Vormittags hatte ich heute Chor. Wir haben "endlich" mit Vivaldis Gloria angefangen *seufz* Na das kann ja was werden. Ich kanns wirklich noch komplett vom Blatt singen, problemlos. Die einzige Herausforderung wird sein, dass wir italienisch-Latein sprechen. Ich war immer "deutsches" Latein gewöhnt. Naja, wenns weiter nichts ist... Auch versuchten wir heute, das Mendelssohn-Lied auf Deutsch zu singen. Die Aussprache war teils ziemlich gut, teils ziemlich witzig. Oh je, so höre ich mich vermutlich auch auf englisch an... Es liegt wohl hauptsächlich an den Konsonanten, die die Amerikaner eher hinten im Hals bilden. Ich meine, ich bin ja absolut keine Phonetikerin, aber das "r" und das "ch" sitzen definitiv zu weit hinten. Wir hörten am Ende auch eine Aufnahme von dem Stück an, und es war einfach schön. Es war irgendwie toll, sich wieder etwas in deutsch anzuhören, richtige, deutsche Sprache zu hören. Klingt vielleicht ein bisschen albern... ja, aber es rührte mich doch irgendwie sehr und sprach mein Herz an, so kitschig das jetzt auch klingt.
Beim Mittagessen gesellte sich ein Mädchen aus dem Chor zu mir. Ich hab leider schon wieder ihren Namen vergessen... Jedenfalls unterhielten wir uns ein kleines bisschen, so weit man das während dem Essen eben kann. Danach ging es dann aber gleich weiter mit dem Frauenchor, ich habe "nur" eine Dreiviertelstunde Pause. Wenn ich nicht allzulang in der Schlange zum essen warten muss reicht das aber aus.
Im Frauenchor stellte ich wieder fest, wie viel anders das ist. Obwohl hier teilweise die gleichen Leute singen und auch der Chorleiter der gleiche ist. Es ist aber trotzdem alles lockerer. Immer noch mit viel Disziplin, also gequatscht wird nicht. Aber trotzdem... naja, lockerer eben. Im Frauenchor bat mich der Chorleiter dann auch darum, dass ich mich mit ihm nächste Woche vor dem Chor eine Stunde früher treffen, damit wir die deutschen Texte durchgehen können. Ich finde es schön, dass daraus "Nutzen" gezogen wird, dass ich da bin. Ganz im Gegensatz zu einer Erfahrung, die A. in Gehörbildung machen musste, da wurde nämlich auf ihre angebotene Hilfe für das deutsche Notensystem eher mit Ablehnung reagiert. Schade.
Nach dem Chor trat noch einmal das Mädchen auf mich zu, dem ich letzte Woche ein wenig mit den Noten geholfen hatte. Ich hatte ihr ja angeboten, wegen ihrem Stück ein wenig Noten durchzugehen, und sie fragte mich, wann ich Zeit habe. Ich meinte zu ihr, dass wir nächste Woche mal unsere Stundenpläne vergleichen sollten, in dem Moment wusste ich gerade nicht über meine kommende Woche Bescheid.
Danach war wieder einmel Zeit zu üben. Nach meinen üblichen Durchgängen und dem Aufarbeiten meiner neuen Stücke überlegte ich, was ich tun sollte. Schließlich fehlt mir eigentlich noch ein Stück von Debussy, dass ich noch gar nicht gelernt habe. Aber ehrlich gesagt habe ich darauf keine so große Lust. Ich hatte es in Deutschland schon einmal kurz begonnen, aber ich hatte es noch nicht ganz verstanden. Um nicht zu sagen, gar nicht... Das alles kostet natürlich sehr viel Zeit. Und man kann nie sagen, wie schnell das Verständnis da sein wird. Ich hatte schon Stücke, da habe ich Jahre dafür gebraucht... und das ist natürlich etwas risikoreich, wenn ich das Stück nächsten Juli in meinem Abschluss spielen will. Und irgendwann fiel mir auf - eigentlich ist mein Programm schon recht umfangreich. Ich habe es zwar schon öfters grob durchgerechnet, aber vielleicht habe ich mich da immer etwas vertan. Also beschloss ich, mal meine Zeiten zu messen. Von allen Stücken, die ich momentan im richtigen Tempo spielen kann, Fehler ignorieren, Augen zu und durch - und sei es nur mit einer Hand. Ich notierte also alle meine Stücke, schätzte meine Zeiten und verglich sie dann mit den gemessen. Ich war eigentlich immer ziemlich gut dran mit meinen Schätzungen. Natürlich fehlt mir noch ein bisschen was. Aber wenn ich da mit meinen Schätzungen genauso gut liege wie beim Rest dann kann es ja nciht arg viel länger oder kürzer sein. Mit Schätzungen und Gemessenem liege ich nun bei 42 Minuten für mein Programm, 45 sind gefordert. Das neue Stück hätte sicher noch einmal fünf Minuten, wenn nicht sogar sechs. Ich finde, vom momentanen Standpunkt aus macht es keinen Sinn, das Stück zu lernen. Ich glaube nicht, dass sie genauestens die Zeit messen werden und mir Abzug geben, wenn ich eine Minute unter der geforderten Zeit bin. Das bezweifle ich sehr ;) Und man muss ja auch noch bedenken, dass man zwischen den Stücken Zeit braucht. Gut möglich, dass ich also bei 45 Minuten lande.
Jetzt muss ich das ganze nur noch mit meiner hiesigen Klavierlehreren besprechen, denn eigentlich sollte ich das Stück hier bei der Prüfung spielen. Mal sehen, vielleicht ist es für sie auch okay, wenn ich den anderen Debussy spiele. Hoffe ich. Drückt mir die Daumen!
Nach dem Üben ging ich in den Computerraum, endlich die fehlende Seite ausdrucken, die mir noch fehlt... Witzigerweise sah ich, dass A. ebenfalls online war, in Facebook. Und so fanden wir heraus, dass wir gleichzeitig im Computerraum saßen. Ich hatte sie schon überall gesucht, aber nicht gefunden... Der Zufall hilft dann doch. Wir mussten nämlich noch überlegen, wann wir losfahren wollten. Wir verabredeten uns also, A. verließ den Raum und ich erledigte ein paar Sachen und druckte vor allem die fehlende Seite aus. Jetzt steht dem Mozart nichts mehr im Wege...
Eigentlich hatte ich mir selbst gesagt, dass ich nur einmal am Tag an der Uni warm essen möchte. Ich habe keine Lust, 20 Kg schwerer heimzufliegen... alleine die Klamotten, die ich mir dann neu kaufen müsste! Dummerweise habe ich hier aber andauernd Hunger, seitdem meine Ernährung wieder von zwei Mal täglich McDonalds/Burger King und sonst nichts auf normale Essenszeiten und halbwegs normales Essen umgestellt habe. Und ich weiß, dass ich irgendwann starke Bauchschmerzen kriege, wenn ich Hunger habe. Also blieb mir nichts anderes übrig, als noch einmal an der Uni zu essen. Denn danach wollten A. und ich ja zu B. aufbrechen, um ihr einen Überraschungsbesuch zu ihrem Geburtstag abzustatten. Bis ich zu Hause wäre würden noch sicher drei Stunden vergehen - nichts zu essen war also keine Option. Ich denke, ich muss wohl eher auf Sport ausweichen. Ich hoffe, ich habe aber die Konsequenz, das zu machen. Mal sehen.
Bevor wir zu B. fuhren hielten wir noch kurz an um unsere Handyrechnung zu bezahlen. Wurde auch langsam Zeit, bevor sie uns morgen dann unsere Telefonate streichen ;) Und wir machten noch mal einen kleinen Umweg, diesmal zum Other Avenues, um B. noch Cookies und Blaubeeren zu kaufen. A. huschte derweil kurz nach Hause, um mir mein Schubladendingsbums zu holen, das sie mir vor Wochen aus dem Ikea mitgebracht hat. Jetzt brauche ich nur noch einen Schraubenzieher, um den Lennart auch zusammenzubauen ;) Letztendlich schafften wir es dann doch, so gegen sieben bei B. auszukreuzen. Dummerweise stellten wir fest, dass sie momentan eine Schülerin hatte. Also machten wir es uns so lange noch in "unserem" Zimmer gemütlich, bis sie mit unterrichten fertig war. Dann gratulierten wir und überreichten ihr unsere Geschenke. Sie freute sich ziemlich darüber, ich denke, wir haben es gut getroffen. Sie schien sehr glücklich über unsere Collage und vor allem über das Bild mit ihrem Freund zu sein.
Danach redeten wir noch ein bisschen, bis ich mich dann so gegen viertel vor neun auf den Weg nach Hause machte. Durch mein tolles Handy wusste ich, dass mein Bus in vier Minuten kommen würde - also packte ich meine sieben Sachen im Eiltempo zusammen, schlüpfte in meine Schuhe und rannte los. Und kriegte den Bus, juhu! Als ich umsteigen musste stand mein nächster Bus schon an der Haltestelle - und ich betete, dass er warten würde, bis mein aktueller da wäre. Er wartete sogar - und in dem Moment, als ich ausstieg, fuhr er los. Gnaaaargh! So intelligent könnten die Fahrer doch eigentlich sein, dann kurz einen Moment zu warten um zu schauen, ob jemand umsteigen will. Ich war trotzdem losgerannt, vielleicht sah mich der Fahrer ja noch, er fuhr ja erst ganz langsam an. Netterweise begann hinter mir mein alter Busfahrer zu hupen, was das Zeug hielt, als er sah, dass ich den Bus erwischen wollte. Um seinem Kollegen klarzumachen, dass da noch jemand einsteigen will... Fand ich super lieb! Gebracht hat es nichts, denn er reagierte überhaupt nicht. Zum Glück aber konnte er nicht richtig ausrangieren, da ziemlich viel Verkehr auf der Straße war, und so tauchte ich zwei Meter nach seiner Abfahrt an der Vordertür auf. Da sah er mich dann endlich und öffnete mir noch die Tür. Wow, knapper gehts nicht... So schnell war ich von B. noch nie zu Hause gewesen!
Der restliche Abend war friedlich. Übrigens habe ich heute bereits eine Rückmeldung von diesem Deutschen-Botschafter-in-amerikanischen-Schulen-Zeug gekriegt. Am 30. September ist irgendein Treffen oder eine Einführung oder so, da soll man hinkommen. Ich frag mich, ob sich das dann für die fehlenden drei Monate überhaupt noch lohnt :D
Pläne für morgen: Üben und zur Bücherei, meine bestellten DVDs abholen. Juhu, das Finale von Battlestar Galactica wartet auf mich, eeeeendlich!
Ähm, wolltest du nicht auch die Unipartys ausprobiern?? ;-)
AntwortenLöschenJa, wollte ich ;) Nachdem meine erste Party aber ein ganz schöner Misserfolg war hatte ich da keine Lust mehr drauf bisher.
AntwortenLöschenWas aber ehrlich gesagt das größte Problem ist ist das Heimkommen. Ich mein, ich könnte ein Taxi nehmen, das ist aber teuer... Alleine will ich mich da im Missiondistrict nachts nicht rumtreiben :/ Und das müsste ich zwangsläufig, weil ich noch niemanden aus meiner Gegend getroffen habe. Alles ein bisschen blöd...