Noch drei mal schlafen.
Im Normalfall habe ich das als Kind immer dann ausgerechnet wenn es auf etwas tolles, großes zuging - Geburtstag, Weihnachten, Ostern, ... Heute mache ich es umgedreht. Ich zähle schon die Nächte bis zum großen Tag, bis zur großen Blamage oder bis zum Bangen obs gereicht haben wird. Ich bin jetzt gerade sehr zwiegespalten. Einerseits denke ich mir, dass ich noch viel lernen muss, pauken was das Zeug hält. Immerhin habe ich bisher noch nicht genug getan! Die andere Seite denkt sich - was du bis jetzt noch nicht drin hast schaffst du in den drei Tagen auch nicht, und überhaupt, entweder es klappt oder nicht. So oder so, auf jeden Fall habe ich jetzt ein Dauer-Schlechtes Gewissen.
Außerdem bin ich zwigespalten ob der Gefühle über diesen Tag. Ja, einerseits habe ich eine riesige Angst, fast so, als müsste ich den Todesstern attackieren. Ich habe eine wahnsinnige Panik zu versagen, Mist zu bauen oder einfach nur eingestehen zu müssen dass ich richtig schlecht bin. Und auf der anderen Seite freue ich mich fast darauf. Warum? Weil der Mist dann endlich vorbei ist, so oder so. Dann brauche ich nicht mehr denken, warum ich heute kein englisch gelernt hab, es reicht dann, mir Vorwürfe zu machen dass ich nicht geübt oder für die Uni gelernt habe.
Ich mache nicht mehr viel. Ich schreibe noch mein tägliches Essay, lese englische Bücher. Und mache kleine Grammatik-Übungen im Internet, die aber nur fürs schriftliche helfen werden.
Ich weiß, wenn alles gut läuft kann ich es schaffen. Das Listening hat bisher richtig gut geklappt, wenn ich mich beim Reading anstrenge und nicht in Panik gerate wird das auch funktionieren. Writing - naja gut, das kommt aufs Thema an, aber wenn es nicht der allergrößte Mist ist ist die einzige Gefahr hier dass ich ebenfalls Panik bekomme und mir die Zeit nicht reicht. Aber alle diese drei Aufgaben könnte ich meistern, mit Glück sogar gut.
Wenn da nicht das Speaking wäre... dafür habe ich allergrößten Respekt. Vor allem weil man unter diesem absoluten Zeitdruck steht. Frage, 15 Sec. Vorbereitung, 60 Sec. Sprechen. Hilfe! Hier könnte ich wirklich absolut versagen. Aber gerade das kann ich auch kaum üben. Sicher, ich spreche mittlerweile oft englisch vor mich hin, aber das ist etwas völlig anderes.
Ich werde wirklich froh sein wenn der Test gelaufen ist. Ich bin mittlerweile schon vollkommen verwirrt was das Schreiben angeht. Denn im icq schreibe ich "auf englisch", meine Essays natürlich auch. Aber alles andere schreibe ich noch immer in der deutschen Tastatur. Warum? Einerseits mag ich es selber nicht so sehr, wenn ich irgendwo im Internet einen Text ohne Umlaute lesen muss. Andererseits aber will ich schließlich das deutsche Tippen nicht vollkommen verlernen und es geht außerdem viel schneller. Dieses Hin und Her führte aber jetzt dazu, dass ich nicht mehr weiß wo ich wie schreibe. Es kam sogar schon vor, dass ich in einer sms anstatt "ü" "ue" schrieb... Und auch hier in diesem Blog wollte ich am Anfang andere Tasten verwenden. Und als ich heute ein deutsches Wort "auf englisch" las und mich wunderte, was das für ein seltsames Wort nur sei... tja, da habe ich festgestellt dass es wirklich langsam Zeit ist dass es vorbei ist.
Noch 72 Stunden, dann ist es definitiv vorbei.
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