Die erste Nacht außerhalb des Hostels! Die Nacht war allerdings wieder kurz - diesmal beabsichtigt, denn A. musste früh los und ihren Vertrag unterschreiben. Tatsächlich schafften wir es, pünktlich zu sein. Es klappte auch alles super, und schon bald waren wir beide Mieterinnen eines Zimmers in SF! Auf dem Rückweg machten wir eine super Entdeckung - eine Art Bio/Vegetarier/Veganerladen namens "Other Avenues", lauter frische und nicht ganz alltägliche Sachen - und tatsächlich Brot ohne Zucker! Endlich! Wir kauften uns gleich ein Ciabatta und ich genoss es, endlich mal etwas anderes außer Pommes und Hühnchen paniert zu essen. Der Laden ist direkt bei A. um die Ecke, vermutlich wird sie da des Öfteren mal auftauchen.
Nach einer ausgiebigen Erholungspause mittags zogen wir dann los, um ein paar Sachen einzukaufen. Möbel vor allem, aber auch ein bisschen Kleidung (Mütze und Handschuhe!) und Kleinigkeiten für die Zimmer. Bei Ross wurden wir schnell fündig - sogar mit mehr, als geplant. Ich kaufte mal wieder ein bisschen Kruscht, der hoffentlich mein Zimmer verschönen wird (drei mal darf man raten, mit was der Kruscht zu tun hat), außerdem aber eine Handysocke (also eigentlich normale Babysocken), Fleecejacke und einen Rucksack.
Ich glaube, dieser Laden wird uns ebenfalls öfters zu Gesicht bekommen, denn teils ist es wirklich wahnsinnig günstig. Wie das funktioniert kann ich mir trotz Erklärung immer noch nicht vorstellen, aber seis drum. Kann man nur empfehlen! Neben Kleidung (wahnsinnig viel Kleidung) gibt es unter anderem auch Haushaltswaren, Schuhe und Bettwaren. Reinschauen lohnt sich...
Vollbepackt ging es dann zum nächsten Laden - Thrifttown. Eine Art Secondhand-Laden, hier sollte es auch Möbel geben. Möbel gab es, die sahen allerdings wirklich Secondhand aus. Nichts gegen Secondhand, die Angebote nutze ich gerne. Und hätte es die Möglichkeit gegeben, dass man die Möbel irgendwie ins Zimmer bekommt, hätte ich vermutlich bei ein paar Dingen auch zugegriffen - aber das war unser Hauptproblem. Was nützen uns gekaufte Möbel, wenn sie im Laden bleiben müssen, weil wir kein Auto zum Transportieren haben? Da standen wir nun und kamen schließlich zu dem Schluss, dass uns wohl nichts andere übrige bleiben würde, als tatsächlich die Möbel im Netz zu bestellen und sie liefern zu lassen. Vermutlich beim größten bekannten aus Schweden stammenden Möbelhaus... denn da würde es wohl am günstigsten sein. Zumindest hat uns bisher niemand etwas anderes geraten. Dennoch gingen wir nicht mit leeren Händen aus dem Laden. A. erstand eine Teekanne, ich... nun ja. Ihr dürft noch einmal raten, was ich gekauft habe, und wirklich, ja, ich bereue zutiefst... aber glaubt hier jemand wirklich ernsthaft, ich könnte an Büchern für 1 $ vorbeigehen? Entweder ich nehme sie nach den 5 Monaten mit oder, wahrscheinlicher, verkaufe, spende oder verschenke sie. Man wird sehen ;)
Wir waren nach dem Laden schon ziemlich fertig, beschlossen aber, noch einmal zu Ross zurückzufahren um uns zumindest mit Bettzeug einzudecken. Betten hatten wir zwar noch nicht, aber wer sagt denn, dass man zuerst das Große haben muss, bevor das Kleine kommt... Jetzt realisierten wir erst einmal, dass das Bettensystem in den USA anders ist als das in Deutschland, eher so, wie das in Frankreich. Man hat keine eingepackte Zudecke, sondern eine Decke und darunter dann ein Laken, das zwischen einem und der Decke liegt. Zumindest ist das meistens so. A. erstand eine gelbe, ich eine violette Decke. Ich in der Größe King Size, die vermutlich viel zu groß sein wird, aber - es war nun einmal eine der billigsten und davon die schönste ;) Dazu kamen noch die passenden Laken - zumindest das, was wir für passend hielten. In meinem Fall ist das ein mattsilberner Deluxe-Satinbezug (ja, viel Spaß beim Waschen ;) und ja, es war einer der billigsten, seltsam, aber mir solls Recht sein), A. entschied sich für braun. Dazu noch ein Kissen, fertig ist das Bettensemble. Insgesamt haben wir rund 45 $ für alles gezahlt, und das in einem recht günstigen Laden. Ich vermute, viel billiger wird es kaum gehen...
Voll bepackt verließen wir den Ross zum zweiten Mal und wankten erschöpft zum Bus. Seltsamerweise war auch dieser Tag sehr anstrengend gewesen, trotz der Tatsache, dass wir zum ersten Mal kein einziges Zimmer besichtigen mussten. Juhu! Der Druck ist zwar von uns genommen, weniger anstrengend wird es aber dennoch nicht.
Vor allem stehen wir jetzt vor einem Problem. Selbst, wenn wir uns die Möbel liefern lassen - wie soll das funktionieren, wenn wir in der Orientation-week sind? Und eigentlich wollten wir doch Montag eingezogen sein, wenn alles losgeht... Hm. Mal sehen, wie sich das lösen lässt. Vielleicht haben wir ja Glück und sie liefern gleich morgen noch! Das wäre optimal, wir könnten sogar schon am Sonntag einziehen. Wenn wir die Möbel aufgebaut kriegen werden ;)
Übrigens ist es nicht immer so eisig wie beschrieben. Wenn man den Sunset-Bezirk verlässt, dann kann man je nach Tag auch schwitzen, die 20 Grad Celsius sind dann durchaus drin. Nur im Sunset (aah ja, da war jemand ganz schlau bei der Namensgebung) scheint die Sonne fast nie. Dementsprechen kalt ist es, vor allem, wenn dann noch der eisige Meereswind weht. Aber es riecht immer toll nach Meer ;) Zum Glück wohne ich nicht dort, sonst würde ich wohl erfrieren ;) Nur momentan müssen wir wohl noch damit leben.

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