Mittwoch, 21. September 2011

Tag 44 (20.09.)

Sonnenschein! Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber ja, ich bin so aufgeregt und freue mich so sehr darüber :) Ich habe die Sonne so sehr vermisst. Und ich danke für jeden Tag, an dem ich sie sehe. Heute wagte ich es sogar, ein Spaghetti-Top anzuziehen. Gewagt, gewagt ;)
Dummerweise ließ ich heute früh mein Brot eine Minute zu lang im Ofen, so dass es ziemlich verbrannt war als ich es rausholte. Mehr als die Hälfte musste ich wegschmeißen... Gasöfen haben ihre Vorteile, man schmeißt sie an und sie heizen sofort. Daher mache ich in den letzten Tagen mein Brot immer warm, denn wegen der Ameisen liegt es ja im Kühlschrank. Und kaltes Brot mag ich einfach nicht. Warmes ist da bei weitem besser.
Heute ging ich etwas früher zur Uni. Diese Woche müssen wir J1-Austausch-Studenten uns bei der Koordinatorin melden, mit unserem Stundenplan, unserer neuen Adresse, unserer Aufgabe beim IEEC und eben falls wir irgendwelche Probleme haben. Ich wollte das so schnell wie möglich hinter mich bringen. Also war mein erster Stop der Computerraum um meinen Stundenplan auszudrucken. Irgendwie mochte der Drucker mich nicht und verursachte gleich mal ein paar Unfälle, aber am Ende hatte ich meinen Ausdruck. Das Gespräch verlief kurz und bündig, sicher nicht länger als drei, vier Minuten. Und schon war ich wieder draußen. Bis zum Chor hatte ich noch etwas Zeit, also setzte ich mich auf eine Bank und las. Im Schatten. Denn in der Sonne war es mittlerweile schon nicht mehr auszuhalten, und das um viertel vor elf. Wuha...
Im Chor las ich mal wieder den deutschen Liedtext vor. Da kam der Vorschlag, dass ich das Ganze doch aufnehmen und online stellen solle. Urghs... Vorlesen ist ja gut und schön, dass aber auf Dauer aufnehmen? Ich meine, ich spreche ja auch kein phonetisch einwandfreies deutsch, das habe ich in meinen zwei Semestern Sprecherziehung eindeutig gelernt. Aber naja, mein Deutsch ist vermutlich besser als das von vielen anderen im Chor, ist ja schließlich meine Muttersprache. ;) Also gut. Meinetwegen.
Mein Mittagessen nahm ich heute wieder draußen zu mir, diesmal aber im Schatten. Denn in der Sonne hätte ich wohl innerhalb von kürzester Zeit Sonnenbrand bekommen. In der Sonne war es kaum zum aushalten, im Schatten hingegen muste man etwas mit langen Ärmeln anhaben, sonst fror man. Verrückte Sache.
Nach dem Frauenchor wollten wir dann den Liedtext aufnehmen, aber irgendwie funktionierte das nicht so wirklich. Also bot ich ihr an, das Ganze einfach bei mir zu Hause am Laptop aufzunehmen. Ist vielleicht auch einfacher, ohne dass mir jemand zuschaut.
Ich machte mich auf zum üben, um mich vor meinem Klavierunterricht noch etwas aufzuwärmen. Der Unterricht selber verlief dann ganz okay, ich bekam sogar etwas Lob... Juhu :) Wir überzogen wieder etwas, ich glaube, das ist das Privileg des letzten Studenten. Noch mal Juhu ;)
Diesmal aber saß ich etwas auf Kohlen, denn ich war eine Viertelstunde nach dem Unterricht schon wieder verabredet - mit meinem neuen Tennisteam. Donnerstag wird unser erstes Match sein, und wir dachten, es wäre nett, sich mal vorher zu treffen. Nach ein bisschen verirrtem herumlaufen fand ich die Leute dann auch schließlich. Ein Junge und ein Mädchen, die vierte Person fehlte noch. Wir hatten bisher auch nicht wirklich viel Mailkontakt mit ihr gehabt, aber imerhin mittlerweile eine Handynummer herausgefunden. Nach einem Anruf stellte sich heraus, dass sie irgendwie keine Ahnung hatte wovon wir redeten. Alles sehr seltsam. Aber gut, immerhin waren da wir drei. Wir unterhielten uns ein wenig über unsere Ziele und Ansprüche, dabei fand ich heraus, dass der junge Mann so ziemlich keine Ahnung von Tennis hat. An sich für mich kein Problem, wird nur sehr interessant werden in den Spielen :D Wir mussten auch noch entscheiden wer von uns Captain vom Team sein würde. An sich keine große Sache, nur irgendjemand muss es einfach machen. Da das zweite Mädel meinte, sie würde nicht bei jedem Spiel dabei sein erbot ich mich, das zu machen, denn ich habe momentan definitiv vor, wenn möglich bei jedem Spiel da zu sein. Ich muss ja halbwegs in Kondition bleiben ;) Tja, somit bin ich jetzt Captain des Tennis-Teams. Wuuuh! Jahrelang hab ichs im Handball trotz regelmäßiger Anstrengung zu kaum mehr gebracht als zum Ersatzspieler und Bankdrücker, hier bin ich jetzt schwuppdiwupp aufgestiegen. Olé... Es lebe das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Nach dem "Meeting" aß ich noch schnell was, bevor ich dann zum Yogaunterricht abzischte. Und soll ich was sagen? Zum ersten Mal hatte ich keine akuten Probleme einzuschlafen. Ich meine, ja, manchmal wars etwas kritisch, aber nicht so fürchterlich wie die letzten Male. Allerdings merkte ich jetzt zum wiederholten Male, dass ich von manchen Übungen Kopfschmerzen bekomme. Teilweise sehr zerreissende Kopfschmerzen. Ich hoffe, das legt sich...
Auch wenn wir beide, A. und ich, müde waren, nach dem Unterricht verursachten wir noch ein paar Geldschiebereien auf unseren Konten. Denn wir hatten fest vor, heute abend unseren Trip zum Yosemite-Park zu buchen. Denn wenn wir das jetzt nicht machen, wann dann... wir hatten uns da ein kleines zeltähnliches Hüttchen ausgeguckt, drei Wände, ein Vorhang davor. Betten. Bärensichere Schränke, und das wars. Ehrlich gesagt habe ich wahnsinnige Panik vor Spinnen und ähnlichen Viechern (alleine wenn ich das schreibe wird mir schlecht), aber ich verdränge das einfach mal. Ich mein, ich kann nicht ewig davon laufen, und was soll ich machen? Schließlich will ich auch was sehen vom Land. Ich könnte natürlich auch ins mega teure Hotelzimmer ziehen, aber das gibt mein Geldbeutel nicht her. Also stürze ich mich einfach mal ins Abenteuer und bete, dass es nicht allzu kalt wird. Und wir da draußen erfrieren...
Ich wusste, dass in zwei Minuten mein Bus kommen würde, aber es war noch genug Zeit, um mir eine Flasche Wasser zu kaufen. Da steht schließlich ein Kiosk direkt an der Bushaltestelle. Ich stellte mich also an, eine Person war vor mir. Den Dollarschein hatte ich schon in der Hand, das Wasser zu kaufen würde zehn Sekunden brauchen. Dummerweise brauchte die Person vor mir Ewigkeiten, bezeihungsweise brauchte der Angestellte Jahrhunderte. Und der zweite Angestellte werkelte im Kiosk herum, allerdings ohne irgendein Ziel. Das wurmte mich schon ziemlich, denn schließlich kam mein Bus und ich musste ohne mein Wasser heim. Das Leitungswasser hier schmeckt furchtbar, also wusste ich, dass ich heute Abend nicht viel trinken würde.
Als ich im Bus saß ärgerte mich noch mehr, dass ich nicht noch ein wenig gewartet hatte mit dem Einsteigen, denn der Bus fuhr ewig nicht los. Es gab eine Diskussion zwischen Busfahrerin und einem jugendlichen Fahrgast. Mich beeindruckt ziemlich, wie die Busfahrer hier darauf bestehen, dass die Fahrgäste auch zahlen - und sie fahren nicht los bevor sie das nicht gemacht haben. Also gab es eine längere Diskussion, bis der Bus endlich losfuhr. In der Zeit hätte ich selbst an dem Schneckenkiosk mein Wasser kaufen können. Zwei Mal. Mist.
Der Tag war wohl irgendwie zu viel für mich gewesen, irgendwie ging es mir nicht so gut. Zum Glück übernahm A. das Buchen vom Yosemite-Trip - ja, wir haben tatsächlich gebucht. Auf zu krabbelnden Viechern und hoffentlich wunderschönen Ausblicken :)

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