Ja, das bisschen länger schlafen war heute wirklich nötig ;) Dennoch fiel mir gerade rechtzeitig ein, dass wir für den Frauenchor heute nach dem Mittagessen ja noch was ausgedruckt haben sollten. Das hieß, dass ich vor dem Unichor noch in den PC-Raum musste, in der Mittagspause würde das nicht reichen. Ich schaffte es tatsächlich und war noch pünktlich im Chor. Und das trotz Halloweennacht. Ha.
Hätte ich daran gedacht, dass wir heute auf Grund von Solo-Auditions ein wenig früher Schluss machen würden hätte ich mir den Stress vielleicht gespart und wäre jetzt drucken gegangen, aber ich weiß genau, das wäre noch viel stressiger geworden. Denn um die Mittagszeit kann es schon mal sein, dass man ein Weilchen auf einen PC warten muss. Gut also, dass ich daran nicht gedacht hatte... so genoss ich dann eine etwas verlängerte Mittagspause, in der ich feststellte, wie verdammt müde ich doch war. Im Frauenchor dann wurde es nicht besser, im Gegenteil - ich schaffte es, beim Singen beinahe einzuschlafen. Oh je. Wir begannen heute, unsere Rachmaninoff-Lieder auf russisch zu singen. Oh je zum Zweiten. Na das hörte sich ja nach allem an, aber nicht nach russisch. Und das, obwohl ich nie russisch gelernt habe :D Aber so viel hörte ich dann doch. Polnisch ist davon ja jetzt nicht sooo weit entfernt (ja, viele werden mich lynchen, aber das ist doch näher als englisch oder deutsch ;) ), und das zumindest habe ich in meinem Leben oft genug gehört. Ich glaube, das wird echt seltsam klingen. Aber wer weiß, vielleicht kriegen wirs ja noch irgendwie hin. Positiv denken!
Ich genoss nach dem Chor ein bisschen die Sonne draußen, bis mir einfiel, dass ich ja noch meine drei Dollar irgendwas für die Medikamente bezahlen musste... also machte ich mich auf zur Zahlstelle, bei der zum Glück nichts los war. Da wars dann auch schon vorbei mit meiner kleinen Pause, ab gings zum Üben/Einspielen für meinen Klavierunterricht nachher. Der Unterricht selbst verlief dann nicht schlecht, aber ich bin ganz schön nervös wegen Montag. Ich hoffe, ich blamiere mich nicht völlig. Und ja, ich weiß, wenn ich so denke gehts garantiert schief :D Außerdem arbeiteten wir am Mozart, der mich wirklich noch zur Verzweiflung bringt. Es klingt einfach nicht so, wie ich es möchte. Definitiv nicht. Aber ich hab ja noch etwas Zeit, vielleicht macht es irgendwann mal "klick". Wieder - positiv denken ;)
Ich aß mein zweites Mittagessen/frühes Abendessen und ging dann zum Yoga. Yoga ist immer so eine Sache für sich. Plötzlich habe ich da zwei Stunden, in denen ich mich nur mit Übungen und mit mir selbst beschäftige, was dann wirklich hin und wieder zu emotionalem Chaos führen kann. Keine Ahnung, ob man das gut oder schlecht nennen will. Thema heute: Will ich nicht doch lieber vor Weihnachten heimfliegen...? Gegen Mitte der Stunde war ich so weit, das zu machen. Ich fühlte mich traurig und wollte Weihnachten unbedingt mit meiner Familie verbringen, vor allem weil ich die Befürchtung habe, dass unsere gemeinsamen Weihnachten langsam gezählt werden, jetzt wo meine Geschwister und ich immer älter werden. Der Bruder zieht in eine Stadt weit entfernt, die Schwester ist verlobt - wer weiß, wie oft wir noch gemeinsam feiern werden? Ich könnte es ja verstehen. Irgendwann aber riss ich mich dann doch am Riemen. Ich bin hier womöglich nur ein Mal in meinem Leben, und es sind nur verdammte zweieinhalb Tage. Also lass es bleiben. Meine Sorge, ich könnte an Weihnachten alleine zu Hause sitzen, bekämpfte ich dann in dem ich mir fest vornahm, diesen Sonntag in die Kirche zu gehen und mich mal dem Pfarrer vorzustellen. Der weiß vielleicht eine Familie, wo ich unterkommen kann, oder aber er weiß, wo ich mich Weihnachten nützlich machen kann. Das wäre ja schließlich auch eine Möglichkeit, obwohl mir die Familienlösung natürlich viel besser gefallen würde.
Dementsprechend zog ich mich dann in der zweiten Stunde irgendwie selber aus dem Sumpf und beschloss, dazubleiben. Punkt. Keine weiteren Gedanken mehr daran verschwenden.
In dementsprechend besserer Stimmung fuhr ich dann noch zum Einkaufen. Meine Milch war völlig alle (ja, Tatsache, ich trinke hier gerade zwischen einem halben und einem Liter Milch pro Tag... Krass), also musste ich wohl oder übel noch los. Bevor ich mir meine Milch holte aber ging ich noch etwas anderes einkaufen - den Christbaum-Yoda. Ich hatte beschlossen, dass der es Wert war, ihn mitzunehmen. Ist ja auch klein. Und er wird sich an meinem eigenen Weihnachtsbaum, sollte ich mal Familie haben, sicher gut machen und eine schöne jährliche Erinnerung sein. Danach gabelte ich noch meine Milch auf und fuhr nach Hause. Ganz beendet war mein Einkaufsmarathon damit aber noch nicht, denn kurz vor neun besorgte ich in dem kleinen Laden bei uns um die Ecke noch Ameisenspray. Die wuseln bei uns nämlich gerade immer wieder in und rund um die Badewanne herum durch die Gegend... wir haben keine Ahnung, was sie da machen. Schließlich ist es dort definitiv zuckerfrei, und unsere Shampoos lassen sie ja auch in Ruhe.
Der Abend endete damit, dass E. ihren Freund vom Flughafen abholte und hier her brachte. Damit sind unsere gemeinsamen Tage nun wirklich gezählt, denn sobald die beiden eine gemeinsame Wohnung gefunden haben ist sie weg. Das ist schon ziemlich traurig, ich habe mich sehr an sie gewöhnt und mag sie sehr. Ich kann nur hoffen, dass wir erstens weiter in Kontakt bleiben (was aber dennoch nicht das Gleiche sein wird) und zweitens jemand genauso Nettes einzieht. Drückt mir die Daumen...
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