Meine beiden Fingerschnitte schmerzten heute ziemlich. Das sind ja gute Aussichten für die Prüfung morgen! Vermutlich werde ich die mit Pflastern an mindestens zwei Fingern spielen müssen. Das ist mir ja auch noch nie passiert... Ich bin grad echt ein bisschen panne. Gestern zum Beispiel habe ich mir mit voller Wucht einen schweren Stuhl auf meinen Zeh gestellt. Herrje, die ersten Minuten hätte ich wirklich am liebsten nur schreien wollen. Aber davon merkte ich heute zum Glück nichts mehr. Wenigstens etwas.
Gegen elf ging ich dann los, später als gewollt, aber naja. Das Üben heute war eine Katastrophe. Die letzten Wochen waren so gut gewesen, so gut, dass ich die letzten Tage überhaupt keine Angst vor der Prüfung morgen hatte. Das würde schon schief gehen. Heute aber... nichts da. Fehler ohne Ende, musikalisch lief auch nichts, und meine Technik wollte auch nicht wirklich funktionieren. Warum müssen Triller auch so zeitlich genau perfekt abgestimmt sein? Hinzukam, dass bei den moderneren Stücken ab Romantik aufwärts beim Spielen auch meine Finger wehtaten, ihr wisst schon, die Schnitte. Witzigerweise aber nicht bei Mozart oder Scarlatti. Gut zu wissen.
Irgendwann gab ich dann auf. Ich dachte mir, ich kann jetzt rumüben wie viel ich will, es wird bis morgen nicht besser werden. Und ich sollte mich nicht verrückt machen. Vielleicht würde ja doch alles gut gehen, schlechte Generalprobe, gute Aufführung, nicht wahr?
Nächste Station war der Computerraum. Für meine Freundin in Wien (huhu! Viele Grüße! :D ) musste ich noch eine Autogrammsache erledigen, und das möglichst so, dass ich den Brief noch kriege, bevor ich nach Deutschland fliege... wird jetzt natürlich etwas knapp. Ich war kurz davor, alles, was ich dafür brauche, auszudrucken, bis mir einleuchtete, dass sie und ich in der letzten Zeit wohl nicht die Hellsten gewesen waren. Das Problem war gewesen, für Europa einen Rücksendeumschlag beizulegen. Das Problem hatte ich ja hier eigentlich nicht mehr, Briefmarken kaufen, aufkleben und gut ist... Warum kompliziert wenns auch einfach geht. Also, falls jemand noch Autogrammwünsche hat, JETZT wäre die Zeit, mir dafür Bescheid zu geben. ;)
Facebook sei Dank konnte ich das sogar noch zeitnah gleich mir ihr besprechen. Internet ist doch was Feines!
Der erste Stop auf meiner heutigen Einkaufstour war dann also die Post. Ich frankierte den Rückbrief an sie vermutlich völlig über, aber lieber so rum als andersrum, nicht wahr? Auf den einen Dollar kommts dann auch nicht mehr an. Der Hauptgrund, weshalb ich mich überhaupt auf die heutige Einkaufstour begeben hatte war übrigens eine Waage. Die brauche ich, wenn ich wissen will, wie schwer meine Koffer sind, und warum ich das wissen will liegt auf der Hand. Ich verlasse mich da nur sehr ungern auf meine Schätzungen... Bei craigslist, einer Art Börse übers Internet, hatte ich eine Verkäuferin gefunden, die ihre Körperwaage für 10 Dollar verkaufte. Ich hatte sie angeschrieben und ausgemacht, dass ich heute vorbeikommen würde um sie abzuholen, die Waagen, die ich nämlich bisher im Internet gesehen hatte waren allesamt teurer.
Ich war ein wenig zu früh losgefahren, und so hatte ich noch Zeit, im Wallgreens ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Wo ich dann zufällig feststellte, dass auch Wallgreens Waagen führt. Vermutlich nicht jeder, der bei mir um die Ecke auf jeden Fall nicht. Aber die großen. Hmpf. Für 10 Dollar. Na toll. Das einzig Positive: Die Waage war ausverkauft ;)
Um drei war ich dann schließlich bei dem Mädel angekommen. Auf den ersten Anruf reagierte sie nicht, beim zweiten aber hob sie dann ab - "Oh. Ich bin in einer Minute da." Klang so, als hätte sie mich vergessen... ein paar Minuten später hielt ein Auto vor dem Haus, das Mädel sprang raus, sprach mich kurz an und lief in ihre Wohnung, um die Waage zu holen. Ja, ich glaube, sie hat mich tatsächlich vergessen :D Denn als ich die Waage kurz getestet und ihr die zehn Dollar gegeben hatte sprang sie wieder ins auf sie wartende Auto.
Na gut. Wenn sie nicht dagewesen wäre hätte ich halt bei einem anderen Wallgreens nach der Waage gesucht - aber so ists wohl gut für sie. Unterwegs schnappte ich mir noch was zum Essen, und dann war mein nächstes großes Ziel: Finde eine bezahlbare schöne Armbanduhr oder auch nur ein Band. Der Juwelier, in den ich reinschaute, war unbezahlbar, zumindest für mich. Ich will für einen Uhren-Schnellkauf nicht mehr als 25-30 Dollar ausgeben, eine Uhr ist für mich ein praktischer Gegenstand. Und ich brauche eine neue oder eben ein neues Band, denn mein altes hängt nur noch ein wenigen Fäden. Das überlebt die restlichen Wochen garantiert nicht mehr. Jahrelang hats gehalten, und dann musste das natürlich hier passieren ;)
Im Ross sah die Sache schon besser aus. Hier geht die Preisspanne wirklich von 25-500 Dollar. Allerdings waren die billigen Uhren dann wirklich nicht tragbar, in meinen Augen jedenfalls. Ich will kein rosa und auch keine Glitzersteinchen, und Justin Bieber will ich auch nicht jeden Tag ansehen. Ich will einfach nur eine ganz normale Uhr. Ansprüche: Nicht zu klein (diese ganzen Damenuhren sind ja echt winzig - da brauch ich ja ne Lupe um die Zeit lesen zu können!) und passend für mein wirklich dünnes Handgelenk. Aber ich glaube, das wird schwer.
Ich kaufte im Ross noch ein paar Geschenke ein, unter anderem für meine Klavierlehrerin - eine total süße Tasse und einen Weihnachtsteller. Und während ich da so an der Kasse stand kam der Anruf von A., sie sei jetzt aufgebrochen. Wir wollten und nämlich noch beim Best Buy treffen, dem örtlichen "Media Markt". Quasi. Ich war da ja noch nie, aber so stellte ich mir das vor...
Der Bus war völlig überfüllt. Und weil manche Idioten meinen, ich könne mich in Luft auflösen, wenn von vorne UND von hinten einer kommt überlebte die Tasse für meine Klavierlehrerin das Ganze nicht. Jammerschade, die war wirklich sooooo süß, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Sehr ärgerlich. Ich bin zwar nicht aus Zucker, aber ein bisschen aufpassen könnte man schon. Der Bus wird schon nicht losfahren, bevor alle Leute AUSgestiegen sind...
Ich war vor A. da und wartete ein bisschen auf sie, und als sie dann da war beschlossen wir erst ins "Office Depot" zu gehen. Da gibts auch Elektronik, hauptsächlich aber Büroartikel. Ich erstand dort einen Brieföffner, das erste, was ich heute für mich gekauft hab (die Waage zähl mich mal nicht dazu ;) ). Der ist echt schön... und bisher hab ich alle Briefe hier mit meiner Stimmgabel geöffnet. Was, zugegebenermaßen, wirklich keine schlechte Alternative ist. Probierts mal aus!
Den Best Buy zu finden war dann eine schöne Herausforderung. Wir liefen einmal um das ganze Gebäude (kennen wir ja schon von der Parkplatz-Ausgangssuche bei Ikea), bis wir schließlich durch Hilfe herausfanden, dass wir NOCH ein Stockwerk höher mussten. Sehr komische Konstruktion das Ganze, wir dachten, da seien nur noch Parkplätze... Weis drum, nach dieser Odyssee waren wir also endlich da, und ja, der Laden sah dem MM wirklich relativ ähnlich. A. blieb bei den Fotoapparaten, ich ging zu den MP3-Playern. Mein alter hat schon einige Jahre auf dem Buckel und hatte am Anfang, als ich hier war, ein paar Macken. Mittlerweile funktioniert er zwar wieder reibungslos, aber mit seinen 2 GB wird er mir ehrlich gesagt langsam etwas zu klein. Und ich hab Angst, dass er irgendwann wieder mit rumzicken anfängt. Da dachte ich mir, umschauen schadet ja nicht! Es war nicht leicht, die MP3-Player zu finden. Schlussendlich stand ich dann vor einer ganzen Regalreihe voller - Zubehör für den I-Pod. Wunderbar. Aber wo sind denn die MP3-Player? Das fragte ich dann auch einen Mitarbeiter, der mir dann die restlichen drei Spieler zeigte. Drei. Drei MP3-Player gegen eine Wand voller I-Pod-Zubehör. Und dieser drei waren auch in der Preiskategorie ab 60 Dollar aufwärts. Ich glaub mein Bantha ruft. Das hätte ich jetzt nicht erwartet.
Da ich weder Lust auf einen I-Pod noch auf teure MP3-Player habe, mit denen ich im Falle eines Garantiefalls vermutlich einige Probleme haben würde, ließ ich das also bleiben. Dann werd ich mich im Februar eben in Deutschland umsehen oder mir einen zum Geburtstag wünschen. Ist ja dann nicht mehr allzuweit.
A. kaufte sich ein Navigationsgerät, da wir festgestellt hatten, dass es weitaus günstiger ist, sich eines zu kaufen als sich eines zu mieten, wenn man das für mehrere Tage macht. Danach verabschiedeten wir uns voneinander. A. ging noch in die Innenstadt, ich hatte vor, nach einem Abstecher zum Trader Joes heimzufahren. Hier war nämlich einer um die Ecke, nicht mein üblicher, aber das macht ja nichts. Pf.
Ich fand immerhin eine Dankeskarte für meine Lehrerin. Die laktosefreie Milch aber suchte ich vergebens, so dass ich einen Mitarbeiter fragen musste. Dabei stand die einfach nur im untersten Fach... Selbst mit Kontaktlinsen bin ich blind. Außerdem fand ich etwas ganz Tolles - deutschen Marzipanstollen! Importiert aus Deutschland! Original! Ja Potzblitz. Und Teuer war er auch nicht, wenn ich mich recht erinnere waren es 3 Dollar 50. Ich wette, der ist in Deutschland teurer... Ich kaufte gleich mal einen, um ihn meiner Lehrerin zu schenken. Deutsche Weihnachtstradition und so. Ich hoffe, der schmeckt auch.
Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich dann schließlich zu Hause war, mindestens eine Stunde. Den restlichen Abend verbrachte ich damit, das Geschenk für meine Lehrerin fertig zu machen, denn ich wollte ihr auch noch eine CD mit einigen meiner Aufnahmen schenken. Zur Erinnerung und so... Außerdem kamen auf den Teller dann noch eine Packung Lindtpralinen und Schokoladentaler. Als Anzahlung für die Klavierstunden... ;) Die Tasse wäre vielleicht ohnehin noch zu viel gewesen. Dennoch finde ich es sehr schade. Aber naja, sie weiß ja nicht, was ihr da entgeht, das weiß ja nur ich.Ich hoffe, ihr gefällt das Ganze. Soll ja ein Dankeschön sein, und ich habe ihr weiß Gott viel zu verdanken. Zurückzahlen geht nicht, aber - ich kann es ja zumindest versuchen.
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