Brrrr. Als ich heute aufwachte war es so kalt... ich wachte ausnahmsweise nciht von meinem Wecker auf sondern von meiner verschwundenen Schlafbrille. Es kostete mich sehr viel Zeit, das Ding zu finden, und gerade, als ich meinen Kopf wieder auf meinem Kissen gebettet hatte - da klingelte mein Wecker. Na danke auch... wirklich wach bin ich noch nicht. Mal wieder wollte ich mein warmes Bett nicht verlassen, da draußen im Zimmer war es wirklich kalt. Keine Ahnung wieso, unser Thermostat steht auf 71 Grad Fahrenheit, also 21,67 Grad Celsius. Sollte eigentlich reichen. Schweren Herzens stand ich irgendwann doch auf und checkte in der Küche mal die Ameisenlage - sah alles gut aus. Keine Ameise weit und breit zu sehen :) Und während ich zur Uni lief wurde es auch vom Laufen allmählich wärmer. Langsam, aber immerhin. Unterwegs dachte ich mir, wie geschickt es doch wäre, ein Skateboard zu haben. Jetzt verstehe ich den Sinn dieser Dinger :D Ich meine, ich könnte hinzus den Berg zur Uni hinabsausen und abends dann mit dem Bus heimfahren, so ein Ding wiegt ja nicht viel :D
Im Töpfern begann ich gleich damit, meinen neuen dünnen Pinsel einzuweihen. Jetzt sieht mein "Kunstwerk" zumindest nicht mehr ganz so Kindergartenmäßig aus, man könnte es schon in die Grundschule einstufen ;) Wer weiß, vielleicht komme ich ja irgendwann dazu, die Farbe zu perfektionieren... hätte ich die Zeit dazu würde ich das gerne machen, aber momentan fühle ich mich zu gestresst von all den Projekten. Die Maracas ließ ich deshalb heute einfach mal Maracas sein und begann mit dem dritten Projekt, das Objekt nachmodellieren. Ich begann mit einer Bohrmaschine, stellte aber nach einer Viertelstunde fest - das packe ich nicht. Ich kriegte es nicht einmal hin, den Grundstock zu modellieren. Also dachte ich mir, dass mir die 15 Minuten verlorene Zeit lieber sind als jetzt Ewigkeiten an dem verkorksten Projekt rumzubasteln. Weg mit der Bohrmaschine, her mit dem alten Bügeleisen! Das war doch schon viel einfacher, ich kriegte es sogar hin, die komplette Form des Bügeleisens zu modellieren, bis der Unterricht zu Ende war. Auch wenn das Ganze ein bisschen instabil und einbruchgefährdet aussah... aber nun gut. Wird schon überleben. Hoffe ich...
Mein Mittagessen danach hatte eine mittlerweile eingependelte Menge an Essen - ich bin bei ungefähr 4, 70 $ angekommen. Damit schaffe ich es meistens so bis 3, 4 Uhr Nachmittags. Obwohl es wirklich eine ganze Menge Essen ist. Oh je... ich brauche wirklich Sport!!!
Auch wenn ich todmüde war, nach dem Essen machte ich mich mal wieder auf zum Üben. Schließlich hatte ich am Wochenende nicht viel gemacht. Das wollte alles aufgeholte werden! Ich begann mit Elan, der dann aber langsam abflaute. Wie üblich nach dem Mittagessen. Und so testete ich mal, wie lange der Bewegungsmelder im Überaum braucht, bis er das Licht ausschaltet. Erst kommt ein Piepser, dann kommt noch mal einer - dann kommen mehrere Piepser und dann geht das Licht aus. Spannend, hm ;) Das alles fand ich heraus, während mein Kopf auf meinen Armen lag, welche wiederum... naja, welche es sich auf dem Holz gemütlich machten. Irgendwann packte ich es doch wieder, mit müden Augen ein wenig zu üben. Als mein Theater-Unterricht immer näher rückte wurde ich doch etwas unruhig. Ich hatte schon etwas... Angst wäre zu viel gesagt. Naja, ich hab mich nicht ganz wohl bei dem Gedanken gefühlt, da jetzt gleich rauszumüssen ;) Ich versuchte, im Überaum das Ganze noch einmal kurz durchzugehen, als mir auffiel, dass alles viel einfacher wäre, wenn mein Charakter sich einfach hinsetzen würde. Tja, einfache Lösungen sieht man oft vor lauter Bäumen nicht.
Anfangs machten wir im Unterricht dann eine Gruppenübung. Im Kreis stehen, einer gibt eine Bewegung mit Geräusch oder Wörtern vor und der nächste gibt es weiter. Und der nächste wieder weiter. Und so. Aber: Man gibt das weiter, was einem gegeben wurde und nicht das, was der erste losgeschickt hat. Aufgabe war aber dennoch, alles so akkurat wie möglich weiterzugeben, im Bestfall sollte am Ende also genau das rauskommen, was am Anfang losgeschickt wurde. Im Bestfall. Von dem wir weit entfernt waren ;) Meistens war schon nach 2, 3 Personen vieles sehr anders, und bei manchen war ich mir sogar fast sicher, dass sie die Aufgabe nicht verstanden hatten, denn so falsch kann man die Sachen gar nicht weitergeben ;) Faszinierend fand ich aber vor allem, dass ich wohl einen kleinen Vorteil hatte, beziehungsweise dass mir Sachen auffielen worauf andere wohl gar nicht achteten - Stimmhöhe. Die Geräusche oder Wörter flutschten in der ganzen Tonleiter hoch und runter, die Tonhöhe richtig wiederzugeben, darauf achtete wohl kaum einer. Naja. Ist ja auch fies. Ich merkte dafür, dass ich bewegungstechnisch manche Sachen nicht so ganz drauf hatte. Bestimmte Bewegungen scheinen irgendwie für bestimmte Menschengruppen geschaffen zu sein. So hat halt jeder sein Problemchen.
Danach gings auch schon ans Eingemachte. Ich meldete mich gleich als erste freiwillig - als erste kann man nicht so viel falsch machen. Da ist ja irgendwie noch alles richtig :D
Es klappte ganz gut, wenn auch nicht super, aber besser als ich mir vorgestellt hatte. Das mit dem Sitzen war wirklich der richtige Einfall gewesen. Manche Sachen vergaß ich, manche nicht. Manches war wohl nicht deutlich genug. Aber im großen und ganzen war es wohl ganz okay.
Nach dem Unterricht bekam ich auch noch zwei Mal zu hören, dass es gut gewesen sei - ganz so schlecht war es also wohl nicht :)
Wir hörten etwas früher auf, so dass ich jetzt eine Pause hatte, bis der Chor losging. Mit einer Kommilitonin saßen wir ein wenig draußen und genossen die späte Sonne. Sonne! Ja, tatsächlich. Und ich saß natürlich mal wieder innen drinnen und bekam davon nichts mit. Wenn sie schon mal da ist. Mist.
Danach gings ab in den Chor. Aber anstatt zu singen wurde wieder ganz viel geredet. Wie das läuft hier, und was unsere Aufgaben und Pflichten sind... Bla. Bla. Bla. Man kann es auch übertreiben. Solche Sachen sind wichtig, aber nicht über eine Stunde. Unter anderem wurde uns auch erzählt, dass wir T-Shirts kaufen müssten und dass es einen Ausflug geben würde, zwar freiwillig, aber nun ja - man wei ja wie das ist, mit dem freiwillig ;) Außerdem sollten wir immer pünktlich sein. PÜNKTLICH. Eine Minute zu spät ist schon nicht mehr pünktlich. Okay, kann ich gut verstehen die Ansage. Es nervt echt, wenn dauernd die Tür auf und zu geht. Und wir sollten uns einen Rekorder besorgen, um unsere Stimmen aufzunehmen - das hatten wir ja schon. Ich werde wohl wirklich meinen Fotoapparat benutzen. Das sollte eigentlich reichen... Für den Ausflug und für zwei verpflichtende T-Shirts sollten wir dann nächste Woche auch gleich zahlen. Wow. Find ich etwas früh, aber nun gut. Also das mit dem Ausflug ;) Als wir dann schließlich mit singen anfingen hatten wir noch ungefähr 20 Minuten übrig. Wir sangen viel mit einer Aufnahme im Hintergrund mangels richtiger Band, wobei ich finde, dass ein Pianist und ein Schlagzeuger eigentlich schon Band genug zum Proben sind. Was mich and er Aufnahme aber störte war die Tatsache, dass sie so laut war. Richtig laut. Das tat nach 5 Minuten schon in den Ohren weh. Ziemlich schnell rückte dann das Ende der Stunde näher - zumindest zeitlich. Vom Inhalt her waren wir noch nicht durchs komplette Stück gekommen, was der Chorleiter aber durchaus noch vorhatte. Also überzogen wir. Und überzogen weiter. Und nichts klappte, weil logischerweise unsere Konzentration nach fast zwei Stunden weg war und jeder eigentlich auch raus wollte. Und manche auch mussten. Als wir schließlich gehen "durften" hatten wir eine Viertelstunde länger gearbeitet. Eine Viertelstunde! Und ich hatte das Gefühl, dass der Leiter das als selbstverständlich nahm, dass wir fast alle geblieben waren. Keine Entschuldigung, nur ein Danke, dass wir es zu Ende geschafft haben. Finde ich schon mau, bei jemandem, der so viel Wert auf Pünktlichkeit legt. Wer pünktlich anfängt muss auch pünktlich enden, meiner Meinung nach.
Trotz allem war der Tag ganz gut gewesen, und als ich heimlief, freute ich mich auf meine Pizza von gestern und auf einen enstpannenden Abend, nach einer Dusche. Schließlich war der Tag sehr lang gewesen. Unterwegs flog ein Flugzeug über mich hinweg, das löste dann leider doch kurzes Heimweh in mir aus. Gemeine Sache ;) Aber so selten, wie ich überraschenderweise Heimweh verspüre ist das eigentlich auch okay.
Am Eingang zu meiner Wohnung traf ich E., witzigerweise. Gemeinsam betraten wir unsere Wohnung - und gemeinsam entdeckten wir die Katastrophe. Ameisen. Überall in der Küche. Einfach nur lauter Ameisen. Im ersten Moment wussten wir nicht, was tun - dann schritten wir aber zur Tat. Pestizide versprühen, Lebensmittel retten. Faszinierenderweise war in meinem Fach nur ein verirrte Ameise zu finden, alle anderen - das heißt, sicher um die 80-100 Stück - waren in E.s Fach direkt über meinem. Man kann sich vorstellen, wie dankbar ich einerseits dafür war und wie sehr E. mir Leid tat. Wir packten alles in Tüten ein, ich hielt die Tüte offen, E. schmiss es hinein. Plötzlich kam ein Kreischer von ihr, ein langer, lauter Kreischer - und ich kreischte mit. Also standen wir in der Küche, ich hatte die Tüte vor Schreck fallen gelassen und schrien und kreischten um die Wette. Und ich wusste nicht einmal, warum ;) Irgendwann erfuhr ich dann auch den Grund, E. waren trotz geschützter Hand Ameisen über den Arm gekrochen, und das in superduper Eiltempo. Da hätte ich wohl auch geschrien... Wir machten weiter, bis das Schlimmste erledigt war. E.s Zeug kam größtenteils in den Müll, alles andere, was wir als sauber betrachteten kam aufs Sofa. In den Tüten. Innerhalb kürzester Zeit stank unsere Küche erheblich nach giftigem Zeug und alles sah aus als wäre eine Bombe explodiert. Chaos überall, und mittendrin ein wahnsinnig großer Haufen mittlerweile toter Ameisen. Wir beide waren mittlerweile völlig erschöpft und noch hungriger als wir es nach einem langen Unitag ohnehin schon gewesen waren. Da auch Ameisen im Badezimmer waren (nicht viele, aber immerhin) fiel duschen heute abend flach - denn in der Giftluft will ich nicht duschen. Meine Gesundheit ist mir da irgendwie wichtig. Wir machten uns schließlich unser Abendessen, die Pizza hatte ich mir nach dem Chaos und Stress wirklich verdient! Wir verzogen uns beide in unsere Zimmer (in der Küche ließen wir die Tür zum Hinterhof weit offen), die Zimmertüren fest verschlossen, damit der Gestank aus der Küche möglichst nicht hereinkommt. Und genossen dann unser Abendessen. Endlich. Nach endloser Zeit von Kampf gegen die Ameisen. Ganz ehrlich, ich hoffe, das war es. Nicht, dass die Küche morgen wieder bevölkert ist, oder, noch schlimmer, die Dinger kommen in unsere Zimmer! Nicht auszudenken. Ich meine, sprühen ist im Zimmer ja etwas ungeschickt, da sollten wir ja nachts drin schlafen können.
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