Donnerstag, 13. Oktober 2011

Tag 67 (13.10.)

Wie war das, die Welt ist manchmal in Ordnung? So schnell kann sich das ändern. Aber dazu später mehr, denn eigentlich startete der Tag gar nicht schlecht.
Ich unterrichtete meine Donnerstagsschülerin, dann hatte ich wie immer Chor. Mir war wieder teils ein bisschen schwummrig (liegt wohl auch an der schlechten Luft in diesem Raum?), aber es hielt sich in Grenzen. Im Frauenchor gings mir ähnlich. Heute bekamen wir unsere Kunstrosen, die sind für das Konzert am Mittwoch (und auch für die folgenden). Für die Haare, das "gleiche Accessoire" für jeden. Ich find sie ganz hübsch. Außerdem beschlossen wir, dass wir etwas gemeinsam unternehmen würden, die Wahl stand zwischen Schlittschuhlaufen und Bowlen. Letzteres finde ich sozialer, da kann man mehr reden, und aus diesem Grund entschieden sich auch die meisten anderen dafür. Ich hoffe, dass ich an dem Termin können werde! Wäre schon cool.
Auf Grund der Tatsache, dass gestern unsere Fahrerin für den Ausflug am Wochenende abgesprungen war (ja, sehr rechtzeitig) suchten A. und ich fieberhaft nach einem Ersatz. Leider ergebnislos. Viele hätten zwar Lust, haben aber shcon was anderes geplant. Kein Wunder, einen Tag vor dem Wochenende... Noch hatte ich aber Hoffnung, dass sich das bis zum Abend irgendwie legen würde. Irgendwie. Irgendjemanden muss es doch geben!
Die Sonne brannte heute heiß vom Himmel herab, wäre ein perfekter Tag um an den Strand zu fahren. Dafür war aber keine Zeit, denn heute konnten wir endlich Tennis spielen. Wir waren sogar zu dritt. Perfekt, denn das war unser Gegner-Team ebenfalls. Wir entschieden uns, anstatt zwei Einzel ein Einzel und ein Doppel zu spielen, ich spielte Letzteres. Es war ganz schon krass, so gegen die Sonne zu spielen, und es war unglaublich heiß. Aber es machte Spaß! Mein neuer Schläger fühlte sich gut an, er war viel leichter als der, den ich mir letztes Mal ausgeliehen hatte. Ich hatte fast gar keine Armprobleme. Wir gingen sogar 3:1 in Führung, dann aber brachen wir ein. Oder unsere Gegnerinnen wurden besser. Keine Ahnung. Aber wir waren alle ziemlich gleich gut/schlecht, daher machte das, glaube ich, auch so großen Spaß. Am Ende verloren wir leider mit 5:7 äußerst knapp und hatten sogar eine Dreiviertel Stunde gespielt. Das Einzel war auf dem Platz gespielt worden, der zufällig noch frei war, so hatten wir alle Zeit der Welt. Unsere Teamkollegin verlor ebenfalls, aber ich hoffe, sie hatte Spaß. Wir hatten den nämlich, schade, dass wir verloren haben - ich vermute, das war unsere letzte Chance auf einen Sieg :D Aber trotzdem war es schön. Ich glaube, ich bin an den Armen sogar ein klitzekleines bisschen braun geworden. Ein ganz kleines bisschen ;)
Ich zog mich um, ganz in Sportklamotten wollte ich mich nicht auf meine notwendig gewordene Schuh-Einkaufstour begeben. Auch wenn es verlockend war, denn ich hatte meine lange schwarze Jeanshose an. Und das bei dem Wetter! Immerhin war ich heute früh ohne meine Fleecejacke aus dem Haus gegangen und musste die nicht auch noch mitschleppen. Ich habe mir angewöhnt, mittlerweile immer zwei zusätzliche Lagen zu dem mitzunehmen, was ich anhabe. Wenn ich nicht schon mit vier Lagen aus dem Haus gehe ;)
Ich lief zur Haltestelle. Mein Trinken war bereits weg, so dass ich mir am Kiosk eine neue Flasche kaufen wollte. Dummerweise fuhr gerade die Bahn ein, so dass ich mich entscheiden musste, am Ende aber fiel diese für eine Flasche Wasser. Bei dem Wetter wohl einfach das Klügste ;) Und die Macht schien mit mir zu sein, denn vier Minuten später kam noch eine zweite Bahn. Kein Warten, juhu :) Es schien ein guter Tag zu sein. Heute musste einfach alles klappen. Ich würde Schuhe finden. Ganz sicher. (Was blieb mir ja auch anderes übrig. :D)
Ich fuhr nach Downtown und ging zu einem Schuhladen, der mir empfohlen worden war. Nur irgendwie war das Zeug dort wahnsinnig teuer. Ich hatte keine Lust, mir Schuhe für 70, 80 Dollar zu kaufen, und das schien dort ziemlich normal. Bis hin zu 180. Es gab ein paar wenige Paare für 40, aber die passten nicht in mein Beuteschema: schwarz. Einfach nur schwarz. Und der Absatz bitte in moderater Höhe. Überhaupt, hier scheinen High Heels wirklich weitaus verbreiteter zu sein als in Deutschland. Oder ich gehe in Deutschland in andere Schuhläden ;) Mindestens jeder zweite Schuh hatte Absätze, die ich nie im Leben tragen werde. Mindestens.
Glücklicherweise entdeckte ich im "Keller" dann aber eine Art ständigen Ausverkauf. Da kommen wohl immer die alten Modelle hin. Hier waren die Preise zwar immer noch nicht so, wie ich sie mir wünsche, aber doch bezahlbarer. Ich fand dort sogar Schuhe die mir passten. Ich habe da echt ein Problem, denn für Pumps sind meine Füße normalerweise irgendwie nicht geeignet. Keine Ahnung. Hab wohl eine anormale Fußform ;) Diese "Pumps" waren aber vorne offen, und hatten außerdem eine Art Gummiband vorne. Perfekt :) Perfekt allerdings nicht der Preis. Original mal 90 Dollar, mittlerweile bei 50 angekommen. Hm. Allerdings war das das einzige Paar, welches mir passte. Ich überlegte hin und her - noch in andere Läden schauen gehen? Die hier mitnehmen? Da ich allerdings schon mehrere Läden abgeklappert hatte entschloss ich mich kurz und schmerzvoll, die teuren Schuhe zu kaufen. Kann am Mittwoch ja schlecht barfuß auf die Bühne... außerdem, sollte ich noch andere finden kann ich die ja immer noch zurückbringen.
Ich schaute noch in einem weiteren Laden, da wo ich meine günstigen Sportschuhe gefunden hatte. Die Schuhe da waren zwar weitaus günstiger, allerdings nicht wirklich passend. Entweder, weil sie mir nicht passten oder nicht zur Gelegenheit... Pech gehabt, heißts da wohl!
Ich dackelte also zum Ross. Ich wollte nach einem langen Schlafanzugoberteil schauen, ich hab mir ja nur ein Shirt mitgenommen... aber wenn ich auf Ausflüge gehe wäre das sicher nicht schlecht. Die Schlafanzüge dort waren allerdings reduzierte Designerschlafanzüge. Superkuschligweich, und auch süß zum ansehen. Und immerhin von 60 auf 18 Dollar herabgesetzt. Dennoch, 18 Dollar wollte ich eigentlich nicht ausgeben. Hatte mir hier was günstigeres erhofft... ich habe ja daheim genug lange Schlafanzüge, und für die paar Male, die ich hier einen brauche... ne. Da würde ich mir lieber einen Pulli kaufen, den ich im Forever 21 gesehen hatte. Für ein paar Dollar mehr, und den zum Schlafen verwenden. Oder im Alltag. Wie auch immer.
Ich schaute auch noch nach Koffern. Hier gab es eine ganze Menge, auch riesengroße für 50, 60 Dollar. Ich denke, ich werd mir wohl einen von den billigen großen kaufen. Allerdings sollte ich das bald machen, nicht, dass es im Dezember dann keine gibt... der Monat war aber schon teuer genug. Da wollte ich nicht noch einen Koffer kaufen. Und der Monat ist noch nicht mal halb vorbei ;) Ganz ohne Einkäufe lief ich dann aber nicht aus dem Ross. Schließlich brauchte ich noch Strumpfhosen für Mittwoch, die wurden hier gleich im zweierpack gekauft. Und so eine Art Tuch fürs Dekolleté, was man zwischen den Trägern des BHs festmacht und dann so aussieht, als würde man ein Shirt drunter tragen. Bin ja mal gespannt, ob das funktioniert, könnte unter Umständen für Mittwoch nämlich nützlich sein, falls jemand im letzten Moment meinen Ausschnitt bemängelt.
Ich lief also zum Forever 21. Um mir den Pulli zu kaufen. Der nicht mehr da war. Mist. Nur noch in anderer Farbe, aber ich wollte ihn in rot. Außerdem war blau teurer, keine Ahnung warum, ist vielleicht doch ein größerer Unterschied als nur Farbe und Applikation zwischen den beiden... Eine letzte Chance gab es ja noch. Ursprünglich hatte ich den ja in einer anderen Filiale gesehen, wo ich ohnehin vorbei musste. Unter Umständen, je nachdem, welche Bahn ich nahm. Also beschloss ich, das Schicksal entscheiden zu lassen. Entweder die Bahn kommt, die an dem Laden vorbeifährt, oder die andere. Ich nehme auf jeden Fall die erste.
Das Schiksal entschied für den Pulli. Meine Füße schmerzten mittlerweile unglaublich. Ich hoffte so sehr, mich in der Bahn setzen zu können, aber - Fehlanzeige. Die war so vollgepackt, dass ich mich mit meinem Unirucksack mit Tennisschläger drin und meiner Einkaufstüte kaum reinquetschen konnte. Nichts für Menschen mit Platzangst... sah ungefähr so aus wie Bahnen nach einem Bundesligaspiel. Nichts mit hinsetzen also. Mist. Es dauerte eine ganze Weile bis so viele Menschen die Bahn verlassen hatten, dass ich guten Gewissens einen Sitzplatz in Beschlag nehmen konnte. Oh du meine Güte, tat das gut!
Fünf Minuten später allerdings musste ich schon wieder aussteigen. Immerhin schmerzten meine Füße nun in einem erträglichen Maß. Angekommen beim Laden fand ich den Pulli wieder nicht. Nur die blaue Variante. Mist... ich fragte eine Verkäuferin, die ein wenig im Laden herumlief und immerhin einen roten in Größe L entdeckte. Das sei der Einzige, der noch da sei, meinte sie nach ihrer Entdeckung. Super, dass sie ihn gefunden hatte, aber dass sie gleich denkt, das ist der letzte? Hm. Na gut. Hauptsache, ich habe den Pulli... Er ist zwar ein bisschen zu groß, aber man sieht es nicht unbedingt auf den ersten Blick. Gekauft :)
Wie immer gings noch ab zum Einkaufen, und dann verpasste ich ganz knapp meinen Bus. Mist. Da ich mittlerweile aber völlig am verhungern war vertrieb ich mir die Zeit damit, beim McDonalds in der Warteschlange zu stehen und dann im Eiltempo meine kleine Portion Pommes herunterzuschlingen. War perfektes Timing, genau als ich fertig war kam der Bus. Olé.
Zu Hause erwarteten mich dann schon Hiobsbotschaften. Wir konnten einfach keinen Fahrer für unseren Ausflug morgen finden, und Autos unter 21 zu mieten ist so gut wie unmöglich oder unfassbar teuer. Mittlerweile stresste mich der ganze Trip einfach nur noch, ich hatte absoulut keine Lust mehr. Allerdings wusste ich, wenn ich dieses Wochenende nicht fahre, dann gar nicht mehr. Ich war wirklich ziemlich fertig wegen der ganzen Sache, ich hatte mich so sehr gefreut (trotz Spinnen und Käfer), und dann das! Mussten wir jetzt unseren Ausflug absagen? Mittlerweile war ich so weit, das unter Umständen auch zu tun, aber wir hatten ja jemanden, der extra aus L.A. hergeflogen kam, um da hin zu fahren! Das ging also eigentlich nicht. Ich packte trotzdem für morgen, auch wenn ich das starke Gefühl hatte, dass sich keine Lösung finden würde. Verzweiflung ist wohl das richtige Wort dafür... Als ich ins Bett ging wussten wir immer noch nicht, ob wir morgen wirklich fahren würden. Es gab zwei Möglichkeiten - wir fuhren mit T.s vorläufigem Führerschein oder aber wir mussten ein sauteures Auto mieten, so dass E. fahren konnte. Beides keine so tollen Möglichkeiten, aber wir würden es erst einmal mit Möglichkeit Nummer eins probieren. Für den Fall der Fälle sollten E. und ich aber, falls T. das Auto nicht bekam, gleich morgens los und ein anderes Auto mieten. Falls dieser Vermietung noch eines hatte. Chaos pur, und als ich weit nach Mitternacht ins Bett ging wusste ich genau, dass ich vor lauter Sorgen heute Nacht nicht wirklich würde schlafen können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen