Geschaaaaaaafft! - würde Hiro Nakamura jetzt rufen. Ob ich das tue... keine Ahnung. Ehrlich. Ich fühle mich irgendwie nicht arg viel besser wie gestern... Aber fangen wir von vorne an.
Die Nacht heute war fürchterlich. Erst schlief ich nicht ein (was bei mir selten vorkommt) und dann wachte ich vor dem Wecker auf (was noch seltener vorkommt). Außerdem träumte ich miese Sachen. Keine guten Voraussetzungen also...
Nach dem aufstehen klappt alles aber ganz gut. Ich packe mich voller Glücksbringer (wenn die nicht gewirkt haben dann deshalb weil sie sich gegenseitig aufheben oder so) - SW-Shirt, SW-Socken, RedThree-Kette, Rogue Squadron-Schweißband und das kleine Ich bin Ich wandern in den Rucksack. Das muss doch reichen!
Auf dem Weg bleibe ich weitesgehend ruhig, bin aber dennoch zu unruhig um noch viel Vokabeln zu lernen. Macht nix... was jetzt nicht drin ist ist halt nicht drin. An der Gebäudetür hängt ein Zettel - Gruppe A in den ersten, B in den zweiten Stock. Ähm, bin ich jetzt A oder B? Egal. Hinter mir betritt noch ein weiterer junger Mann das Haus, wir suchen zusammen den Raum. Irgendwo sitzen einige Twens, das scheint der richtige zu sein. Auf dem Tisch liegen "Confirmations" - Erklärungen, dass wir den Test selbst erledigen und nix aus dem Inhalt verraten. Hier sind ebenfalls Unterteilungen in A und B vogenommen, wir entschließen uns einfach irgendeinen Zettel zu schnappen und setzen uns hin um den Text abzuschreiben (jaaa, das musste von Hand noch mal abgeschrieben werden... o_O). Nach einigem Warten (mittlerweile ist es ungefähr viertel nach elf, der Test ist auf 12 angesetzt) werden die Leute der Gruppe A aufgerufen. Ich bin nicht dabei, genausowenig wie der Typ und meine Nebensitzerin. Ein Blick in Raum A hat aber zumindest schon mal eines offenbart - Trennwände gibt es keine. Und da dies der Raum mit den Computern ist wird mein Raum der mit den Laptops sein, das habe ich im Internet schon nachgelesen. Stört mich jetzt nicht so... Daheim habe ich ja auch auf dem Laptop geübt.
Die Zeit vergeht. Kurz nach halb 12 werden wir von einer Dame in den zweiten Stock geführt. Der Raum besteht aus 4 oder 5 Sitzreihen, es gibt aber nur zwei Reihen voller Laptops. Wir wundern uns... Egal. Jeder setzt sich erst einmal hin, wir bekommen eine kurze Einführung. Alles wie gehabt, bis auf... "Sind die Tastaturen auf deutsch eingestellt?" frage ich. Denn die Laptops besitzen deutsche Tastaturen. Nein, antwortet die Dame, sie sind auf englisch eingestellt. Wir würden später noch eine Zeichnung bekommen wo welche Zeichen auf der Tastatur zu finden seien. Das ist der Moment in der ein Mädel hinter mir dann vollends denkt dass sie sich das nicht gefallen lässt. Denn zu Recht beschwert sie sich über die Bedingungen, die hier herrschen. Deutsche Tastaturen, wir sitzen fast Schulter an Schulter, es gibt keine Trennwände. Wie soll das funktionieren? Ich bin heilfroh auf meiner Tastatur das englische tippen schon geübt zu haben. Anderen geht das leider nicht so.
Nach ein paar Minuten müssen wir den Raum wieder verlassen. Es ist ihnen wohl aufgefallen, dass da ein paar Laptops fehlen... Die müssen jetzt erst noch aufgebaut werden.
Eigentlich sollte der Test um halb beginnen, wenn alle da sind, es ist jetzt schon 10 vor 12. Und wir sind noch nicht registriert. Wir wandern wieder abwärts, die andere Gruppe hat schon begonnen. Im Raum unterhalten wir uns gut, ich vergesse zeitweise, weshalb ich eigentlich hier bin. Meine Nervosität sinkt und kommt nur dann zum Vorschein wenn ich mich erschrocken an den Grund erinnere. Fünf nach 12 dürfen wir wieder hoch. Von jedem wird ein Foto gemacht - die meisten fallen katastrophal peinlich und schlecht aus, ich habe halbswegs Glück, mein Foto ist zumindest nicht so peinlich dass ich meine Resultate nirgendwo vorzeigen werde. Nach dem Foto und der Anmeldung darf jeder seinen Laptop suchen wo sein Bild erscheint. Ostern im September! Und dann geht es ganz schnell, denn plötzlich kann begonnen werden.
Netterweise dürfen wir sowohl trinken als auch essen auf dem Tisch behalten. Ich lege zu meinem Brötchen noch meine Immodium akut Tabletten, man weiß ja nie, was mein Magen sich wieder ausdenkt. So fühle ich mich auf jeden Fall sicherer. Und los gehts!
Zuerst wird das Mikro getestet. Warum, keine Ahnung - denn im ersten Teil vor der Pause gibts ja noch nix zum Sprechen. Die Kopfhörer lasse ich aber dennoch auf, denn es ist nicht gerade leise im Raum. So fühle ich mich ein bisschen mehr abgeschottet. Meine ehemalige Nebensitzerin war da schon cleverer, sie hat sich Ohropax mitgenommen.
Die erste Sektion ist das Reading. Die Texte sind länger als beim üben und auch irgendwie noch schwerer. Ich komme nur langsam voran. Für jeden Text reize ich fast die ganze Zeit aus und merke wie mir die anderen davon rasen. Die sind schon viel weiter als ich... Nur ein Text liegt mir, in diesem Thema kenne ich mich gut aus. Hier gewinne ich ein bisschen Zeit. Dummerweise beinhaltet diese Sektion diesmal ganze 5 Texte - das heißt 100 Minuten vollste Konzentration. Das ist wirklich nicht einfach und oft rate ich weil ich merke, wie mir die Zeit und Konzentration davonrennt.
Ich bin heilfroh als dieser Abschnitt vorbei ist. Es folgt das Listening. Das ist wirklich nicht schwer, ich bin mir zwar bei einigen wenigen Antworten nicht sicher, die meisten dürften aber stimmen. Vor lauter Panik, dass die anderen längst mit dem Sprechen anfangen wenn ich noch beim Listening bin beeile ich mich. Und bin am Ende total verwirrt dass ich als eine der ersten von meinem Bildschirm in die Pause entlassen werde. Waren das schon drei Listenings? Das kann doch nicht sein, da stimmt doch was nicht... Unsicher frage ich bei der Aufpasserin nach, sie versteht mich, glaube ich, nicht ganz, beruhigt mich und sagt das sei normal. Okay, wenn sie meint... Ich schnappe mein Brötchen und mache mich auf den Weg nach draußen. Toilette und dann schnell ein bisschen was in meinen sich schon beschwerenden Magen packen! Mir folgt ein anderer netter Typ. Ihn frage ich unsicher wie viele Listenings er hatte. Drei... Hm, ich kann mich wirklich nur an zwei erinnern. Aber sein letztes war das gleiche wie meins, dann wirds wohl stimmen.
Draußen kommen dann noch andere nach, die meisten sind jetzt in der Pause. Wir unterhalten uns ein wenig, die anderen haben die gleichen Eindrücke wie ich. Schweres Reading, leichtes Listening. Ich mache mich wieder auf den Weg nach drinnen denn meine Pause dürfte bald vorbei sein. Langsam werde ich nervös, denn jetzt folgt meine Todesdisziplin, das Speaking. Ich mache mir ein paar Notizen woran ich denken muss. Und dann geht es ratz fatz - Peng, da ist die Sektion schon vorbei. Zwischendurch hatte ich wahnsinnig zittrige Hände und war kaum in der Lage, mir Notizen zu machen. Aber hey, jetzt ist es geschafft! Jetzt kommt nur noch das Writing... Ein Klacks!
So ein Klacks ist es dann doch nicht, auch wenn ich nicht denke dass ich absoluten Mist geschrieben habe. Aber es geht gut voran und am Ende verlasse ich den Raum als zweite, alle anderen sind noch beim Test. Ich habe mich irgendwie vom fast letzten zum fast ersten hochgehangelt. Ich weiß nicht, wie...
Ich schnappe mir Rucksack und Jacke und flüchte. Draußen ziehe ich mich an und merke, wie die Anspannung meinen Körper verlässt. Und wie er jetzt anfängt zu zittern ob der psychischen Anstrengung. Ich fühle mich völlig leer und erschöpft, das Ganze war fast anstrengender als das Abi. Naja, kommt vielleicht ans Mathe-Abi ran... Am liebsten würde ich jetzt was essen und mich ins Bett legen, das geht ja aber kaum. Also fahre ich hungrig nach Hause und mache zwischendurch noch einen Abstecher in den Hugendubel um mir meine mir selbst versprochene Belohnung abzuholen - das neue Star Wars Buch. Allerdings bin ich in der Bahn fast zu müde und erschöpft, um zu lesen - was wirklich nicht oft vorkommt.
Was soll ich nun sagen? Die Organisation war nicht die Beste, zugegeben. Aber es war okay, man muss eben mit manchen Dingen einfach rechnen. Trennwände wären nett gewesen, aber mal ehrlich... wenn ich nun eine eventuell niedrige Punktzahl auf die Bedingungen schieben würde wäre das als wenn man den Schiri beschimpft obwohl man schlecht gespielt hat. Nein, man muss selber genug tun, dann kann einen sowas auch nicht stören (obwohl es manchmal wirklich sehr irritierend war...).
Meine Einschätzung? Keine Ahnung. Kann super gewesen sein oder eine Katastrophe... Das Speaking war besser als gedacht, das Reading schlechter. Ich fühle auch keine besonders große Erleichterung wie ich eigentlich gedacht hatte. Nun gut.
Heute abend gehts erst mal mit meiner Schwester ins Kino. Auch zur Belohnung. Duell der Magier.
Ich hoffe ich schlafe vor Erschöpfung nicht ein.
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