ich nicht irgendetwas brauche, was da drin ist. Oder dass irgendwas schief läuft. So wie immer, ich Angsthase und Pessimist. Damit sollte ich echt mal aufhören, ich weiß.
Ich brachte den Blog hier ein bisschen auf Vordermann (jetzt fehlen nur noch sagenhafte vier Tage, wow!) und machte mich dann im wieder nebligen San Francisco auf den Weg. Der Koffer war wirklich schwer. Uf. Und ich musste auch noch einen Umweg zur Uni machen, denn ich hatte nicht so viel Bargeld da, um den Transport des Koffers zu bezahlen, also ab zum Bankautomaten. Trotz der Tatsache, dass ich mich nicht eilte und ein paar Pausen machte war ich nach dem 25-30-minütigen Marsch doch recht verschwitzt und ein bisschen außer Atem. Aber trotzdem war es einfacher, als ich gedacht hatte. Ich hatte immer noch diesen wirklich erschöpfenden, nervenaufreibenden Marsch mit meinem Trekkingrucksack und dem Koffer von meinem Hostel zu B.s damaligem Haus im Kopf. DAS war hart. Danach war ich wirklich fertig.
Bis auf einen kippelnden Koffer war die Busfahrt dann auch ganz angenehm. Anstatt dort auszusteigen wie immer fuhr ich ein bisschen weiter und mit einem anderen Bus auf einer anderen Route wieder zurück - so musste ich weitaus weniger laufen. Vor allem, weil ich nicht mehr wusste, ob es bergauf oder bergab gehen würde. Bergauf mit dem 23-kg-Teil wäre schon happig gewesen. So kam ich dann aber gut beim Haus von B.s Freund an, Koffer und ich waren beide noch heil. Juhu!
Ich unterhielt mich ein wenig mit B.s Sohn und klärte dann auch alles. Zum Beispiel, dass ich weder Essen noch Alkohol noch Waffen oder Drogen in den Koffer gepackt hatte. Natürlich vergaß ich völlig mit ihm zu klären, wie die Übergabe dann am Flughafen mit meinen Eltern laufen sollte, aber wir sehen uns Neujahr ja noch einmal. Wo ich ihm dann auch noch eine Dose Fructosin in die Hand drücken werde, das wollte ich nämlich eigentlich auch einpacken, habs aber vergessen... Beide Dosen brauch ich hier nämlich definitiv nicht mehr. Außerdem übergab ich ihm das Geld, den Kofferschlüssel und eine Tafel Schokolade. Klar, das ist nicht wirklich ein großer Dank für den Dienst, den er mir erweist, aber... besser als gar nichts. Danach lud ich dann auch noch B. und ihren Freund zum essen ein, wenn ich aus LA zurückbin. Damit sie sich schon mal Gedanken macht, wo wir hingehen sollen, ich kenne mich ja zu wenig aus und überhaupt ist das mit dem veganen Essen ja sowieso ein bisschen komplizierter.
Ich machte mich dann wieder auf den Weg nach Hause, und dauernd dachte ich, ich hätte was vergessen. Weil der Koffer eben nicht mehr da war. Es ist außerdem schon ein komisches Gefühl, das ein Teil meiner Sachen jetzt schon nach Hause fliegt. Und ich hoffe stark, dass ich den Rest auch noch irgendwie unterbringe. Bitte bitte bitte...
Ich hatte zwar schon riesigen Hunger, aber heute wollte ich wirklich noch zur Bücherei, nachdem ich das gestern schon vergessen hatte. Vielleicht sogar gut, denn heute waren fast alle Sachen da, die ich noch angefragt hatte. Wann ich das alles lesen/gucken/hören will? He, ich hab noch ein paar Tage, wenn ich zurückkomme. Das wird schon irgendwie. Und nachdem ich jetzt mit "Legacy" schon mal angefangen habe bring ich es auch zu Ende. Auch wenn ich die Reihe nicht so wirklich leiden kann, das ist mir zu sehr aus den Fingern gesogen. Alleine die Darstellung der Jedi ist ja ein Witz, aber gut. Lassen wir das.
Jetzt fuhr ich aber wirklich nach Hause und war stolz auf mich - einiges schon erledigt. Ich schmiss noch eine Waschmaschine an und erledigt ein paar Kleinigkeiten auf meiner Liste, so dass am Abend nur noch zwei Dinge draufstanden - packen und Blogschreiben. Und wie ihr seht, bin ich bei letzterem auch fleißig dabei.
Nebenbei schaute ich mal wieder Gilmore Girls, wo ich gerade eine Folge aus der dritten Staffel drinhatte. In dieser wird der Song "99 Luftballons" gespielt, und irgendwie war ich bisher davon ausgegangen, dass im Original hier die englische Version gespielt wird. Wird sie ja gar nicht... witzig :D Und mir fiel auf, dass ich völlig vergessen habe, Fotos von meinen Weihnachtsgeschenken zu machen. Das muss ich dringend noch nachholen, hoffentlich vergess ich das nicht. Und das Packen auch nicht. Und sowieso, es ist ja noch so viel zu tun, so viel zu bedenken... Die O.C.-Tour will auch noch gebucht sein. Oh je, und dabei wollte ich doch heute ein bisschen früher ins Bett...
Tag 144 (29.11.)
Nach dem Busdesaster gestern wollte ich heute total früh (also, für Ferien ;) ) aufstehen und zum Busunternehmen fahren. Tja. Gestern bin ich sogar relativ früh deshalb im Bett gewesen, nur dummerweise war ich einfach nicht so wirklich müde. Heute früh dafür umso mehr. Mein Schlafrhythmus ist leicht durcheinander... ich muss das wieder in den Griff kriegen, irgendwie. Naja, wobei sich das späestens beim LA-Trip selbst regeln dürfte. Auf die harte Tour.
Dementsprechend langsam war ich heute, aber es hätte noch alles perfekt geklappt, wenn die Seite, die mir immer aktuell erzählt, wann mein Bus kommt, mich nicht so veräppelt hätte. Die zehn Minuten, die da dranstanden vergingen nämlich in weitaus weniger Zeit, so dass ich nach kurzer Zeit sah, dass ich den Bus nie und nimmer erwischen würde. Gut, dann eben der nächste. Müsste ja auch noch reichen, ich plane ja immer mit total viel Puffer. Den Bus erwischte ich auch gerade so - obwohl ich noch einmal umdrehen musste, weil ich die Tasche für A. vergessen hatte. Bei ihr wollte ich nämlich noch vorher vorbei, ihr die Sachen bringen, die sie noch von Heilig Abend bei mir hatte und mir im Gegenzug mein Busticket audrucken lassen. Keine Ahnung ob ichs wirklich brauche, aber mit ists auf jeden Fall einfacher und unkomplizierter. Als ich aus der Tür trat war es neblig. Oh je, ich hatte schon fast vergessen, wie das ist, schlechtes Wetter zu haben, so schön war es in letzter Zeit. Doof. Aber gut, da kann man nichts ändern... Richtig doof ists nur für A.s Mutter und Schwester, welche gestern abend ankamen. Ihr erster Tag ist dann gleich mal eine richtige San Francisco-Stimmung... Übrigens habe ich erfahren, dass dieser schöne Dezember wirklich eine Ausnahme ist. Angeblich der dritttrockenste und -wärmste seit... ach, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall lange. Da hab ich wirklich Glück gehabt, wenn denn schon der Sommer Rekorde in Nebel und Niedrigtemperaturen hatte.
Ich war dann ein bisschen später bei A. als geplant, aber immer noch gut im Zeitplan. In Windeseile begrüßte ich ihre Familie, war mein Ticket ausgedruckt und ich wieder auf dem Weg in die Innenstadt. Unterwegs sah ich dann doch viel Sonne und freute mich schon, aber als ich in Downtown aus dem Tunnel kam war es wieder neblig. Na toll. Gut, ich war wohl wieder zu nah an der Küstennähe oder so...
Die Busstation war schnell gefunden und auch relativ leer. Ich trug mein Problem vor, und der Mann hinter derm Schalter meinte, das sei kein Problem, ich müsste aber 15 Dollar Buchungsänderung bezahlen. Das Datum zu ändern würde nichts kosten, aber ich wollte ja auch den Ausgangsort ändern... Na toll. Worfür kauft man dann Tickets, die man zurückgeben kann? Was hat denn das für einen Sinn? Ich fragte ihn dann nett, ob ich nicht einfach das Ticket zurückgeben und ein neues kaufen könnte? Ja, das ginge natürlich auch. Stimmt.
Oh man. Ich frage mich, ob der da wirklich nicht selber drauf kam oder für so etwas extra bezahlt wird. Wobei er mir eigentlich recht nett erschien. Also wurde mein Ticket umgebucht. Ich fahre mit dem gleichen Bus nur einen Tag später von Los Angeles ab und habe zusätzlich noch eine Verbindung nach LA. Für das gleiche Geld. Allerdings braucht das auch eine ganze Weile, anstatt der üblichen 45 Minuten wird das wohl mehr als zwei Stunden brauchen, denn ich muss zwischendurch sogar noch einmal umsteigen und habe beide Male 50 Minuten Puffer. Na, so verpasse ich die Busse wenigstens nicht, hoffentlich. Und ich kann ja im Bus schlafen, denn ich muss ziemlich früh aufstehen. Hoffentlich klappt das alles!
Wenn ich schon mal da bin, dachte ich mir, gehe ich auch ein bisschen durch die Läden. Nein, nicht einfach so, ich brauchte noch ein paar Sachen. Dummerweise kam ich zum ersten Mal an einem Spielzeug/Comicladen vorbei. Wieso war ich da vorher noch nie langgelaufen? Ich hielt mich aber zurück und kaufte nur ein dünnes Comicheft. Ich bin brav :) Im Ross dann besorgte ich noch letzte Geschenke, und ich denke, das waren jetzt wirklich alle. Juhu!
Danach ging ich noch zum Wallgreens. Ich befinde mich auf der Shopping-Zielgeraden und muss jetzt noch die Dinge kaufen, die ich auf jeden Fall mitnehmen wollte. Und beten, dass ich sie auch irgendwie rüberkriege... Im Wallgreens dann kaufte ich eine Tasche, eine dieser Städtetaschen, wo der Stadtname draufgeschrieben ist. Die kennt ihr ja sicher ;) Von meiner Heimatstadt habe ich die noch nicht, jetzt aber von San Francisco. Das sind Prioritäten... die Sache ist, dass ich mir denke, um die Tasche von meiner Heimatstadt zu kaufen hab ich ja noch Zeit. Hier ja nicht.
Unterwegs konnte ich nicht wiederstehen und betrat noch einen CD-Laden. Hier waren die Weihnachts-CDs um die Hälfte reduziert, und so kaufte ich ein paar für ein paar Cent, denn die waren auch gebraucht. Mal gucken, wenn ich Zeit hab höre ich sie an und schaue dann, welche ich mitnehme. Weil, dass alle ins Gepäck passen bezweifle ich stark. Vielleicht nehme ich auch nur die CDs mit. Mal sehen.
Ich aß zu Mittag, und dann fuhr ich Richtung Heim. Aber nicht direkt, denn unterwegs musste ich noch zur Post. Gestern abend lag nämlich eine Benachrichtgung vor meiner Türe, dass man mich leider nicht angetroffen hätte und ich mein Päckchen in der Post abholen solle. Pf. Ich war den ganzen Tag zu Hause... nur leider hatte der Postmensch diesmal wohl nur bei meinen Vermietern geklingelt und nicht bei mir. Ich frage mich warum, sonst machen sie das doch auch. Na gut, nicht ganz so tragisch, dann hole ich es mir eben selber ab. Man bin ich froh, dass mein Fructosin noch vor der LA-Reise gekommen ist. Jetzt brauche ich wirklich keine Angst zu haben, unterwegs zu verhungern. Zwar habe ich keine Lust, die teuren Kapseln einfach so zu verpulvern, aber lieber viel Geld ausgeben als zu verhungern. Eindeutig. Und besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ich wieder in Deutschland bin wird der Fructosinbedarf sowieso wieder zurückgefahren, da kann ich ja auch mehr und abwechslungsreicher essen. Während es in der Innen-Innenstadt nicht ganz so trüb gewesen war und man doch hin und wieder die Sonne hatte sehen können war es hier draußen wieder eisigkalt-neblig. Bäh. Ich fuhr zur Post, holte mein Päckchen-Brief und machte noch einen Abstecher zum Luckys für Lebensmittel, damit ich nicht noch unterwegs aussteigen und zum Trader Joes muss. Ich frage mich, wie ich das mit Brot für unseren Trip mache, irgendwann muss ich da noch einkaufen gehen... nur wann? Am Tag selber wird dafür wohl kaum Zeit sein, und ob die Läden Neujahr offen haben? Keine Ahnung.
Mittlerweile war ich, natürlich, müde und hungrig und freute mich, als ich zu Hause war. Erst Stunden später fiel mir ein, dass ich eigentlich zur Bücherei hatte gehen wollen. Hmpf. Dann halt morgen. Während ich also in der Küche stand und mein Mittag/Abendessen kochte klopfte es an der Tür, meine Vermieterin stand davor. Sie wollte die Schlüssel testen, weil sie ja das Zimmer vermieten wolle... Alles klar, kein Problem. Als ich dann eine halbe Stunde später in meinem Zimmer saß und gemütlich über Kopfhörer (der Sound ist einfach besser und man versteht mehr) nebenher eine Folge Gilmore Girls schaute hörte ich etwas draußen. Das war so laut, das musste doch in der Küche sein! Tatsächlich, da standen meine beiden Vermieter und die Dame, die ich als erstes getroffen hatte, die Maklerin. Huch? Ähm. Okay... gut, vielleicht hatten sie geklopft, dass hatte ich dann sicher nicht gehört. Und ja, vielleicht hatte ich meine Vermieterin die halbe Stunde vor falsch verstanden, vielleicht hatte sie gesagt, dass sie kommen würden. Aber sofern letzteres nicht stimmt kann ersteres trotzdem nicht sein. So was müssen sie ausreichend vorher abklären, das ist auch im amerikanischen Recht so. Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, wie oft sie schon in meiner Wohnung waren, ohne dass ich es weiß. Zum Glück bin ich hier bald raus, denn das finde ich jetzt doch etwas unangenehm. Während wir da nämlich so standen kam sogar auch noch die Tochter und besah sie die Küche und die Sachen, die ich da mittlerweile ausgelagert habe (ich hab mein zukünftiges Handgepäck und die Waage da stehen, die Waage wegen dem Steinboden und das Handgepäck einfach, damits mir nicht im Weg ist) seelenruhig. Ähm... hallo, Privatsphäre, wo bist du? Naja, nach ein paar Minuten waren sie wieder weg und ich kehrte zu meinem PC zurück. Ich buchte ein neues Hotel in Anaheim, damit komme ich jetzt Hotelmäßig sogar um ein paar wenige Dollar besser raus, als wenn ich die ganze Zeit in LA geblieben wäre. Auch wenn ich jetzt vermutlich ein Taxi von Disneyland heimnehmen muss. Es hätte noch ein Hotel ziemlich nahe gegeben, welches in Frage gekommen wäre, aber das wäre fix gewesen und nicht absagbar. Und da genau liegt gerade mein Problem - ich will nichts festes buchen. Ich hab Angst, dass irgendwas schief geht, dabei frage ich mich selber: Was soll denn schiefgehen? Außer, dass ich so krank werde, dass ich nicht fahren kann, aber danach siehts momentan nicht aus. Und ich denke, selbst dann würde ich fahren, nachdem ich extra für diesen Trip hiergeblieben bin. Aber etwas in mir sträubt sich dagegen, jetzt feste Buchungen zu machen. Auch meine Tickets für Disneyland und für die Universal Studios wollte ich nicht buchen. Obwohl ich da auf jeden Fall hinwill, aber irgendwie habe ich Angst. Meine einzige Erklärung ist, dass mir die Sache mit Yosemite irgendwie noch in den Knochen hängt, aber selbst das klingt irgendwie bescheuert. Keine Ahnung, was mir mit los ist... Spätestens morgen sollte ich die Tickets aber buchen, denn wenn ich will, dass A. sie mir ausdruckt sollte ich das rechtzeitig tun und nicht auf den letzten Drücker.
Eine letzte Sache gilt es auch noch zu überlegen - wie komme ich von Los Angeles nach Anaheim (Disneyland)? Es gibt ein Shuttle, welches vom Flughafen abfährt und die Gäste sogar bis zum Hotel bringt. Das Problem: der Flughafen ist schon ein Stück draußen aus der Stadt, das kostet Zeit, da rauszufahren. Möglichkeit zwei: Zug. Das Problem: Ich bin in den Staaten noch nie Zug gefahren und weiß nicht, wie sehr ich mich darauf verlassen kann. Klingt komisch, aber ja, irgendwie hab ich Angst. Denn der Zug fährt am Wochenende auch nur zwei Mal am Tag. Was, wenn er an dem Tag plötzlich nicht fährt? Oder so? Preislich kommts wohl aufs gleiche, in etwa, denn während das Shuttle ein wenig teurer ist muss ich nach dem Zug unter Umständen noch kurz ein Taxi nehmen oder aber auf jeden Fall auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen um zu meinem Hotel zu kommen. Der Zug dauert vermutlich etwas kürzer, und eigentlich mag ich Zugfahren mehr als mit dem Bus. Mal sehen, für was ich mich entscheide... ich bin echt froh, wenn ich wieder in Deutschland bin und weiß, wie das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert. Echt!
Dementsprechend langsam war ich heute, aber es hätte noch alles perfekt geklappt, wenn die Seite, die mir immer aktuell erzählt, wann mein Bus kommt, mich nicht so veräppelt hätte. Die zehn Minuten, die da dranstanden vergingen nämlich in weitaus weniger Zeit, so dass ich nach kurzer Zeit sah, dass ich den Bus nie und nimmer erwischen würde. Gut, dann eben der nächste. Müsste ja auch noch reichen, ich plane ja immer mit total viel Puffer. Den Bus erwischte ich auch gerade so - obwohl ich noch einmal umdrehen musste, weil ich die Tasche für A. vergessen hatte. Bei ihr wollte ich nämlich noch vorher vorbei, ihr die Sachen bringen, die sie noch von Heilig Abend bei mir hatte und mir im Gegenzug mein Busticket audrucken lassen. Keine Ahnung ob ichs wirklich brauche, aber mit ists auf jeden Fall einfacher und unkomplizierter. Als ich aus der Tür trat war es neblig. Oh je, ich hatte schon fast vergessen, wie das ist, schlechtes Wetter zu haben, so schön war es in letzter Zeit. Doof. Aber gut, da kann man nichts ändern... Richtig doof ists nur für A.s Mutter und Schwester, welche gestern abend ankamen. Ihr erster Tag ist dann gleich mal eine richtige San Francisco-Stimmung... Übrigens habe ich erfahren, dass dieser schöne Dezember wirklich eine Ausnahme ist. Angeblich der dritttrockenste und -wärmste seit... ach, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall lange. Da hab ich wirklich Glück gehabt, wenn denn schon der Sommer Rekorde in Nebel und Niedrigtemperaturen hatte.
Ich war dann ein bisschen später bei A. als geplant, aber immer noch gut im Zeitplan. In Windeseile begrüßte ich ihre Familie, war mein Ticket ausgedruckt und ich wieder auf dem Weg in die Innenstadt. Unterwegs sah ich dann doch viel Sonne und freute mich schon, aber als ich in Downtown aus dem Tunnel kam war es wieder neblig. Na toll. Gut, ich war wohl wieder zu nah an der Küstennähe oder so...
Die Busstation war schnell gefunden und auch relativ leer. Ich trug mein Problem vor, und der Mann hinter derm Schalter meinte, das sei kein Problem, ich müsste aber 15 Dollar Buchungsänderung bezahlen. Das Datum zu ändern würde nichts kosten, aber ich wollte ja auch den Ausgangsort ändern... Na toll. Worfür kauft man dann Tickets, die man zurückgeben kann? Was hat denn das für einen Sinn? Ich fragte ihn dann nett, ob ich nicht einfach das Ticket zurückgeben und ein neues kaufen könnte? Ja, das ginge natürlich auch. Stimmt.
Oh man. Ich frage mich, ob der da wirklich nicht selber drauf kam oder für so etwas extra bezahlt wird. Wobei er mir eigentlich recht nett erschien. Also wurde mein Ticket umgebucht. Ich fahre mit dem gleichen Bus nur einen Tag später von Los Angeles ab und habe zusätzlich noch eine Verbindung nach LA. Für das gleiche Geld. Allerdings braucht das auch eine ganze Weile, anstatt der üblichen 45 Minuten wird das wohl mehr als zwei Stunden brauchen, denn ich muss zwischendurch sogar noch einmal umsteigen und habe beide Male 50 Minuten Puffer. Na, so verpasse ich die Busse wenigstens nicht, hoffentlich. Und ich kann ja im Bus schlafen, denn ich muss ziemlich früh aufstehen. Hoffentlich klappt das alles!
Wenn ich schon mal da bin, dachte ich mir, gehe ich auch ein bisschen durch die Läden. Nein, nicht einfach so, ich brauchte noch ein paar Sachen. Dummerweise kam ich zum ersten Mal an einem Spielzeug/Comicladen vorbei. Wieso war ich da vorher noch nie langgelaufen? Ich hielt mich aber zurück und kaufte nur ein dünnes Comicheft. Ich bin brav :) Im Ross dann besorgte ich noch letzte Geschenke, und ich denke, das waren jetzt wirklich alle. Juhu!
Danach ging ich noch zum Wallgreens. Ich befinde mich auf der Shopping-Zielgeraden und muss jetzt noch die Dinge kaufen, die ich auf jeden Fall mitnehmen wollte. Und beten, dass ich sie auch irgendwie rüberkriege... Im Wallgreens dann kaufte ich eine Tasche, eine dieser Städtetaschen, wo der Stadtname draufgeschrieben ist. Die kennt ihr ja sicher ;) Von meiner Heimatstadt habe ich die noch nicht, jetzt aber von San Francisco. Das sind Prioritäten... die Sache ist, dass ich mir denke, um die Tasche von meiner Heimatstadt zu kaufen hab ich ja noch Zeit. Hier ja nicht.
Unterwegs konnte ich nicht wiederstehen und betrat noch einen CD-Laden. Hier waren die Weihnachts-CDs um die Hälfte reduziert, und so kaufte ich ein paar für ein paar Cent, denn die waren auch gebraucht. Mal gucken, wenn ich Zeit hab höre ich sie an und schaue dann, welche ich mitnehme. Weil, dass alle ins Gepäck passen bezweifle ich stark. Vielleicht nehme ich auch nur die CDs mit. Mal sehen.
Ich aß zu Mittag, und dann fuhr ich Richtung Heim. Aber nicht direkt, denn unterwegs musste ich noch zur Post. Gestern abend lag nämlich eine Benachrichtgung vor meiner Türe, dass man mich leider nicht angetroffen hätte und ich mein Päckchen in der Post abholen solle. Pf. Ich war den ganzen Tag zu Hause... nur leider hatte der Postmensch diesmal wohl nur bei meinen Vermietern geklingelt und nicht bei mir. Ich frage mich warum, sonst machen sie das doch auch. Na gut, nicht ganz so tragisch, dann hole ich es mir eben selber ab. Man bin ich froh, dass mein Fructosin noch vor der LA-Reise gekommen ist. Jetzt brauche ich wirklich keine Angst zu haben, unterwegs zu verhungern. Zwar habe ich keine Lust, die teuren Kapseln einfach so zu verpulvern, aber lieber viel Geld ausgeben als zu verhungern. Eindeutig. Und besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ich wieder in Deutschland bin wird der Fructosinbedarf sowieso wieder zurückgefahren, da kann ich ja auch mehr und abwechslungsreicher essen. Während es in der Innen-Innenstadt nicht ganz so trüb gewesen war und man doch hin und wieder die Sonne hatte sehen können war es hier draußen wieder eisigkalt-neblig. Bäh. Ich fuhr zur Post, holte mein Päckchen-Brief und machte noch einen Abstecher zum Luckys für Lebensmittel, damit ich nicht noch unterwegs aussteigen und zum Trader Joes muss. Ich frage mich, wie ich das mit Brot für unseren Trip mache, irgendwann muss ich da noch einkaufen gehen... nur wann? Am Tag selber wird dafür wohl kaum Zeit sein, und ob die Läden Neujahr offen haben? Keine Ahnung.
Mittlerweile war ich, natürlich, müde und hungrig und freute mich, als ich zu Hause war. Erst Stunden später fiel mir ein, dass ich eigentlich zur Bücherei hatte gehen wollen. Hmpf. Dann halt morgen. Während ich also in der Küche stand und mein Mittag/Abendessen kochte klopfte es an der Tür, meine Vermieterin stand davor. Sie wollte die Schlüssel testen, weil sie ja das Zimmer vermieten wolle... Alles klar, kein Problem. Als ich dann eine halbe Stunde später in meinem Zimmer saß und gemütlich über Kopfhörer (der Sound ist einfach besser und man versteht mehr) nebenher eine Folge Gilmore Girls schaute hörte ich etwas draußen. Das war so laut, das musste doch in der Küche sein! Tatsächlich, da standen meine beiden Vermieter und die Dame, die ich als erstes getroffen hatte, die Maklerin. Huch? Ähm. Okay... gut, vielleicht hatten sie geklopft, dass hatte ich dann sicher nicht gehört. Und ja, vielleicht hatte ich meine Vermieterin die halbe Stunde vor falsch verstanden, vielleicht hatte sie gesagt, dass sie kommen würden. Aber sofern letzteres nicht stimmt kann ersteres trotzdem nicht sein. So was müssen sie ausreichend vorher abklären, das ist auch im amerikanischen Recht so. Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, wie oft sie schon in meiner Wohnung waren, ohne dass ich es weiß. Zum Glück bin ich hier bald raus, denn das finde ich jetzt doch etwas unangenehm. Während wir da nämlich so standen kam sogar auch noch die Tochter und besah sie die Küche und die Sachen, die ich da mittlerweile ausgelagert habe (ich hab mein zukünftiges Handgepäck und die Waage da stehen, die Waage wegen dem Steinboden und das Handgepäck einfach, damits mir nicht im Weg ist) seelenruhig. Ähm... hallo, Privatsphäre, wo bist du? Naja, nach ein paar Minuten waren sie wieder weg und ich kehrte zu meinem PC zurück. Ich buchte ein neues Hotel in Anaheim, damit komme ich jetzt Hotelmäßig sogar um ein paar wenige Dollar besser raus, als wenn ich die ganze Zeit in LA geblieben wäre. Auch wenn ich jetzt vermutlich ein Taxi von Disneyland heimnehmen muss. Es hätte noch ein Hotel ziemlich nahe gegeben, welches in Frage gekommen wäre, aber das wäre fix gewesen und nicht absagbar. Und da genau liegt gerade mein Problem - ich will nichts festes buchen. Ich hab Angst, dass irgendwas schief geht, dabei frage ich mich selber: Was soll denn schiefgehen? Außer, dass ich so krank werde, dass ich nicht fahren kann, aber danach siehts momentan nicht aus. Und ich denke, selbst dann würde ich fahren, nachdem ich extra für diesen Trip hiergeblieben bin. Aber etwas in mir sträubt sich dagegen, jetzt feste Buchungen zu machen. Auch meine Tickets für Disneyland und für die Universal Studios wollte ich nicht buchen. Obwohl ich da auf jeden Fall hinwill, aber irgendwie habe ich Angst. Meine einzige Erklärung ist, dass mir die Sache mit Yosemite irgendwie noch in den Knochen hängt, aber selbst das klingt irgendwie bescheuert. Keine Ahnung, was mir mit los ist... Spätestens morgen sollte ich die Tickets aber buchen, denn wenn ich will, dass A. sie mir ausdruckt sollte ich das rechtzeitig tun und nicht auf den letzten Drücker.
Eine letzte Sache gilt es auch noch zu überlegen - wie komme ich von Los Angeles nach Anaheim (Disneyland)? Es gibt ein Shuttle, welches vom Flughafen abfährt und die Gäste sogar bis zum Hotel bringt. Das Problem: der Flughafen ist schon ein Stück draußen aus der Stadt, das kostet Zeit, da rauszufahren. Möglichkeit zwei: Zug. Das Problem: Ich bin in den Staaten noch nie Zug gefahren und weiß nicht, wie sehr ich mich darauf verlassen kann. Klingt komisch, aber ja, irgendwie hab ich Angst. Denn der Zug fährt am Wochenende auch nur zwei Mal am Tag. Was, wenn er an dem Tag plötzlich nicht fährt? Oder so? Preislich kommts wohl aufs gleiche, in etwa, denn während das Shuttle ein wenig teurer ist muss ich nach dem Zug unter Umständen noch kurz ein Taxi nehmen oder aber auf jeden Fall auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen um zu meinem Hotel zu kommen. Der Zug dauert vermutlich etwas kürzer, und eigentlich mag ich Zugfahren mehr als mit dem Bus. Mal sehen, für was ich mich entscheide... ich bin echt froh, wenn ich wieder in Deutschland bin und weiß, wie das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert. Echt!
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Tag 143 (28.12.)
Mein Wecker war irgendwie genauso faul wie ich heute. Er weckte mich nämlich nicht, was zur Folge hatte, dass ich bis halb eins (!) schlief. Au weia. Mein Schlafrhythmus ist damit endgültig hinüber... Mist. Das muss ich irgendwie wieder hinbiegen.
Ich kam heute mittag auf die glorreiche Idee, dass ja mein Vater unter Umständen mein Busticket buchen kann. Wenn ich das versuche kommt immer eine Fehlermeldung... tollerweise trat die auch bei meinem Vater auf. So wurde dann mein Bruder kurzerhand herangezogen und erledigte das gemeinsam mit mir. Ich fühlte mich ziemlich gut, als das erledigt war, auch wenn jetzt feststand: Es gibt kein zurück. Das wird jetzt durchgezogen. Unheimlich. Ich hoffe, ich habe mich auch für den richtigen Tag entschieden. Allerdings habe ich extra ein erstattungsfähiges, teureres Ticket gekauft. Ich brauche Absicherung, sonst fühle ich mich schlecht ;) Jetzt brauche ich "nur" noch die Tickets für Disneyland, die Universal Studios und den Bus, der mich nach Disneyland bringen soll. Dachte ich. Denn als ich mich da gerade so wahnsinnig gut fühlte traf mich der Schlag - ich bin doch echt doof. Warum übernachte ich nicht auf bei Disneyland, anstatt an einem Tag von LA da hin und wieder zurück zu fahren? Da geht doch sicher auch ein Bus von da aus. Oh man. Mist. Was nun?
Scheint so, als ob ich morgen doch noch zum Busticketcenter fahren muss und das ganze Theater mit der Ticketbuchung über Deutschland völlig umsonst war. Mist, das wollte ich doch vermeiden. Na gut, dann hab ich wenigstens was zu tun. Ehrlich gesagt zog mich die Geschichte aber doch etwas runter, keine Ahnung wieso. Vielleicht, weil ich dachte, dass jetzt alles geklärt ist und ich muss mit dem Planen noch mal anfangen? Ich hab darauf keine Lust mehr, wirklich nicht... klingt vielleicht albern, aber mir reichts. Darauf freue ich mich echt - keine Planungen mehr. Juhu! Lag vielleicht aber auch daran, dass ich gerne mit jemandem über meine Gedanken und Ideen gesprochen hätte, und niemand da war. Natürlich nicht, war ja mitten in der Nacht in Deutschland. Aber das wird schon irgendwie, hoffe ich. Ein paar Folgen Gilmore Girls zogen mich da aus dem Schlamm schon wieder raus. Auuuuußerdem hat meine Idee den tollen Vorteil, dass ich, wenn ich einen Tag länger bleibe, eine Bustour nach Orange County inklusive Newport Beach machen kann. 7 Stunden, 60 Dollar. Nicht so super teuer, wie ich finde, und da wollte ich eigentlich schon mal hin... Von dem her, eigentlich war das eine tolle Idee. Nur, dass ich jetzt alles umschmeißen muss ist blöd. Aber morgen bin ich schlauer und weiß dann hoffentlich, dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle. Bitte. Bitte...
Ich kam heute mittag auf die glorreiche Idee, dass ja mein Vater unter Umständen mein Busticket buchen kann. Wenn ich das versuche kommt immer eine Fehlermeldung... tollerweise trat die auch bei meinem Vater auf. So wurde dann mein Bruder kurzerhand herangezogen und erledigte das gemeinsam mit mir. Ich fühlte mich ziemlich gut, als das erledigt war, auch wenn jetzt feststand: Es gibt kein zurück. Das wird jetzt durchgezogen. Unheimlich. Ich hoffe, ich habe mich auch für den richtigen Tag entschieden. Allerdings habe ich extra ein erstattungsfähiges, teureres Ticket gekauft. Ich brauche Absicherung, sonst fühle ich mich schlecht ;) Jetzt brauche ich "nur" noch die Tickets für Disneyland, die Universal Studios und den Bus, der mich nach Disneyland bringen soll. Dachte ich. Denn als ich mich da gerade so wahnsinnig gut fühlte traf mich der Schlag - ich bin doch echt doof. Warum übernachte ich nicht auf bei Disneyland, anstatt an einem Tag von LA da hin und wieder zurück zu fahren? Da geht doch sicher auch ein Bus von da aus. Oh man. Mist. Was nun?
Scheint so, als ob ich morgen doch noch zum Busticketcenter fahren muss und das ganze Theater mit der Ticketbuchung über Deutschland völlig umsonst war. Mist, das wollte ich doch vermeiden. Na gut, dann hab ich wenigstens was zu tun. Ehrlich gesagt zog mich die Geschichte aber doch etwas runter, keine Ahnung wieso. Vielleicht, weil ich dachte, dass jetzt alles geklärt ist und ich muss mit dem Planen noch mal anfangen? Ich hab darauf keine Lust mehr, wirklich nicht... klingt vielleicht albern, aber mir reichts. Darauf freue ich mich echt - keine Planungen mehr. Juhu! Lag vielleicht aber auch daran, dass ich gerne mit jemandem über meine Gedanken und Ideen gesprochen hätte, und niemand da war. Natürlich nicht, war ja mitten in der Nacht in Deutschland. Aber das wird schon irgendwie, hoffe ich. Ein paar Folgen Gilmore Girls zogen mich da aus dem Schlamm schon wieder raus. Auuuuußerdem hat meine Idee den tollen Vorteil, dass ich, wenn ich einen Tag länger bleibe, eine Bustour nach Orange County inklusive Newport Beach machen kann. 7 Stunden, 60 Dollar. Nicht so super teuer, wie ich finde, und da wollte ich eigentlich schon mal hin... Von dem her, eigentlich war das eine tolle Idee. Nur, dass ich jetzt alles umschmeißen muss ist blöd. Aber morgen bin ich schlauer und weiß dann hoffentlich, dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle. Bitte. Bitte...
Dienstag, 27. Dezember 2011
Tag 142 (27.12.)
Mein Vormittag verging schnell und ruhig. Gegen drei brach ich dann in die Innenstadt auf. Erster Halt war an der Bücherei, und da ich nicht weiß, ob ich jemals wieder die Hauptzentrale betreten werde machte ich mal ein paar Fotos. Danach hatte ich solchen Hunger, dass ich doch ein bisschen was essen musste. Hmpf. Wollte ich gar nicht... Ich wollte mich nämlich heute Abend mit einem Mädel und ihrem Freund treffen, welche ich aus einem Forum kenne. Sie ist gerade, nach ein paar Monaten in Colorado, auf Durchreise, quasi, und da dachten wir uns, wir könnten uns mal treffen. Am anderen Ende der Welt ;) Wir hatten uns beim In-n-out-Burger verabredet, ihr wisst schon, dem supertollen Burgerladen, in dem ich seit Jahren meinen ersten Burger gegessen habe. Die mit dem netten Service. Eigentlich wollte ich ja dann da quasi erst essen, aber mein Magen machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Dann machte ich mich auf zum Fishermans Wharf. Da ist nämlich der Burgerladen... ich hatte aber noch Zeit, also lief ich auf der Suche nach den letzten Mitbringseln noch ein wenig herum. Irgendwie fand ich aber alles blöd, also kaufte ich letztendlich nur ein paar Bleistifte. In ganz bunt und glitzerig, für Kinder ;) Natürlich war ich dann viel zu früh beim In-n-out, wie immer. Gegen einen Baum gelehnt stand ich dann da und wartete auf die zwei. Und beobachtete die Masse an Leuten, die da so vorbeizog. Ich weiß auch nicht warum, aber heute war die Hölle los. Vermutlich die Nach-Weihnachts-Touristen und -Einkäufer. Ich hatte vorher ein Foto von F. gesehen, und außerdem hatte sie mir geschrieben, dass sie auf Grund ihrer Zehenschuhe sowieso unverkennbar sein würde. Witzigerweise brachte mich das dazu, andauernd auf die Schuhe von allen Leuten zu gucken (und das, obwohl ich ein Foto gesehen hatte. Verrückt). Darauf achte ich ja sonst nicht so... schon interessant, was die anderen Leute so tragen.
Pünktlich tauchten die zwei dann auch auf, und ich erkannte sie, auch ohne auf die Schuhe geguckt zu haben. Auch wenn der Sicherheitsblick dann trotzdem noch kam. Im In-n-out war alles völlig überfüllt, irgendwann konnten wir dann aber einen Zweiertisch ergattern. F. saß bei ihrem Freund auf dem Schoß, alles palletti. Unser Gespräch wurde andauernd von einem Herrn neben uns gestört, der sich entweder langweilte, betrunken war oder nicht ganz richtig im Kopf. Oder alles zusammen. Keine Ahnung. Jedenfalls nervte er ziemlich, glücklicherweise verschwand er dann irgendwann. Er nervte übrigens so sehr, dass der Tisch neben uns (obwohl ein Vierer) meistens recht schnell wieder frei war. Und er sich daraufhin wieder uns zuwandte. Mist.
Wir unterhielten uns gut, dafür, dass wir uns in Wirklichkeit gerade erst einmal seit wenigen Minuten kannten. Beide waren sehr nett, und als sie dann losmussten um ihre Bus zu erwischen kam ich mit. Und stellte fest, dass ich mit dem auch fahren kann. Sehr gut. Für beide ging nämlich wenige Stunden später noch der Flug nach Hause, mit ein paar Tagen Zwischenstopp in New York. Nicht schlecht :) F. übrigens empfahl mir die "Lost Campers", hier kriegt man ziemlich günstig Vans vermietet, die man auch zum Übernachten nutzen kann. Ohne Aufschlag für unter-25-jährige. Das nenn ich mal toll. Ich selber kann das leider nicht mehr nutzen, aber ja vielleicht mal jemand anderes. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter!
Natürlich kam der Linienbus, denn wir brauchten, ganz San Francisco-like eine ganze Weile nicht, irgendwann aber saßen wir drin und unterhielten uns noch die letzten Minuten. Plötzlich gings dann aber ganz schnell, und weg waren beide. Ich drückte ihnen noch die Daumen, dass sie sowohl ihr Shuttle als auch ihren Flug gut erwischen würden. Oder besser, kreuzte die Finger. Daumen drücken macht man hier ja nicht.
Ich fuhr weiter, ging unterwegs noch einkaufen und durfte dann 15 Minuten auf meine nächste Bahn warten. Mist. Ich war mittlerweile todmüde, und auf der Rückfahrt schlief ich dann auch tatsächlich ein. DAS ist mir noch nie passiert. Ein bisschen dösen, ja, aber richtig einschlafen - nein.
Ein bisschen Sorgen macht mir noch das Busticket, welches ich für die Rückfahrt von Los Angeles buchen muss. Ich kann die Seite mit meinem PC ja nicht richtig aufrufen, und A. hat kein Internet momentan. Ganz tolle Kombination. Ich muss mir aber langsam was einfallen lassen, denn irgendwann die nächsten Tage wirds teurer werden. Hm. Ich hoffe, mir fällt bald etwas ein...
Zu Hause dann sah ich, dass ich noch einen Brief bekommen hatte - Mamas Weihnachtskarte. Sie hatte die Karte am gleichen Tag losgeschickt wie meine Oma, und die Karte war schon an Heiligabend angekommen. Da sieht man mal, wie verrückt unterschiedlich die Lieferzeiten sein können, auch wenn beide etwas am gleichen Tag aus der gleichen Stadt losschicken. Auch wenns vermutlich nicht der gleiche Briefkasten gewesen sein wird. Ganz vermutlich. Wobei, bei den wenigen Briefkästen heutzutage... ;) Das führte dazu, dass nun ganze sieben Weihnachtskarten auf meiner Weihnachtskommode stehen. Eine ganze Menge! So viel kriege ich sonst nie. Hat doch auch Vorteile, im Ausland zu sein.
Dann machte ich mich auf zum Fishermans Wharf. Da ist nämlich der Burgerladen... ich hatte aber noch Zeit, also lief ich auf der Suche nach den letzten Mitbringseln noch ein wenig herum. Irgendwie fand ich aber alles blöd, also kaufte ich letztendlich nur ein paar Bleistifte. In ganz bunt und glitzerig, für Kinder ;) Natürlich war ich dann viel zu früh beim In-n-out, wie immer. Gegen einen Baum gelehnt stand ich dann da und wartete auf die zwei. Und beobachtete die Masse an Leuten, die da so vorbeizog. Ich weiß auch nicht warum, aber heute war die Hölle los. Vermutlich die Nach-Weihnachts-Touristen und -Einkäufer. Ich hatte vorher ein Foto von F. gesehen, und außerdem hatte sie mir geschrieben, dass sie auf Grund ihrer Zehenschuhe sowieso unverkennbar sein würde. Witzigerweise brachte mich das dazu, andauernd auf die Schuhe von allen Leuten zu gucken (und das, obwohl ich ein Foto gesehen hatte. Verrückt). Darauf achte ich ja sonst nicht so... schon interessant, was die anderen Leute so tragen.
Pünktlich tauchten die zwei dann auch auf, und ich erkannte sie, auch ohne auf die Schuhe geguckt zu haben. Auch wenn der Sicherheitsblick dann trotzdem noch kam. Im In-n-out war alles völlig überfüllt, irgendwann konnten wir dann aber einen Zweiertisch ergattern. F. saß bei ihrem Freund auf dem Schoß, alles palletti. Unser Gespräch wurde andauernd von einem Herrn neben uns gestört, der sich entweder langweilte, betrunken war oder nicht ganz richtig im Kopf. Oder alles zusammen. Keine Ahnung. Jedenfalls nervte er ziemlich, glücklicherweise verschwand er dann irgendwann. Er nervte übrigens so sehr, dass der Tisch neben uns (obwohl ein Vierer) meistens recht schnell wieder frei war. Und er sich daraufhin wieder uns zuwandte. Mist.
Wir unterhielten uns gut, dafür, dass wir uns in Wirklichkeit gerade erst einmal seit wenigen Minuten kannten. Beide waren sehr nett, und als sie dann losmussten um ihre Bus zu erwischen kam ich mit. Und stellte fest, dass ich mit dem auch fahren kann. Sehr gut. Für beide ging nämlich wenige Stunden später noch der Flug nach Hause, mit ein paar Tagen Zwischenstopp in New York. Nicht schlecht :) F. übrigens empfahl mir die "Lost Campers", hier kriegt man ziemlich günstig Vans vermietet, die man auch zum Übernachten nutzen kann. Ohne Aufschlag für unter-25-jährige. Das nenn ich mal toll. Ich selber kann das leider nicht mehr nutzen, aber ja vielleicht mal jemand anderes. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter!
Natürlich kam der Linienbus, denn wir brauchten, ganz San Francisco-like eine ganze Weile nicht, irgendwann aber saßen wir drin und unterhielten uns noch die letzten Minuten. Plötzlich gings dann aber ganz schnell, und weg waren beide. Ich drückte ihnen noch die Daumen, dass sie sowohl ihr Shuttle als auch ihren Flug gut erwischen würden. Oder besser, kreuzte die Finger. Daumen drücken macht man hier ja nicht.
Ich fuhr weiter, ging unterwegs noch einkaufen und durfte dann 15 Minuten auf meine nächste Bahn warten. Mist. Ich war mittlerweile todmüde, und auf der Rückfahrt schlief ich dann auch tatsächlich ein. DAS ist mir noch nie passiert. Ein bisschen dösen, ja, aber richtig einschlafen - nein.
Ein bisschen Sorgen macht mir noch das Busticket, welches ich für die Rückfahrt von Los Angeles buchen muss. Ich kann die Seite mit meinem PC ja nicht richtig aufrufen, und A. hat kein Internet momentan. Ganz tolle Kombination. Ich muss mir aber langsam was einfallen lassen, denn irgendwann die nächsten Tage wirds teurer werden. Hm. Ich hoffe, mir fällt bald etwas ein...
Zu Hause dann sah ich, dass ich noch einen Brief bekommen hatte - Mamas Weihnachtskarte. Sie hatte die Karte am gleichen Tag losgeschickt wie meine Oma, und die Karte war schon an Heiligabend angekommen. Da sieht man mal, wie verrückt unterschiedlich die Lieferzeiten sein können, auch wenn beide etwas am gleichen Tag aus der gleichen Stadt losschicken. Auch wenns vermutlich nicht der gleiche Briefkasten gewesen sein wird. Ganz vermutlich. Wobei, bei den wenigen Briefkästen heutzutage... ;) Das führte dazu, dass nun ganze sieben Weihnachtskarten auf meiner Weihnachtskommode stehen. Eine ganze Menge! So viel kriege ich sonst nie. Hat doch auch Vorteile, im Ausland zu sein.
Montag, 26. Dezember 2011
Tag 141 (26.12.)
Ne, heute geschah nicht wirklich was. In den USA ist der zweite Feiertag übrigens kein Feiertag - die Läden haben offen und alles geht wieder seinen gewohnten Gang. Nur Büchereien und so was haben, glaube ich, noch zu...
Ich schlief aus und machte heute so gut wie nichts. Ich räumte ein bisschen auf, machte meine Wäsche und schrieb eine Mail an die Nichte um mich noch einmal für gestern abend zu bedanken. Die restliche Zeit machte ich - nichts. Also nicht ganz nichts, ich schaute zum Beispiel einen Film an (den Ludwig mich ganz brav bis zum Ende schauen ließ) und schrieb ein bisschen am Blog. Aber sonst? Nichts. Auch wenn ich mir langsam mal Gedanken um den LA-Trip machen sollte. Aber das hat noch Zeit, heute ist noch Weihnachten. In Deutschland würde ich heute auch nichts tun, als behalte ich diese Tradition hier mal einfach bei ;)
Ich schlief aus und machte heute so gut wie nichts. Ich räumte ein bisschen auf, machte meine Wäsche und schrieb eine Mail an die Nichte um mich noch einmal für gestern abend zu bedanken. Die restliche Zeit machte ich - nichts. Also nicht ganz nichts, ich schaute zum Beispiel einen Film an (den Ludwig mich ganz brav bis zum Ende schauen ließ) und schrieb ein bisschen am Blog. Aber sonst? Nichts. Auch wenn ich mir langsam mal Gedanken um den LA-Trip machen sollte. Aber das hat noch Zeit, heute ist noch Weihnachten. In Deutschland würde ich heute auch nichts tun, als behalte ich diese Tradition hier mal einfach bei ;)
So viele Weihnachtskarten wie dieses Jahr hatte ich noch nie!
Sonntag, 25. Dezember 2011
Tag 140 (25.12.)
Weihnachten! Nicht ganz so stilecht wurde ich von einem wahnsinnig lauten Schlag aus der Wohnung über mir geweckt. Ich weiß nicht, was da umgefallen ist, es kann aber nicht leichter als ein 70 kg Schrank voller Bücher gewesen sein. Definitiv nicht. Das war vielleicht ein knall! Dabei ist es doch noch soooo früh! Und es hörte sich auch insgesamt so an, als würde da die Party abgehen. Sicher spielten die da oben jetzt mit ihren neuen Weihnachtsgeschenken, die sie heute früh entdeckt hatten...
Okay, es war schon halb 12. Aber ich war schließlich erst um halb drei im Bett gestern... der Heilige Abend wurde zu einer Heiligen Nacht. Und es fühlte sich eher nach 5 Stunden Schlaf an als nach 9, keine Ahnung wieso. Egal. Ich nutzte die Zeit, um ein bisschen mit zu Hause zu telefonieren. Meine Geschenke waren übrigens von der Treppe verschwunden, sehr schön. Ich zündete meinen mittlerweile schon recht runtergebrannten "Adventskranz" an und frühstückte in Ruhe. Danach genoß ich die Zeit und hörte per Internetradio ein paar Weihnachtslieder - neue so wie traditionelle. Das war ein wirklich guter Mix! Und irgendwie bereue ich es gerade, dass ich hier keine Weihnachtslieder-CD gekauft habe. Schließlich hört man hier sicher andere Musik als in Deutschland, auch wenn wir natürlich einiges übernommen haben. Naja, egal. Gibt schlimmeres.
Irgendwann fiel mir auf, wie spät es eigentlich schon war, und machte mich in Windeseile fertig zu meinem "Christmas-Dinner". Ich war natürlich überpünktlich und als allererste da, typisch deutsch, würden da einige jetzt wieder sagen :D Das Haus sah total nett aus, klein, aber wahnsinnig gemütlich, so wie viele Häuser hier. Meine Gastgeberin hatte wahnsinnig viel zu essen gemacht. Ja, ich kenne das ja schon von zu Hause, an Festtagen biegt sich der Tisch. Aber das hier war fast kein Vergleich zu den Mengen, die meine Mutter und meine Großmutter immer machen. Denn es war mindestens genauso viel, und wir waren nur zu fünft, wohingegen wir zu Hause meist mindestens die Doppelte Anzahl an Personen sind... Außer mir kam dann noch das Ehepaar und die Schwester meiner Gastgeberin. Ich aß nicht ganz so viel, und ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass die Köchin ein wenig enttäuscht darüber war, aber leider konnte ich auch kaum etwas essen. Wenn die Dinge einzeln serviert werden ist das meist kein Problem, hier war aber viel gemischt und überall irgendetwas besonders "Böses" drin. Die anderen Gäste aber überzeugten sie irgendwann, dass ich glücklich und zufrieden sei, wenn ich das denn auch so sagen würde. Ich aß hauptsächlich Truthahn und eine Art Reisgemisch mit ganz viel Zeug drin. Ganz gut vertragen habe ich das nicht, daher bin ich auch froh, nicht ganz so viel gegessen zu haben. Aber für mich ist das Essen auch wahrhaftig nicht das Wichtigste an Weihnachten. Zumindest nicht mehr ;)
Ich verteilte dann noch meinen Rucksack voller Süßigkeiten, jeder war aber so voll, dass keiner von dem Zeug probieren wollte. Es sah tatsächlich so aus, als hätten wir nicht gegessen, als der TIsch abgeräumt wurde... Die Gespräche waren total nett und interessant, meine Nebensitzerin, die Vorsängerin aus der Kirche, wahnsinnig witzig und ich war richtig froh, hier zu sein. Noch interessanter wurde es, als die Nichte meiner Gastgeberin dann noch kam, die Tochter der Schwester. Sie war dann eher noch in meinem Alter, wenn vermutlich auch um einiges älter, aber ob dann 30 oder 60 ist schon ein Unterschied ;) Ich bekam sogar eine Geschenktüte voller Geschenke! Oh mein Gott, ich war ja so gerührt. Dabei wusste ich noch gar nicht, was sich darin alles versteckte... hätte ich das da schon gewusst wäre ich wohl vom Stuhl gefallen.
Da die anderen ihre Tüten auch nicht ansahen stellte ich meine auch erst einmal zur Seite. Nach einiger Zeit, ich weiß nicht mehr, wie wir darauf kamen, erfuhr ich, dass die Nichte bei Lucasfilm arbeitet. Oh mein Gott zum zweiten. Nicht auf der Skywalker Ranch, das wäre ja noch schöner ;) Nein, aber in dem Gebäude im Presidio, wo der Yoda-Brunnen steht. Daraufhin wurden wir aufgefordert, doch unsere Tüten zu öffnen, und während ich das tat, offenbarte ich der Runde meine "kleine" Star Wars Leidenschaft. Die Gruppe war begeistert, anscheinend bin ich da gerade an die richtigen geraten, und die Nichte war sogar fast enttäuscht, dass sie das vorher nicht gewusst hatte, sonst hätte ich andere Geschenke bekommen. Aber selbst das, was ich bekam, stellte alle meine Erwartungen in den Schatten. Ich bekam einen Schal, einen Pulli und ein Jäckchen. Als ob eines dieser Dinge nicht schon weitaus ausreichend gewesen wäre! Und außerdem noch ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck "Lucasfilm" vorne drauf. Und einen Lichtschwert-Kuli - mit dem Aufdruck "Skywalker Ranch". Mein Begleiter zu eben jener Ranch damals hatte mir ja schon von dem Rancheigenen Merchandising-Shop erzählt, den es dort angeblich geben sollte. Es schien ganz so, als ob der Kuli genau da herstammte. Wahnsinn! Obwohl sie mich nicht kannte weiß sie genau, wie man mich glücklich machen kann ;) Ich war so gerührt und sprachlos, das kann man sich gar nicht vorstellen. So viele Geschenke! Mein Gott, ich hatte nicht eines erwartet... Wie sollte ich mich je dafür bedanken können? Es war auch eine Karte dabei, auf der die Namen von allen draufsteht, als denke ich, dass das Geschenk von allen stammt. Einfach nur unglaublich.
Übrigens: Die Sängerin neben mir hatte ziemlich viel Merchandising bekommen, darunter Prototypen, die noch gar nicht auf dem Markt sind (eine Wasserflasche zum Beispiel). Denn die Nichte arbeitet irgendwas mit Merchandise... Ich fall gleich vom Stuhl ;) Die Macht muss mit mir sein, irgendwie. Wobei es, als ich später darüber nachdachte, eigentlich gar nicht so außergewöhnlich ist, dass ich dauernd Leute treffe, die damit zu tun haben. Denn schließlich sind wir hier in DER Geburtstadt der Saga. Und selbstverständlich haben die Leute dann mehr damit zu tun. Und selbstverständlich arbeiten dann auch ein paar Leute dort. Irgendwie war mir das alles nicht so klar, als ich mich für San Francisco entschieden hatte. Zum Glück vielleicht, sonst hätte ich a) hohe Erwartungen gehabt und mich über jede kleine Begegung nicht so wahnsinnig gefreut und b) hätten dann wohl alle gedacht, ich komme nur deswegen hier her. Das war definitiv nicht der Fall...
Bald schon ging das Ehepaar nach Hause. Ich war mir nicht sicher. Sollte ich jetzt auch schon gehen? Aber eigentlich wollte ich nicht, es war so nett hier... also dachte ich, ich bleibe einfach noch ein bisschen und gehe dann auch bald. Aus dem bald wurde aber später und später, denn die Gespräche mit der Nichte waren so unglaublich interessant (und nein, wir sprachen kaum über ihre Arbeit ;) ). Sie ist einfach eine ganz angenehme, tolle Person. Zumindest so auf den ersten Eindruck. Sie bot mir auch an, falls die Zeit noch reichen sollte, mir ihren Arbeitsplatz und alles dort zu zeigen. Ui, ich hoffe ja schon, dass das noch irgendwie klappt. Und warum treffe ich all die netten Leute, mit denen ich mir eine Freundschaft vorstellen könnte, erst so spät? Frustrierend. Da wünsche ich mir wirklich manchmal, doch noch ein bisschen länger zu bleiben. Ich erzählte ein bisschen was aus Deutschland, wie wir Weihnachten feiern und so etwas. Ist gar nicht so einfach wie man es sich vorstellt. Da fehlen einem dann doch oft die Worte, um etwas zu beschreiben.
Die Zeit rannte und rannte. Ich wollte gar nicht gehen - und das kommt bei mir gar nicht oft vor. Meist will ich, egal wie nett oder schön es irgendwo ist, dann doch irgendwann nach Hause. Das war hier nicht der Fall, ich fühlte mich pudelwohl. Aber absolut unhöflich wollte ich dann auch nicht sein, so verabschiedete ich mich um neun. Was schon wirklich spät war... Und ich hatte auch Hunger. So viel hatte ich ja nicht gegessen, mein Magen meldete sich. Meinen Aufbruch nutzten die Schwester und die Nichte dann ebenfalls zum Gehen. Die beiden fuhren mich tatsächlich noch die fünf Gehminuten nach Hause, trotz meiner Proteste. Unglaublich. Ach ja, ganz vergessen - die Schwester hatte mir auch noch eine Dose selbstgebackener Plätzchen geschenkt. Die ich ja leider nicht essen kann, aber die riechen so unglaublich gut! Falls mein Fruktosin rechtzeitig kommt probiere ich vielleicht einen. Bei dem Geruch kann ich nicht wiederstehen.
Der Abend war wunderschön gewesen. Auch heute hatte ich keine wirklichen Erwartungen gehabt, aber diese wurden phänomenal übertroffen. Womit habe ich das denn nur verdient? Und da soll mir noch einmal jemand sagen, die Amerikaner seien unhöflich oder oberflächlich. Pah. Klar, die gibt es auch, die gibts schließlich überall... Aber wer das ernsthaft behauptet, dem werd ich was erzählen. Denn die Amerikaner wie diese Familie oder auch B., die sich um mich gekümmert haben wenn ich es nötig hatte, das sind die Menschen, die mir auf ewig in Erinnerung bleiben werden. Wunderbare Menschen, die solche Aussagen nicht nur nicht verdient haben sondern vor denen man sich bei solchen Aussagen abgrundtief schämen muss. Ich bin so dankbar, dass mir diese Stunden heute vergönnt waren. Unglaublich dankbar. Und bin jetzt endgültig sicher, dass es richtig war, über Weihnachten hierzubleiben. Sonst hätte ich wohl ein wunderschönes Weihnachtsfest, das äußerlich vollkommen anders, im Herzen aber doch ziemlich gleich zu dem in Deutschland ist, verpasst.
Okay, es war schon halb 12. Aber ich war schließlich erst um halb drei im Bett gestern... der Heilige Abend wurde zu einer Heiligen Nacht. Und es fühlte sich eher nach 5 Stunden Schlaf an als nach 9, keine Ahnung wieso. Egal. Ich nutzte die Zeit, um ein bisschen mit zu Hause zu telefonieren. Meine Geschenke waren übrigens von der Treppe verschwunden, sehr schön. Ich zündete meinen mittlerweile schon recht runtergebrannten "Adventskranz" an und frühstückte in Ruhe. Danach genoß ich die Zeit und hörte per Internetradio ein paar Weihnachtslieder - neue so wie traditionelle. Das war ein wirklich guter Mix! Und irgendwie bereue ich es gerade, dass ich hier keine Weihnachtslieder-CD gekauft habe. Schließlich hört man hier sicher andere Musik als in Deutschland, auch wenn wir natürlich einiges übernommen haben. Naja, egal. Gibt schlimmeres.
Irgendwann fiel mir auf, wie spät es eigentlich schon war, und machte mich in Windeseile fertig zu meinem "Christmas-Dinner". Ich war natürlich überpünktlich und als allererste da, typisch deutsch, würden da einige jetzt wieder sagen :D Das Haus sah total nett aus, klein, aber wahnsinnig gemütlich, so wie viele Häuser hier. Meine Gastgeberin hatte wahnsinnig viel zu essen gemacht. Ja, ich kenne das ja schon von zu Hause, an Festtagen biegt sich der Tisch. Aber das hier war fast kein Vergleich zu den Mengen, die meine Mutter und meine Großmutter immer machen. Denn es war mindestens genauso viel, und wir waren nur zu fünft, wohingegen wir zu Hause meist mindestens die Doppelte Anzahl an Personen sind... Außer mir kam dann noch das Ehepaar und die Schwester meiner Gastgeberin. Ich aß nicht ganz so viel, und ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass die Köchin ein wenig enttäuscht darüber war, aber leider konnte ich auch kaum etwas essen. Wenn die Dinge einzeln serviert werden ist das meist kein Problem, hier war aber viel gemischt und überall irgendetwas besonders "Böses" drin. Die anderen Gäste aber überzeugten sie irgendwann, dass ich glücklich und zufrieden sei, wenn ich das denn auch so sagen würde. Ich aß hauptsächlich Truthahn und eine Art Reisgemisch mit ganz viel Zeug drin. Ganz gut vertragen habe ich das nicht, daher bin ich auch froh, nicht ganz so viel gegessen zu haben. Aber für mich ist das Essen auch wahrhaftig nicht das Wichtigste an Weihnachten. Zumindest nicht mehr ;)
Ich verteilte dann noch meinen Rucksack voller Süßigkeiten, jeder war aber so voll, dass keiner von dem Zeug probieren wollte. Es sah tatsächlich so aus, als hätten wir nicht gegessen, als der TIsch abgeräumt wurde... Die Gespräche waren total nett und interessant, meine Nebensitzerin, die Vorsängerin aus der Kirche, wahnsinnig witzig und ich war richtig froh, hier zu sein. Noch interessanter wurde es, als die Nichte meiner Gastgeberin dann noch kam, die Tochter der Schwester. Sie war dann eher noch in meinem Alter, wenn vermutlich auch um einiges älter, aber ob dann 30 oder 60 ist schon ein Unterschied ;) Ich bekam sogar eine Geschenktüte voller Geschenke! Oh mein Gott, ich war ja so gerührt. Dabei wusste ich noch gar nicht, was sich darin alles versteckte... hätte ich das da schon gewusst wäre ich wohl vom Stuhl gefallen.
Da die anderen ihre Tüten auch nicht ansahen stellte ich meine auch erst einmal zur Seite. Nach einiger Zeit, ich weiß nicht mehr, wie wir darauf kamen, erfuhr ich, dass die Nichte bei Lucasfilm arbeitet. Oh mein Gott zum zweiten. Nicht auf der Skywalker Ranch, das wäre ja noch schöner ;) Nein, aber in dem Gebäude im Presidio, wo der Yoda-Brunnen steht. Daraufhin wurden wir aufgefordert, doch unsere Tüten zu öffnen, und während ich das tat, offenbarte ich der Runde meine "kleine" Star Wars Leidenschaft. Die Gruppe war begeistert, anscheinend bin ich da gerade an die richtigen geraten, und die Nichte war sogar fast enttäuscht, dass sie das vorher nicht gewusst hatte, sonst hätte ich andere Geschenke bekommen. Aber selbst das, was ich bekam, stellte alle meine Erwartungen in den Schatten. Ich bekam einen Schal, einen Pulli und ein Jäckchen. Als ob eines dieser Dinge nicht schon weitaus ausreichend gewesen wäre! Und außerdem noch ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck "Lucasfilm" vorne drauf. Und einen Lichtschwert-Kuli - mit dem Aufdruck "Skywalker Ranch". Mein Begleiter zu eben jener Ranch damals hatte mir ja schon von dem Rancheigenen Merchandising-Shop erzählt, den es dort angeblich geben sollte. Es schien ganz so, als ob der Kuli genau da herstammte. Wahnsinn! Obwohl sie mich nicht kannte weiß sie genau, wie man mich glücklich machen kann ;) Ich war so gerührt und sprachlos, das kann man sich gar nicht vorstellen. So viele Geschenke! Mein Gott, ich hatte nicht eines erwartet... Wie sollte ich mich je dafür bedanken können? Es war auch eine Karte dabei, auf der die Namen von allen draufsteht, als denke ich, dass das Geschenk von allen stammt. Einfach nur unglaublich.
Übrigens: Die Sängerin neben mir hatte ziemlich viel Merchandising bekommen, darunter Prototypen, die noch gar nicht auf dem Markt sind (eine Wasserflasche zum Beispiel). Denn die Nichte arbeitet irgendwas mit Merchandise... Ich fall gleich vom Stuhl ;) Die Macht muss mit mir sein, irgendwie. Wobei es, als ich später darüber nachdachte, eigentlich gar nicht so außergewöhnlich ist, dass ich dauernd Leute treffe, die damit zu tun haben. Denn schließlich sind wir hier in DER Geburtstadt der Saga. Und selbstverständlich haben die Leute dann mehr damit zu tun. Und selbstverständlich arbeiten dann auch ein paar Leute dort. Irgendwie war mir das alles nicht so klar, als ich mich für San Francisco entschieden hatte. Zum Glück vielleicht, sonst hätte ich a) hohe Erwartungen gehabt und mich über jede kleine Begegung nicht so wahnsinnig gefreut und b) hätten dann wohl alle gedacht, ich komme nur deswegen hier her. Das war definitiv nicht der Fall...
Bald schon ging das Ehepaar nach Hause. Ich war mir nicht sicher. Sollte ich jetzt auch schon gehen? Aber eigentlich wollte ich nicht, es war so nett hier... also dachte ich, ich bleibe einfach noch ein bisschen und gehe dann auch bald. Aus dem bald wurde aber später und später, denn die Gespräche mit der Nichte waren so unglaublich interessant (und nein, wir sprachen kaum über ihre Arbeit ;) ). Sie ist einfach eine ganz angenehme, tolle Person. Zumindest so auf den ersten Eindruck. Sie bot mir auch an, falls die Zeit noch reichen sollte, mir ihren Arbeitsplatz und alles dort zu zeigen. Ui, ich hoffe ja schon, dass das noch irgendwie klappt. Und warum treffe ich all die netten Leute, mit denen ich mir eine Freundschaft vorstellen könnte, erst so spät? Frustrierend. Da wünsche ich mir wirklich manchmal, doch noch ein bisschen länger zu bleiben. Ich erzählte ein bisschen was aus Deutschland, wie wir Weihnachten feiern und so etwas. Ist gar nicht so einfach wie man es sich vorstellt. Da fehlen einem dann doch oft die Worte, um etwas zu beschreiben.
Die Zeit rannte und rannte. Ich wollte gar nicht gehen - und das kommt bei mir gar nicht oft vor. Meist will ich, egal wie nett oder schön es irgendwo ist, dann doch irgendwann nach Hause. Das war hier nicht der Fall, ich fühlte mich pudelwohl. Aber absolut unhöflich wollte ich dann auch nicht sein, so verabschiedete ich mich um neun. Was schon wirklich spät war... Und ich hatte auch Hunger. So viel hatte ich ja nicht gegessen, mein Magen meldete sich. Meinen Aufbruch nutzten die Schwester und die Nichte dann ebenfalls zum Gehen. Die beiden fuhren mich tatsächlich noch die fünf Gehminuten nach Hause, trotz meiner Proteste. Unglaublich. Ach ja, ganz vergessen - die Schwester hatte mir auch noch eine Dose selbstgebackener Plätzchen geschenkt. Die ich ja leider nicht essen kann, aber die riechen so unglaublich gut! Falls mein Fruktosin rechtzeitig kommt probiere ich vielleicht einen. Bei dem Geruch kann ich nicht wiederstehen.
Der Abend war wunderschön gewesen. Auch heute hatte ich keine wirklichen Erwartungen gehabt, aber diese wurden phänomenal übertroffen. Womit habe ich das denn nur verdient? Und da soll mir noch einmal jemand sagen, die Amerikaner seien unhöflich oder oberflächlich. Pah. Klar, die gibt es auch, die gibts schließlich überall... Aber wer das ernsthaft behauptet, dem werd ich was erzählen. Denn die Amerikaner wie diese Familie oder auch B., die sich um mich gekümmert haben wenn ich es nötig hatte, das sind die Menschen, die mir auf ewig in Erinnerung bleiben werden. Wunderbare Menschen, die solche Aussagen nicht nur nicht verdient haben sondern vor denen man sich bei solchen Aussagen abgrundtief schämen muss. Ich bin so dankbar, dass mir diese Stunden heute vergönnt waren. Unglaublich dankbar. Und bin jetzt endgültig sicher, dass es richtig war, über Weihnachten hierzubleiben. Sonst hätte ich wohl ein wunderschönes Weihnachtsfest, das äußerlich vollkommen anders, im Herzen aber doch ziemlich gleich zu dem in Deutschland ist, verpasst.
Tag 139 (24.12.)
Weihnachtsdeko muss halt auch manchmal improvisiert werden: Schild hängt am Heizungsregulator
Im absoluten Halbschlaf stand ich heute früh auf. Das erste, was ich tat war, den Staubsauger anzuschmeißen und meinen Laptop abzusaugen. Das ist noch so die letzte Chance die ich habe, vielleicht ist der Lüfter so verstaubt dass er nicht mehr richtig tut? Ich sah nicht wirklich, dass da was rauskam, aber naja. Einen Versuch war es wert. Während der PC dann hochfuhr zog ich mich an, und schon bald saß ich mitten am Abendessentisch meiner Familie. Zumindest so gut wie. Es dauerte eine Weile, bis wir heraushatten, wie man mich halbwegs verstehen konnte, auch wenn es immer noch nicht so einfach war. Witzig war, wenn kein einziger am Tisch mich verstehen konnte außer meiner Mutter... aber ja. Es war wirklich, als wäre ich mittendrin. Noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Wirklich. Ich war auch überhaupt nicht traurig, nicht dazu sein, ich freute mich einfach nur darüber dabeizusein. Egal, auf welche Art. Irgendwann mittendrin war allerdings dann mein Internet weg. Ich weiß nicht, wie spät es hier mittlerweile war, aber ich glaube, es war nach halb elf. Ich wartete einige Minuten, bis ich schließlich zu meinen Vermietern ging. Wo mir die Tochter im Morgenmantel und mit Zahnbürste die Tür öffnete. Und dann ihren Vater holte, der, wie es aussah, bis eben noch geschlafen hatte. Ups. Aber kann ich ja nicht ahnen, um die Uhrzeit... normal werde ja immer ich früh morgens geweckt, weil bei denen so ein Radau ist. Aber gut. Tut mir ja Leid, aber nicht meine Schuld.
Das Internet tat ein paar Minuten später wieder und ich war wieder mitten im Trubel. Ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen würde, aber ja, ich vermisse den Lärm zu Hause. Schon bald hatte ich raus, wie ich den einzelnen Unterhaltungen folgen konnte. Anfangs war alles nur ein großes Chaos in meinen Ohren gewesen, jetzt aber verstand ich das Meiste. Meine Geschwister taten mir sogar den Gefallen, wenigstens ein Weihnachtslied zu singen, total lieb! Schon bald war Bescherung, es war ein wenig seltsam, dem ganzen Chaos nur über die Webcam zu folgen, aber es machte Spaß. Dieses Jahr ging auch keiner in die Abendmesse - das kommt davon, wenn ich nicht da bin :D Kleiner Scherz. Bald gingen meine Großeltern nach Hause, und ich würde unglaublich müde. Wirklich unglaublich müde. Meine Nacht war einfach zu kurz gewesen. Also legte ich mich ins Bett, mit Kopfhörern auf meinen Ohren, und lauschte der Diskussion zwischen meinem Bruder, meinem Vater und meinem Onkel. Sie diskutierten über das gleiche Thema, über das sie immer diskutieren, und glaubt mir. Ich habe seit Monaten nicht so gut geschlafen, geschweige denn gedöst. Wirklich. Es war einfach toll, als würde ich zu Hause auf dem Sofa liegen.
Gegen halb vier legten wir dann auf. Wir hatten die Verbindung mehr als sechs Stunden laufen gehabt - das reichte glaube ich aus. Und ich war einfach nur froh, dass mein PC durchgehalten hatte. Ich fragte mich, wo das Geschenk für A. blieb, das ich schon vor eineinhalb Wochen bestellt hatte. Angeblich sollte es heute noch geliefert werden... Hoffentlich. Wäre ja irgendwie sonst doof.
Mittlerweile hatte ich auch richtig Hunger bekommen. A. wollte um sechs kommen, und ich dachte mir, es macht wenig Sinn, vorher noch groß was zu essen. Also machte ich mir einfach nur Brot - wobei ich mich mal wieder schnitt. Was ist nur los mit mir, herrje? Das wird langsam wirklich ein bisschen viel. Und ich stellte fest, ich hab gar keine deutschen Pflaster mehr - alle aufgebraucht. Ich räumte mein Zimmer und die Küche auf, und nachdem ich von A. die Mitteilung bekommen hatte, dass sie sich um einiges verspäten würde, saß ich dann herum. Das Internet teilte mir mit, dass mein Geschenk schon geliefert sein sollte. Tja. Da war aber nichts. Also fragte ich mal bei meinen Vermietern nach, die dann im Briefkasten nachsahen - da lags drin. Puh! Das wurde also auch noch schnell eingepackt und unter meinen improvisierten Weihnachtsbaum gelegt.

Und ich saß dann wirklich herum, ohne Ahnung, was ich tun sollte, denn - das Internet war weg. Auf Anfrage bei meinen Vermietern hieß es, der Sohn würde dran arbeiten. Mmmhpf. Auf jeden Fall war das nicht sonderlich effektiv. Also wartete ich und spielte ein bisschen Spider Solitär. Hab ich schon lang nicht mehr gemacht... Was blieb mir auch anderes übrig? Gegen acht fing ich dann an, unser Heiligabendessen zu machen - Maccaroni mit Käse :D Ist schließlich Heiligabend, da gibts traditionell kein Fleisch bei uns. Pünktlich als das Essen fertig war stand auch A. vor der Tür. Perfektes Timing. Wir aßen also unser wahnsinnig exklusives Weihnachtsmahl und verbrachten die restliche Zeit mit quatschen. War ein bisschen doof, dass das Internet nicht tat, denn so konnten wir keine Weihnachtslieder hören, aber was solls. Mein Pseudo-Adventskranz brannte immerhin und versuchte so, ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Wir waren nicht wirklich in einer, aber als Mitternacht näher rückte tauchte sie zumindest bei mir langsam auf. Heiligabend ist einfach, wenns draußen dunkel und still wird. Und ich müde :DUm halb 12 klopfte es an meiner Tür - der Sohn meiner Vermieter. Mit einem Zettel in der Hand. Mit Namen und Passwort für das W-lan. Oh mein Gott! Gesichertes W-lan! Wahnsinn! Das ich das noch erleben darf. Ein tolles Weihnachtsgeschenk! Jetzt kann ich meine ganzen Bankangelegenheiten selber regeln und muss das nicht erst umständlich über meine Mutter machen. Juhu!
Kurz bevor wir in die Kirche gingen öffneten wir dann die Geschenke. A. hatte von mir eine Kalifornien-Fahne bekommen, mir hatte ich auch gleich eine bestellt. Nur irgendwie muss ich das mit dem amerikanische-Maße-Umrechnen noch lernen, denn diese Fahne war riesig. Richtig riesig. So von der Größe, dass man sie problemlos an öffentliche Fahnenmaste hängen kann... Wandgroß. Ui. Mist... Naja. Habs ja gut gemeint ;) Von A. bekam ich eine Karte und Musikerohrringe. Ich hab schon welche, aber nur in quietschbunt. Die sind super, ich liebe sie - aber für seriöse Dinge nicht geeignet. A.s sind jetzt dezent in unauffälligeren Farben wie schwarz, das ist super! :)
Ich hatte keine Ahnung, wie voll hier die Mitternachtsmesse sein würde. Von daheim bin ich es gewöhnt, mindestens eine Viertelstunde vorher da zu sein, sonst kriegt man keinen Sitzplatz mehr. Also dachte ich mir, wir gehen hier auch mal lieber etwas früher los. 15 Minuten vorher brachen wir in eisiger Kälte auf, die Kirche war aber noch... ziemlich leer. Nicht komplett, aber schon nicht gerade voll. Übrigens, ich weiß nicht, ob ich das schon irgendwann erwähnt habe, aber vor dem Gottesdienst steht immer eine Dame draußen vor der Kirche, öffnet die Tür und begrüßt jeden. Finde ich total nett :) In der Kirche wurden wir damit beschäftigt, indem Lieder gesungen wurden. Eine nette Idee! Mit der Zeit füllte sich die (übrigens überaus warme) Kirche, aber voll war es dennoch nicht. Ich würde sagen... so voll wie bei mir daheim in etwa bei einer Advents-Sonntags-Messe. Die Kirche war außerdem, finde ich, recht schön geschmückt, mir grünen Girlanden über den Mittelgangplätzen (also mit irgendwelchem Grünzeug, kein Papier) und ein paar kleinen Weihnachtsbäumen vorne am Altar. Außerdem stand am Eingang eine Krippe.
Der Pfarrer begrüßte uns stilecht mit einem "Guten Morgen" - hab ich so auch noch nicht gehört. War irgendwie witzig :D Wir sangen "Adeste Fidelis", das war schön, das singen wir zu Hause ja auch... auf deutsch, nicht auf englisch, aber egal. Ich war etwas traurig, weil ich sah, dass "Stille Nacht" nicht auf der Liste stand, aber man kann ja nicht alles haben! Die Weihnachtsgeschichte auf englisch und zum ersten Mal von einem anderen Pfarrer als meinem zu Hause zu hören war dann auch irgendwie seltsam. Aber nicht doof-seltsam. Irgendwie sogar schön. Die Predigt war leider etwas leise, die Mikros waren wohl nicht so gut eingestellt. Daher konnte ich nicht alles verstehen, aber macht nichts. Trotz allem war der Gottesdienst sehr, sehr schön, und ich bin froh, um Mitternacht gegangen zu sein.
Als ich dann von der Kommunion wiederkam war dann in mir die Freude groß - wir sangen doch Stille Nacht! Das Lied ist für mich einfach der Inbegriff von Weihnachten, ohne Stille Nacht geht das nicht. Daher freute ich mich riesig. Noch mehr freute ich mich, das kann man sich kaum vorstellen, als wir nach den drei englischen Strophen noch weitersangen. Im Liederbuch waren auch alle drei Strophen auf deutsch abgedruckt! Alle drei sangen wir zwar nicht, aber immerhin die erste. Ich hab mich selten so... schwer zu sagen. So vollkommen gefühlt. So, als ob für diese eine Minute alles in Ordnung wäre. Ich freute mich einfach nur wahnsinnig, dieses Lied zu singen. Gut, außer A., der Vorsängerin und mir hatten nach den englischen Strophen, glaube ich, alle aufgehört zu singen. Aber egal, ich sang mit voller Inbrunst und war einfach nur glücklich und gerührt.
Der Gottesdienst endete dann noch stilecht mit einem "Joy to the world", und als draußen dann so gut wie jeder zum Pfarrer ging, um ihm frohe Weihnachten zu wünschen, tat ich das dann doch auch mal. Er meinte, er hätte bei dem Stille Nacht an mich denken müssen. Lieb! Ich brachte A. dann noch zur Straße, weil sie noch zu einer Karaokebar aufbrechen wollte. Bis das Taxi kam dauerte es aber eine ganze Weile, währenddessen lief uns sogar eine Maus über den Weg... Und ich fühlte mich gut. Richtig gut. Ich hatte sogar Lust, einfach auf der Straße loszutanzen. Ich alte Pseudo-Rhythmikerin, ich... Irgendwann kam dann auch ein Taxi, wenn auch nicht das von A. bestellte. Macht nix, sie stieg trotzdem ein und bestellte das andere wieder ab. Und ich ging nach Hause. Wo ich dann leise schleichend Santa Claus spielte und meinen Vermietern die kleinen Weihnachtsgeschenke vor die Tür legte. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich ich es liebe, anderen Geschenke zu machen? ;) Am Ende telefonierte ich dann noch mal kurz mit daheim, bevor ich mich dann bettfertig machte.
Dieses Heilig Abend war wirklich schön (okay, irgendwie waren's ja zwei...). So schön, wie es im Ausland und mit der Familie 9 Stunden entfernt nur sein kann, das hätte ich wirklich nicht gedacht. Ich hatte ja überhaupt keine Erwartungen an diese Tage, eher Angst davor, vielleicht war das gut so. Denn dafür war heute umson schöner. Ich bin jetzt richtig erleichtert, dass ich hiergeblieben bin und mir noch die letzten Wochen Amerika gönne. Klar, daheim wäre es noch schöner gewesen. Aber dann hätte ich auf dieses einmalige Fest und weitere tolle Ausflüge verzichten müssen. Ne. Das war schon gut so.
Ich bin gespannt, wie es morgen weitergeht.
Samstag, 24. Dezember 2011
Frohe Weihnachten
Liebe Leserinnen und Leser,
egal, wo auf der Welt ihr euch gerade befindet.
Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, wenn möglich mit all denen, die euch lieb und teuer sind. Ich wünsche euch eine ruhige Zeit, ein bisschen Erholung von all dem Stress und entspannendes Genießen.
Freut euch darüber, was ihr habt, und seid nicht traurig darüber, was euch fehlt. Versucht, euch ein paar Stunden ohne eure Sorgen zu gönnen und euch auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.
Die kommende Nacht und die zwei folgenden Tage sind hoffentlich friedliche Zeiten für euch, ich wünsche es euch allen von Herzen.
Eure Kalifornierin auf Zeit
Ps.: Und für alle, die Weihnachten nicht feiern: Ich wünsche euch trotzdem schöne Tage ;)
egal, wo auf der Welt ihr euch gerade befindet.
Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, wenn möglich mit all denen, die euch lieb und teuer sind. Ich wünsche euch eine ruhige Zeit, ein bisschen Erholung von all dem Stress und entspannendes Genießen.
Freut euch darüber, was ihr habt, und seid nicht traurig darüber, was euch fehlt. Versucht, euch ein paar Stunden ohne eure Sorgen zu gönnen und euch auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.
Die kommende Nacht und die zwei folgenden Tage sind hoffentlich friedliche Zeiten für euch, ich wünsche es euch allen von Herzen.
Eure Kalifornierin auf Zeit
Ps.: Und für alle, die Weihnachten nicht feiern: Ich wünsche euch trotzdem schöne Tage ;)
Freitag, 23. Dezember 2011
Tag 138 (23.12.)
Das lange Schlafen hier wird langsam zur Gewohnheit. Das gefällt mir :)
Ich verbrachte die ersten zwei Stunden meines Tages damit - ja, tatsächlich, den "kleinen Lord" zu gucken. Das war eine Spontanaktion, und ich hatte die ersten zehn Minuten verpasst, aber das Internet verriet mir, dass gerade "der deutschen liebster Weihnachtsfilm" auf ARD lief, und die haben tatsächlich einen livestram gehabt, also die Möglichkeit, gleichzeitig zum Film im Fernsehen den Film online zu sehen. Juhu! Ja, ich hab den sicher schon ein paar Mal gesehen, aber gerade deshalb habe ich mich gefreut. Das war irgendwie ein bisschen Heimat.
Um drei machte ich mich dann auf den Weg ins Kino. Nachdem sich nie jemand auf meine Aufrufe, mit mir mitzukommen, gemeldet hatte (zumindest niemand aus den USA...) musste ich eben alleine gehen. Schade, aber besser als gar nicht. Und irgendwie muss ich mir doch die Zeit vertreiben, bis Weihnachten endlich rum ist. Zum Glück war mir eingefallen, dass ich vorher noch unbedingt zum Bankautomaten musste, das erledigte ich auf dem Campus. Der total unheimlich leer war. Schon seltsam... Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich ihn betreten habe, ganz am Anfang, im August, gemeinsam mit A., nachdem ich meinen Vertrag für die Wohnung unterschrieben hatte. Da war er genauso leer gewesen, kaum jemand da, und wir hatten uns noch gefragt, wie das denn sein wird, wenn der Campus voll ist. Und überhaupt, wie das hier alles ablaufen würde. Und jetzt stand ich da, wieder auf dem verlassenen Campus, mehr als vier Monate später, kurz davor, wieder nach Hause zu fliegen. Wenn man sich das bewusst macht dann ist die Zeit doch ziemlich schnell vergangen.
An der Bushaltestelle dann wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich die USA für ihre Rauchverbote liebe. Das ist ein Thema, welches viele Kontroversen hervorruft, das weiß ich. Aber für mich, die jegliche Form von Tabakrauch auf den Tod nicht ausstehen oder ertragen kann, ist das tatsächlich eine gute Sache. Das werde ich wirklich vermissen, wenn ich wieder zu Hause bin... und es wurde mir deshalb bewusst, weil sich auf die Bank eines weiter ein älterer Herr setzte, der seelenruhig seine qualmende Zigarre paffte. Macht ja nichts, dass ich genau in der Rauchwolke saß. So was passiert mir in Deutschland andauernd, hier so gut wie nie. Das ist wirklich eine Seltenheit. Zigarettenrauch ist schlimm genug, Zigarre aber, zumindest diese - Katastrophe. Ich ergriff nach einer halben Sekunde die Flucht, stellte mich mit größtmöglichem Abstand zu dem Kerl hin und versuchte immer, dem Rauch aus dem Weg zu gehen, der sich irgendwie überall zu verteilen schien. Bah. Zum Glück war die Haltestelle so groß.
Ich kam rechtzeitig am Kino an und stand dann vor der Wahl. Sollte ich den Film "normal" schauen oder in "XD", was auch immer das zu bedeuten hat? Der Preisunterschied war immerhin happig - doppelt so viel. Aber ich war neugierig. Ich vermutete eine schärfere Projektion oder so was hinter dem ganzen, und ich wollte das mal ausprobieren. Und so oft werde ich in den USA nicht mehr ins Kino gehen, also was solls. Auf dem Weg in den Kinosaal sah ich ein Plakat, welches Werbung für einen neuen Film macht - die "Huntergames", davon hat mir N. den ersten Teil als Buch geschenkt und unter anderem hinein geschrieben, dass sie sich sicher ist, dass es davon einen Film geben wird. Tadaaa.
Ich stellte dann fest - ich war in den absoluten Luxuskinosaal geraten. Hier gab es Ledersitze, die so bequem und groß waren, dass sie für mich schon wieder zu groß waren. Meine Oberschenkel waren nicht lang genug um bequem sitzen zu können, das ließ sich aber durch meinen Schal in meinem Rücken leicht beheben. Die Lehnen gingen sogar nach hinten, wenn man sich hinsetzte. So was hab ich noch nie erlebt.
Und ja, noch was, was ich vermissen werde - die Werbepolitik im amerikansichen Kinos. Bevor der Film beginnt, läuft Werbung. Aber die beginnt nicht etwa erst, wenn der Film eigentlich beginnen sollte nein, sie kommt tatsächlich vorher, also in der Zeit, während der man das Kino betritt. Zur Filmzeit kommt der Film dann zwar noch nicht, aber da beginnen dann die Trailer für die kommenden Filme. Und nach ungefähr 10-15 Minuten startet dann der Film. Das finde ich super, ehrlich. Trailer liebe ich nämlich. Werbung nicht. Hmpf.
Übrigens kam im Werbeblock auch irgendeine Werbung, in der R2-D2 und C-3PO um irgendwelche Spenden für einen Verein warben. Ich kapierte das im Kino überhaupt nicht, hinterher fand ich heraus, wenn ich das richtig verstanden habe, dass man in den Kinos einen Ansteckpin kaufen kann (ich glaube, von den beiden?), mit dem man dann quasi etwas spendet. Mensch, hätte ich das vorher kapiert :D Naja. Vor meinem Film lief dann auch noch der Trailer für den neuen Batman, den ich noch nicht gesehen hatte (mir wäre ja ein Hobbit-Trailer lieber gewesen...). Alle waren von dem so begeistert, ich fand, der war überhaupt nichts besonderes. Hm. Bin wohl einfach nicht der Batman-Typ? Auch ein Trailer für Titanic lief, der soll ja bald in 3D neu rauskommen. Ich glaube, ich habe den Film höchstens zwei Mal gesehen und hab auch nie sonderlich verstanden, wieso der Film so erfolgreich war. "Ganz nett", mehr aber auch nicht. Jetzt, im Kino, auf großer Leinwand - da verstand ichs plötzlich. Zum ersten Mal wurde ich beim Schauen dieser Bilder richtig sentimental. Das war mir vorher beim ganzen Film nie passiert, im Gegensatz zu vielen anderen habe ich nie eine einzige Träne vergossen. Gut, jetzt ist mir das auch nicht passiert, aber zum ersten Mal konnte ich, nur beim sehen einzelner, zusammengeschnittener Bilder, verstehen, weshalb einem das passieren kann. Wenn er auch in 2D noch einmal erscheint schaue ich ihn mir tatsächlich vielleicht noch im Kino an. Aber nur vielleicht. ;)
Und dann gings endlich los, Mission Impossible vier. Ich liebe Mission Impossible. Hach. Total. Und den vierten erst Recht. Das war heute quasi der vorgezogene Weihnachtsactionfilm, der sonst oft in Form von "Stirb langsam" bei uns über den Bildschirm flackert. Jetzt eben einen Tag früher und naja, ohne Bruce Willis. Ich gebe zu, manches habe ich tatsächlich überhaupt nicht kapiert. Ich fand es schon auf deutsch oft schwer, den Filmen zu folgen, bei dem ganzen Technickgebrabbel und Spionagezeug kommt man doch gar nicht so schnell hinterher. Auf englisch wars dann doch eine große Herausforderung. Mittlerweile hab ich eigentlich kein Problem mehr, mir einen Film auf englisch anzusehen, aber das war dann doch noch eine Stufe höher. Sollte man bei einem Actionfilm gar nicht denken, was? Aber was solls, die Action stand dennoch immer im Vordergrund, also konnte ich den Film trotz ein paar Aussetzern voll und ganz genießen. Die Musik gefiel mir total, und es machte einfach Spaß. Auch wenn ich mich dann doch zwei Dinge frage: Warum zum Vader hören Sandstürme immer genau dann auf, wenn die Szene beendet ist - also der verfolgte Typ geflohen oder geschnappt ist, die Bank ausgeraubt oder was auch immer. Wobei ich mich frage, ob das hier in diesem Film tatsächlich Selbstironie war, denn das war SO offensichtlich direkt danach, das kann doch fast nicht mehr anders sein. Und zweitens. Was mahen die beim IMF eigentlich, wenns mal keine Telefonzellen mehr gibt? Die sind ja jetzt schon sehr rar gesäht. Nur noch alles über Handy laufen lassen? Das wäre ja langweilig...
Ich hatte somit den Nachmittag gut rumgebracht und machte mich bei Eiseskälte auf den Weg nach Hause. Beide Busse kamen zum Glück wieder recht bald, so dass ich mich schnell daheim aufwärmen konnte.
Mein Tag war damit aber noch nicht vorbei, auch wenn ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste. Nein, es passierte nichts großes mehr ;) Aber ich saß da so, nichts schlimmes ahnend, in meinem Zimmer, mit fast geschlossener Zimmertür zur Küche. Kein Wunder, dass ich das Kopfen an der Wohnungstür zuerst nicht hörte. Irgendwann aber, und ich glaube ehrlich gesagt, gar nicht so spät, hörte ich es dann doch und lief zur Tür. Nur um gerade noch zu hören, wie da ein Schlüssel reingesteckt wird... Ähm, ja. Meine Vermieter standen draußen und wollten mit mir reden. Ist ja gut und schön, aber wenn ich nicht öffne, dann öffne ich nicht. Ich bezweifle stark, dass das, wie in Deutschland, in den USA erlaubt ist, sich einfach so Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Ich mein, was wäre, wenn ich gerade unter der Dusche oder auf der Toilette wäre, zum Beispiel? Dann würde ich auch nicht öffnen. Sie haben anhand des Lichtes in der Küche natürlich sehen können, dass jemand zu Hause ist, aber das heißt ja wirklich nicht, dass ich auch bereit dazu oder in der Lage bin, jemandem die Tür zu öffnen. Ne, wirklich nicht. Ich hätte ja auch dabei gewesen sein können mir gerade die Augen auszuheulen (wegen was auch immer) oder was auch immer. Dann öffne ich Türen auch nicht gerade gerne. Ja, das ist immer noch meine Sache.
In dem Moment war ich davon aber viel zu überrascht, um das anzusprechen, ehrlich gesagt. Das ging mir erst viel später auf, dass ich das vermutlich hätte tun sollen, aber vielleicht kennt ihr das - perplex wie man ist übergeht mans eben. So wie ich auch. Sie habens vermutlich nicht böse gemeint, aber dennoch. Man macht das einfach nicht. Jedenfalls kamen sie, um mit mir wegen der Möbel zu reden. Gute Nachrichten - vermutlich werden sie oder ein Freund die Möbel kaufen. Juhu! Klar, viel Geld krieg ich dafür nicht, aber was solls. Ist nun mal viel einfacher, sie einfach hier stehen zu lassen, als jedes Teil einzeln unter Zeitdruck zu verkaufen und am Ende die letzten Nächte noch womöglich ohne Bett, ohne Decke, ohne alles auf dem Boden zu schlafen, weil schon alles verkauft ist. Und wer weiß, ob ich so viel mehr dafür kriegen würde.
Die zweite Sache - sie wollen ja ein Klavier kaufen. Wir hatten schon mal drüber gesprochen, warum noch mal war mir schleierhaft, aber okay. Ich sagte noch mal zu, dass ich, sofern Zeit, zur Beratung mitgehen würde. Außerdem drückte mir mein Vermieter einen Brief in die Hand, vom Frühling/Sommer diesen Jahres, in dem stand, dass die Oper Flügel verkaufen würde. Im Juli. Ich versuchte ihnen klarzumachen, dass das vermutlich ziemlich teure Instrumente sein werden und außerdem war das ja schon im Juli, er meinte aber, vielleicht gäbe es das ja noch einmal oder da wäre noch was übrig. Hm. Bezweifle ich, zumindest letzteres, aber gut. Und sie baten mich, da für sie anzurufen. Hmpf. Ich hasse es ja wirklich, auf englisch zu telefonieren. Aber was hätte ich sagen sollen - nein, erledigt das mal selber? Aus welchem Grund, wäre da die Frage gewesen. Also nickte ich ergeben, nahm das Schriftstück an mich und begann schon mal, mich mental für diese Aufgabe nach Weihnachten vorzubereiten. Ich werd daran auch nicht zugrunde gehen.
Nach einem sehr langen, und teils auch netten, Gespräch konnte ich mich wieder an meinen heißgeliebten Ludwig setzen. Es wurde höchste Zeit, mit A. unsere Ticket für die geplante Alcatraz-Tour zu buchen! Unser Wunschtermin war dummerweise schon weg, so dass wir jetzt Silvester Mittag die Tour machen werden. Nun ja. Besser als gar nicht, nicht wahr? Und abgesehen vond er Tatsache, dass ich um 12 Uhr in Deutschland gerne mit meinen Eltern telefoniert hätte stört mich das eigentlich auch nicht. Silvester ist für mich nicht ganz so wichtig. Und sowohl ich als auch meine Eltern werden sicher auf das Telefonat verzichten können.
Den restlichen Abend verbrachte ich damit, ein paar Leuten noch Weihnachtsgrüße zu schreiben und mir darüber Gedanken zu machen, dass morgen, wenn ich aufwachen würde, schon Weihnachten sein würde. Zumindest in Deutschland, und damit auch ein bisschen für mich. Schon ein sehr seltsames Gefühl! Normalerweise hat man doch den ganzen 24. noch Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, und ich werde morgen einfach reingeschmissen. Das wird sicher spannend! Ich schaffte es natürlich nicht, total früh ins Bett zu gehen, und selbst als das Licht dann, früher als sonst, aus war konnte ich nicht einschlafen. Nein, nicht aus Nervosität. Ich bin kein kleines Kind mehr ;) Einfach nur, weil ich mich an das späte Zubettgehen schon so gewöhnt habe. So ein Mist aber auch.
Ich verbrachte die ersten zwei Stunden meines Tages damit - ja, tatsächlich, den "kleinen Lord" zu gucken. Das war eine Spontanaktion, und ich hatte die ersten zehn Minuten verpasst, aber das Internet verriet mir, dass gerade "der deutschen liebster Weihnachtsfilm" auf ARD lief, und die haben tatsächlich einen livestram gehabt, also die Möglichkeit, gleichzeitig zum Film im Fernsehen den Film online zu sehen. Juhu! Ja, ich hab den sicher schon ein paar Mal gesehen, aber gerade deshalb habe ich mich gefreut. Das war irgendwie ein bisschen Heimat.
Um drei machte ich mich dann auf den Weg ins Kino. Nachdem sich nie jemand auf meine Aufrufe, mit mir mitzukommen, gemeldet hatte (zumindest niemand aus den USA...) musste ich eben alleine gehen. Schade, aber besser als gar nicht. Und irgendwie muss ich mir doch die Zeit vertreiben, bis Weihnachten endlich rum ist. Zum Glück war mir eingefallen, dass ich vorher noch unbedingt zum Bankautomaten musste, das erledigte ich auf dem Campus. Der total unheimlich leer war. Schon seltsam... Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich ihn betreten habe, ganz am Anfang, im August, gemeinsam mit A., nachdem ich meinen Vertrag für die Wohnung unterschrieben hatte. Da war er genauso leer gewesen, kaum jemand da, und wir hatten uns noch gefragt, wie das denn sein wird, wenn der Campus voll ist. Und überhaupt, wie das hier alles ablaufen würde. Und jetzt stand ich da, wieder auf dem verlassenen Campus, mehr als vier Monate später, kurz davor, wieder nach Hause zu fliegen. Wenn man sich das bewusst macht dann ist die Zeit doch ziemlich schnell vergangen.
An der Bushaltestelle dann wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich die USA für ihre Rauchverbote liebe. Das ist ein Thema, welches viele Kontroversen hervorruft, das weiß ich. Aber für mich, die jegliche Form von Tabakrauch auf den Tod nicht ausstehen oder ertragen kann, ist das tatsächlich eine gute Sache. Das werde ich wirklich vermissen, wenn ich wieder zu Hause bin... und es wurde mir deshalb bewusst, weil sich auf die Bank eines weiter ein älterer Herr setzte, der seelenruhig seine qualmende Zigarre paffte. Macht ja nichts, dass ich genau in der Rauchwolke saß. So was passiert mir in Deutschland andauernd, hier so gut wie nie. Das ist wirklich eine Seltenheit. Zigarettenrauch ist schlimm genug, Zigarre aber, zumindest diese - Katastrophe. Ich ergriff nach einer halben Sekunde die Flucht, stellte mich mit größtmöglichem Abstand zu dem Kerl hin und versuchte immer, dem Rauch aus dem Weg zu gehen, der sich irgendwie überall zu verteilen schien. Bah. Zum Glück war die Haltestelle so groß.
Ich kam rechtzeitig am Kino an und stand dann vor der Wahl. Sollte ich den Film "normal" schauen oder in "XD", was auch immer das zu bedeuten hat? Der Preisunterschied war immerhin happig - doppelt so viel. Aber ich war neugierig. Ich vermutete eine schärfere Projektion oder so was hinter dem ganzen, und ich wollte das mal ausprobieren. Und so oft werde ich in den USA nicht mehr ins Kino gehen, also was solls. Auf dem Weg in den Kinosaal sah ich ein Plakat, welches Werbung für einen neuen Film macht - die "Huntergames", davon hat mir N. den ersten Teil als Buch geschenkt und unter anderem hinein geschrieben, dass sie sich sicher ist, dass es davon einen Film geben wird. Tadaaa.
Ich stellte dann fest - ich war in den absoluten Luxuskinosaal geraten. Hier gab es Ledersitze, die so bequem und groß waren, dass sie für mich schon wieder zu groß waren. Meine Oberschenkel waren nicht lang genug um bequem sitzen zu können, das ließ sich aber durch meinen Schal in meinem Rücken leicht beheben. Die Lehnen gingen sogar nach hinten, wenn man sich hinsetzte. So was hab ich noch nie erlebt.
Und ja, noch was, was ich vermissen werde - die Werbepolitik im amerikansichen Kinos. Bevor der Film beginnt, läuft Werbung. Aber die beginnt nicht etwa erst, wenn der Film eigentlich beginnen sollte nein, sie kommt tatsächlich vorher, also in der Zeit, während der man das Kino betritt. Zur Filmzeit kommt der Film dann zwar noch nicht, aber da beginnen dann die Trailer für die kommenden Filme. Und nach ungefähr 10-15 Minuten startet dann der Film. Das finde ich super, ehrlich. Trailer liebe ich nämlich. Werbung nicht. Hmpf.
Übrigens kam im Werbeblock auch irgendeine Werbung, in der R2-D2 und C-3PO um irgendwelche Spenden für einen Verein warben. Ich kapierte das im Kino überhaupt nicht, hinterher fand ich heraus, wenn ich das richtig verstanden habe, dass man in den Kinos einen Ansteckpin kaufen kann (ich glaube, von den beiden?), mit dem man dann quasi etwas spendet. Mensch, hätte ich das vorher kapiert :D Naja. Vor meinem Film lief dann auch noch der Trailer für den neuen Batman, den ich noch nicht gesehen hatte (mir wäre ja ein Hobbit-Trailer lieber gewesen...). Alle waren von dem so begeistert, ich fand, der war überhaupt nichts besonderes. Hm. Bin wohl einfach nicht der Batman-Typ? Auch ein Trailer für Titanic lief, der soll ja bald in 3D neu rauskommen. Ich glaube, ich habe den Film höchstens zwei Mal gesehen und hab auch nie sonderlich verstanden, wieso der Film so erfolgreich war. "Ganz nett", mehr aber auch nicht. Jetzt, im Kino, auf großer Leinwand - da verstand ichs plötzlich. Zum ersten Mal wurde ich beim Schauen dieser Bilder richtig sentimental. Das war mir vorher beim ganzen Film nie passiert, im Gegensatz zu vielen anderen habe ich nie eine einzige Träne vergossen. Gut, jetzt ist mir das auch nicht passiert, aber zum ersten Mal konnte ich, nur beim sehen einzelner, zusammengeschnittener Bilder, verstehen, weshalb einem das passieren kann. Wenn er auch in 2D noch einmal erscheint schaue ich ihn mir tatsächlich vielleicht noch im Kino an. Aber nur vielleicht. ;)
Und dann gings endlich los, Mission Impossible vier. Ich liebe Mission Impossible. Hach. Total. Und den vierten erst Recht. Das war heute quasi der vorgezogene Weihnachtsactionfilm, der sonst oft in Form von "Stirb langsam" bei uns über den Bildschirm flackert. Jetzt eben einen Tag früher und naja, ohne Bruce Willis. Ich gebe zu, manches habe ich tatsächlich überhaupt nicht kapiert. Ich fand es schon auf deutsch oft schwer, den Filmen zu folgen, bei dem ganzen Technickgebrabbel und Spionagezeug kommt man doch gar nicht so schnell hinterher. Auf englisch wars dann doch eine große Herausforderung. Mittlerweile hab ich eigentlich kein Problem mehr, mir einen Film auf englisch anzusehen, aber das war dann doch noch eine Stufe höher. Sollte man bei einem Actionfilm gar nicht denken, was? Aber was solls, die Action stand dennoch immer im Vordergrund, also konnte ich den Film trotz ein paar Aussetzern voll und ganz genießen. Die Musik gefiel mir total, und es machte einfach Spaß. Auch wenn ich mich dann doch zwei Dinge frage: Warum zum Vader hören Sandstürme immer genau dann auf, wenn die Szene beendet ist - also der verfolgte Typ geflohen oder geschnappt ist, die Bank ausgeraubt oder was auch immer. Wobei ich mich frage, ob das hier in diesem Film tatsächlich Selbstironie war, denn das war SO offensichtlich direkt danach, das kann doch fast nicht mehr anders sein. Und zweitens. Was mahen die beim IMF eigentlich, wenns mal keine Telefonzellen mehr gibt? Die sind ja jetzt schon sehr rar gesäht. Nur noch alles über Handy laufen lassen? Das wäre ja langweilig...
Ich hatte somit den Nachmittag gut rumgebracht und machte mich bei Eiseskälte auf den Weg nach Hause. Beide Busse kamen zum Glück wieder recht bald, so dass ich mich schnell daheim aufwärmen konnte.
Mein Tag war damit aber noch nicht vorbei, auch wenn ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste. Nein, es passierte nichts großes mehr ;) Aber ich saß da so, nichts schlimmes ahnend, in meinem Zimmer, mit fast geschlossener Zimmertür zur Küche. Kein Wunder, dass ich das Kopfen an der Wohnungstür zuerst nicht hörte. Irgendwann aber, und ich glaube ehrlich gesagt, gar nicht so spät, hörte ich es dann doch und lief zur Tür. Nur um gerade noch zu hören, wie da ein Schlüssel reingesteckt wird... Ähm, ja. Meine Vermieter standen draußen und wollten mit mir reden. Ist ja gut und schön, aber wenn ich nicht öffne, dann öffne ich nicht. Ich bezweifle stark, dass das, wie in Deutschland, in den USA erlaubt ist, sich einfach so Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Ich mein, was wäre, wenn ich gerade unter der Dusche oder auf der Toilette wäre, zum Beispiel? Dann würde ich auch nicht öffnen. Sie haben anhand des Lichtes in der Küche natürlich sehen können, dass jemand zu Hause ist, aber das heißt ja wirklich nicht, dass ich auch bereit dazu oder in der Lage bin, jemandem die Tür zu öffnen. Ne, wirklich nicht. Ich hätte ja auch dabei gewesen sein können mir gerade die Augen auszuheulen (wegen was auch immer) oder was auch immer. Dann öffne ich Türen auch nicht gerade gerne. Ja, das ist immer noch meine Sache.
In dem Moment war ich davon aber viel zu überrascht, um das anzusprechen, ehrlich gesagt. Das ging mir erst viel später auf, dass ich das vermutlich hätte tun sollen, aber vielleicht kennt ihr das - perplex wie man ist übergeht mans eben. So wie ich auch. Sie habens vermutlich nicht böse gemeint, aber dennoch. Man macht das einfach nicht. Jedenfalls kamen sie, um mit mir wegen der Möbel zu reden. Gute Nachrichten - vermutlich werden sie oder ein Freund die Möbel kaufen. Juhu! Klar, viel Geld krieg ich dafür nicht, aber was solls. Ist nun mal viel einfacher, sie einfach hier stehen zu lassen, als jedes Teil einzeln unter Zeitdruck zu verkaufen und am Ende die letzten Nächte noch womöglich ohne Bett, ohne Decke, ohne alles auf dem Boden zu schlafen, weil schon alles verkauft ist. Und wer weiß, ob ich so viel mehr dafür kriegen würde.
Die zweite Sache - sie wollen ja ein Klavier kaufen. Wir hatten schon mal drüber gesprochen, warum noch mal war mir schleierhaft, aber okay. Ich sagte noch mal zu, dass ich, sofern Zeit, zur Beratung mitgehen würde. Außerdem drückte mir mein Vermieter einen Brief in die Hand, vom Frühling/Sommer diesen Jahres, in dem stand, dass die Oper Flügel verkaufen würde. Im Juli. Ich versuchte ihnen klarzumachen, dass das vermutlich ziemlich teure Instrumente sein werden und außerdem war das ja schon im Juli, er meinte aber, vielleicht gäbe es das ja noch einmal oder da wäre noch was übrig. Hm. Bezweifle ich, zumindest letzteres, aber gut. Und sie baten mich, da für sie anzurufen. Hmpf. Ich hasse es ja wirklich, auf englisch zu telefonieren. Aber was hätte ich sagen sollen - nein, erledigt das mal selber? Aus welchem Grund, wäre da die Frage gewesen. Also nickte ich ergeben, nahm das Schriftstück an mich und begann schon mal, mich mental für diese Aufgabe nach Weihnachten vorzubereiten. Ich werd daran auch nicht zugrunde gehen.
Nach einem sehr langen, und teils auch netten, Gespräch konnte ich mich wieder an meinen heißgeliebten Ludwig setzen. Es wurde höchste Zeit, mit A. unsere Ticket für die geplante Alcatraz-Tour zu buchen! Unser Wunschtermin war dummerweise schon weg, so dass wir jetzt Silvester Mittag die Tour machen werden. Nun ja. Besser als gar nicht, nicht wahr? Und abgesehen vond er Tatsache, dass ich um 12 Uhr in Deutschland gerne mit meinen Eltern telefoniert hätte stört mich das eigentlich auch nicht. Silvester ist für mich nicht ganz so wichtig. Und sowohl ich als auch meine Eltern werden sicher auf das Telefonat verzichten können.
Den restlichen Abend verbrachte ich damit, ein paar Leuten noch Weihnachtsgrüße zu schreiben und mir darüber Gedanken zu machen, dass morgen, wenn ich aufwachen würde, schon Weihnachten sein würde. Zumindest in Deutschland, und damit auch ein bisschen für mich. Schon ein sehr seltsames Gefühl! Normalerweise hat man doch den ganzen 24. noch Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, und ich werde morgen einfach reingeschmissen. Das wird sicher spannend! Ich schaffte es natürlich nicht, total früh ins Bett zu gehen, und selbst als das Licht dann, früher als sonst, aus war konnte ich nicht einschlafen. Nein, nicht aus Nervosität. Ich bin kein kleines Kind mehr ;) Einfach nur, weil ich mich an das späte Zubettgehen schon so gewöhnt habe. So ein Mist aber auch.
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Tag 137 (22.12.)
Nachdem ich gestern so früh aufstehen musste und gestern so erschöpft war schlief ich heute wieder schön aus. Gegen zwei machte ich mich dann auf den schweren Weg zur Bücherei. Die DVD war noch immer nicht aufgetaucht, heute musste ich sie aber abgeben. Zeit, das Ganze zu beichten und meine Schulden zu begleichen! Das wurmt mich immer noch wahnsinnig, aber ich kann daran nichts ändern.
In der Bücherei angekommen war die Dame hinter dem Tresen sehr freundlich und versuchte mir auf verschiedene Weisen zu helfen, aber naja. Nachdem ich keine Ahnung hab, wo das Ding sein soll, keine Chance. Sie holte noch eine zweite Frau zur Hilfe, hauptsächlich, weil sie mir keine Auskünfte darüber geben konnte, was ich denn jetzt zu blechen habe. Die zweite Frau stöberte ein bisschen im PC herum, und - tadaaaa! Die DVD stand doch tatsächlich im Regal. Ähm... ja. Man, war ich erleichtert. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Ich hab keine Ahnung, wie sie da hinkam, aber das ist mir so was von egal. Hauptsache, ich hab sie nicht verloren. Was auch immer mit der DVD geschah wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben... Jetzt konnte ich sie zwar nicht anschauen, aber was solls.
Nächster Halt war Wallgreens, dummerweise fand ich da nichts, was ich brauchte. Ich erwischte dann gerade so die Bahn in Richtung Innenstadt. Puh! Ich fuhr nicht ganz in die Stadt, sondern nur zu dem Supermarkt, in dem ich letztens die Marzipankartoffeln und Späztle gefunden hatte. Die wollte ich nämlich noch als Mitbringsel für Weihnachten... Danach gings dann geradewegs zurück. Im Hallmarks suchte ich nach etwas kleinem handfesten zum Mitbringen, also eine Figur oder so was, aber das war alles zu teuer... schade. Dann halt eben nicht. Dafür erstand ich im Trader Joes dann noch letzte Süßigkeiten zum Mitbringen und auch Kekse für Heiligabend, wenn A. zu mir kommen würde. Außerdem Brot auf Vorrat. Ich hab keine Ahnung, wann die Geschäfte hier über Weihnachten zu haben, und erst Recht nicht, wie viel Lust ich habe, an Weihnachten Brot kaufen zu gehen. Nene, dann lieber ein bisschen mehr und einfrieren.
Es schien mein öffentliche-Verkehrsmittel-Glückstag zu sein, denn auch den Bus bekam ich gerade so. Wirklich gerade so, die Türen waren schon zu, der Busfahrer war nur so nett, sie mir noch einmal zu öffnen.
Daheim aß ich zu Abend und wartete darauf, dass es dunkel werden würde. Dann packte ich mich warm ein (denn obwohl es tagsüber bei Sonnenschein richtig warm ist, nachts fällts dann doch bis auf um die 0 Grad), schnappte meinen Fotoapperat und zog los, um die weihnachtlich geschmückten Häuser zu fotografieren. Die meisten Häuser sind hier übrigens gar nicht geschmückt. Das ist wieder mal eines der typischen Klischees... dann gibts noch welche, die ein wenig geschmückt sind, so wie bei uns eben - eine Lichterkette am Fenster oder so. Und dann, zu guter Letzt, gibt es noch die richtig doll geschmückten Häuser.





Die haben es dann oft in sich, mit Lichterketten überall und anderer Dekoration. Die hauen vermutlich auch schön in die Stromrechnung rein... Mir gefallen die am besten, die einfarbig gehalten sind. Wie zum Beispiel dieses blaue Haus hier, was ich schon vor ein paar Tagen fotografiert habe:
Oder auch Häuser, die einfach nur "weiß" leuchten.
Bunt... naja. Bunt ist ganz nett, aber das andere finde ich eindeutig schöner. Ist ja aber geschmackssache, nicht wahr? Interessant finde ich alle Beleuchtungen allemal. Und ja, auch irgendwie schön.
In der Bücherei angekommen war die Dame hinter dem Tresen sehr freundlich und versuchte mir auf verschiedene Weisen zu helfen, aber naja. Nachdem ich keine Ahnung hab, wo das Ding sein soll, keine Chance. Sie holte noch eine zweite Frau zur Hilfe, hauptsächlich, weil sie mir keine Auskünfte darüber geben konnte, was ich denn jetzt zu blechen habe. Die zweite Frau stöberte ein bisschen im PC herum, und - tadaaaa! Die DVD stand doch tatsächlich im Regal. Ähm... ja. Man, war ich erleichtert. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Ich hab keine Ahnung, wie sie da hinkam, aber das ist mir so was von egal. Hauptsache, ich hab sie nicht verloren. Was auch immer mit der DVD geschah wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben... Jetzt konnte ich sie zwar nicht anschauen, aber was solls.
Nächster Halt war Wallgreens, dummerweise fand ich da nichts, was ich brauchte. Ich erwischte dann gerade so die Bahn in Richtung Innenstadt. Puh! Ich fuhr nicht ganz in die Stadt, sondern nur zu dem Supermarkt, in dem ich letztens die Marzipankartoffeln und Späztle gefunden hatte. Die wollte ich nämlich noch als Mitbringsel für Weihnachten... Danach gings dann geradewegs zurück. Im Hallmarks suchte ich nach etwas kleinem handfesten zum Mitbringen, also eine Figur oder so was, aber das war alles zu teuer... schade. Dann halt eben nicht. Dafür erstand ich im Trader Joes dann noch letzte Süßigkeiten zum Mitbringen und auch Kekse für Heiligabend, wenn A. zu mir kommen würde. Außerdem Brot auf Vorrat. Ich hab keine Ahnung, wann die Geschäfte hier über Weihnachten zu haben, und erst Recht nicht, wie viel Lust ich habe, an Weihnachten Brot kaufen zu gehen. Nene, dann lieber ein bisschen mehr und einfrieren.
Es schien mein öffentliche-Verkehrsmittel-Glückstag zu sein, denn auch den Bus bekam ich gerade so. Wirklich gerade so, die Türen waren schon zu, der Busfahrer war nur so nett, sie mir noch einmal zu öffnen.
Daheim aß ich zu Abend und wartete darauf, dass es dunkel werden würde. Dann packte ich mich warm ein (denn obwohl es tagsüber bei Sonnenschein richtig warm ist, nachts fällts dann doch bis auf um die 0 Grad), schnappte meinen Fotoapperat und zog los, um die weihnachtlich geschmückten Häuser zu fotografieren. Die meisten Häuser sind hier übrigens gar nicht geschmückt. Das ist wieder mal eines der typischen Klischees... dann gibts noch welche, die ein wenig geschmückt sind, so wie bei uns eben - eine Lichterkette am Fenster oder so. Und dann, zu guter Letzt, gibt es noch die richtig doll geschmückten Häuser.





Die haben es dann oft in sich, mit Lichterketten überall und anderer Dekoration. Die hauen vermutlich auch schön in die Stromrechnung rein... Mir gefallen die am besten, die einfarbig gehalten sind. Wie zum Beispiel dieses blaue Haus hier, was ich schon vor ein paar Tagen fotografiert habe:
Oder auch Häuser, die einfach nur "weiß" leuchten.
Bunt... naja. Bunt ist ganz nett, aber das andere finde ich eindeutig schöner. Ist ja aber geschmackssache, nicht wahr? Interessant finde ich alle Beleuchtungen allemal. Und ja, auch irgendwie schön.
Tag 136 (21.12.)
Au weia. Wär ich doch gestern mal eher ins Bett... Aber ich war brav und erledigte tatsächlich noch ein paar Anrufe nach Deutschland, da gehts halt schlecht, dass man um elf im Bett liegt... Wobei ich bei beiden Anrufen nichts erreicht habe. Mist. Im ersten Fall muss ich wohl ne e-Mail schreiben, im zweiten Fall hoffe ich, dass es noch telefonisch geht.
B. hatte heute früh noch einen Besuch des Klavierreperateurs, so dass wir nicht genau wussten, wann wir würden losgehen können. A. und ich hatten ausgemacht, um zehn abmarschbereich fertig zu sein. Ich gebe zu, um zehn war ich das noch nicht, aber um fünf nach. Dennoch war ich froh, noch Zeit für eine Schüssel Müsli zu haben, denn der Anruf von B., der uns mitteilen sollte, dass sie fertig war, blieb erst mal aus. Irgendwann rief ich sie dann auf Anfrage von A. an, genau im richtigen Moment, denn B. meinte, sie hätte gerade das Handy geholt um mir Bescheid zu geben, dass der Herr eben raus aus dem Haus gegangen war. Sie müsste noch einmal mit dem Hund raus, aber dann ginge es los. Wir machten aus, dass sie dann noch mal anrufen würde, da sie aber einen kürzeren Weg hat als ich machte ich mich gegen elf auf zum Treffpunkt. Unterwegs musste ich ohnehin noch zur Bank... Kurz danach bekam ich auch den Anruf von B., gab A. Bescheid und fuhr weiter. Ich traf auf B. nur wenige Minuten nachdem ich angekommen war, super Timing. Auf A. aber warteten wir noch eine ganze Weile. Eine dreiviertelstuunde später war auch sie schließlich da und wir fuhren los Richtung Berkeley. B. hat dort studiert und auch ansonsten eine ziemlich lange Zeit ihres Lebens verbracht, kennt die Stadt also sehr gut. Irgendwie, ich weiß auch nicht warum, war ich aber nicht so sonderlich gut drauf. Ich fragte mich selber, wieso das so war, ich war aber von allem andauernd nur genervt. Von jeder kleinsten Kleinigkeit. Mir fällt gerade nichts mehr ein (typisch...), aber so nach der Art "die Fliege da hinten summt die ganze Zeit, das geht mir so auf den Wecker". Also ja - unnötig. Dementsprechend konnte ich an den ersten Stunden unseres Ausfluges einfach keine so richtige Freude finden, das änderte sich dann aber, als wir Mittag aßen. Vielleicht hatte ich nur unterschwelligen Hunger? Hm. Aber zurück zum Tagesablauf.
In Berkeley angekommen bezahlten wir erst einmal Toilettengeld in Form von Tee in einem Café und machten uns damit dann auf den Weg zur Bushaltestelle. B. hatte uns erklärt, dass sie, bevor wir den hundert Meter weiter entfernten Campus betraten, uns erst einmal die alte Studenten-Einkaufsstraße zeigen wollte. Und uns dann durch das berühmte Tor auf den Campus führen würde. Also nahmen wir den Bus und fuhren ein paar Haltestellen. Wir besichtigten den "People's Park" (ziemlich klein und unscheinbar), der eine große Rolle in der Studentenbewegung Berkeleys gespielt hatte, und die Einkaufsstraße. B. erzählte uns, dass diese früher viel größer und belebter war, viele Geschäfte sind ausgestorben. Das ganze Bild habe sich total geändert.
Wir hatten Hunger, und so wollten wir uns vor der großen Campustour noch einmal stärken. Ich aß Hamburgerfleisch ohne Hamburger (blöder High-Fructose-Corn-Syrup überall, ist echt nicht zum aushalten...) und Pommes. Die waren aber nicht so der Renner. Frisch und munter brachen wir dann in Richtung Campus auf. Heute war mal wieder ein herrlicher Tag, es war total warm und die Sonne schien. Richtig perfekt für einen Ausflug! Ich hatte die meiste Zeit sogar meinen Mantel offen und es war noch warm, es fühlte sich eher wie ein goldener Herbst als wie drei Tage vor Heilig Abend an. San Francisco entschädigt uns für den miserablen Sommer...
B. zeigte uns das Musikgebäude und die ehemalige Bücherei. Die war wohl erst vor wenigen Monaten oder so umgezogen ins Nachbargebäude, ein totaler Neubau. Das wollten wir uns dann nicht entgehen lassen uns schauten da auch mal vorbei. B. kam ins Gespräch mit einem der diensthabenden Herren und erwähnte, dass sie zu ihrer Studentenzeit von den alten Schätzen gehört, sie aber nicht zu Gesicht bekommen habe. Da bot uns der Herr doch tatsächlich an, in den Raum hochzufahren und uns schnell ein bisschen was zu zeigen! Er meinte, normal würde er das nicht machen, aber heute sei auf Grund der Semesterferien so gut wie nichts los. Da ginge das schon. Also fuhren wir mit dem Aufzug in den temperierten Raum nach oben, wo die wertvollen Noten stehen. Wir waren schon im vorderen Bereich sehr beeindruckt, und wurden dann kurze Zeit später zu den hinteren Regalen geführt, in einen Bereich, der über Nacht mit einigen Sicherheitssystemen gesichert ist. Zu Recht. Der Bibliothekar zog eine Mappe aus dem Regal und hielt uns ein Blatt hin, voller Noten in recht unordentlicher Schrift und meinte halb nebenbei, dass das ein original Beethoven sei. Original!
Der Meister persönlich hat das Papier beschriftet! Wir drei zogen erst einmal hörbar die Luft ein und wagten danach nicht mehr zu atmen. Wahnsinn! Und meine Güte, ja, Beethoven war wirklich ein ziemlicher Chaot. Nach ein paar Fotos steckte er das weg und zog ein Buch heraus.
Ich weiß nicht mehr genau, aus welchem Jahrhundert es war, es war das 13te oder 14te. Verdammt alt also, auf jeden Fall. Es war ein Buch über Musik, was genau weiß ich auch nicht mehr. Entschuldigt, aber ich war ziemlich aufgeregt und konnte nicht fassen, was da vor meinen Augen war, da konnte ich mir doch nicht so unwichtige Dinge wie Jahreszahlen oder so merken ;) Es war auf Schafs- (oder wars doch Ziegen-?)haut geschrieben, und wir durften mit unseren Fingerspitzen sogar leicht drüberstreichen. Wahnsinn. Eine weitere Sache durften wir auch noch bestaunen - die Originalhandschrift von Stravinskys "Orpheus".
Im Gegensatz zu Beethoven sah das aus wie gedruckt. Kaum vorstellbar, dass das die erste Niederschrift gewesen sein soll? Kann ich irgendwie immer noch nicht glauben. Vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden. So perfekt kann keiner sein. ;)
Dann wurde es aber auch schon Zeit uns zu verabschieden, und weiß Gott, wie hatten ja wirklich einiges gesehen. Das hatten wir nicht erwartet... Wir redeten noch viiiel später über das Erlebte, und das ist wieder einer dieser Momente wo ich mir dachte, wegen so etwas war es dieses Semester wirklich wert. Wir wurden wieder nach unten gefahren und besahen uns jetzt auch noch auf eigene Faust die "normale" Bibliothek. Da gab es wirklich einiges an Büchern, sogar einige deutsche.



Früher war das Hochfahren kaum teurer als das Papier für die Eintrittskarte, heute zahlt man immerhin schon zwei Dollar. Aber das geht immer noch... Wir drei fuhren also hoch, übrigens mit der letzten Fuhre, wir hatten Glück, der Turm war kurz vor dem Schließen. Da oben gabs eine schöne Aussicht, aber ein paar mal wurden mir die Knie dann doch im wahrsten Sinne ziemlich weich, als ich da runter blickte. Am Horizont konnte man auch gut Nebel erkennen, ist eben doch noch San Francisco'sches Wetter hier, zumindest ein bisschen. Die Glocken waren riesig, und ich fragte mich, wie laut das wohl ist, wenn die da oben läuten und man drunter steht. Ich fand es leider nicht heraus, denn als sie um vier Uhr vier mal erklungen waren wir schon ein Stockwerk tiefer und warteten auf den Aufzug. Ich rannte zwar schnell wieder hoch, war aber zu spät - vier Glockenschläge sind schneller vorbei als man denkt.


Letztes großes Ziel war die Campusbibliothek. Zwar haben die meisten Fakultäten ihre eigenen Büchereien, aber es gibt dennoch noch zwei große. Eine, die für die "normalen" Studenten und nicht für die Master, schauten wir uns an. Sie war wirklich sehr, sehr schön, und genau so, eine Unibibliothek in meinen Augen auszusehen hat. Nicht so wie die Bibliothek der SFSU, die momentan nicht wirklich existiert weil ein neues Gebäude gebaut wird (und ich wette auch dann wird sie viel zu modern aussehen). Und erst Recht nicht wie das kleine "Zimmerchen" in meiner Heimatunibibliothek. Sie sah mehr so aus wie die Bibliotheken in den Filmen immer. Ich weiß, dass es sicher auch in Europa und Deutschland solche Bibliotheken gibt. Aber ich hab leider das Pech, nicht an einer solchen Uni zu studieren... also gönnt mir einfach meine Bewunderung ;).


Langsam zogen wir dann richtung Ausgang. Die Sonne war am Untergehen, und ja, ich fühlte mich gut. Es war richtig schön und friedlich hier, und ich hatte das Gefühl, der Begriff "Fall" für Herbst würde hier nicht passen. Das hier war "Autumn". Und ja, ich weiß, dass beide Begriffe Herbst bedeuten und es offiziell keinerlei Unterschiede gibt. Aber autumn ist einfach viel poetischer und romantischer, es ist der Herbst aus Phanastien und Utopien. Und genau so fühlte es sich an, als wir da unter den bunten Laubbäumen im goldenen Sonnenschein dahinspazierten. Als ob man jetzt auf der Wiese die Schuhe ausziehen und tanzen möchte, jetzt gleich, mit leise herabschwebenden Blättern um einen herum, mit geschlossenen Augen und dem warmen Gefühl, das die Sonne auf dem Gesicht hinterlässt. Ja. Genau so.
Ein bisschen zu kalt war es dann dafür aber doch, und ich glaube, B. und A. hätten sich totgelacht, wenn ich das gemacht hätte. Oder mich gefragt, obs mir noch gut geht, wobei, zumindest A. kennt mich lange genug um zu wissen, dass das nicht so schlimm ist.
Wir kamen noch an ein paar hübschen Gebäuden vorbei, und dann hatten wir den Campus durchquert. Das nächste Grobziel war der Heimweg, ich hatte allerdings im Internet noch einen Comicbuchladen entdeckt, der ziemlich nahe bei der Haltestelle war. Da wollte ich noch kurz reinschauen. DAS war, im Gegensatz zu denen, die ich bisher besucht hatte, wirklich ein toller Laden. Groß und mit vielen Comics in allen möglichen Richtungen. So gehört sich das! Dementsprechend kaufte ich auch ein, zwei Hefte (oder auch vier...). Ich brauche doch eine Erinnerung an den Tag! *hust* Letzter Halt vor der Heimfahrt war ein Tapioca-café, ein bisschen was zum trinken und mal wieder Toilettenzoll. Kennt ihr Tapioca? Ich habe davon, zugegeben, erst hier etwas gehört. Hier ist das sehr beliebt als Zusatz in allen möglichen Getränken und sieht dann aus wie eine dunkle Gummibärmasse-Kugel. Wie es schmeckt, keine Ahnung, das probiere ich mit meinem Bauch lieber nicht.
Dann gings aber wirklich nach Hause. Unterwegs fragte ich B. noch, weil wir gerade so schön zusammen saßen, ob sie unter Umständen mitkommt zum Flughafen, wenn ich heimfliege. Ich brauche jemanden, dem ich zur Not etwas in die Hand drücken kann, wenn was schief geht und ich was dalassen muss. Man weiß ja nie. Ich paranoides ich. Ich denke mir, ich sollte sie und ihren Freund noch zum Essen einladen oder so, bevor ich fliege. Allerdings sollte ich das bald planen. Oh je, die Zeit wird jetzt wirklich schnell vergehen!
B. stieg dann schon bald in die Muni um, A. blieb noch in der Innenstadt. Ich fuhr weiter, um dann am Ende einfach in meinen Bus steigen und heimfahren zu können. Ich war so todmüde... unglaublich. Mein Bus kam dann zum Glück auch bald, ansonsten wäre ich wohl noch erforen. Denn sobald die Sonne weg ist wirds hier wirklich eisig kalt, normal Winter-eisigkalt eben. Nur, dass man da täglich einen ganz schönen Temperaturunterschied hat. Verrückt.
Zu Hause lag ein dicker Brief vor meiner Tür. Ich freute mich schon und dachte, dass sei das bestellte Weihnachtsgeschenk für A., aber Pustekuchen. War "nur" ein T-Shirt, welches ich für den Bruder meiner Freundin bestellt hatte. Jaja, ich bekomme hier dauernd Lieferaufträge :D Am Ende brauche ich noch einen Koffer für die ganzen bestellten extras. Scherz. Nicht wirklich. Ich war so müde, dass ich mich kurz aufs Bett legte, nur gaaaanz kurz, ich muss nur kurz die Augen zu machen, dachte ich mir... um sie 45 Minuten später erst wieder zu öffnen. Verdammt. Das war mir ja schon lang nicht mehr passiert! Ich wollte schnell aufstehen und mein Skype anschmeißen, schließlich war es Zeit, dass meine Eltern online sein würden. Aber irgendwie fühlte ich mich mies. Krank und schwach und kalt und erschöpft. Und immer noch todmüde. Und ich hatte große Angst, jetzt doch noch mal krank zu werden... bitte nicht! Nach ein, zwei Stunden aber ging es mir ein bisschen besser und ich schob das alles auf die Mischung aus Erschöpfung und Müdigkeit. Einfach heute nicht ganz so spät ins Bett gehen, dann wird das schon wieder.
B. hatte heute früh noch einen Besuch des Klavierreperateurs, so dass wir nicht genau wussten, wann wir würden losgehen können. A. und ich hatten ausgemacht, um zehn abmarschbereich fertig zu sein. Ich gebe zu, um zehn war ich das noch nicht, aber um fünf nach. Dennoch war ich froh, noch Zeit für eine Schüssel Müsli zu haben, denn der Anruf von B., der uns mitteilen sollte, dass sie fertig war, blieb erst mal aus. Irgendwann rief ich sie dann auf Anfrage von A. an, genau im richtigen Moment, denn B. meinte, sie hätte gerade das Handy geholt um mir Bescheid zu geben, dass der Herr eben raus aus dem Haus gegangen war. Sie müsste noch einmal mit dem Hund raus, aber dann ginge es los. Wir machten aus, dass sie dann noch mal anrufen würde, da sie aber einen kürzeren Weg hat als ich machte ich mich gegen elf auf zum Treffpunkt. Unterwegs musste ich ohnehin noch zur Bank... Kurz danach bekam ich auch den Anruf von B., gab A. Bescheid und fuhr weiter. Ich traf auf B. nur wenige Minuten nachdem ich angekommen war, super Timing. Auf A. aber warteten wir noch eine ganze Weile. Eine dreiviertelstuunde später war auch sie schließlich da und wir fuhren los Richtung Berkeley. B. hat dort studiert und auch ansonsten eine ziemlich lange Zeit ihres Lebens verbracht, kennt die Stadt also sehr gut. Irgendwie, ich weiß auch nicht warum, war ich aber nicht so sonderlich gut drauf. Ich fragte mich selber, wieso das so war, ich war aber von allem andauernd nur genervt. Von jeder kleinsten Kleinigkeit. Mir fällt gerade nichts mehr ein (typisch...), aber so nach der Art "die Fliege da hinten summt die ganze Zeit, das geht mir so auf den Wecker". Also ja - unnötig. Dementsprechend konnte ich an den ersten Stunden unseres Ausfluges einfach keine so richtige Freude finden, das änderte sich dann aber, als wir Mittag aßen. Vielleicht hatte ich nur unterschwelligen Hunger? Hm. Aber zurück zum Tagesablauf.
In Berkeley angekommen bezahlten wir erst einmal Toilettengeld in Form von Tee in einem Café und machten uns damit dann auf den Weg zur Bushaltestelle. B. hatte uns erklärt, dass sie, bevor wir den hundert Meter weiter entfernten Campus betraten, uns erst einmal die alte Studenten-Einkaufsstraße zeigen wollte. Und uns dann durch das berühmte Tor auf den Campus führen würde. Also nahmen wir den Bus und fuhren ein paar Haltestellen. Wir besichtigten den "People's Park" (ziemlich klein und unscheinbar), der eine große Rolle in der Studentenbewegung Berkeleys gespielt hatte, und die Einkaufsstraße. B. erzählte uns, dass diese früher viel größer und belebter war, viele Geschäfte sind ausgestorben. Das ganze Bild habe sich total geändert.
Wir hatten Hunger, und so wollten wir uns vor der großen Campustour noch einmal stärken. Ich aß Hamburgerfleisch ohne Hamburger (blöder High-Fructose-Corn-Syrup überall, ist echt nicht zum aushalten...) und Pommes. Die waren aber nicht so der Renner. Frisch und munter brachen wir dann in Richtung Campus auf. Heute war mal wieder ein herrlicher Tag, es war total warm und die Sonne schien. Richtig perfekt für einen Ausflug! Ich hatte die meiste Zeit sogar meinen Mantel offen und es war noch warm, es fühlte sich eher wie ein goldener Herbst als wie drei Tage vor Heilig Abend an. San Francisco entschädigt uns für den miserablen Sommer...Berühmtes Eingangstor
Und dann gings los, Campus Berkeley. Der ist wirklich viel schöner als der an der SFSU... Ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt. Vielleicht an den Gebäuden? Klar gibts hier viele neue, aber auch einige schöne, alte. Die haben wir in San Francisco nicht... Die Bäume taten dann noch ihr übriges. Ein paar waren richtig bunt, und da merkte ich erst, wie sehr ich die bunten Bäume im Herbst hier vermisst hatte. So Laubbäume haben doch was für sich, das sah richtig schön aus!
B. zeigte uns das Musikgebäude und die ehemalige Bücherei. Die war wohl erst vor wenigen Monaten oder so umgezogen ins Nachbargebäude, ein totaler Neubau. Das wollten wir uns dann nicht entgehen lassen uns schauten da auch mal vorbei. B. kam ins Gespräch mit einem der diensthabenden Herren und erwähnte, dass sie zu ihrer Studentenzeit von den alten Schätzen gehört, sie aber nicht zu Gesicht bekommen habe. Da bot uns der Herr doch tatsächlich an, in den Raum hochzufahren und uns schnell ein bisschen was zu zeigen! Er meinte, normal würde er das nicht machen, aber heute sei auf Grund der Semesterferien so gut wie nichts los. Da ginge das schon. Also fuhren wir mit dem Aufzug in den temperierten Raum nach oben, wo die wertvollen Noten stehen. Wir waren schon im vorderen Bereich sehr beeindruckt, und wurden dann kurze Zeit später zu den hinteren Regalen geführt, in einen Bereich, der über Nacht mit einigen Sicherheitssystemen gesichert ist. Zu Recht. Der Bibliothekar zog eine Mappe aus dem Regal und hielt uns ein Blatt hin, voller Noten in recht unordentlicher Schrift und meinte halb nebenbei, dass das ein original Beethoven sei. Original!
Der Meister persönlich hat das Papier beschriftet! Wir drei zogen erst einmal hörbar die Luft ein und wagten danach nicht mehr zu atmen. Wahnsinn! Und meine Güte, ja, Beethoven war wirklich ein ziemlicher Chaot. Nach ein paar Fotos steckte er das weg und zog ein Buch heraus.
Ich weiß nicht mehr genau, aus welchem Jahrhundert es war, es war das 13te oder 14te. Verdammt alt also, auf jeden Fall. Es war ein Buch über Musik, was genau weiß ich auch nicht mehr. Entschuldigt, aber ich war ziemlich aufgeregt und konnte nicht fassen, was da vor meinen Augen war, da konnte ich mir doch nicht so unwichtige Dinge wie Jahreszahlen oder so merken ;) Es war auf Schafs- (oder wars doch Ziegen-?)haut geschrieben, und wir durften mit unseren Fingerspitzen sogar leicht drüberstreichen. Wahnsinn. Eine weitere Sache durften wir auch noch bestaunen - die Originalhandschrift von Stravinskys "Orpheus".
Im Gegensatz zu Beethoven sah das aus wie gedruckt. Kaum vorstellbar, dass das die erste Niederschrift gewesen sein soll? Kann ich irgendwie immer noch nicht glauben. Vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden. So perfekt kann keiner sein. ;)Dann wurde es aber auch schon Zeit uns zu verabschieden, und weiß Gott, wie hatten ja wirklich einiges gesehen. Das hatten wir nicht erwartet... Wir redeten noch viiiel später über das Erlebte, und das ist wieder einer dieser Momente wo ich mir dachte, wegen so etwas war es dieses Semester wirklich wert. Wir wurden wieder nach unten gefahren und besahen uns jetzt auch noch auf eigene Faust die "normale" Bibliothek. Da gab es wirklich einiges an Büchern, sogar einige deutsche.

Kleines Schmankerl für die Österreichischen Mitbürger unter uns... ;)
Hätte ich nicht gedacht. Weiter gings, an einem sehr hübschen alten Gebäude vorbei, das wohl öfters für Hochzeiten gemietet wird. B. war selber auch schon auf zweien dort. Unser nächstes Ziel war der "Sather Tower", besser bekannt als der "Campanile", ein großer Glockenturm auf dem Campus.

Früher war das Hochfahren kaum teurer als das Papier für die Eintrittskarte, heute zahlt man immerhin schon zwei Dollar. Aber das geht immer noch... Wir drei fuhren also hoch, übrigens mit der letzten Fuhre, wir hatten Glück, der Turm war kurz vor dem Schließen. Da oben gabs eine schöne Aussicht, aber ein paar mal wurden mir die Knie dann doch im wahrsten Sinne ziemlich weich, als ich da runter blickte. Am Horizont konnte man auch gut Nebel erkennen, ist eben doch noch San Francisco'sches Wetter hier, zumindest ein bisschen. Die Glocken waren riesig, und ich fragte mich, wie laut das wohl ist, wenn die da oben läuten und man drunter steht. Ich fand es leider nicht heraus, denn als sie um vier Uhr vier mal erklungen waren wir schon ein Stockwerk tiefer und warteten auf den Aufzug. Ich rannte zwar schnell wieder hoch, war aber zu spät - vier Glockenschläge sind schneller vorbei als man denkt.

Weg zum Glockenturm
Letztes großes Ziel war die Campusbibliothek. Zwar haben die meisten Fakultäten ihre eigenen Büchereien, aber es gibt dennoch noch zwei große. Eine, die für die "normalen" Studenten und nicht für die Master, schauten wir uns an. Sie war wirklich sehr, sehr schön, und genau so, eine Unibibliothek in meinen Augen auszusehen hat. Nicht so wie die Bibliothek der SFSU, die momentan nicht wirklich existiert weil ein neues Gebäude gebaut wird (und ich wette auch dann wird sie viel zu modern aussehen). Und erst Recht nicht wie das kleine "Zimmerchen" in meiner Heimatunibibliothek. Sie sah mehr so aus wie die Bibliotheken in den Filmen immer. Ich weiß, dass es sicher auch in Europa und Deutschland solche Bibliotheken gibt. Aber ich hab leider das Pech, nicht an einer solchen Uni zu studieren... also gönnt mir einfach meine Bewunderung ;).


Langsam zogen wir dann richtung Ausgang. Die Sonne war am Untergehen, und ja, ich fühlte mich gut. Es war richtig schön und friedlich hier, und ich hatte das Gefühl, der Begriff "Fall" für Herbst würde hier nicht passen. Das hier war "Autumn". Und ja, ich weiß, dass beide Begriffe Herbst bedeuten und es offiziell keinerlei Unterschiede gibt. Aber autumn ist einfach viel poetischer und romantischer, es ist der Herbst aus Phanastien und Utopien. Und genau so fühlte es sich an, als wir da unter den bunten Laubbäumen im goldenen Sonnenschein dahinspazierten. Als ob man jetzt auf der Wiese die Schuhe ausziehen und tanzen möchte, jetzt gleich, mit leise herabschwebenden Blättern um einen herum, mit geschlossenen Augen und dem warmen Gefühl, das die Sonne auf dem Gesicht hinterlässt. Ja. Genau so.
Ein bisschen zu kalt war es dann dafür aber doch, und ich glaube, B. und A. hätten sich totgelacht, wenn ich das gemacht hätte. Oder mich gefragt, obs mir noch gut geht, wobei, zumindest A. kennt mich lange genug um zu wissen, dass das nicht so schlimm ist.Wir kamen noch an ein paar hübschen Gebäuden vorbei, und dann hatten wir den Campus durchquert. Das nächste Grobziel war der Heimweg, ich hatte allerdings im Internet noch einen Comicbuchladen entdeckt, der ziemlich nahe bei der Haltestelle war. Da wollte ich noch kurz reinschauen. DAS war, im Gegensatz zu denen, die ich bisher besucht hatte, wirklich ein toller Laden. Groß und mit vielen Comics in allen möglichen Richtungen. So gehört sich das! Dementsprechend kaufte ich auch ein, zwei Hefte (oder auch vier...). Ich brauche doch eine Erinnerung an den Tag! *hust* Letzter Halt vor der Heimfahrt war ein Tapioca-café, ein bisschen was zum trinken und mal wieder Toilettenzoll. Kennt ihr Tapioca? Ich habe davon, zugegeben, erst hier etwas gehört. Hier ist das sehr beliebt als Zusatz in allen möglichen Getränken und sieht dann aus wie eine dunkle Gummibärmasse-Kugel. Wie es schmeckt, keine Ahnung, das probiere ich mit meinem Bauch lieber nicht.
Dann gings aber wirklich nach Hause. Unterwegs fragte ich B. noch, weil wir gerade so schön zusammen saßen, ob sie unter Umständen mitkommt zum Flughafen, wenn ich heimfliege. Ich brauche jemanden, dem ich zur Not etwas in die Hand drücken kann, wenn was schief geht und ich was dalassen muss. Man weiß ja nie. Ich paranoides ich. Ich denke mir, ich sollte sie und ihren Freund noch zum Essen einladen oder so, bevor ich fliege. Allerdings sollte ich das bald planen. Oh je, die Zeit wird jetzt wirklich schnell vergehen!
B. stieg dann schon bald in die Muni um, A. blieb noch in der Innenstadt. Ich fuhr weiter, um dann am Ende einfach in meinen Bus steigen und heimfahren zu können. Ich war so todmüde... unglaublich. Mein Bus kam dann zum Glück auch bald, ansonsten wäre ich wohl noch erforen. Denn sobald die Sonne weg ist wirds hier wirklich eisig kalt, normal Winter-eisigkalt eben. Nur, dass man da täglich einen ganz schönen Temperaturunterschied hat. Verrückt.
Zu Hause lag ein dicker Brief vor meiner Tür. Ich freute mich schon und dachte, dass sei das bestellte Weihnachtsgeschenk für A., aber Pustekuchen. War "nur" ein T-Shirt, welches ich für den Bruder meiner Freundin bestellt hatte. Jaja, ich bekomme hier dauernd Lieferaufträge :D Am Ende brauche ich noch einen Koffer für die ganzen bestellten extras. Scherz. Nicht wirklich. Ich war so müde, dass ich mich kurz aufs Bett legte, nur gaaaanz kurz, ich muss nur kurz die Augen zu machen, dachte ich mir... um sie 45 Minuten später erst wieder zu öffnen. Verdammt. Das war mir ja schon lang nicht mehr passiert! Ich wollte schnell aufstehen und mein Skype anschmeißen, schließlich war es Zeit, dass meine Eltern online sein würden. Aber irgendwie fühlte ich mich mies. Krank und schwach und kalt und erschöpft. Und immer noch todmüde. Und ich hatte große Angst, jetzt doch noch mal krank zu werden... bitte nicht! Nach ein, zwei Stunden aber ging es mir ein bisschen besser und ich schob das alles auf die Mischung aus Erschöpfung und Müdigkeit. Einfach heute nicht ganz so spät ins Bett gehen, dann wird das schon wieder.
Dienstag, 20. Dezember 2011
Tag 135 (20.12.)
Also meine Probleme mit Ludwig werden irgendwie immer größer :( Mittlerweile vermute ich, dass es irgendwie mit den DVDs zusammenhängt. Aber ich wollte doch noch so viel gucken! Naja, mal schauen. Hauptsache, er überlebt die letzten Wochen.
Morgens rief mich B. an. A. und ich hatten eigentlich heute nach Berkeley fahren wollen und sie gefragt, ob sie mit will. Montag aber hatten wir beschlossen, doch eher morgen zu fahren. Gute Sache, denn morgen würde B. auch mitkommen können. Wunderbar!
Gegen zwei fuhr ich los. Heute wollte ich mal im Target nach einer Uhr schauen, das war noch ein Tip gewesen, den ich bekommen hatte. Letzte Chance, ansonsten habe ich keine Ahnung, wo ich eine finden soll. Außer im Internet, aber da Uhren zu kaufen finde ich doof, denn die sehen ja oft doch ganz anders aus als in Wirklichkeit. Eigentlich hatte ich mit der Bart fahren wollen, stellte dann aber fest, dass es mit dem Bus vermutlich doch besser ist. Die Gegend in Daly City, durch die ich dann fuhr, sah auch irgendwie total nett aus. So typisch amerikanisch, mit kleinen viereckigen Häuschen, Mini-Vorgärten und Seitenstraßen... kann ich irgendwie schwer beschreiben.
Ich hatte tatsächlich den richtigen Bus genommen und kam auch tatsächlich gut im Einkaufszentrum an. Ich schaute mich erst einmal dort um und wollte dann am Ende in den Target gehen. Juweliere gabs hier in Massen, allerdings mit dem gleichen Problem wie immer - viiiiel zu teuer. Ich kam auch an einem "Spielzeug"-Geschäft vorbei, das genau meinen Geschmack traf. Ich glaube, das war auch eher für Erwachsene gedacht (und nein, nicht so, wie ihr jetzt denkt). Da gab es Sammelfiguren und solchen Kruscht, und auch ein paar wenige Star Wars Sachen. Ich erstand ein Poster für einen Euro, das ich wohl aber knicken muss, wenn ich heimfliege. Bleibt ja nichts anderes übrig.
Nebenan war ein Musikgeschäft, das war mir aber irgendwie suspekt. Man konnte hinten im Laden Klavierstunden kriegen, in kleinen gläsernen Übezellen - und auch sonst sah der Laden sehr seltsam aus. Total chaotisch vollgestellt, aber nicht charmant chaotisch, sondern so, als ob die gar kein Interesse daran hätten, etwas zu verkaufen. Naja, ich verließ den Laden bald wieder. Auch gut.
Letzte Station war dann der Target, nachdem ich im Einkaufszentrum selbst nichts finden konnte. Im Target aber dann öffnete sich mir das Armbanduhrenparadies. Viele verschiedene Uhren in den Preisklassen von zehn bis vierzig Dollar - genau das, was ich gesucht hatte. Und das waren wirklich schöne Uhren! Nach wenigen Minuten war ich dann auch schon verliebt - in meine Fast-Traumuhr. Ein bisschen altmodisch verspielt, aber dennoch modern. Das Ziffernbatt nicht zu klein und nicht zu groß und schön designt. Außerdem ist sie ziemlich günstig gewesen. Das Einzige negative: Keine Minutenstriche, kein Datum und leider ist es ein dehnbares Armband. Aber egal! Gekauft :)
Anprobieren ging zwar nicht, aber eine Verkäuferin meinte, wenn sie mir nicht passt kann ich sie zurückbringen. Ich ging gleich zur Kasse und kaufte die Uhr, und sobald sie mir gehörte lieh ich mir eine Schere und befreite sie von den Kabelbindern. Ja, sie ist schon etwas zu groß... Aber es geht. Wird schon!
Danach ging ich im Target noch etwas bummeln. Nicht, dass ich Platz in meinem Gepäck dafür hätte... Ich erstand einen Holiday-Yoda-Bubble-Head (also einen Yoda im Weihnachtsmannkostüm mit wackeligem Kopf). Ich fand das witzig, und er war ziemlich günstig. Und dann verliebte ich mich heute zum zweiten Mal. Wenn schon, denn schon. Das Oberteil, das ich in der Hand hielt, war einfach perfekt. Und passte mir auch perfekt. Und kostete nur 11 Dollar. Für das würde ich einiges an Zeug, was ich hier habe, da lassen. Das MUSSTE ich einfach haben. Verliebt eben ;) Außerdem kaufte ich noch ein paar Kleinigkeiten für meine Gastfamilie an Weihnachten. Nach einer kurzen Essenspause ging ich noch einmal in den Target und kaufte zum dritten Mal ein - dieses Mal Lebensmittel. Target ist einfach toll! Und günstig.
Voll bepackt ging ich dann zum Bus und stellte freudig fest, dass er schon in fünf Minuten kommen sollte. Juhu! Die Sonne war schon fast untergegangen, und als ich dann in den Bus zurück nach San Francisco umsteigen konnte war sie komplett verschwunden. Ich hatte heute wirklich ein Glück mit den Bussen, denn sowohl erst die 28 als auch später mein Bus nach Hause kamen nach ziemlich kurzer Wartezeit. Heute war es so warm gewesen - ich hatte kein einziges Mal meinen Schal angezogen, nicht einmal am Abend. Das nenne ich nicht gerade Weihnachtszeit, aber egal. Mir ist das nur Recht so! Und irgendwann muss ich noch die schön geschmückten Häuser hier fotografieren. Das gibts in Deutschland ja so nicht...
Zu Hause dann hatte ich auch die Noten für die zwei Chöre online stehen, jetzt fehlt nur noch der Gospelchor. Und der macht es wirklich spannend... Nun ja. Abwarten.
Erinnert ihr euch dran, dass ich ganz am Anfang begeistert war, wie günstig hier doch die CDs sind, die ich kaufen wollte? Tja, hätte ich es doch nur mal gleich gemacht. Ich weiß nicht, ob die CDs hier teurer geworden sind oder in Deutschland billiger, das weiß ich nicht, aber mittlerweile kosten sie ziemlich gleich. Und das liegt nicht am Eurokurs... Mist. Ich ärgere mich da jetzt schon ziemlich drüber, habe ich mir die CDs doch schon seit Jahren gewünscht. Aber gut, ich hoffe einfach, dass sie auch in Deutschland noch zu kriegen sind, wenn ich dann daheim bin. Und werd sie mir eben dann zulegen. Punkt.
Ich bin stolz auf mich, ich bekam es wirklich auf die Reihe, heute noch ein bisschen was organisatorisches zu erledigen. Ich schrieb einen Brief an meine Vermieter, wegen der Möbel - ob sie sie mir abkaufen möchten. Ich wollte eigentlich persönlich reden, aber sie hörten mein klopfen nicht... naja. Und ich schrieb an meine Hochschule wegen der Rückmeldung. Jetzt muss ich mich nur noch rückmelden, dann ist das auch erledigt. Dafür brauche ich aber auch noch andere Infos... oh je, oh je. Das nimmt einfach kein Ende.
Morgens rief mich B. an. A. und ich hatten eigentlich heute nach Berkeley fahren wollen und sie gefragt, ob sie mit will. Montag aber hatten wir beschlossen, doch eher morgen zu fahren. Gute Sache, denn morgen würde B. auch mitkommen können. Wunderbar!
Gegen zwei fuhr ich los. Heute wollte ich mal im Target nach einer Uhr schauen, das war noch ein Tip gewesen, den ich bekommen hatte. Letzte Chance, ansonsten habe ich keine Ahnung, wo ich eine finden soll. Außer im Internet, aber da Uhren zu kaufen finde ich doof, denn die sehen ja oft doch ganz anders aus als in Wirklichkeit. Eigentlich hatte ich mit der Bart fahren wollen, stellte dann aber fest, dass es mit dem Bus vermutlich doch besser ist. Die Gegend in Daly City, durch die ich dann fuhr, sah auch irgendwie total nett aus. So typisch amerikanisch, mit kleinen viereckigen Häuschen, Mini-Vorgärten und Seitenstraßen... kann ich irgendwie schwer beschreiben.
Ich hatte tatsächlich den richtigen Bus genommen und kam auch tatsächlich gut im Einkaufszentrum an. Ich schaute mich erst einmal dort um und wollte dann am Ende in den Target gehen. Juweliere gabs hier in Massen, allerdings mit dem gleichen Problem wie immer - viiiiel zu teuer. Ich kam auch an einem "Spielzeug"-Geschäft vorbei, das genau meinen Geschmack traf. Ich glaube, das war auch eher für Erwachsene gedacht (und nein, nicht so, wie ihr jetzt denkt). Da gab es Sammelfiguren und solchen Kruscht, und auch ein paar wenige Star Wars Sachen. Ich erstand ein Poster für einen Euro, das ich wohl aber knicken muss, wenn ich heimfliege. Bleibt ja nichts anderes übrig.
Nebenan war ein Musikgeschäft, das war mir aber irgendwie suspekt. Man konnte hinten im Laden Klavierstunden kriegen, in kleinen gläsernen Übezellen - und auch sonst sah der Laden sehr seltsam aus. Total chaotisch vollgestellt, aber nicht charmant chaotisch, sondern so, als ob die gar kein Interesse daran hätten, etwas zu verkaufen. Naja, ich verließ den Laden bald wieder. Auch gut.
Letzte Station war dann der Target, nachdem ich im Einkaufszentrum selbst nichts finden konnte. Im Target aber dann öffnete sich mir das Armbanduhrenparadies. Viele verschiedene Uhren in den Preisklassen von zehn bis vierzig Dollar - genau das, was ich gesucht hatte. Und das waren wirklich schöne Uhren! Nach wenigen Minuten war ich dann auch schon verliebt - in meine Fast-Traumuhr. Ein bisschen altmodisch verspielt, aber dennoch modern. Das Ziffernbatt nicht zu klein und nicht zu groß und schön designt. Außerdem ist sie ziemlich günstig gewesen. Das Einzige negative: Keine Minutenstriche, kein Datum und leider ist es ein dehnbares Armband. Aber egal! Gekauft :)
Anprobieren ging zwar nicht, aber eine Verkäuferin meinte, wenn sie mir nicht passt kann ich sie zurückbringen. Ich ging gleich zur Kasse und kaufte die Uhr, und sobald sie mir gehörte lieh ich mir eine Schere und befreite sie von den Kabelbindern. Ja, sie ist schon etwas zu groß... Aber es geht. Wird schon!Danach ging ich im Target noch etwas bummeln. Nicht, dass ich Platz in meinem Gepäck dafür hätte... Ich erstand einen Holiday-Yoda-Bubble-Head (also einen Yoda im Weihnachtsmannkostüm mit wackeligem Kopf). Ich fand das witzig, und er war ziemlich günstig. Und dann verliebte ich mich heute zum zweiten Mal. Wenn schon, denn schon. Das Oberteil, das ich in der Hand hielt, war einfach perfekt. Und passte mir auch perfekt. Und kostete nur 11 Dollar. Für das würde ich einiges an Zeug, was ich hier habe, da lassen. Das MUSSTE ich einfach haben. Verliebt eben ;) Außerdem kaufte ich noch ein paar Kleinigkeiten für meine Gastfamilie an Weihnachten. Nach einer kurzen Essenspause ging ich noch einmal in den Target und kaufte zum dritten Mal ein - dieses Mal Lebensmittel. Target ist einfach toll! Und günstig.
Voll bepackt ging ich dann zum Bus und stellte freudig fest, dass er schon in fünf Minuten kommen sollte. Juhu! Die Sonne war schon fast untergegangen, und als ich dann in den Bus zurück nach San Francisco umsteigen konnte war sie komplett verschwunden. Ich hatte heute wirklich ein Glück mit den Bussen, denn sowohl erst die 28 als auch später mein Bus nach Hause kamen nach ziemlich kurzer Wartezeit. Heute war es so warm gewesen - ich hatte kein einziges Mal meinen Schal angezogen, nicht einmal am Abend. Das nenne ich nicht gerade Weihnachtszeit, aber egal. Mir ist das nur Recht so! Und irgendwann muss ich noch die schön geschmückten Häuser hier fotografieren. Das gibts in Deutschland ja so nicht...
Zu Hause dann hatte ich auch die Noten für die zwei Chöre online stehen, jetzt fehlt nur noch der Gospelchor. Und der macht es wirklich spannend... Nun ja. Abwarten.
Erinnert ihr euch dran, dass ich ganz am Anfang begeistert war, wie günstig hier doch die CDs sind, die ich kaufen wollte? Tja, hätte ich es doch nur mal gleich gemacht. Ich weiß nicht, ob die CDs hier teurer geworden sind oder in Deutschland billiger, das weiß ich nicht, aber mittlerweile kosten sie ziemlich gleich. Und das liegt nicht am Eurokurs... Mist. Ich ärgere mich da jetzt schon ziemlich drüber, habe ich mir die CDs doch schon seit Jahren gewünscht. Aber gut, ich hoffe einfach, dass sie auch in Deutschland noch zu kriegen sind, wenn ich dann daheim bin. Und werd sie mir eben dann zulegen. Punkt.
Ich bin stolz auf mich, ich bekam es wirklich auf die Reihe, heute noch ein bisschen was organisatorisches zu erledigen. Ich schrieb einen Brief an meine Vermieter, wegen der Möbel - ob sie sie mir abkaufen möchten. Ich wollte eigentlich persönlich reden, aber sie hörten mein klopfen nicht... naja. Und ich schrieb an meine Hochschule wegen der Rückmeldung. Jetzt muss ich mich nur noch rückmelden, dann ist das auch erledigt. Dafür brauche ich aber auch noch andere Infos... oh je, oh je. Das nimmt einfach kein Ende.
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