Dienstag, 30. November 2010

Einen Schritt weiter

Langsam wirds ernst.
Gestern gabs bei uns eine Infoveranstaltung, zu der ich leider auf Grund von Unterricht nicht gehen konnte. Aber meine liebe Mitbewohnerin war ja da und hat alles ausführlichst mitgeschrieben und meine Fragen abgecheckt.
Neueste Erkenntnisse (bei denen ich bestimmt einiges vergessen habe, denn es waren eigentlich viel mehr...):
Für uns wird erstmals gelten, dass auch für die USA eine Aufnahme gemacht werden muss. Bisher war das keine Pflicht, nur für die europäischen Aufenthalte. Jetzt brauchen auch wir eine (so ein Mist -.-), allerdings gibt es da noch keine Vorgaben. Das hat den Vorteil, dass ich meinen Liszt eventuell gar nicht mit einschicken muss. Scarlatti und Haydn dürften nicht so das Problem sein, aber der Liszt... der dümpelt so vor sich hin. Heute waren wir beim Hochschuleigenen Tonmeister und haben uns für den letzten Freitag dieses Jahr einen Aufnahmetermin geben lassen. Hui, jetzt muss ich wohl üben... denn ich stellte heute fest, dass auch die zwei leichteren Stücke ihre Tücken beim Einspielen haben könnten. Mal sehen was mein Prof morgen dazu sagt.
Außerdem müssen die Bewerbungen am 10. Januar in Tübingen vorliegen. Zur Not können sie da auch erst von unserer Hochschule weggeschickt werden, denn das ist ja der erste Tag nach den Weihnachtsferien.
Es müssen 12 Punkte (da gabs nen englischen Begriff [nein, nicht Credits], den hab ich aber vergessen...) mit den Kursen erzielt werden. 10 Kurse werden in der Bewerbung angegeben, in denen uns, wenn möglich, ein Platz freigehalten wird. Wollen wir vor Ort doch in einen anderen Kurs muss man das dort regeln und nachfragen, ob noch was frei ist. Mit meinem Niveau soll ich 300/400er Kurse belegen, sollte ich aber mit einem Fach ganz neu anfangen natürlich eher 100. Eigentlich belegen Austauschstudenten nur Undergratuate-Kurse, da wir aber zu dem Zeitpunkt schon unser Vordiplom haben (uuuuh!) dürfen wir vor Ort mit dem Prof klären, ob wir auch in Graduate-Kurse reindürfen. Vorausgesetzt, die Toefl-Punktzahl stimmt. Was sie bei mir ja tut *puh*.
Diese Kurse werden im Übrigen auch in unserem Diplomzeugnis stehen. Davon hatte ich bisher keine Ahnung... Verdammt, dann muss ich mich ja wirklich richtig anstrengen!
Apropos anstrengen. Die Kurse in den USA sollen ja wirklich anstrengender sein als unsere. Schulischer. Teilweise mit kleinen Tests zwischendrin, und in jedem Kurs am Ende eine Prüfung. Ganz anders als bei uns, wo ich ein Fach teils sechs Semester studiere und erst am Ende eine große Prüfung ablege. Das kommt eben schon eher an unser Bachelor-System heran.
Bis zum 10. Januar müssen die Bewerbungen in Tübingen vorliegen. Doch schon früher als ich dachte. Aber okay, ranhalten ist da die Devise.
Was mir am ehesten noch "Sorgen" macht ist dieses blöde Statement. Wo man reinschreiben soll, warum man ausgerechnet DA hin will. Ääääähm... Ja.
Argument eins: Raus aus diesem Kaff hier. Argument zwei: Ich brauche eine Lebensveränderung. Argument drei: Ich will was anderes als Klavier studieren. Argument vier: Kalifornien ist cool. Argument fünf: Ähm, ich will was anderes als Klavier studieren?
Ja, so ungefähr sieht das gerade bei mir aus.

Was steht also in den nächsten Wochen an?
  1. Bewerbung schreiben. Und da müssen die 4 Wunschcampusse (ist das die Mehrzahl?) inklusive der Wunschkurse angegeben werden. Und das blöde Statement.
  2. Aufnahme machen. Das heißt, auch viel üben. *hüstl*
  3. Für das fullbright-Reisestipendium bewerben.
  4. Für das Ba-Wü-Stipendium bewerben.
  5. Abklären wie das mit den Versicherungen funktioniert.
  6. Einen Pass besorgen.
  7. Mich seelisch auf den Austausch vorbereiten.
Denn: Der Austausch ist so gut wie sicher. Das hat mich dann doch etwas schockiert. Im Prinzip kann mich nichts mehr aufhalten (*muahahaha*). Ob ich auch dann fahre wenn ich keinen geldtechnischen Zuschuss bekomme ist natürlich für mich persönlich fraglich. Aber dass ich nicht genommen werde ist so gut wie nicht möglich. Es kann natürlich passieren, dass ich nicht nach SF komme sondern an meine zweite Uni, aber - nehmen werden die mich aller Wahrscheinlichkeit schon. Denn es kommen immer noch mehr Amerikaner zu uns als von uns rübergehen - was ein Paradoxon ist, denn in Kalifornien ist vermutlich fast jede Stadt größer als unsere. Aber auf Grund dieser Tatsache ist mein Austausch zu 99% fix.
Schock.
Bisher sprach ich immer davon "wenn das mit dem Austausch klappt". Das muss ich eigentlich nicht mehr tun. Jetzt steht da nur noch die Frage im Raum, ob ich das will. Ob ich mir das zutraue. Ob ich die Chance nutze. Ob ich das viele gesparte Geld ausgeben möchte. Ob mein Körper da mitmacht. Und ob ich das schaffe.
Ich sage mir dann jedes mal "ja". Aber noch ist das Ganze so weit weg, so unvorstellbar. So faszinierend abenteuerlich und so gar nicht wie ich. Dass ICH so etwas eines Tages in Angriff nehmen würde hätte ich ja ohnehin nie gedacht (und vermutlich keiner, der mich kennt), und ich frage mich immer wieder verblüfft, ob ich das eigentlich bin.

Jetzt muss ich mir nur noch beweisen, dass ich das bin.

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