



Irgendwann nach dem Frühstück packten wir dann unsere Sachen, wir mussten unser "Zelt" bis 11 Uhr verlassen haben. Obwohl wir eigentlich weniger Zeug haben sollte war das Auto fast genauso voll wie auf der Hinfahrt... Hm. Wir checkten aus, ich brachte mein Bettlaken zurück und wir fuhren zum Supermarkt mit Merchandise. Schließlich wollten wir alle noch ein paar Souveniers kaufen! Ich habe beschlossen, mir, sofern es geht, immer T-Shirts zu kaufen, die sind leicht und nehmen nicht viel so viel Platz weg. Und sie lassen sich gut transportieren. Im Gegensatz zu Tassen oder so...
Ich war schon wieder am verhungern (oder immer noch? Hm), also holte ich mir im letzten Moment noch eine Portion Pommes, die ich dann im Auto verdrückte. Mmmmh. Das tat gut... Auch wenn es eher ein Tropfen auf dem heißen Stein war. Aber besser als nichts! Außerdem lachte mich ein Centprägeautomat an. Der erinnerte mich an früher, wo wir das mal im Märchenpark gemacht haben, gemeinsam mit meinen Großeltern... Also ließ ich mir eine Münze vom Yosemite-Park prägen. Auch ein leicht mitnehmbares Andenken :D
Wir machten uns auf zum "Glacier Point", ungefähr eine Stunde von unseren Zeltplatz entfernt. Die Fahrt da hin war mal wieder ziemlich gruselig, lauter Abhänge und so... wha! Schließlich waren wir aber da und hatten eine wahnsinnig gute Aussicht. Wahnsinnig gut. Wirklich.


Es war wunderschön da oben, trotz meiner Höhenangst. Am eigentlichen Glacier Point aber war die Aussicht gar nicht sooo beeindruckend. Ja, schon schön, aber im Gegensatz zu dem Punkt, an dem wir fünf Minuten vorher gewesen waren - nicht vergleichbar.

Eine besondere Sache gab es da aber, einen herausstehenden Felsen. Direkt über dem Abgrund, quasi. Und Tatsache, während wir gerade da waren war wirklich einer so verrückt, auf diesen Felsen zu kraxeln, nur um von sich da ein Foto zu haben. Ich weiß, ich bin übervorsichtig, aber das war wirklich lebensmüde. Ohne Sicherung auf einem Felsen zu stehen, der vielleicht einen Quadratmeter Breite hat? Über einem Abgrund, kilometerweit in die Tiefe?
Man braucht nur einmel kurz nicht aufzupassen oder einen falschen Schritt zu machen. Nein, das war nicht mutig, das war dumm, leichtsinnig und bescheuert. Zum Glück ist nichts passiert...Das Wetter heute war der Wahnsinn. Total heiß, richtig toll. Aber, und das war das Witzige, wir waren so hoch, dass im Schatten Schnee lag. Ja, echter Schnee! Während wir bei sicher 30 Grad in der Sonne schwitzten. Total verrückt.
Bald fuhren wir weiter, schließlich hatten wir noch einen langen Weg vor uns. Nächster und letzter Stop im Yosemite-Park sollten die alten Sequoia-Bäume sein. Riesenmammutbäume, auf gut deutsch. Wieder waren wir in etwa eine Stunde unterwegs, als wir die Gegend schließlich erreichten. Die Bäume waren tatsächlich riesig, total beeindruckend.
An die richtig großen durfte man allerdings nicht ran, um ihren Lebensraum nicht zu zertrampeln. Ein Baum, den wir passierten, war allerdings schon vor vielen Jahrzehnten umgekippt, und so konnten wir uns neben seine Wurzel stellen. Wow, schon ein riesiges Ding...
Wir liefen da ein bisschen rum, bis wir dringend weiterfahren mussten. Es war schon viel zu spät, und wir hatten noch eine fünf-Stunden-Autofahrt vor uns! Das würde ein langer Abend werden. Die Sonne ging langsam unter, und wir waren noch Meilenweit von San Francisco entfernt. Zum Glück waren die anderen aber irgendwann genauso hungrig wie ich, also gabs wieder einen Zwischenstop im In-n-out-Burger. Dieses Mal aß ich gleich zwei Hamburger. Schließlich war ich am verhungern und das Wochenende war nicht gerade besonders Energiereich gewesen, was Essen anging... Halbwegs gesättigt ging es weiter, mittlerweile war es stockdunkel. Und wir alle müde, wie ich stark vermute... Am Ende verfuhren wir uns sogar kurz, diese blöden Navis sind ja manchmal etwas ungenau ;) War aber nicht schlimm, eine Ausfahrt später nahmen wir wieder Kurs auf SF und fuhren über eine Brücke. Wir dachten lange Zeit, es sei die Bay-Bridge, bis sich herausstellte, dass das wohl vollkommen falsch gewesen war. Wir kamen ziemlich vom Süden herein, war irgendwie auch gut, dann war es nicht mehr so weit zu E.s und meinem Appartment.Gegen 20 nach 10 waren wir endlich, endlich zu Hause. Wir entluden das Auto und nach zigmaligem Hinterherrennen war dann auch alles am richtigen Ort, entweder im Auto oder in unserer Wohnung. Das erste was ich checkte, als ich selbige betrat, war der Ameisenstatus - Glück gehabt. Nur eine einzige kroch am mittlerweile bekannten Ort herum, wie meine Mutter mal so schön sagte - die schicken immer eine aus um zu schauen, ob ich noch da bin... Die nächste Sache war meine Decke. Im Camp hatte sie gar nicht so schlimm gerochen, jetzt aber, in unserer neutralen Wohnung, stank sie unglaublich nach Rauch. Mir blieb nichts anderes übrig, als sie in die Waschmaschine zu schmeißen und zu hoffen, dass der Trockner sie schnell trocknen würde. Schließlich wollte ich nicht allzu spät ins Bett, ich war wirklich todmüde. Und morgen war Uni. Meine Haare rochen genauso schlecht wie die Decke, aber die zu waschen war ich jetzt nicht in der Lage. Ich sprang unter die Dusche, das zumindest wollte ich unbedingt, aber für meine Haare war ich viiiiel zu tot. Während ich auf meine Decke wartete lernte ich noch mein Zeug für Chor und Theater morgen, bis ich dann gegen halb eins beschloss, dass ich jetzt ins Bett gehen würde. Egal, wie trocken oder nass meine Decke noch war. Glücklicherweise war wie fast trocken, nur an einen Teil war der Trockner irgendwie nicht herangekommen. Das war mir aber so was von egal, als ich endlich, endlich in meinem warmen Bett zu Hause in den Schlaf sinken konnte.

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