Montag, 19. Dezember 2011

Tag 134 (19.12.)

Heute musste ich wieder um zehn aufstehen, denn E. wollte vorbeikommen um einen Brief abzuholen. Und ja, zehn ist für mich nicht spät :D Nicht unbedingt früh, aber naja. Ich könnte definitiv viel länger schlafen. E. kam dann aber doch nicht um zehn, sie war zu spät dran, klingelte um elf schnell und verschwand nach zehn Sekunden und einer Umarmung gleich weiter zur Arbeit. Naja, schade, aber passiert.
Relayrides, ihr wisst schon, die mit der Autovermietung, hatten mir eine e-Mail geschrieben - sie brauchen Infos über meine Führerschein, also eine Bestätigung, dass ich seit zwei Jahren Autofahre und eben eine Übersicht über meine Schandtaten im Auto - Strafzettel und so was. Da bin ich ja ziemlich weiß - kein Strafzettel, keine Punkte, nur ein Unfall in der Stadt, der da aber nicht auftauchen dürfte. So weit ich weiß wurde der damals einfahc nur aufgenommen und gut war. Das wäre also kein Problem, aber dieses Dokument kriege ich garantiert jetzt nicht in den nächsten vier Wochen, und danach lohnt es sich ja nicht mehr wirklich. Mist. Somit fällt diese Möglichkeit wohl so ziemlich flach. Also, mein Tipp für alle die hier mal länger her wollen: Nehmt euch so ein Dokument mit! Ich schaute noch einmal nach, was mich ein Mietwagen denn so für einen Tag kosten würde, und kam auf mindestens 70 bis 80 Dollar. Zu viel, um sich das alleine zu gönnen. Das heißt, aus meinem Besuch in Stanford wird wahrscheinlich nichts. Das ist es mir nicht wert, auch wenn der Campus sehr schön sein soll.
Und weils so schön war mit dem rumtelefonieren rief ich gleich mal bei Lufthansa an, um das mit dem Handgepäck zu klären. Antwort: Der Laptop darf nicht größer als das zulässige Handgepäck sein und ja, er wird nicht dazugewogen. Supi! Das heißt, da kann ich dann was von meinem Tonzeug reintun.
Ich beschloss, das als gutes Zeichen zu nehmen, dass ich endlich mal mit dem Probepacken fertig werden sollte und machte mich an die Arbeit. Letztes Mal hatte ich ja noch so einiges draußen gelassen. Dieses Mal wollte ich alles verpacken. Wirklich alles. Jedes kleine bisschen. Gut, ganz alles ists dann doch nicht geworden. Meine Wanddeko zum Beispiel habe ich dran gelassen. Und das Brotmesser habe ich vergessen, und die Dreckwäsche wollte ich jetzt auch nicht zu den sauberen Sachen packen. Nach einer anfänglichen hilflosen Verzweiflung war dann am Ende doch so gut wie alles verpackt und ich stellte fest - au weia. Wird doch ganz schön knapp! Beide Koffer sind ungefähr ein Kilo unter der Höchstgrenze, der Rucksack hat in etwa 12, ist aber schon fast voll. Und wie gesagt, ein bisschen was fehlt ja noch. Mit meinem geplanten Trick, noch Zeug in Tüten zu packen, das am Rucksack zu befestigen und die Konstruktion dann in den Sack zu schmeißen dürfte es vielleicht gerade so reichen. Ich darf jetzt nur nicht mehr einkaufen. Herrje. Das schaffe ich doch eh nicht. Ich hab mir doch noch ein paar Sachen bis zum Schluss aufgehoben, und Mitbringsel für meine Familie sind auch noch nicht alle gekauft. Ich bete einfach, dass ich mich zurückhalten kann. Und das noch ein Wunder geschieht. Irgendwie. Das Positive ist, in diesem ganzen Berg an Zeug sind jetzt auch meine kompletten Töpfersachen. Ich bin mal gespannt, wie die das Rumgeschmeiße unterwegs überleben...
Und ja. Wegen meines Shoppingwahns hier mag dem einen oder anderen das Folgende ein wenig seltsam erscheinen, aber dennoch - Besitz ist nun wirklich nicht das Wichtigste. Ja, ich hätte gerne all meine Sachen in Deutschland. Und ja, es wäre schade, wenn ich einiges zurücklassen müsste. Aber eines habe ich hier gelernt, Besitz ist wahrhaftig nicht, was zählt. Nicht, dass ich das vorher nicht gewusst hätte. Aber es wird einem dann doch sehr deutlich, wenn einen die Mutter nach den Weihnachtswünschen sagt und man sich denkt - eigentlich ist nichts wichtig genug, dass ich es mir wünschen würde. Mein größter Weihnachtswunsch wäre der, zu Hause bei meiner Familie zu sein. Etwas anderes brauche ich nicht. Zum ersten Mal an Weihnachten konnte ich keine wirklichen Wünsche formulieren, denn bisher war es nie ein Problem, zumindest Massen an Büchern zu nennen. Aber selbst Bücher waren es mir irgendwie nicht wert, dieses Jahr. Ich weiß auch nicht. Schon immer war es mir an Weihnachten am Wichtigsten, dass meine ganze Familie zusammenkommt. Und ja, das ist wirklich so, waren meine Großeltern manchmal Heiligabend nicht bei uns war das Fest nur halb so schön, und das schon als Kind. Dennoch, so intensiv wie dieses Jahr war es noch nie, die für mich wahre Bedeutung von Weihnachten zu erkennen. So leicht war es noch nie, auf Geschenke zu verzichten. Ja, Geschenke sind schön. Ich freue mich sehr über sie, das könnt ihr mir glauben :D Aber... ich hätte die Hälfte meines Gepäcks dafür gegeben, dieses Weihnachten bei meiner Familie zu sein. DAS ist, was zählt. Nicht all die Bücher, Klamotten oder Merchandise-Produkte.
Wie dem auch sei.
Ich kam auf die Idee, mich mal in meinen Uni-Account einzuloggen und nach meinen Noten zu schauen. Bis auf die drei Chöre war der Rest schon eingetragen - gut, sonderlich viel war das nun auch nicht, Töpfern, Schauspiel und Yoga. Bei Yoga hatte ich eigentlich schon ziemlich stark vermutet, dass ich da ein A, also eine eins, kriegen würde, was anderes ist ja eigentlich nicht drin wenn man immer da war, im Test auch eine hatte und im Tagebuch genug Wörter für eine eins hatte. Töpfern und Schauspiel waren da schon interessanter, auch da hatte ich allerdings auf die Bestnote gehofft und sie auch bekommen. Fehlen noch die Chöre, also auch der Gospelchor, und da bin ich wirklich gespannt. Ich war zwar immer da und immer pünktlich, aber das ist ja nicht alles was zählt. Ich könnte nachvollziehen wenn man mir einen Notenabzug ob der Präsenz im Kurs selber gibt. Ich weiß ja nicht, wie viel man da als Chorleiter mitbekommt, aber ich denke, es ist mehr, als man denkt. Daher kann es gut sein, dass er gemerkt hat, wie genervt ich manchmal von allem war und dass ich nicht immer 100 Prozent gegeben habe. Was ja nicht heißt, dass ich nicht mitgemacht hätte. Aber da besteht schon ein Unterschied, versteht ihr, was ich meine? Daher, ja, ich bin gespannt.
Ich kümmerte mich noch ein bisschen um meinen Blog (ja, man merkt es kaum, so wenig wie hier momentan geschieht, aber ich arbeite stetig daran. Man sollte meinen, jetzt wo die Uni rum ist hätte ich mehr Zeit dafür, aber nein... die verbringe ich dann meist mit schlafen, jetzt wo der Knoten geplatzt ist), und als es in Europa langsam Tag wurde rief ich mal in Österreich an, um wegen meines Fructosin-Nachschubes anzufragen. Ich hatte vor fast zwei Wochen bestellt, aber nie eine Bestätigung bekommen. Ich dachte, vielleicht kommt die später, aber als auch nie eine Nachricht kam, ob das Päckchen verschickt wurde wurde ich dann doch etwas unruhig. Letztes Mal kam da doch was...? Und bezahlt hatte ich laut Paypal ganz sicher. Mit Hilfe von skype war das anrufen ja kein Problem, und die Dame am Telefon war eine der Nettesten, die ich je im Bereich Telefonservice angetroffen habe. Großes Lob! Ob das an Österreich liegt? Als sie mitbekam, dass ich momentan in den USA bin fragte sie sogar, ob sie mich wegen der Kosten zurückrufen solle. Ist ja aber wegen skype kein so großes Drama, die paar Cent kriege ich noch gebacken. Und ja, es war schön, mal wieder den österreichischen... Akzent? Dialekt? zu hören (sorry, das bringe ich immer durcheinander, so wie much und many...). Nach ein paar Minuten fand sie dann heraus, dass das Päckchen ordnungsgemäß verschickt worden war und gab mir sogar eine Verfolgungsnummer durch. Es wird wohl noch ein wenig dauern, denn jetzt in der Weihnachtszeit geht ja alles seeeehr langsam voran (hat man ja an dem Päckchen meiner Mutter schon gemerkt), aber ich werds wohl noch kriegen bevor ich heimfliege. Hoffentlich. Sonst habe ich nämlich ein doppeltes Problem, erstens, wie ich die Dinger dann nach Deutschland kriege und zweitens, was ich hier dann die letzten Tage und Wochen esse. Vor dem Trip nach LA wäre natürlich am Besten... Und da sieht man mal wieder, wie gut es war, dass ich mir vor diesem Austausch skype-Guthaben aufgeladen habe. Das habe ich jetzt schon ein paar Mal gebraucht, und es ist einfach angenehmer, Dinge selber zu erledigen, als es Dritten lang und breit zu erklären und dann auch für Rückfragen nicht zur Verfügung zu stehen.

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