Mit der letztmöglichen Bahn fuhr ich dann los und hoffte, dass ich gut durchkommen würde und nicht wieder Eeeewigkeiten im Tunnel feststeckte. Es klappte aber ganz gut, und so war ich pünktlich (sogar ein bisschen zu früh) am Rathaus in der Innenstadt. Hier war schon ein kleines Fest im Gange. Vor dem Rathaus waren verschiedene Dinge aufgebaut, das Größte war eine kleine Rodelbahn, nicht sonderlich groß, aber immerhin. Außerdem gab es zwei Stationen zum Schneemannbauen und einen "Kleinkinder-Bereich". Mit echtem Schnee! Wahnsinn! Nur Schneeballwerfen war verboten ;)




Von nahem war das Rathaus wirklich groß. Ehrlich gesagt, ich war noch nie im Rathaus meiner eigenen Heimatstadt, aber hier in San Francisco. Gut gemacht. Aber wenn unser Rathaus von innen so aussieht wie von außen ist es mit diesem absolut nicht zu vergleichen. Am Eingang wurden Gutscheine verteilt - für heiße Schokolade und einen Keks. Kinder bekamen außerdem einen Gutschein für ein Spielzeug, man konnte die gegen wirklich süße und kuschelig aussehende Kuscheltiere eintauschen. Sah mir zumindest nicht nach Kruscht sondern nach was gscheitem aus, richtig lieb! Ich wollte auch eins... :(Tja, jetzt hatte ich aber ein Problem. Ich war ja hier, weil wir mit dem Gospelchor bei diesem Tag der offenen Tür singen sollten, aber - wo waren die anderen vom Chor? Ich irrte ein bisschen in dem wirklich wunderschönen Rathaus umher und beschloss nach fünf Minuten, am Eingang zu warten. Irgendwann würde schon jemand kommen. Zurück am Ausgangspunkt sah ich dann auch schon eine Gruppe von Leuten aus dem Chor. Puh, sehr gut. Unser Chorleiter war noch nicht da, und die Jungs und Mädels beschlossen, ihre Gutscheine einzulösen. Meine wurden verschenkt, natürlich. Danach gingen wir zurück in die große Halle, um sichtbar zu sein, und unsere Gruppe wurde immer größer. Auch unser Chorleiter tauchte irgendwann auf und ja, er war meiner Meinung nach sehr überrascht mich zu sehen. Freudig überrascht. Dabei sollte er es eigentlich wissen, wir hatten doch antworten müssen, ob wir kommen? Aber vielleicht hat er bei den 70 Leuten auch nie auf die Namen geschaut. Gut möglich. Wir warteten, bis die kleine dreiköpfige Jazzgruppe, die gerade auf der großen Treppe spielte, fertig war, und dann waren plötzlich auch schon wir dran. Das ging dann wahnsinnig schnell. Wir hatten eine Playback-Version unserer Songs, und dazu sangen wir. Es war irgendwie komisch da so zu singen, eine ganz komische Atmosphäre. Es waren viel mehr Leute da als bei der Jazzband, vermutlich zieht ein großer Chor (auch wenn wir nicht mehr als 20 Leute waren, schätze ich mal) einfach mehr an? Einfach aus Prinzip, vermutlich. Wir sangen zwei unserer Songs, und am Ende noch Jingle Bells, bei dem die Leute mitsingen sollten. Das ging aber irgendwie total schief, manche (wie ich) fingen mit dem Refrain anstatt mit der Strophe an. Wir waren etwas überschwenglich :D Aber naja, passiert. Wir hattens ja auch nie geübt. Zum Glück singen wir in Deutschland Jingle Bells auch, so dass ich die ersten zwei Strophen problemlos mitsingen konnte. Mehr sangen wir zum Glück auch nicht, denn Strophe drei wäre dann sehr schwer geworden.
Wir machten dann noch ganz viele Fotos, jedes Chormitglied wollte ein Foto vom Chor machen. So dauerte das auch eine Weile, aber irgendwann waren wir fertig. Ich verabschiedete mich möglichst unauffällig und bemerkte eben beiläufig, dass ich ja nächstes Semester nicht mehr da wäre - und plötzlich gab es aus der Initiative unseres Chorleiters eine Gruppenumarmung und ich mitten drin. Huch, hilfe? Danach unterhielt sich unser Chorleiter mit mir noch kurz und meinte, dass er wüsste, dass er manchmal streng drauf wäre, aber er hoffe, es hat mir trotzdem Spaß gemacht. Ich wiederhole mich nur ungern aber... ja, Bestätigung, er ist ein grundsätzlich netter, toller Mensch. Außer in den Chorstunden ;)
Die meisten gingen, ich blieb noch ein bisschen um noch ein paar Fotos vom Rathaus zu machen. Die Gelegenheit kommt ja nicht wieder, unter anderem vom "Baum der Hoffnung". An diesem Weihnachtsbaum konnten die Leute am Anfang der Weihnachtszeit Wünsche in Form von Papiervögeln aufhängen. Der war so voll davon, dass man sie schon wieder übersah, richtig schön.



Danach ging ich in die Stadt - zweite und letzte Runde hier in der Innenstadt auf der Suche nach einer Armbanduhr. Im Westfieldcenter hatte ich keine Chance, alles teure Juweliere. Hmpf. Im Wallgreens kaufte ich noch ein paar Souveniere, jetzt dürfte ich wirklich genug haben. Hoffentlich. Auch im Ross schaute ich wegen einer Kleinigkeit noch vorbei, und dann fuhr ich nach Hause. Beziehungsweise in die Richtung nach Hause, denn ich wollte noch im Stonestown-Einkaufszentrum nach eine Uhr schauen und einkaufen gehen. Eine Uhr fand ich da nicht, aber einen richtig tollen, kuschligen, Pulli mit einem gewissen Herrn Vader vorne drauf, und der war reduziert und einfach schön... *hust* Ist jetzt aber dann die letzte teure Investition die ich mache. Hoffe ich doch mal.Ich war mittlerweile total müde und wollte einfach nur noch heim, besorgte dann aber im Trader Joes noch das Übliche und noch Marzipanstollen für meine Vermieter und meine Gastfamilie an Weihnachten. Und dann der Schreck an der Bushaltestelle - der Bus kommt erst in 20 Minuten. Mist. Dabei war es doch kalt, und ich müde, und hungrig, und sowieso... Die Macht war aber mit mir, denn schon nach wenigern Minuten tauchte mein Bus auf. Keine Ahnung, wieso die Anzeige nicht gestimmt hat - aber das war mir herzlich egal. Hauptsache der Bus war da. Danke!
Am Abend klärte ich mit meinen Geschwistern dann noch die letzten Dinge für die Weihnachtsgeschenke - wird ja auch langsam Zeit, wenn man sie im Internet bestellt. Die sollten ja noch bis Samstag da sein... nur eine Idee für unseren Vater fehlt noch, aber das wird schon noch. Ich glaube, damit liegen wir so gut in der Zeit wie schon seit Jahren nicht mehr, und das, obwohl ich gar nicht im Lande bin. Oder vielleicht gerade deshalb? Wer weiß.
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