Ich schlief heute erst mal in Ruhe aus und frühstückte. Gegen eins zog ich dann los, in einem absoluten T-Shirt-Wetter. Im wahrsten Sinne - ich hatte Pulli und Jacke in den Rucksack gepackt und war im T-Shirt unterwegs. Am zweiten Dezember! Hach, ich liebe San Francisco ;)
Mein erstes Ziel heute war die Lombardstreet. Da war ich ja beim ersten Mal mit dem Cable Car nur vorbeigefahren, dieses Mal wollte ich aussteigen und runterlaufen. An der Cable Car Station war dieses Mal ausnahmsweise kaum eine Schlange - keine Ahnung wieso, aber das nutzte ich doch gleich mal aus. In den ersten Wagen kam ich noch nicht rein, aber beim zweiten stand ich fast ganz vorne und konnte so wieder meinen Lieblingsplatz ergattern, vorne auf dem Trittbrett... Außerdem hatte ich eine weihnachtlich dekorierte Bahn erwischt. Gut, bei der Hitze war das einerseits irgendwie seltsam, andererseits... trotzdem cool.

Ich liebe Cable Cars, hab ich das schon mal gesagt? ;) Auch wenn es dieses Mal natürlich nicht ganz so aufregend war wie beim letzten Mal, schließlich hatte ich das ja schon mal erlebt. Aber trotzdem machte es immer noch riesigen Spaß.An der Lombardstreet stieg ich oben schließlich aus, machte Fotos und lief runter. Nun ja... wirklich nichts besonderes. Aber mal dagewesen sein gehört sich schon, wenn man in San Francisco studiert.



Ja, manche sind schon irgendwie Flaggenfixiert :D Haus neben der Lombardstreet
Ich lief nicht wieder zurück sondern in die andere Richtung weiter zur nächsten Cable Car Station von der anderen Linie. Da hatte ich nach fünf Minuten ber keine Lust mehr zu warten und nahm einfach den normalen Linienbus zurück zur Innenstadt.
Auf dem Weg zum Ross, welcher meine nächste Station war, lief ich an einem Disneyladen vorbei und konnte nicht anders, als da mal reinzuschauen. Und ich bin stolz auf mich, dass ich trotz mega vieler Rabatte nichts gekauft hab. Höre ich da ein "Ich bin stolz auf dich", bitte? ;)
Nun ja. Ross. Da hatte ich zwei große Ziele. Zum ersten Mädchenklamotten für die Gemeinde-Sammelaktion besorgen. Zweitens, den Koffer. Die erste Sache war schon nicht so ganz einfach - am Ende kaufte ich eine Hose, eine Pullijacke und einen Schlafanzug. Nur die warme Jacke kaufte ich nicht, warme Jacken sind einfach zu teuer. Außerdem natürlich noch ein Buch. Es wurde ein Winnie Pooh Buch, wer hätte es anders gedacht... Mit Pappseiten und einfachen Sätzen. Das sollte für ein dreijähriges Mädchen doch ganz okay sein, hoffe ich. Ehrlich gesagt hätte ich das am Liebsten selbst mitgenommen :D
Die zweite Sache war aber noch schwieriger. Ich hatte am Ende die Wahl zwischen vier Koffern. Ich versuchte, das Gewicht der vier irgendwie zu staffeln, das war aber ohne Waage und nur nach Gefühl nicht so einfach. Einer stellte sich als leichter als die anderen heraus, der war auch am günstigsten, allerdings gingen die Reißverschlüsse da nur seeehr schwer auf und zu, und er sah von außen irgendwie wie so ein super-schicki-micki-Koffer aus... da hatte ich Angst, dass man mir den sofort klaut weil man denkt, der gehört einer Millionenschweren Lady :D Die anderen schienen mir irgendwie gleichschwer zu sein, und am Ende wurde es dann dieser hier. Und nein, ich hab bei weitem nicht so viel gezahlt wie in diesem Link - ich gebe schließlich kein Vermögen für einen Koffer aus... Er schien mir der stabilste von allen zu sein, und wenn ich ohnehin schon einen Koffer kaufe kommt es auf die zwanzig Dollar zwischen dem Günstigsten und dem hier auch nicht mehr an. Also schob ich den Samsonite und die zwei anderen Koffer wieder zurück und kaufte diesen. Ich war mir nicht ganz sicher wegen der Größe, ob er nicht zu groß wäre... aber als ich an der Kasse stand fand ich endlich einen kleinen Aufkleber am Koffer mit den Maßen - sogar sowohl in amerikanischen als auch in europäischen Einheiten. Schnelles Kopfrechnen beruhigte mich - ungefähr 150 cm. Ich war mir nicht mehr ganz sicher, was die erlaubte Größe sein würde, aber es war über 150 cm. Ich tippte auf 154 - und das würde dann ja auf jeden Fall ausreichen.
Nächste Station (mit Koffer im Gepäck) war dann einer der Innenstadt Wallgreens. Und da hatte ich auch Glück und fand Schokoweihnachtsmänner. Ich dachte mir, ich mache A., E., ihrem Freund und meiner Klavierdozentin an Nikolaus eine kleine Nikolausfreude. Die Amerikaner kennen das, soweit ich weiß, nicht, aber das hält mich ja nicht davon ab...
Fast hatte ich vergessen, dass ich ja noch zu dem Bastelladen fahren wollte den ich neulich entdeckt hatte. Ich wollte doch einfach nur ein farbiges Papier in ungefährer DIN A 4 Größe... Ein Bogen! Kann doch nicht so schwer sein. In dem Bastelladen, der wirklich riesig war, mindestens so groß wie der in meiner Heimatstadt, wenn nicht sogar größer, fand ich dann auch buntes Papier. Endlich! Ich blickte mich auch sonst noch ein bisschen um, am Ende aber war der Bogen das Einzige, was ich kaufte. Aber ich entdeckte da die ganzen Sachen, die wir fürs Töpfern verwendet hatten - genau von der gleichen Firma. Wenn ich mich nicht ganz irre wäre es teurer geworden, das Ganze dort einzeln zu kaufen...
Mitsamt Koffer versuchte ich danach, mich in die Muni zu quetschen - glücklicherweise war die erste, die kam, nicht so voll, so dass ich problemlos einsteigen konnte. Ich musste ja nur zwei Stationen fahren, denn ich wollte unterwegs noch einkaufen gehen. Unglaublich, wie viel Brot man braucht, wenn es Weißbrot ist. Und die Hälfte nur aus Luft besteht. Unterwegs fiel mir auf, dass ich in der falschen Muni saß. Das war mir ja noch nie passiert... ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass gar nicht jede Muni diese Station anfuhr. Glücklicherweise stelte sich aber heraus, dass diese hier fast noch besser war, denn ich stieg oberirdisch aus und hatte nur einige Meter zum Safeway zu laufen. Hätte ich das mal eher gewusst! ;) Einkaufen mit einem großen Reisekoffer ist irgendwie lustig, und auch irgendwie praktisch. Denn so musste ich die zwei Liter Milch nicht heimschleppen sondern konnte sie gemütlich hinter mir herziehen.
Meine nächste Muni, die, mit der ich heimfahren wollte, war allerdings ziemlich voll. Ich hätte bequem reingepasst, wenn die Leute sich im mittleren Bereich auch mal dazu bequemen würden, ein bisschen zusammenzurutschen. Aber das kenne ich ja schon von zu Hause. Ist wohl überall auf der Welt gleich.
Zu Hause stellte ich dann fest, dass der Koffer schon ziemlich groß war. Sogar der Koffer, mit dem ich hier hergekommen war, passte da rein! Naja, hat Vorteile für die Aufbewahrung. So muss ich mir keine Gedanken machen wo ich den hinstelle... er steht jetzt eben da wo mein anderer Koffer stand. Nur dass der alte Koffer drin ist. Und mein Handgepäckskoffer in dem. Alles sehr geschickt ;) Also mit der Größe werde ich jetzt wohl keine Probleme haben, er wird wohl eher nicht ganz voll werden. Ich dachte mir, ich packe da einfach die ganz leichten Sachen rein, die mittleren in den mittleren Koffer und die schweren in den Rucksack. Das müsste dann hinhauen, hoffentlich. Zwar bin ich mir nicht sicher, ob ich doch einen kleineren hätte nehmen sollen, den gleichen gab es auch in etwas kleiner, aber naja, jetzt ists so. Wird sich schon zeigen, ob das eine gute Idee war oder eine schlechte - hoffentlich ersteres. Aber das weiß ich dann in ein paar Wochen, wenn ich zum ersten Mal packe. Was ich ja vorhabe. Aber mal sehen, ob ich es wirklich mache ;)
Ach ja. Und ich bastelte mir noch meinen Adventskalender. Meine eine Oma hatte mir ja Aufkleber mitgeschickt, und da ich mir keinen Schokokalender kaufen kann schrieb ich kreuz und quer Zahlen auf den Karton, den ich heute gekauft hatte. Und da werde ich die Aufkleber dann draufkleben. Ich hoffe, dass ich das alles richtig abgeschätzt habe... aber das werd ich ja sehen.

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