Stattdessen war geplant, mit E. zum "Chocolate Festival" zu gehen. Ja, für mich ist das wirklich seltsam. Ich meine, ein Fest über Schokolade? Wo ich seit Monaten, Jahren keine mehr gegessen habe? Hm. Aber E. hatte mich gefragt, und ich freue mich über jede Einladung. Und darüber, mal ein bisschen Zeit außerhalb unserer Wohnung mit ihr zu verbringen. Das würde sicher spaßig werden :)
Entgegen unserer Planung, so gegen halb eins loszugehen wurde es dann doch zwei Uhr Mittags. Weswegen ich dann doch noch mal eine zweite Schale Müsli zu mir nahm... Kein wirkliches Mittagessen, aber um Reis zu kochen wäre die Zeit doch noch zu knapp gewesen. Als wir draußen standen und auf die Bahn warteten genossen wir die Sonne. Denn kaum zu glauben, aber sie brannte wirklich auf uns hernieder. Ich stand da ohne Jacke und es war nicht kalt! Deeer Wahnsinn. So was muss man wirklich ausnutzen.
Je näher wir allerdings dem Chocolate Festival kamen, desto kälter wurde es. Und windiger. Brrr. Also zog ich sowohl Jeans- als auch Fleecejacke wieder an. Und Schal. Mist. So schön wäre es gewesen...
Das Schokoladen-Fest bestand aus mehreren Zelten, in denen man Schokolade probieren durfte.
Allerdings nur, wenn man dafür bezahlte. Man kaufte eine Karte für 20 Dollar, dafür durfte man 15 Mal probieren. An verschiedensten Ständen. Es gab Eis, Pralinen, Alkohol und natürlich - Schokolade.
E. und ich kauften uns gemeinsam eine Karte und nahmen uns vor, das Ganze zu teilen. 20 Dollar wären für einen alleine schon ein wenig viel, und auch wenn ich wusste, dass ich wenig bis gar nichts essen würde - ich konnte die Sachen ja immer noch morgen zu "Oper im Park" mitnehmen. Da würden sich sicher alle darüber freuen! An den Ständen stellte sich dann aber heraus, dass irgendwie die meisten Probiererle wirkliche Probiererle waren. Zeug, das man beinahe einatmen konnte. Nicht wirklich einen Euro wert, wie ich finde, aber nun ja. Wir waren außerdem in einem kleinen Cupcake-Laden - sehen diese Sachen nicht süß und lecker aus?
Schließlich stellten wir uns dann doch noch in einer langen Schlange an. Mich hatte nämlich wirklich der Mut verlassen, etwas von der Schokolade mit meinen Tabletten zu essen. Ich weiß nicht, wie lange meine letzte Schokolade mittlerweile her ist... es ist auf jeden Fall eine ganze, ganze Weile. Ich wollte eigentlich mutig sein und was probieren, aber naja. Bin halt doch ein kleiner Angsthase. An diesem Stand aber gab es abgepackte Schokolade, Zeug, das ich wirklich mitnehmen und anderen schenken konnte. Die Schlange rückte weit schneller vor als gedacht, und schon bald waren wir im Zelt. Zu meiner Überraschung bekam man hier pro Abstrich auf der Karte nicht nur ein, sondern zwei Täfelchen von der Schokolade.
Das ist das Geld total wert gewesen! Ich sammelte also für alle bis auf eines meiner Nummern zwei Täfelchen Schoko ein. Darunter Karamell... mmmmmmh. Karamell!!! Ich liiiiiiiebe Karamell. Für Karamell würde ich einiges tun. Wie kann man Karamell eigentlich nicht mögen? ;) Ähm, gut, ich denke, ich habe meine Vorliebe deutlich gemacht ;) Dummerweise besteht Karamell nur so gut wie aus Zucker, also wird das wohl... riskant. Mal sehen.Für mein letztes Nümmerchen wollte ich dann doch mutig sein. Wir fanden einen Stand, wo die Pralinen nur aus purer Schokolade bestanden. Dort entschied ich mich dann für die dunkle Variante, obwohl ich Milchschokolade eigentlich mehr mag. Da ist aber mehr Milch und vermutlich auch mehr Zucker drin, und man muss es ja nicht gleich übertrieben... Die Schokolade war dann so hart, dass ich sie gar nicht auf Anhieb durchbeißen konnte. Aber irgendwann schaffte ich es dann doch, und jaa... Schokolade ist wahnsinnig lecker ;)
Witzigerweise waren am Boden und auf dem Gipfel der Praline - Salz. Ja, richtig gelesen :D Ich muss sagen, obwohl es wirklich nicht viel war, es war das einzige, was den perfekten Schokoladengeschmack verhinderte. Ich versuchte für den zweiten Biss das Salz abzukratzen, es war besser, aber ein bisschen was blieb noch dran. Egal. Die Schoki war trotzdem waaaahnsinnig lecker. Und ich lebe noch ;)Nachdem wir nun alle unsere Freischokoladen aufgebraucht hatten stand die Frage im Raum - was nun? Es war halb fünf, zu früh zum heimgehen, irgendwie. Wir hatten noch zwei, drei andere Dinge im Internet herausgesucht, die heute stattfinden sollten - für die war es allerdings schon zu spät. Sowohl das Fest in Chinatown als auch das im Italienischen Bezirk sollten um 6 enden. Finde ich schon etwas seltsam das alles hier, dass die Festivitäten wirklich nur am Nachmittag stattfinden... ich mein, in Deutschland würde das meiste wohl erst um 6 anfangen ;) Sehr schlaffreundlich für die Nachbarschaft das alles hier. Als letztes übrig blieb dann noch das Jazzfestival in Japantown. Das sollte immerhin bis 8 Uhr abends laufen! Und während E. den Weg mit ihrem Handy heraussuchte entdeckte ich einen Briefkasten, in den ich endlich meine Postkarten einwerfen konnte, die ich nun schon wieder seit fast einer Woche mit mir herumtrage. Irgendwie sehe ich die Briefkästen immer nur, wenn ich gerade keine Postkarten habe ;)
Wir machten uns dann wieder auf den "Rückweg" und warteten auf den Bus. Rückweg deswegen, weil uns der Weg nach Japantown erst einmal zurückführen würde, dann mussten wir einen Bus in eine andere Richtung nehmen. Das Warten auf den Bus aber erwies sich als Qual, denn der Wind wehte so stark dass wir fast erfroren waren, als der Bus endlich kam. Mit einem weiteren Bus im Schlepptau mit der gleichen Nummer. Das passiert hier irgendwie öfters...
Als wir dann beim Umsteigen wieder einmal auf den Bus warteten warteten neben uns vor dem Eingang von einem Hotel Männer im Anzug vor einem sehr schönen Auto. Einer mit großem Fotoapparat, einer mit einer riesigen Filmkamera. Und natürlich war vor dem Hotel ein roter Teppich ausgelegt. Wir fragten uns schon, welcher C-Promi da bald aussteigen würde, als schließlich eine Braut dem Auto entstieg. Einer der Herren, vermutlich der Bräutigam, hakte sie dann unter (besser gesagt, sie sich bei ihm...), die beiden ließen sich filmen und Fotografieren wie ein Fernsehstar-pärchen und schließlich verschwanden sie in dem Hotel. Wow. Was für eine Hochzeit das wohl ist ;) Beim Einsteigen in den Bus sahen wir auch noch, dass vor dem Hotel eine Art Wand stand, wohl mit den Namen von Braut und Bräutigam und dem Datum. Wie so eine Wand, vor der Fußballer oder Fernsehleute Interviews geben - wohl zum Fotos machen. Sehr faszinierend ;)


In Japantown schließlich stellten E. und ich fest, dass wir beide Hunger hatten. Außerdem sah es von weitem so aus, als sei das Jazzfestival nicht so ganz das, was wir uns beide darunter vorgestellt hatten. Also betraten wir ein Restaurant. Ich hatte waaahnsinnige Luste auf Nudeln, und ich dachte, dass das eigentlich kein Problem sein dürfte. War es aber doch - das Servieren von Nudeln pur war in diesem Restaurant nicht vorgesehen, keine Chance. Also blieb mir nichts anderes übrig, als eben Reis pur zu bestellen. E. bestellte eine Suppe - aber was dann kam war ein riesen Pott voll Suppe. Mit so einer Riesenportion hatten wir beide nicht gerechnet. Dementsprechend wenig aß E. dann auch auf, das meiste nahm sie in einer Box wieder mit. Meine Miniportion Reis machte mich auch nicht wirklich satt, aber immerhin stillte sie den ärgsten Hunger. Das brachte mich dementsprechend auch nicht davon ab, weiter von Nudeln zu träumen... und ich beschloss, mir zu Hause endlich mal Nudeln zu kochen. Warum war ich nicht früher auf die Idee gekommen, mir einfach ein bisschen gekochte Würstchen in die gekochten Nudeln zu schmeißen? Das musste ziemlich nah an mein gewohntes Mittagessen zu Hause in Deutschland kommen, auch wenn ich da das alles normalerweise in eine Pfanne schmeiße und anbrate. Noch aber war es nicht so weit. Wir traten wieder auf die Straße und sahen uns mal das "Jazzfestival" an. Welches aus einer einzigen Band, einer Bühne und ein paar Stühlen davor bestand.
Und die Band spielte auf jeden Fall definitiv keinen typischen amerikanischen Jazz. Keine Ahnung, was es wirklich war. Aber kein Jazz, wie ich ihn kenne. Nein ;) Nicht mal auf dem Plakat über der Band stand was von Jazzfestival... irgendwie scheinen da Informationen falsch wietergeleitet worden zu sein.Nach zwei Minuten in der Kälte stehen hatten wir davon genug und beschlossen, erst einmal in die japanische Mall nebenan zu gehen, bis wir wussten, was wir tun würden.
In der Mall dann stellten wir fest - hier gibt es Restaurants. Und zwar eine ganze Menge davon. Hui. Hätten wir das vorher gewusst, dann wären wir wohl eher hier essen gegangen, die sahen teils sehr vielversprechend aus. Hier hätte ich sicher meine Nudeln bekommen ;) Na gut. Dann eben nicht.
Wir sahen uns ein wenig in den Läden um - teilweise sehr rosa oder glitzernd ;)

Nicht alles. Aber ja, ein, zwei Läden. Neben den ganzen Restaurants.
Die Zeit rannte uns davon, als wir die Mall wieder verließen war es schon dunkel. Die Band baute schon ihre Instrumente ab, es war kurz vor acht. Die Heimfahrt dauerte eine ganze Weile, wir mussten wieder einmal ein Mal umsteigen, insgesamt waren wir wohl eine Stunde unterwegs.
Als ich Daheim war kochte ich dann endlich meine geliebten Nudeln. Gebraten schmecken sie wirklich besser... aber man nimmt, was man kriegen kann, nicht war? Außerdem wars mal eine nette Abwechslung zum Reis. Das sollte ich öfters machen.


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