Freitag, 16. September 2011

Tag 40 (16.09.)

16. September! Ein Tag, der bei fast allen Star Wars Fans fett im Kalender steht, entweder aus positiven oder negativen Gründen: Die Blu-Rays erscheinen heute! Ja, nutzt mir hier wenig, und euch interessiert das (zumindest die meisten) wirklich gar nicht, aber ich musste es dennoch loswerden :D
Dieser Tag begann wirklich gut. Ich schlief nämlich relativ lang - und trödelte dann. Einfach nichts tun, ein bisschen Blog schreiben, ein bisschen dies, ein wenig jenes. Und schupps, schon war es halb eins. Nichts wie auf an die Uni um wenigstens noch ein bisschen zu üben! Ich übte bis mein Hunger dann so groß war, dass ich ihn nicht mehr ignorieren konnte. Nach dem Mittagessen lief ich zum Bankautomaten, der kürzeste Weg führt durch den Bookstore. Auf dem Rückweg entdeckte ich dann etwas, was wahnsinnig gut zu diesem Tag passte:

Notizbücher! Wuhu! Die Frage ist jetzt nur, welches ich mir zulege - die Frage nach dem ob stellt sich nicht. Das muss einfach sein. So eine Gelegenheit kommt nicht wieder... Allerdings dachte ich mir, ich schaue erst mal nach, wie teuer die in anderen Läden sind. Und richtig, im Bookstore sind die Dinger doch tatsächlich um die 5 Dollar teurer als zum Beispiel bei amazon. Da lohnt sich Geduld dann mal.
Es ging noch einmal eine Runde üben, bis A. mit ihrem Kammermusikunterricht fertig war (und kleine Anmerkung am Rande: Gott bin ich froh, dass ich kein Kammermusik belege! Ja verdammt, das war wirklich mal eine gute Entscheidung in meiner Kurswahl!). Gemeinsam brachen wir dann auf, auf der Suche nach Sportschuhen. Mein erstes Match am Sonntag rückte ja immer näher. Meine Mitbewohnerin aus Deutschland hatte uns einen guten Laden in die Richtung empfohlen: Payless. Hier sollte es günstige Schuhe geben, und da ich für die wohl insgesamt eine Stunde, die ich höchstens kicken werde keine teuren Hallenschuhe kaufen wollte war mir das sehr Recht. Der Laden sollte direkt neben Ross sein - perfekt also. Wenn ich da nichts finden würde dann würde ich im Ross schauen, und im Notfall wusste ich von einem Sportgeschäft nebendran. Da A. und ich allerdings dachten, dass der Laden nicht direkt daneben war sondern ein paar Meter weiter suchten wir erst einmal eine Weile danach. Bis wir aufgaben und zurück zum Ross liefen, nur um herauszufinden, dass Payless wirklich fast direkt neben an war. Da war googlemaps einmal nicht akkurat gewesen!
Der Laden war nicht groß, aber auch nicht klein. Es gab Schuhe in alle Richtungen - Stiefel, Sport, Sandalen, Ballerinas, ... Von allem nicht viel, aber ein paar zur Auswahl. Von manchen auch mehr als nur ein paar. Mich lachten gleich ein paar Schuhe an. Das erste Paar war absolut nichts, beim zweiten merkte ich schon beim reinschlüpfen dass DIE es werden sollten. Zwar ein bisschen "teuer", zumindest für den Laden hier, aber hey, 30 Dollar für Schuhe von Champion sind jetzt nicht die Welt. Und fürs Tennis brauche ich nun mal Schuhe, die nicht gleich auseinanderfallen. In den Dingern fühlte ich mich wirklich wohl.
Die Hallenschuhe, für die ich nicht ganz so viel Geld ausgeben wollte, waren da schon eher ein Problem. Es gab zwei Paar in meiner engeren Wahl, eines für 11 und eines für 16 Dollar. Ebenfalls beide von Champion. Bei beiden hatte ich ein kleines bisschen was auszusetzen, am Ende entschied ich mich dann für die teurere Variante. Da fühlte ich mich dann doch ein bisschen wohler, wenn auch nicht so wohl wieim ersten Paar. Die Sohle ist leider nicht komplett hell, aber ich hoffe, dass da keiner so genau drauf achtet. Ich weiß nicht, wie streng die hier mit so was sind...
Danach hüpften wir noch kurz zum Ross. Ich brauchte ein helles Shirt, denn entweder trägt man hier hell oder dunkel beim Fußball. Und was helles hatte ich nicht dabei, beziehungsweise war ich mir nicht sicher, wie weit der Begriff "hell" gedehnt werden kann. Also kaufte ich ein einfaches weißes Shirt. Das wohl nicht mehr lang weiß sein wird, denn da das das Einzige weiße ist, was ich hier besitze (ja, ich habe in dieser Hinsicht intelligent gepackt, das war Absicht) wird es wohl nicht mit weißen Dingen gewaschen werden. Mal sehen, vielleicht wasche ich es auch von Hand.
Danach trennten sich A.s und meine Wege. Ich wollte schließlich noch zum Safeway, mal wieder meine Reserven auffrischen. Es fing damit an, dass ich 17 Minuten auf den nächsten Bus warten musste. Das war okay, denn heute war wirklich ein schöner Tag, die Sonne schien (!!) und es war nicht ganz so kalt wie sonst. Als ich schließlich umsteigen musste sah ich schon von weitem, dass der Bus heranfuhr. Ich musste aber noch zwei Mal über eine große Kreuzung. Das erste Mal ging ganz gut, das zweite Mal kam ich leider erst rüber, als der Bus schon an der Haltestelle stand. Ich rannte los - und verpasste den Bus wegen 3 Sekunden. Wenn überhaupt. Gnargh! So ein Mist. Ich beschloss, die angeblichen 10 Minuten bis zum nächsten Bus nicht zu warten und lief los. Irgendwie war es aber doch weiter als ich dachte, so dass ich nach der Hälfte der Strecke an der Haltestelle stehen blieb. Der nächste Bus sollte schließlich in 4 Minuten kommen, da würde ich zu Fuß nicht schneller sein. Denkste. Es dauerte sicher noch mal 8 Minuten bis der Bus kam, vielleicht wäre ich sogar schneller gewesen zu Fuß. Aber egal. Dann eben nicht.
Im Safeway beeilte ich mich, denn ich hatte immerhin 45 Minuten gebraucht um hierher zu kommen, mein Zeitplan war ziemlich nach hinten verschoben. Ich wollte nicht wieder erst spät zu Hause sein. Außerdem weiß ich mittlerweile ja schon, was ich will. Als ich zurück zur Haltestelle lief war ich schon fast resigniert, als ich den Bus gerade auf der anderen Straßenseite wegfahren sah. Heute hatte ich einfach kein Glück mit den Dingern! Diesmal musste ich allerdings wirklich "nur" ungefähr acht Minuten auf den nächsten warten. Das geht ja wirklich um die Uhrzeit... Ich hatte noch eine Haltestelle zum Umsteigen vor mir, dann würde ich zu Hause sein. Endlich. Mit den Einkäufen und zwei Paar Schuhen war ich nämlich ganz schön bepackt unterwegs! Aber da sah ich schon das Grauen: Mein Bus bog in die vor uns liegende Straße ein während wir an der Ampel standen. Ich sollte an der nächsten Haltestelle umsteigen - wie groß ist die Chance, den Bus noch zu kriegen? Nicht so groß, rechnete ich mir aus. Allerdings, da gibt es noch eine kleine Chance durch einen Trick. Die nächste Haltestelle war die meiner Uni. Dort steige ich also auch täglich nach der Uni ein und weiß genau, wie es dort aussieht. Der Bus fährt nach der Haltestelle los und biegt bald rechts ab. Dort befindet sich eine weitere Haltestelle, die allerdings selten benutzt wird. Dann dreht der Bus und kommt wieder zur Hauptstraße zurück, diesmal aber auf der anderen Seite. Ja, es gibt also zwei Haltestellen, die gar nicht so weit voneinander entfernt sind, quasi schräg gegenüberliegend an einer großen Kreuzung. Es galt also, diese Kreuzung zu überqueren bevor der Bus wieder zurück war. Ich wusste, da bleibt nicht viel Zeit - als sprintete ich los, sobald mein Bus hielt. Und rannte. Und ja, ich schaffte es gerade so in den Bus zu hüpfen. Juche! Wenigstens eine Busverbindung hat heute geklappt.
Es war zwar schon halb neun, aber ich beschloss, dennoch noch meine Jeans zu waschen. Ich hätte es zwar verschieben können, aber wer weiß, wann ich dazu komme. Dann also lieber gleich. Nach dem Waschen schmiss ich zwei Jeans in den Trockner, meiner Jeansjacke und einer dritten Jeans traute ich das aber nicht zu. Die Jeans hängte ich über einen Bügel und trocknete sie so klassisch in meinem Zimmer. Die Jacke aber wollte ich eigentlich morgen wieder anziehen... wie kriege ich die so schnell trocken? Not macht erfinderisch, ich hängte die Jacke über die Lehne meines Schreibtischstuhls - und stellte diesen vor die Heizung. Die ja bekannterweise aus einem Gebläse besteht. Ausgerechnet heute wollte sie irgendwie nicht so oft angehen, aber vielleicht ist sie ja dennoch bis morgen trocken.
Als ich dachte, dieser Tag sei schon vorbei - entdeckte E. Ameisen in ihrem Zimmer. Nicht viele, aber mal wieder um die zehn Stück. Heute war der erste Tag gewesen, an dem ich keine gesehen hatte, und ich hatte schon gehofft, alles wäre vorbei und der Kammerjäger würde vielleicht gar nicht gebraucht. Pustekuchen. Das hier ist übrigens gerade unsere momentane Küchensituation...


Unsere Vermieter uns wegen des Kammerjägers noch gar nicht angesprochen und wir fragten uns, ob denn da nun jemand kommen würde oder nicht. Und wenn ja, wann. Wir mussten schließlich zu Hause sein! Es war schon viertel vor elf, aber wir sahen noch Licht hinter der Glastür und beschlossen, dennoch noch zu klopfen. Es kommt hier schließlich auf jeden Tag an, und das Wochenende steht vor der Tür! Sie versprachen uns, morgen anzurufen und fragten uns, wann wir denn Zeit hätten. Eigentlich wollten wir beide ausschlafen, aber elf wäre ein guter Kompromiss... schließlich muss ich gegen halb 2 das Haus auch schon wieder verlassen, und wer weiß, wie pünktlich diese Leute sind! Solchermaßen besänftigt gingen wir wieder in unsere Wohnung zurück, sprühten ein wenig an der Tür herum und beteten, dass nicht mehr so viele Ameisen auftauchen würden. Wie schon die ganze letzte Woche. Oh man, ich sage euch eins - wenn das vorbei ist mach ich drei Kreuze! Das dumme ist nur, man weiß nie wirklich, wann es vorbei ist...

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