Samstag, 24. September 2011

Tag 47 (23.09.)

Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Dass ich von 20 Minuten Tennis einen solchen Muskelkater haben würde. Oh je... als ich heute früh aufstand schmerzte mein Rücken, mein Po und mein Arm. Alles rechts ;) Tatsache, Tennis bewegt Muskeln die ich normalerweise nicht bewege. Obwohl ich mich Sonntag beim Fußball weitaus mehr angestrengt habe fühlte ich mich am nächsten Morgen nicht so zerschlagen wir heute.
Zum Glück war heute Freitag. Freitag, mein "freier" Tag. Auch wenn er nicht wirklich frei ist, denn üben muss ich auf jeden Fall. Und so einige andere Dinge tun, die über die Woche immer liegen bleiben. Aber immerhin, ich kann mir meine Zeit selber einteilen. Heute sollte mein "freier" Tag um elf Uhr vormittags starten. Ich hatte mich mit einem Mädchen aus dem Frauenchor verabredet, um ihr die Grundlagen vom Notenlesen beizubringen. Und ein bisschen bei ihrem Song zu helfen. Punkt elf stand ich am verabredeten Ort, von ihr aber keine Spur. Ich machte es mir sitzend bequem und beobachtete die Leute, die so vorbeiliefen. Ganz schön interessant, eigentlich. Ich kannte sogar ein paar von ihnen vom sehen, hätte ich gar nicht gedacht. Einer kam auf mich zu, fragte, ob ich nicht die aus dem Chor sei, er liebe mein Deutsch :D Die meisten Amerikaner stehen anscheinend wirklich total auf deutschen Akzent. Ich habe keine Ahnung wieso... aber mich haben schon wahnsinnig viele Leute darauf angesprochen.
Als um zehn nach elf immer noch niemand da war beschloss ich üben zugehen. Hab keine Lust, womöglich ewig zu warten... Außerdem wählte ich bewusst eines der Übezimmer die an dem Flur waren, auf dem ich wartete, da die Zimmer hier Fenster haben sollte es ihr möglich sein, mich so zu finden. Und Tatsache, ich war gerade bei meiner dritten Tonleiter oder so (ich hab wieder angefangen Tonleitern zu spielen... ich bin richtig stolz auf mich :D ), als die Tür aufging.
Ich begann also, dem Mädel auf englisch die Grundlagen des Notenlesens zu erläutern, gar nicht so einfach. Und ich brauchte länger, als ich gedacht und gewollt hatte. Aber um 12 hatte ich sie dann hoffentlich endgültig verwirrt und ich ging üben.
Beim Mittagessen traf ich dann auf A., später gesellte sich auch noch jemand aus einem ihrer Kurse zu uns. Und nachdem wir über dies und jenes gequatsch hatten (Fußball, Frauen-WM, Herr der Ringe...) vertieften wir uns irgendwann in eine Diskussion, ob es richtig gewesen war, Mara und Anakin Solo das zeitliche segnen zu lassen. Ja, Tatsache :D Ich liebe dieses Land. A. tat mir ein bisschen Leid, ich glaube, für sie hörte sich das alles ein bisschen verrückt an und sie fragte sich wohl, in welchem Film sie da gelandet sei (wobei, das war wohl eine der wenigen Fragen die sie sich nicht stellte). So kam es, dass ich länger für meine Mittagspause brauchte als ich eigentlich wollte, aber solche Gespräche führt man nicht alle Tage. Ich übte also noch ein wenig, bis ich mal wieder aufgab und mich auf den Weg zum Bus machte. Heute stand auf dem Plan: Klaviernoten besorgen. Schließlich beginnen nächste Woche meine Klavierstunden! Da brauche ich noch ein bisschen Unterrichtsmaterial. Bestenfalls ein Heft in dem vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen alles drin ist. Utopie ;) Aber man kanns ja mal versuchen. Der Bus war vollgepackt bis obenhin, der Busfahrer war aber wohl der netteste, denn ich hier bisher getroffen habe. Er sagte sogar immer an wo man zu welcher Linie umsteigen konnte. Das hat bisher bei mir noch niemand gemacht. Schließlich entkam ich diesem Gedränge (während ich unterwegs ein paar "Vokabeln" für meinen Test am Montag lernte, braaav). Ich lief ein Mal an dem Laden vorbei (zu meiner Verteidigung, er lag auf der anderen Seite), er war wirklich klein und sah von außen nicht wirklich nach etwas aus. Wäre er mir nicht schon von zwei Personen empfohlen worden, ich weiß nicht, ob ich reingegangen wäre. Er sah irgendwie aus als hätte er nur Zeug aus dem letzten Jahrtausend und dieses dann auch vergilbt. Innen sah er aber ganz anders aus, wenn auch immer noch sehr klein. Ich stellte aber fest, dass er nach hinten viel größer war und einiges an Stauraum besaß. Ich ließ mir ein paar Bücher empfehlen, und dann war ich ziemlich lange damit beschäftigt, den Laden auf eigene Faust zu erkunden. Leute, Noten sind hier so billig... verdammt. Dumm, dass ich kaum was einkaufen kann. Das Zeug ist einfach zu schwer... Die Klavierschule die ich kaufte kostete 10 Dollar - das ist wirklich ein Witz. Außerdem kaufte ich ein Set von drei Heften für ebenfalls 10 Dollar (die waren aber reduziert). Und ein Heft mit Filmmusik für 8 Dollar. Und dabei habe ich mich schon wirklich sooo was von zurückgehalten. Echt. In Deutschland hätte ich wohl wirklich viel Geld ausgegeben. Hier aber - keine Chance.
Ich blieb wirklich Ewigkeiten in dem Laden, ich glaube, die fragten sich schon, was ich für eine komische Person bin. Aber naja, ich musste ja erst mal alles erkunden. Übrigens ist hier auch das komplette "Noten-Merchandise" wahnsinnig billig. Bei uns kostet so ein einfaches Notenuch oder so zum Beispiel schon 20-25 Euro, ich weiß nicht mehr genau, was es hier kostete, aber es waren sicher nur um die 10 Dollar. Verrückt. Das meiste ist teurer hier, so zumindest mein Eindruck, aber Notenzeug - unschlagbar :D
Auf dem Rückweg kaufte ich mal wieder ein, und abends war dann Wäsche waschen angesagt. Mittlerweile habe ich nicht mehr ganz so viel Angst mehr davor, auch wenn ich immer noch sehr erleichtert bin wenn meine Wäsche wohlbehalten aus dem Trockner/der Maschine kommt.
Morgen steht wieder mal üben auf dem Plan, außerdem möchte ich ein paar "Kleinigkeiten" von San Francisco anschauen - die berühmte Reihe viktorianischer Häuser und die Lombard Street. Und abends dann ins Kino, ich freu mich schon :)

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